Auswandern…

…für einen bestimmten Zeitraum, zwei Jahre vielleicht, ist nicht gleich weglaufen! Doch, widerspricht mir meine alte Bekannte, die sich auf einen Kaffee in meiner „Nachmittagspause“ angekündigt hatte. „Doch, es ist weglaufen, weil du glaubst, wenn du wieder kommst wäre alles anders, das ist es aber nicht, weil es nur anders wird, wenn du es anders anstellst!“  Klingt das nicht herrlich einfach? Ist es sicher auch – für andere Menschen. Für mich nicht! Ich ändere gerne Dinge, ich bin unbeständig, ich lege mich nicht fest! Ich ändere alles, meine Geschmäcker, Zigarettenmarken, Musikgenre´s, Wohnungen, Städte, Jobs – aber ich kann nicht ändern, dass ich es immer ändern will! Denn wenn ich es könnte, dann würde ich es tun! Dann hätte ich schon längst meine Umzugskartons ausgepackt (seit 7 Monaten stehen sie im Hausflur), mich richtig eingerichtet, vielleicht würde ich auch mal streichen oder mir Möbel kaufen die nicht nach spätestens 2 Jahren auseinander fallen (aber kein Problem! jede Wohnung ist anders, da muss eh hin und wieder was Neues her!), vielleicht würde ich mir auch mal ein Auto kaufen anstatt zu leasen?

Wenn ich das ändern könnte, dann würde ich es ändern! Ich kann aber nicht, ich habe keine Ahnung wie das geht! Ich weiss nur, weggehen, umziehen, stetige Wechsel, vertreiben „böse Geister“ – alles ist ein Neuanfang, wer würde nicht gerne mal neu anfangen? Ich tue es ständig! Das einzig Beständige in meinem Leben, sind meine Freundschaften, darauf bin ich stolz, weil ich glaube, dass ist etwas, was viele heute verlernt haben. Das kann ich, Freundschaften erhalten, sie leben und geniessen. Meine Freundinnen, 25, 15, 10 Jahre verbinden uns, wundervolle Jahre und ich bin dankbar für jede von ihnen. Gute Freundschaften bleiben auch, wenn einer immer mal wieder geht – ich gehe, meine Freundschaften leben weiter. Was also hält mich?

Nichts! Und wie immer, wenn etwas in meinem Leben passiert, dass mich emotional sehr berührt, sei es der Tod eines geliebten Menschen, andere Schicksale oder eine unerfüllte Liebe – dann packe ich meine Sachen und gehe. Mal ist es nur ein Wohnungswechsel (wegen der „bösen Geister“), mal ein Städtewechel, mal nur ein anderer Job, irgendwas, dass mich ablenkt, mich “ neu anfangen“ lässt.

Jetzt ist es wieder soweit: Ich will gehen, die Wohnung wechseln wie erst vor 7 Monaten, oder den Job wie vor 8 Monaten, reicht nicht mehr – ich will raus,  meinen Kopf frei bekommen – ich gehe! Ich habe gestern Abend 6 verschiedene Bewerbungen verschickt, in 6 verschiedene Länder, nur eins davon in der EU. Es fühlt sich gut an, der Gedanke gehen zu können, weit weg von hier.

„Ein neuer Job, ein neues Land, ein neues Leben“, schreit mein Kopf und jubiliert (mein Kopf spielt mir bisweilen bösere Streiche als mein Herz)! – „Wenn du gehst, dann ist es vorbei“, schnieft mein Herz leise. -“ Gut so! Das ist es nämlich  sowieso schon“, sagt mein Kopf, „nur du hast es noch nicht verstanden!“

6 Bewerbungen, 3 Kontinente, 4 Sprachregionen – alles gut Ninjaan, einer wird dich übernehmen, dann wird alles gut, wie immer!

P.S.  Yaya دلم برات تنگ میشه

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5 Kommentare

  1. Mascha · April 27, 2012

    Kann Dich so verstehen, habe auch immer wieder woanders angefangen. Das blöde ist nur, daß man sich immer mitbringt. Wohin geht es? Ich lese Israel? 3 Monate?

    • ninjaan · April 27, 2012

      Ja, diesen Satz habe ich heute bei dir gelesen und er bringt mich sehr zum nachdenken – aber ich denke, dass ich eher vor Situationen weglaufe, vor Menschen vielleicht, nicht aber vor mir selbst. Jedenfalls hoffe ich das.
      Ich weiss noch nicht genau wohin es gehen wird, 6 Länder stehen zur Auswahl bisher, einen Favoriten gibts nicht wirklich. Die Reise nach Israel ist nur ein Urlaub, für 3 Wochen, den ich geplant hatte bevor ich mir in den Kopf gesetzt habe auszuwandern 🙂
      Habe ich das richtig gelesen, du bist auch zurzeit im Ausland?

      • Mascha · April 27, 2012

        Ich lebe schon seit Jahren im Ausland….immer woanders. Bis Herbst bin ich jetzt in Wien. Dann geht es wieder nach Indien.

  2. ninjaan · April 27, 2012

    Wie schön zu sehen, dass jemand dieses Gefühl nachvollziehen kann. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis bin ich die Einzige und gerade das lässt mich häufig zweifeln. Nicht weil es sich nicht richtig anfühlt (und eigentlich kommt es ja auf nichts anderes an!), sondern weil ich niemanden sehe/kenne, der es ebenso empfindet.

  3. wirsindherzhaft · April 26, 2012

    Ach ja, der Drang neu anzufangen… ich bin auch schon wieder an einem Punkt, an dem ich am liebsten alle Zelte abbrechen und umziehen würde. Mich hälts nirgends lange, Neuanfänge sind für mich eine gewisse Art von Freiheit, vielleicht auch Luxus… Ich wünsche dir, dass es klappt – selbst wenn es vielleicht eine Art Flucht ist, Neues ist spannend, macht Spaß, baut auf – und was ist so schlimm daran zu flüchten? Man muss eben nur wissen, wann es sich zu kämpfen lohnt, und wann sowieso nichts da ist für das man kämpft.

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