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Seit gestern Morgen bin ich aus Hamburg zurück, es waren erlebnisreiche, lustige, frustrierende Tage, alles zugleich. Wir waren von morgens bis abends auf Achse. Wie immer habe ich nur die eher „unschönen“ Gegenden von Hamburg zu sehen bekommen, wie immer habe ich festgestellt, dass ich einfach keine „Partygängerin“ mehr bin und wie immer wurde mir bewusst, dass  diese „Prollmänner“ (die mir dort immer unweigerlich über den Weg laufen???)  mir nicht nur zuwider sind, sondern mich noch viel mehr langweilen. Alles was Kat gefällt, ist für mich der reinste Spießroutenlauf, mein Lächeln ist meist so unecht, dass man es auf 200 m Entfernung eigentlich erkennen müsste.

Auf der Zugfahrt hatte ich das erleichternde Gefühl, alles was mich beschäftigt für diese wenigen Tage einfach zurück lassen zu können, abschalten, Spass haben (so gut ich es halt kann in Hamburg…), lachen, feiern, shoppen, nicht an Yaya denken, nicht an die Arbeit, nicht an all die anderen Sachen die mir sonst noch so durch den Kopf schwirren. Spass habe ich eigentlich immer mit Kat, alle anderen guten Vorsätze lösten sich leider relativ schnell in Luft auf. Ich könnte jetzt ins Detail gehen und wirklich (tragisch-)komische Geschichten von Zuhältern, wahnwitzigen Verkäuferinnen oder einem Club auf der Reeperbahn erzählen – aber es ist zuviel, mein Kopf zu voll und das was mich am Meisten beschäftigt ist natürlich: Er!

Er, weil er wusste das ich nach Hamburg fahren werde und ich nicht einmal 24 Std. später eine Sms von ihm bekam, mitten in Hamburg, als ich Kat gerade darüber hinweg tröstete, dass wir ihren Exlover mit seiner neuen Flamme gesehen hatten und wir uns mental auf eine Partynacht vorbereiteten, unpassender hätte es kaum sein können. Er habe eine Bitte an mich und eine Überraschung! (Überraschung, gut das man damit nicht die Neugier weckt…) Seit etwa drei Wochen habe ich keine Sms mehr von ihm bekommen, ich hasse Sms schreiben, er weiss das und da unser Kontakt über Skype abgesichert ist (zur Not auch mal FB), benötigen wir diese „mobile“ Kommunikation eher weniger. Aber da ich ja in Hamburg war, ohne Laptop natürlich, musst es eine Sms sein, unvermittelt, unerwartet.

Vor meiner Abreise hatten wir über meine Bewerbungen gesprochen, darüber warum ich gehen wolle, wohin und wann. Er merkte an, dass mein Zeitrahmen ziemlich eng sei, wenn ich den halben August in Israel/Palästina bin und schon im September eine neue Stelle im Ausland antreten wolle – dass ich bereits ab August eigentlich „weg sei“. Was er genau mit „weg sein“ meinte, ob er überhaupt was meinte – ich weiss es nicht, ich fragte auch nicht nach. Wir schwiegen einen Moment (besser gesagt schrieben nichts), er hat die Stille durchbrochen und soetwas gesagt wie: „No it´s a perfect chance, go and send more applications! Really u should!“  Das war natürlich, egal wie schön ich es mir rede, das Letzte was ich hören wollte. Ich verabschiedete mich, mit dem Hinweis, dass mein Zug bald fahren würde. Er sagte “ Apply, I´ll come and see u there“ . 

Nun stand ich also, nicht einmal 24 Stunden später vor einem großen Einkaufszentrum mitten in Hamburg und las seine Sms, die aufgelöste Kat neben mir. Anstatt ihm zu sagen, dass ich keine Zeit habe und auch kein Internet, antwortete ich ihm, ich sei in 2 Stunden kurz in der Nähe eines PC´s und würde mich melden… ich dummes, dummes Häschen, allzeit bereit, wenn Yaya sich meldet…

Es war nichts aussergewöhnliches, keine große oder dringende Sache  um die er mich bat, seine Überraschung war das Jobangebot der Firma, in der er zur Zeit sein letztes Praktikum ableistet, die Firma, die ich insgeheim hasse, weil (Verstand aus) „sie ihn mir weggenommen hat“ (Verstand wieder ein) und die er hasst, weil er alles dort langweilig findet und sein Chef ihn wie einen Fußabtreter behandelt. Das Gespräch war kurz und ich frage mich, warum es überhaupt geführt werden musste…warum es nicht warten konnte? Er war müde, hatte lange gearbeitet und ich hätte mich eigentlich für den „Tanz in den Mai“ auf der Reeperbahn fertig machen müssen – aber ich war da und hörte zu, antwortete war erreichbar, für ihn, weil ich gar nicht anders kann, weil er es, wenn ich ihn brauche, auch ist.

Diesmal bedankt er sich jedoch nicht nur ganz förmlich, wie sonst auch (er bedankt sich gerne und viel, auch wenn es wirklich nicht notwendig ist), er legt noch einen drauf: “ …ich meine danke, dass du immer für mich da bist ninjaan…“ Pause „…du weisst was ich meine, oder?“ – Ich habe diese beiden Sätze sicher schon an die 100mal gelesen, mir stiegen die Tränen in die Augen, wie furchtbar sentimental und weich ich doch bei ihm bin… Ich denke es ist unnötig zu sagen, dass ich an diesem Abend sowohl für „Prollmänner“ (siehe oben) als auch alle anderen Vertreter des anderen Geschlechts, keine Augen mehr hatte. Das er es auf Deutsch schrieb, weil die Muttersprache einen immer mehr berührt (meiner Erfahrung nach), erweckte ungeahnte Gefühlswallungen in mir.

