Ninjaan und Kinder?

„Warum gibt es dieses Buch noch mit Hello Kitty?“Mein Neffe schaut mich fragend an, das Buch, das ich ihm geschenkt habe liegt auf seinem Schoß.

„Ich glaube, weil kleine Mädchen vielleicht lieber Hello Kitty lesen als Cars?“ Was soll man darauf antworten? Ich finde diese Erziehung, Mädchen in pink und Jungs in blau total blöde und war selber nie so ein Mädchen, aber wie sonst erkläre ich das jetzt meinem 5jährigen Naseweiß?

„Wird dein Mädchen später auch Hello Kitty mögen und immer pink tragen?“

„Nein! Sie kriegt ein grünes Zimmer, Playmobil, einen kleinen Jogginganzug in weiß und nen Kinderwagen von Winnie Puh!“ sprudelt es aus mir heraus, keine Ahnung woher ich diese Phantasie gerade nahm.

„Ohhh, schön! Erzähl weiter! Was kriegt sie noch?“

„Hör mal, deine Tante bekommt gar kein Baby! Also hat sie sich noch gar keine Gedanken darüber gemacht.“

Och und wann kriegst du endlich ein Baby?“ (ENDLICH???)

„Weiss nicht, wenn du deinen Führerschein hast können wir nochmal drüber reden.“

Sein Gesicht auf diese Antwort war goldwert! Ihm fiel tatsächlich die Kinnlade runter und er schaute geschockt von mir zu meiner Mutter und dann wieder zu mir.

„Waaaaaaaaaaaaaaaaas?????“

Gut, das war vielleicht übertrieben. 13 Jahre noch? Ich glaube dann bin ich kurz vor der Menopause und dann könnte es tatsächlich knapp werden. Aber auch hier wieder: Was soll ich einem 5jährigen Jungen sagen? Sorry Hase, deine Tante kriegt keine Beziehung auf die Reihe, sie verliebt sich erst in einen Mann der niemals eine Beziehung will (und schon gar nicht mit ihr) und dann trudelt sie direkt in die nächste Katastrophe, einen Mann der bereits verheiratet ist. Und es sieht nicht danach aus, als würde sich meine katastrophale Männerwahl demnächst bessern.

Dann wäre da noch die Tatsache, dass sich meine Einstellung zu „Ninjaan und Kinder“ geändert hat. Seit ich denken kann habe ich immer rumposaunt ich wolle viele Kinder, am Besten 5! Seit meine letzte (ernsthafte) Beziehung vor ungefähr 2 Jahren in die Brüche ging, zweifle ich aber. An mir, an meinem Wunsch und am schwerwiegendsten: An meiner Qualität als Mutter.

Ich kann gut mit Kindern, mit kleinen und großen, irgendwie ist das ja auch Teil meines Jobs. Aber macht mich das gleich zu einer guten Mutter? Wenn ich sehe wie aufopferungsvoll meine beste Freundin für ihre kleine Tochter da ist, bin ich beeindruckt, aber auch verängstigt. Ich bin so ein unsteter Typ, kann ich das?

Also mal davon abgesehen, dass ich zur Zeit keinen potentiellen Vater in Sicht habe, zweifele ich auch daran, ob ich es will, jetzt will (wer weiß schon was in 5 Jahren ist?). Ich hatte lange Zeit ein Bedürfnis danach, zu heiraten, Kinder zu bekommen, eine Mutter zu sein, diese Einstellung ist mir gänzlich verloren gegangen. Und dabei bin ich in einem erdenklich schlechtem Alter dafür, ich werde nämlich ständig von allen Seiten gefragt, warum ich noch keine Kinder habe etc.

Man soll keine Kinder bekommen, wenn man nicht bereit dazu ist, wenn man es sich nicht wirklich wünscht – jedenfalls nicht absichtlich. Das ist meine Einstellung. Das Gute daran, es ist sowieso gerade niemand da, der sich nichts sehnlicher von mir wünscht als ein Kind – abgesehen von großen Teilen meines Umfelds. Und mir geht es eigentlich auch gut mit dieser Entscheidung.

