Eine Erinnerung

Seit ich 12 Jahre alt bin, lebte meine Großmutter, mütterlicherseits, bei uns mit im Haus. Sie hatte eine eigene kleine Wohnung, direkt unter uns, in die sie alle ihre Möbel aus ihrem großen Haus untergebracht hatte. Als Kind empfand ich es oft erdrückend, dort unten in ihrer Wohnung zu sitzen. Bis zu meinem 12. Lebensjahr, war meine Oma, anders als bei meiner Schwester die teilweise von ihr großgezogen wurde, nur die „Sommeroma“. Jeden Sommer, 4 Wochen lang, fuhren wir zu ihr ins Dorf, für mich, die in einer Siedlung mit etwa 4o gleichaltrigen Kindern aufgewachsen ist, waren das immer 4 furchtbar langweilige Wochen.

Nach zwei Schlaganfällen hatten meine Eltern sich dazu entschieden meine Oma zu uns zu holen. Meine Mutter hatte bereits zwei Großtanten meines Vaters bis zum Tode gepflegt, für uns war das damals völlig selbstverständlich. Eine lange Zeit, viele Jahre lang, ging es meiner Oma relativ gut. Sie konnte noch selbst kochen, sich versorgen, pflegte Freundschaften und ging ihren Hobbys (Stricken, Nähen) nach. Ich zog irgendwann für mein Studium aus, das Verhältnis zu meiner Oma war noch immer nicht wirklich eng, aber im Gegensatz zu dem Rest ihrer Enkel bemühte ich mich irgendwie (meine Oma war keine einfache Frau, sie war oft sehr anstrengend, teilweise auch sehr verbittert).

Im 3. Semester meines Studiums, meiner Oma ging es damals merklich schlechter, entschloß mein Vater sich dazu, meine Mutter zu verlassen. Er räumte das Feld und zog zu seiner jetzigen Lebensgefährten ins Rheinland. Die wenigsten Trennung verlaufen reibungslos, und weil meine Mutter nun alleine mit meiner Oma lebte, traf auch ich eine Entscheidung: Ich zog zurück in meine Heimatstadt, um näher bei ihnen zu sein. Der Weg zur Uni kostete mich nun 1 1/2 Stunden.

Mit der Zeit, nach wenigen Monaten verschlechterte sich der Zustand meiner Oma immer weiter.  1 knappes Jahr nach meiner Rückkehr konnte sie nicht mehr laufen, nicht mehr alleine auf Toilette. Meine Mutter holte sich keine Hilfe, weil sie 1. das Geld dringend benötigte und 2. ihre Mutter einfach nicht in fremde Hände geben wollte. Mein Vater hatte ihr irgendwann nach einem Streit die Zugänge zu den Konten gesperrt (sie sind noch verheiratet, bis heute, also kein Unterhalt). Ich zog zurück in „meine“ Siedlung,  nahm 2 weitere Jobs an und wechselte die Universität, weil die 3 Stunden Fahrt (hin und zurück) mich einfach zuviel Zeit kostete.

Mit den Wochen und Monaten verschlechterte sich ihr Zustand weiterhin, meine Mutter und ich waren vollkommen ausgelaugt. Sie sorgte tagsüber für meine Oma, während ich in der Uni war oder arbeitete und löste sie Spätabends bis zum nächsten Morgen ab. Meine Oma konnte nun nichts mehr allein…

Ich erinnere mich noch genau daran, und habe niemals mit jemand anderem als meiner Mutter darüber gesprochen, als sie sich das erste mal einkotete. Sie saß/lag auf ihrem Krankenbett im Wohnszimmer, mit Tränen in den Augen, ich hatte sie einen Moment zu spät über das Babyphon gehört (sie lebte noch immer unten in ihrer Wohnung). Mit zittrige Stimme versicherte sie mir, sie könne das alles alleine machen. Ich sah die Scham in ihren Augen und auch mir kamen die Tränen. Ich küsste sie sanft auf die Stirn und sagte ihr, das alles gut wäre, dass es mir nichts ausmachen würde, so wie es ihr damals bei mir, als ich klein war, nichts ausgemacht hatte. Die Liebe in ihren Augen, als ich sie saubermachte, ihr dabei aber die ganze Zeit ins Gesicht schaute und nicht einmal eine Miene verzog (Geruch), werde ich niemals vergessen. Von diesem Tag an, herrschte jenes Band zwischen uns beiden, dass wir uns all die Jahre insgeheim gewünscht hatten.