Ich brauche erst einmal wieder etwas Abstand, die letzten, etwas mehr als 24 Std, war ich weder für Flirts noch für Kat wirklich zu gebrauchen, die unbedingt flirten wollte, und der  die „dahin schmelzende“ Freundin, sicher nicht die beste Begleitung dafür war. Abstand von ihm, weil mich so etwas so sehr berührt, weil ich versuche nicht nachzudenken, nicht zu analysieren, aber scheitere. Weil mich die Frage „Warum Yaya???“ in den Wahnsinn treibt, obwohl ich die Antwort kenne, sie aber nicht verinnerlichen kann, jedenfalls jetzt noch nicht. Ich bin offline, fast die ganze Zeit, ich mag nicht reden, nicht jetzt, es macht alles so schwer. Aber weil ich inkonsequent bin, schaue ich nach, ob er mir bei skype eine Nachricht hinterlassen hat. Ja, hat er – ein Lied. Es ist schön, ruhig, es berührt. Der Text lässt mich grübeln, manchmal, so glaube ich es jedenfalls, reden wir durch  Songs, Videos oder Bilder.

Ich höre den Song immer und immer wieder, ich stelle ihn mir dabei vor, wie und wo er es hört und woran er denkt und ich frage mich, ob er dabei genauso so sehnsüchtig schaut, wie damals, Kazoo spielend, auf dem Fensterbrett sitzend  – Bist du traurig Yaya joonam? Denn wenn du es bist, bin ich es auch…

Übersetzung:

Who are you? 
Trying to mould me into something you want, something to your expectations yet I am content with myself. So let me be, odd and free.

Tell me where I can find somebody who is flawless, unblemished? Nowhere, for we all are stuck in our past, holding in our trembling inner child.

Why and tell me how we can be so obsessed with picking out others mistakes and flaws. We are all not so different, connecting to each other, holding hands of mental doubts. 

I wish, oh how I wish, we can live like children again. Full of innocence and nothing to weigh us down. The chance to have a new beginning, without threat nor fear.

Translation by Sarah Salah

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6 Kommentare

  1. Mascha · Mai 4, 2012

    Ich kann Dich verstehen!!! Habe diesen „Fehler“ auch oft gemacht. Das ist nur menschlich….mach Dich nicht allzu fertig!!!

    • ninjaan · Mai 4, 2012

      Danke Mascha 🙂 Ich versuchs, eigentlich bin ich tagsüber auch immer sehr abgelenkt, nur abends, wenn ich am PC sitze und schreibe werde ich sehr sentimental 😦

  2. Ich♥Dich · Mai 3, 2012

    Wie schön du das geschrieben hast! Und wie sehr ich dich verstehe.
    Ich habe auch nie Augen für andere (und dafür muss er mir nicht mal geschrieben haben).

    Und ich bin auch allzeit bereit. Typischer Fall von „Wenn er sagt ’spring‘, frage ich nur noch wie hoch und wie weit“. Ich schäme mich dafür, aber so ist das nun mal, nicht wahr?

    Und dann interpretieren für Frauen wohl immer zu viel. Ich habe langsam den Verdacht, dass Männer vieles einfach mal schnell so schreiben, wie es ihnen in den Kopf kommt. Dass man alles zweideutig auslegen kann und in nebensächliche Worte eine tiefe Bedeutung reinlegt, ist ihnen wohl meist sowohl unverständlich als auch egal…

    Das Lied ist wirklich schön! Es berührt mich, obwohl ich kein Wort verstehe und mir zu diesem Zeitpunkt jetzt auch noch nicht die Übersetzung durchgelesen habe.

    PS: Die ein oder andere Zuhälter- und Verkäuferinnen-Story hätte mich schon interessiert 😀

    • ninjaan · Mai 4, 2012

      Danke Ich♥Dich! Es ist leider wirklich so, ich versuche das schon einzuschränken, aber dann habe ich immer wieder im Kopf, dass er auch schon viel für mich getan hat. Schon mal über Nacht nach Aachen gefahren ist nur weil ich dringend etwas für die Arbeit brauchte – und dann kann ich nichts abschlagen. Eigentlich will ich ja auch da sein, nicht nur weil ich Gefühle habe, auch weil wir Freunde sind – so schwer da auch zur Zeit ist 😦

      Mit dem interpretieren hat du auf recht – ich bemühe mich immer es nicht zu tun, aber es ist so schwer – ich hoffe insgeheim noch, ein kleines bisschen.

      Aber vielleicht sollte ich wirklich auch noch ein wenig über Zuhälter und Verkäuferinnen schreiben, langsam kann ich auch schon wieder darüber lachen 🙂

      • Ich♥Dich · Mai 6, 2012

        Genieße jeden Moment, über den du lachen kannst.
        Das ist mir heute ganz besonders klar. Denn heute morgen hat er bei mir mal wieder den Vogel abgeschossen und ich habe den ganzen Tag nur geheult… Schlimm, schlimm…

      • ninjaan · Mai 6, 2012

        Oh nein! Was ist denn passiert?

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