Wenn ich schreibe

Die letzten Tage war mir eher weniger danach etwas zu schreiben, noch viel weniger war mir danach irgendetwas über ihn zu schreiben. Warum? Hat er vielleicht nicht auf meine Anfrage (wegen der erneuten Quittung) reagiert? War er unzuverlässig und hat sie mir bis heute nicht zugeschickt? – Nein, nichts davon. Er hat sofort reagiert, als ich ihn Mittwochabend angeschrieben hatte und er hat mir die Bestätigung auch gleich am Freitag Morgen aus einem Internetcafé zugesandt, dort gewartet bis ich mein ok gebe und er ruhigen Gewissen wieder nach Hause oder sonst wohin gehen kann.

Und genau hier liegt das Problem! Er machst es (anscheinend) um sein Gewissen zu beruhigen. „Oh! Ninjaan schreibt mich an? Na dann antworte ich ihr mal kurz, mal sehen was los ist! Oh! Ninjaan braucht etwas dringend von mir? Na, dann will ich mal kein Arschloch sein und das für sie machen.“  

Ist das jetzt alles?

„ok ill go home we can talk later“ – So oder so ähnlich hat er sich immer verabschiedet, normalerweise hieß das soviel wie “ kaum ist ninjaan am Pc (manchmal musste ich das auch gar nicht sein) und schon hatte sie wieder eine Nachricht von ihm. Jetzt ist es auf einmal nur noch eine Floskel, die soviel heisst wie „Wenn´s was gibt, kannste dich ja melden.“  Seit wann muss es einen besonderen Anlaß geben damit wir reden?

Diese Gleichgültigkeit verletzt mich, zutiefst. Hätte er sie an den Tag gelegt, als er ging, 500km weit fort. Als klar war, dass unsere „Affaire“ (ich glaube so nenne ich es zum ersten Mal…) auf körperlicher Ebene nicht mehr wirklich laufen wird, dann hätte ich es verstanden. Dann hätte ich Recht gehabt, damals als ich wütend sagte „the only bound between u and me is sex!“ – aber es ist bald 6 Monate her, unser Kontakt brach nicht ab, er war intensiv und freundschaftlich. Vor ungefähr 7 Wochen habe ich sie ihm gestanden, meine Gefühle. Ich befürchtete damals es könnte das, was uns noch geblieben ist völlig zerstören. Aber er war es, der die Zeit danach alles normal weiterlaufen ließ. Wir sprachen, stritten, lachten, alles wie immer. Und jetzt? Seit ich in Hamburg war, der Bruch, der endgültige. Nein, Bruch ist das falsche Wort, ein Bruch ist kurz und „schmerzlos“, dass hier zieht sich wie ein Kaugummi…

Gestern, bevor ich mit meiner Freundin ausgehen wollte, hat mich mal wieder der Stalkerwahn überkommen.

Er postete einen Tag zuvor, dass innerhalb der nächsten 48 Stunden sein neues Feature rauskommen wird. Er schreibt nicht auf Deutsch oder Englisch, aber meine Sprachkenntnisse reichen für solche kurzen Sätze locker aus. Seinen Part dieses Songs, hatten wir gemeinsam aufgenommen, nächtelang saßen wir im Studio, Yaya der Künstler und ninjaan die unmusikalische, aber Musikliebende.

Einmal schickten ihm die anderen Musiker seinen Part zurück, mit der Anmerkung, er wäre nicht wirklich im Takt – für einen egozentrischen Künstler wie ihn ein Schlag unter die Gürtellinie. Wir saßen vor dem Pc und spielten die Stelle immer und immer wieder ab „I don´t know what to change…fuck!“ . Ich wollte erst nichts sagen, dass ist nicht meine Muttersprache und musikalisch bin ich auch nicht wirklich. Aber nach dem xten Mal hören hatte ich tatsächlich eine Idee: “ Cancel the last sentence and just repeat the last two words of the sentence before instead.“ Er sah mich für einen Augenblick ungläubig an, spielte den Beat ab und probierte es aus. Ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus „That´s good! Ninji, that´s really, really good!“  Es war nicht nur gut, es klang auch tatsächlich besser als vorher und diesmal wurde ihm nicht mangelndes Taktgefühl unterstellt.

Dieser Song kommt nun also raus, er kündigt es an, auf einer Sprache, bei der er sich nie sicher ist wie viel davon ich eigentlich verstehe – und sagt kein Wort zu mir.

Wie egal bin ich ihm jetzt geworden, dass er nicht mal bei der Veröffentlichung dieses Songs an mich denkt? Daran, wie wir bis es hell wurde im Studio saßen, Cola en masse tranken und Pommes in uns hineinstopften, als hätten wir zuvor Hochleistungssport betrieben.

Der Song heisst auf Deutsch übersetzt „Wenn ich schreibe…“ – Wenn ich schreibe Yaya, dann lasse ich meinem Schmerz freien Lauf, auch wenn dies ihn nicht zu lindern vermag

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2 Kommentare

  1. Träumerin · Mai 21, 2012

    Ich verstehe Dich soooo gut…. so etwas tut einfach nur furchtbar weh 😦

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