Unser gesamten Privatleben, das meiner Mutter und mir, bestand aus der Pflege meiner Oma und der Koordination des jeweiligen Tages. Wer macht was, wann, wie lange. Zeit für andere Dinge hatten wir kaum, obwohl wir uns immer wieder versuchten gegenseitig Freiräume einzurichten, schwang die Sorge doch immer mit: Schafft die Andere es jetzt? Passiert gerade irgendetwas? Der Kontakt zum Rest der Familie und Freunden hatte sich auf ein Minimum reduziert. Meine Freundinnen sagten nie etwas, besuchten mich zuhause, weil sie wussten, dass ich nie lange weg sein konnte – ich bin ihnen dankbar dafür, mehr konnten sie nicht tun. Die Familie allerdings, die auch die Familie meiner Großmutter war, die tat auch nichts.

Weder meine Mutter noch ich beklagten uns darüber, verteidigten sie sogar noch, wenn meine Oma verletzt und traurig davon sprach, wie alle sie nun im Stich lassen würden. Doch ohne es auszusprechen, war uns klar, dass es nur sie und mich gab und niemand uns helfen würde, egal wie lange sich dieser Zustand noch hinziehen würde, völlig egal wie erschöpft und ausgelaugt wir waren. Wir machten niemandem einen Vorwurf. Meine Mutter schon gar nicht, ich nur still und leise.

Das wäre so geblieben, wenn nicht eines Tages meine Schwester bei mir angerufen hätte und um ein Treffen gebeten hätte. Wir hatten niemals das Beste Verhältnis, unsere Verbindung war nur ein seidener Faden, aber ich hatte Hoffnung. Vielleicht wollte sie helfen? Es ging ihr finanziell mehr als gut, im Gegensatz zu uns, vielleicht wollte sie sich auch einmal kümmern, helfen, wusste nur nicht wie.

Wir trafen uns, an einem angenehmen November Abend, ich holte sie von zuhause ab, in dem Wagen meiner Mutter, weil ich keinen eigenen hatte und fuhr mit ihr zu einem Restaurant in dem ich mir eigentlich nicht mal eine Vorspeise leisten konnte – aber das zu zugeben viel mir zu schwer. Ich hatte soviel Hoffnung an diesem Abend, war so glücklich, weil ich glaubte, dass sie uns endlich helfen würde, dass ich nicht noch über ihre Wahl des Restaurant meckern wollte.

Doch meine Hoffnung wurde jäh zunichte gemacht. Nicht mal bis zum Essen wartete sie, um mir „ihr“ Leid zu klagen, sich zu beschweren. Wir, meine Mutter hätten keine Zeit mehr, meine Mutter würde sich nicht um ihren Enkel kümmern, SIE hätte die Schnauze voll, wir sollten die Oma endlich in ein Heim bringen, die würde es doch nicht merken! Was das alles solle? Geschockt starrte ich meine Schwester an, die sich während ihres Monologs bereits das 4. Glas Wein gönnte. Zuerst überwog der Schock, ich versuchte ihr zu erklären in was für einer Situation wir uns befanden, dass wir nicht mehr ein noch aus wüssten, dass wir finanziell kaum über die Runden kämen, ich 2-3 Jobs neben der Uni hatte, wir Oma doch nicht weggeben können, die Frau, die eben sie, meine Schwester mit großgezogen hätte.

Ich sprach lange, leise, unter Schock stehend und sah sie das erste und letzte Mal in meinem Leben flehend an. Sie aber (beim 6. Glas Wein) saß mir gegenüber mit verhärteten Gesichtszügen. Sagte mir, dass wir das Auto abgeben könnten, wenn es uns so schlecht ginge, wozu brauchten wir das überhaupt? Und das, sollte meine Mutter sich nicht endlich mehr Zeit für sie und ihren Sohn nehmen, sie persönlich zu meiner Mutter gehen würde, um ihr den „Kopf zu waschen“.

