Tage wie dieser…

Ich jammere gerne, vor allem wenn ich es so ungeniert und anonym tun kann wie hier. Ich jammere über das Warten, die Männer, mich selbst, mein Ego und 1. Dates. Alles Dinge über die ich mit meinen Freundinnen im wirklichen Leben eher zynische Witze reisse und lache, egal wie sehr das Lachen versucht mir/uns dabei im Halse stecken zu bleiben. Galgenhumor – egal wie schief etwas läuft, es lässt sich immer noch darüber lachen, vor allem weil das alles kein Weltuntergang ist, keins von den oben beschriebenen Themen –  eine Gabe für die ich sehr dankbar bin! Aber es gibt auch Tage, an denen mir kein Witz mehr einfällt und das Lachen mir erfolgreich im Halse stecken bleibt. Es gibt Tage an denen meine Freundin und ich stumm nebeneinander sitzen und das, so tröstend wie es auch ist, alles ist was wir einander geben können. Tage an denen die einzigen Sätze die unser „schwesterliches“ Schweigen durchbrechen in etwa so klingen:

„Das wird gut, alles, irgendwann, weil es bei anderen auch gut wird. Weil wir gar nicht so schlimm sind. Weil wir auch liebenswert sind, liebenswerter sogar als Einige bei denen es einfach klappt! Irgendwann macht das alles einen Sinn und unser Warten und Hoffen lohnt sich und dann wissen wir, dass es richtig war nicht aufzugeben, woran wir uns jetzt klammern, nur um etwas zu kriegen, was dann sowieso nicht „echt“ wäre. Irgendwann kommt jemand, der unsere Lasten mit uns trägt, die wir schon lange nur noch mühsam selbst tragen können, der kompromisslos gibt wonach wir uns sehnen. Dann wird alles gut, irgendwann, weil es gut werden muss. 

Solche Sätze sagen wir uns und vielleicht glauben wir selbst daran ein bisschen weniger, als wir den Anderen glauben machen wollen. Aber das ist in Ordnung. Nichts heilt die Verletzungen der Seele so gut, wie die Anwesenheit eines Freundes, der versteht.

Eigentlich wollte ich darüber schreiben, warum heute einer dieser Tage ist, auch wenn ich nicht alles schreiben könnte, weil die Anonymität zwar eine sicher Zone ist, aber nicht sicher genug, für Geheimnisse die man sonst nie ausspricht. An manchen Tagen jedoch geschieht soviel, dass man es sowieso nicht alles aussprechen, bzw. schreiben, könnte. Aber das Besondere an Tagen wie diesen, und warum ich jetzt nun doch abgedriftet bin ist, dass einem bewusst wird, wie reich und glücklich man sein sollte, wenn man an Tagen wie diesen, Freunde wie diese hat.

Ich danke dir Plitschi, für alles und ganz besonders für gestern Nacht!

„Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte (und Geliebte)“  (irisches Sprichwort, leicht abgeändert)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s