Ich sehne mich zur Zeit weder nach einer gefestigten Beziehung noch ist mein Kinderwunsch groß, im Gegenteil, er ist kleiner denn je. Eigentlich ist dann doch alles gut, oder?

Die Frage meines Neffen hat mich dennoch nachdenklich gemacht. Überall sehe ich Kinder um mich und glückliche Menschen, ich dagegen bin zum „einsamen Wolf“ geworden, die Arbeit ist mein Leben und die Suche….nach irgendwas, nach mehr.

Gestern Abend im Bett, lasse ich ausnahmsweise mal den Fernseher an, es läuft irgendsoeine amerikanische Krimisendung. Eigentlich höre ich nicht wirklich zu, sondern dämmere so vor mich hin, als ich plötzlich folgenden Satz höre (Warum kommen eigentlich am Ende von Serien ständig solche „Weisheiten“?)

„Komm nach Hause, heirate und bekomme Kinder – es gibt kein größeres Glück. „

Danke, genau diese Weisheit habe ich jetzt noch gebraucht!

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4 Kommentare

  1. Ich♥Dich · Juni 25, 2012

    Ich glaube, du hast die richtigen Vorrausetzungen um Mutter zu werden. Immerhin kannst du ja offensichtlich auch mit schwierigen Charakteren gut umgehen und wirst respektiert und gemocht.
    Wenn da wieder jemand ist, mit dem du dir Kinder vorstellen kannst, kommt sicher auch dein Wunsch zurück.
    Und warum solltest du keine gute Mutter werden? Wenn das Kind erstmal ansteht, weiß man sicher instiktiv, was gut ist und was nicht.

    Ich persönlich bin noch auf dem Stand, den du vorher hattest. Ich will Kinder. Unbedingt (aber höchstens zwei… so als Einzelkind kann ich mehr nicht verkraften! 😀 ). Meine Mutter hat mich bekommen, als sie gerade 20 geworden war. Ich dachte als Kind auch immer, das wäre bei mir so. Tja, das habe ich dann mal nicht geschafft. Im Moment wird 25 schon kritisch (weil ich ja erstmal jemanden finden müsste und dann müsste es gaaaanz fix gehen mit der Schwangerschaft. So will ich das aber nicht.). Und trotzdem gucke ich die ganzen Schwangeren aktuell neidvoll an.
    Ich war schon immer der Muttertyp und habe das Gefühl, das wird auch so bleiben.

    • ninjaan · Juni 25, 2012

      Danke 🙂
      Ich bin mir zurzeit total unsicher, aber im Grunde ist es ja auch jetzt nicht wichtig, ich bin gerade Lichtjahre davon entfernt überhaupt in die Situation zu kommen…
      Deinen Wunsch kann ich aber verstehen, ich war, wie gesagt, auch sehr lange so und deine Gedanken (oh ich bin schon 25!) kann ich absolut nachvollziehen…ich habe dann immer hin und her gerechnet und war ganz verzweifelt – bei 5 Kindern wars mit 25 schon sehr, sehr eng 😉

  2. Mascha · Juni 22, 2012

    Du wirst es spüren, wenn Du soweit bist Mutter zu werden. laß Dich nicht unter Druck setzten!!! Und heutzutage ist es auch völlig in Ordnung gar keine Kinder zu bekommen. Ich arbeite ja auch mit Kindern, aber die Vorstellung ständig eines bei mir zu haben….nee…laß mal…kann sich ja noch ändern, aber zurzeit denke ich so….und mir ist egal, ob meine Umgebung mit der beschissenen bilogischen Uhr anfangen.

    • ninjaan · Juni 22, 2012

      Ist das nicht schrecklich? Dieses ständige Gerede über die biologische Uhr? Das macht mich immer wahnsinnig! Ich meine, mal ehrlich, was soll jemand wie ich denn jetzt machen? Mir den nächstbesten suchen und mir ein Kind machen lassen, nur damit meine „biologische Uhr“ aufhört zu ticken?

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