In diesem Augenblick brannten mir alle Sicherungen durch, meine Verzweiflung, Erschöpfung wandelte sich in unbändige Wut und entlud sich über meiner, mittlerweile betrunkenen, Schwester. Mit der flachen Hand schlug ich auf den Tisch, stand auf und sah ihr, die immerhin 13 Jahre älter ist als ich, tief in die Augen, hob meine Hand drohend gegen sie und sagte: “ Wenn du auch nur einen Ton zu Mama sagst, nur ein Wort von dem Mist hier, dann schlage ich dich so windelweich, dass du am Ende nicht mehr weisst, wo oben und unten ist. Hast du mich verstanden? Ich prügel dir deine Selbstsucht eigenhändig aus dem Leib! Sag nur ein Wort und ich reisse dich in Stücke!“

Der Kellner kam zu uns an den Tisch, ich zahlte, das gesamte Essen und alle Getränke und fuhr meine betrunkene, nun (um sich selbst) weinende Schwester nach hause. Vor ihrer Tür setzte sie noch einmal an, ich unterbrach sie harsch:“ Was ich eben gesagt habe, war mein Ernst! Wag es nicht und glaub nicht, ich würde meine Drohung nicht wahr machen!“ Schluchzend, vor Selbstmitleid zerfließend, torkelte sie zu ihrer Haustür. Ich fuhr nach Hause, löste meine Mutter an diesem Abend ab, ohne ihr ein Wort zu sagen und legte mich leise zu meiner Oma ins Bett, die nachts vor Angst nicht mehr alleine Schlafen konnte. (Meine Schwester wagte es sich tatsächlich niemals, bis heute nicht, einen Ton zu sagen.)

8 Wochen später starb meine Großmutter, in ihrem Bett, meine Mutter und ich hielten ihre Hand noch lange nachdem ihr Herz aufgehört hatte zu schlagen. Wenige Stunden später war unser Haus voll mit der Familie, auf einmal waren alle da, organisierten die Beerdigung, wuselten herum, weinten, schluchzten, meine Schwester vorne mit dabei. Ich saß noch stundenlang unten bei meiner Oma im Zimmer, neben ihrer leblosen Hülle, und sprach mit ihr. Niemand kam herunter, sie könnten ihren Anblick nicht ertragen, weil sie ja tot sei, dabei konnten sie es schon nicht, als sie noch lebte. Nur die Pflegekraft, die uns die letzten Wochen morgens zur Hand gegangen war, saß bei mir unten, nur bei ihr weinte ich losgelöst.

Warum ich das alles heute aufschreibe? Weil ich es heute, 4 Jahre später, nicht ganz verwunden habe, nicht vergessen kann, vielleicht auch nicht vergeben kann, dass man uns alleine gelassen hatte, sie alleine gelassen hatte. Über unsere Grenzen hinaus hatten wir gekämpft, darum, dass meine Großmutter einen würdigen Lebensabend hat, dass sie nicht alleine ist, sich nicht fürchten muss – niemand hatte uns geholfen, nicht einen Moment, nicht mit einem Cent. Der wahre Charakter von Menschen, zeigt sich in solchen Situationen – und sie waren alle charakterlos.

Der Grund warum ich mich aber heute daran erinnere ist, dass ich gestern, auf anraten von Yaya einen Film gesehen habe: Nader und Simin – eine Trennung von Asghar Farhadi, Oskar Nominierungen und ein Golden Globe. In dem Film geht es um das Ehepaar Nader und Simin, darum, dass sie sich trennen wollen, da die Frau Simin auswandern will, Nader sie aber nicht begleiten will, da sein Vater ein Pflegefall ist. Die Geschichte dreht sich um die Trennung, um Widrigkeiten die durch ihre Trennung entstehen, darum, dass gute Menschen auch böses tun usw. Mich aber berührte die Geschichte in der Geschichte. Die Geschichte von Nader und seinem Vater. Und vor allem Simins Worte, gleich in der Anfangsszene beim Gericht, als sie zu Nader sagte:“ Komm doch mit mir ins Ausland, dann lasse ich mich nicht scheiden, dein Vater hat Alzheimer, er merkt doch eh nichts mehr.“

Der Film ist für mich bezeichnend, für den Umgang mit älteren Menschen. Eine Frau verliert in diesem Film im 5. Monat ihr Kind, der Film beschäftigt sich damit, die Menschen sind geschockt, wütend. Das eben diese Frau, Naders Vater ans Bett fesselte, ihn alleine ließ, obwohl es ihre Aufgabe war sich um ihn zu kümmern, er aus dem Bett fiel, bewusstlos wurde, sich verletzte, ist nur eine Geschichte nebenbei, die niemand anprangert. So etwas passiert eben – sie hatte etwas Wichtiges zu tun.

Dieser Film hat mich völlig aufgewühlt, ich habe an Stellen geweint, die vielleicht augenscheinlich nicht berühren, weil ich mich erinnere, an das Desinteresse, das allein sein. Wenn ich Nader ansah, dann fühlte ich mit ihm, seine unterdrückte Wut, sein Stolz seine Frau nicht zurück zuholen, egal wie sehr die Tochter ihn darum bat, alles für mich verständlich.

Nach dem Film schrieb ich Yaya meine Meinung zu dem Film, ich war traurig, wütend, schrieb ihm meine Gedanken, recht zusammenhangslos. Und ich stieß auf Unverständnis. Warum ich über Simin (die Frau) urteilen würde, man könne nicht urteilen. Jeder in diesem Film tue etwas Gutes und etwas Böses. Er fand Erkärungen für sie, für die Anderen und wunderte sich, was ich die ganze Zeit mit dem Großvater habe, da er keine „wichtige“ Rolle sei.

Genau das ist es, sagte ich ihm, dass er keine wichtige Rolle sein sollte, genau das ist das Problem! Das erste Mal seit ich Yaya kenne, sagte er etwas so, für mich dummes und unverständliches, dass ich nicht mehr mit ihm reden wollte. Ich schrieb einfach nicht mehr, er versteht nicht, kann es nicht, will  es vielleicht nicht. Das es so ist, enttäuscht mich, weil er es ist, der Mann den ich für so klug und faszinierend halte, er sieht es nicht. Das erste mal spüre ich Kälte, Abneigung gegen ihn.

Das ist vielleicht unfair, genauso wie es von mir unfair war und ist, meiner Familie insgeheim nicht zu vergeben, nicht zu vergessen – Menschen sind verschieden, jeder handelt aus einem bestimmten Grund heraus, sagte Yaya mir gestern. Vielleicht, aber das ist etwas, dass ich eben nicht sehen möchte – auch aus einem bestimmten Grund heraus.

Ratschlag von Ninjaan an Ninjaan

Vermeide stundenlange Gespräche (egal wie groß deine Freude darüber ist, dass er sich jetzt schon seit Stunden für dich Zeit nimmt!) – denn zwangsläufig fallen in stundenlangen Gesprächen auch mal Sätze, die du lieber nicht gehört/gelesen hättest!

Erkärung:

Yaya: i had turkish girlfriend years ago , maybe thats why i have a trend to tyrkish music. Like ur trend to persian music. 😀 „

Nein, dass will ich nicht wissen – schon gar nicht wenn´s um SIE geht und warum ist sie plötzlich deine Exfreundin? Und jahrelang ist auch leicht übertrieben… Und überhaupt: SHUT UP!

An meiner Reaktion war aber abzulesen was ich davon halte und er lenkte ein, beschwichtigt mich – wow…ich hätte nicht damit gerechnet, ich sollte vielleicht öfter mal leicht „rumzicken“ ?! Aber mir soll´s recht sein „Exfreundin“ oder „Pseyudo Exfreundin“ solange da ein EX vorsteht, is es mir latte -LATTE!

(P.S. Rückkehr verschiebt sich übrigens um 4 Wochen…)

 

Eine Art zu Lieben

Nicht vor und nicht zurück will ich, stehen bleiben, die Zeit anhalten, für einen Moment, einen kleinen Augenblick nur. Und kosten will ich, auskosten, genießen, einatmen, dich,  und die Luft anhalten. Dann will ich dich wieder frei lassen, selbst wieder frei sein, ausatmen, bis zu dem nächsten Moment, dem nächsten Augenblick, der nur für uns geschaffen wäre, für die Liebe die zwischen uns sein könnte.

Nicht ewig still stehen, nicht ewig verweilen will ich, nicht festhalten, sondern loslassen, um zurückkehren zu können, das will ich. Dir mein Alles geben, dazu wäre ich bereit, doch nehmen sollst du mir nichts, so wie auch ich dir nichts nehmen will von deinem Sein. Meine Seele soll dein Innerstes berühren und will berührt werden, aber niemals sollen wir in Besitz nehmen, was nicht mein ist, was nicht dein ist.

Unsere Wege sollen sich kreuzen, sich ineinander winden, sich loslösen ohne sich aus den Augen zu verlieren, du auf deinem und ich auf  meinem Wege. Begleiten, doch weder im Schatten, noch als Schattenspender des Anderen, wie eine frische Brise sollen wir uns streifen, nie ganz dort, niemals ganz fort.

Frei sein, in mir, mit mir, mit dir, das will ich. Die Liebe nicht in einen Käfig sperren, weil ich mich davor fürchte, weil du dich davor fürchtest, weil die Liebe selbst sich davor  fürchtet und die Furcht kein fruchtbarer Boden für die zarten Samen der Liebe ist.

Dich lieben, frei und ungebunden, jede Regel mißachtend, das will ich. Mit dir offen sein, für eine Art der Liebe, wie man sie selten lebt, und unsere Seelen von den Fesseln der Konventionen befreien, das will ich.

Weil ich die Liebe liebe und die Freiheit liebe und weil ich weiss, dass ich dich lieben kann, wie niemanden sonst.

“Let there be spaces in your togetherness, And let the winds of the heavens dance between you. Love one another but make not a bond of love: Let it rather be a moving sea between the shores of your souls. Fill each other’s cup but drink not from one cup. Give one another of your bread but eat not from the same loaf. Sing and dance together and be joyous, but let each one of you be alone, Even as the strings of a lute are alone though they quiver with the same music. Give your hearts, but not into each other’s keeping. For only the hand of Life can contain your hearts. And stand together, yet not too near together: For the pillars of the temple stand apart, And the oak tree and the cypress grow not in each other’s shadow.” (Gibran Khalil Gibran: The Prophet)

Die gespaltene Zunge

Die gespaltene Zunge streichelt eure Seele, wenn ihr mit ihr seid.  Sie bedient sich der Sprache der großen Dichter, sie spricht von dem Bund der Freundschaft und der uneigennützigen, ewigwährenden  Liebe, wie einst Rumi und Hafez.  Ihre Worte sind so süß wie die Verheißungen des Paradieses. Sie nennt euch die schönsten Namen, obgleich sie es nicht vermag eure wahre Schönheit zuerkennen. Und ihr? Ihr labt euch an all diesen Versprechungen, wie kleine Kinder am Lobe ihrer Eltern.

Die gespaltene Zunge, erscheint euch wie ein Spiegel eurer Seele, wenn ihr zu ihr aufseht. Sie vermag es so unaufdringlich euer Innerstes zu erkunden, dass ihr euch vor ihren Augen bereitwillig entblößt und gebt damit preis, was ihr sie schon zu wissen glaubtet. Ihre Berührungen verstärken euer Verlangen nach vollkommener Vereinigung. Sie singt euch in den Schlaf, obgleich sie selbst die Stille der Nacht und des Schlafes nicht erträgt . Und ihr? Ihr versinkt, in Vertrautheit gebt ihr euch, völlig nackt, dem Schlafe hin, wie Liebende, vom Glück berauscht.

Doch wehe euch, ihr, die ihr vor lauter süßen Worten und Gesang, die Anzeichen übersehen habt. Weh euch, seid ihr einer gespaltenen Zunge verfallen. Denn sie spricht zu euch nie vollkommen in Lüge noch in Wahrheit. Doch was Lüge und was Wahrheit ist, trennt das Gute von dem Bösen. Und wie wollt ihr so das Eine von dem Anderen unterscheiden können?

Die gespaltene Zunge offenbart eure Blöße und eure Seele, sobald ihr, ihr den Rücken kehrt. Sie tauscht liebliche Worte gegen die Spitze eines Schwertes, um eure Freundschaft und eure Liebe, zu töten, so wie die Tyrannen, jeder Epoche, ganze Völker, ohne jede Gnade.  Ihr Schlag wird euch in die Knie zwingen, euch zu Boden werfen, ihr werdet Staub kosten. Und erst die Bitterkeit des Staubes, lässt euch das wahre Gesicht einer gespaltenen Zunge erfahren.

25.07.2012

25.07.2012

Ein stinknormales Datum,  ich muss bald zur Arbeit, ein guter Freund von mir hat heute Geburtstag, aber er lebt zu weit weg, um ihn zu besuchen, also werde ich nicht an seiner Feier teilnehmen können.

25.07.2012

Ein Mittwoch, in spätestens einem Jahr werde ich mich überhaupt nicht an diesen Tag, geschweige denn  daran, dass es ein Mittwoch ist, erinnern können, wenn ich dann nicht zufällig mein Blogarchiv durchforste und auf diesen Artikel hier stoße.

25.07.2012

Im Hintergrund läuft Casey Abrahmas „Great bright morning“ – morning ist nicht mehr, aber great und bright schon, jedenfalls für deutsche Verhältnisse, das Thermometer zeigt 29 Grad an!

25.07.2012

Noch 12 Tage bis ich in den Urlaub fliege, weder habe ich meine Auslandskrankenversichernug abgeschlossen, noch bin ich auf alle Eventualitäten vorbereitet – aber macht nichts, ich bin sowieso eine „Alles auf den letzten Drücker Macherin“.

25.07.2012

Heute in genau 7 Tagen ist Yaya´s Praktikum in South Germany beendet. Heute vor genau 7 Monaten war unser letztes (erinnerungswürdiges) Treffen*. Der letzte Kuss war heute vor 7 Monaten.

25.07.2012

Ich bin heute, am Mittwoch den 25.07.2012, mit einem komischen Gefühl aufgewacht, weil Yaya bald zurückkommt, weil die 7 langen Monate um sind. 7 Monate in denen ich glaube ich so ziemlich jede beschxxx Phase des Verliebtseins aka Liebeskummers durchgemacht habe. Ich glaube es waren sogar 7 Phasen:

Phase 1 (Januar 2012)

Yaya geht weg, das war´s! Ich breche einen Streit vom Zaun, damit ich ihn nicht zu sehr vermisse, weil ich ihm nicht sagen kann, dass ich ihn vermisse und ihn nicht vermissen will  und das sowieso nichts, aber auch rein gar nichts ändern würde!

Phase 2 (Februar 2012)

Yaya ist weg, aber er schreibt mir ständig, fragt warum ich nicht antworte, ob ich böse auf ihn bin? Yuhuuu er denkt an mich, vermisst er mich auch? Betrunken ruft er mich nach 2 Wochen im Süden über Skype an… „I want to see u on cam ninjaan…!“ (Ich schmelze)

Phase 3 (März 2012)

Ich vergesse alle Vorsicht, tue Dinge, die ich nie zuvor getan habe, für ihn und weil er mich doch auch vermisst? Wann kriegen wir es endlich hin uns wiederzusehen? 500 km sind doch nicht die Welt oder?

Phase 4 (April 2012)

Das Hochgefühl aus der vorherigen Phase hält an, ich bin verliebt! Und weil ich mir das endlich unumwunden eingestehen kann, schreibe ich es ihm! Eine Mail, mit all meinen Gefühlen für ihn – nicht schnulzig, etwas verpackt, für meine Verhältnisse aber sehr deutlich!

Phase 5 (Mai 2012)

Die Ernüchterung. Yaya empfindet nicht dasselbe –  er zieht sich zurück, mehr und mehr. Ich bin verletzt, suhle mich in meinem Schmerz, schließlich werde ich wütend – der hässlichste Streit überhaupt entfacht zwischen uns.

Phase 6 (Juni 2012)

Verdrängung. Yaya ist mir egal! Ich will gar nicht mit ihm reden! Mir doch egal, ob er weiterhin versucht mit mir Kontakt zu haben. Er hat bestimmt eine Andere! Überall sehe ich versteckte Hinweise – aber es ist mir doch egal – blöder Yaya! Blöde Ninjaan!

Phase 7 (Juli 2012)

Aus Verdrängung wird Traurigkeit wird Freundschaft – wir sind jetzt Freunde. Habe ich jedenfalls beschlossen. Alles ist freundschaftlich – ja, ja ich bin total zufrieden damit! Yaya und Ninjaan sind jetzt nur Freunde!

25.07.2012

Es ist noch immer Juli, aber heute morgen bin ich aufgewacht und spürte den Schweiß auf meiner Stirn – kommst du jetzt zurück Yaya? Und wenn ja, sehen wir uns dann? Und wenn wir nur Freunde sind, warum macht mir der Gedanke, du könntest zurück kommen und mich nicht sehen wollen, solche Angst? Und wenn wir Freunde sind, warum können wir dann nicht mal ungezwungen was miteinander unternehmen?

25.07.2012

Ein ganz normaler Tag, aber er fühlt sich nicht so an, hört sich nicht so an, schmeckt nicht, riecht nicht so. Im Hintergrund vernehme ich ein leises Ticken, der Countdown läuft, bald ist er zurück  – aber was heisst eigentlich zurück? Zurück hat für mich keine Bedeutung, solange er nicht zurück zu mir kommt und jeden Abend wenn wir miteinander schreiben warte ich auf den Moment, auf diesen einen Satz: “ I am coming back ninjaan!“ – Aber er sagt ihn nicht, weil er, davon gehe ich aus, weiß, was dieser kleine Satz für mich bedeuten würde…

 

 

 

* (Das stimmt so nicht ganz, heute vor 7 Monaten und 4 Tagen war eigentlich unser letztes Treffen, aber das war nicht erinnerungswürdig, obwohl es wohl das Treffen ist, an das ich mich im Grunde am besten erinnern kann – aber dazu irgendwann mehr in der Retrospektive!)

Ninja Grandma!

Ja, ja ihr lest schon richtig! Ninjaan ist anscheinend ne Oma…oder besser gesagt alt…oder besser gesagt sieht alt aus!

Also ich frage mich manchmal wirklich was in die jungen Männer von heute gefahren ist? Waren die schon immer so in dem Alter? Ich kanns mir nicht vorstellen…ich erinnere mich noch daran, dass Männer (oder Männlein) Anfang 20 ziemlich charmant waren, aber gut, damals war ich ja auch erst Anfang 20…vielleicht lag´s daran?

Ich stelle aufjedenfall keine jungen Männer mehr ein, echt nicht. Ständig bringen die solche Brüller, bei denen ich nicht weiss, ob ich lachen oder weinen soll!

Gestern schleppte mein Kollege „Eule“ nen Bekannten an, der noch 50 Arbeitsstunden abzuleisten hat, eigentlich sind wir mit B. ganz gut versorgt, aber da ich mich sonst über zu wenig Personal beklage und es auch noch ein Kumpel der Eule ist, habe ich mich breitschlagen lassen. 24 Stunden später schon frage ich mich, ob ich ihm nicht eher nen Arrest gegönnt hätte? Da sitzt der gute, der übrigens 50 Arbeitsstunden wegen Widerstand gegen die Polizei bekommen hatte, über seinen Chemie Büchern (gab nicht viel zu tun heute) und fragte mich beiläufig, ob ich mal als Kindergärtnerin gearbeitet hätte. Ich hielt das für nen Witz, weil ich gerade nen kleinen Jungen geärgert hatte und in diesem Moment eher nicht so aussah, als hätte ich irgendwelche pädagogische Erfahrung mit diesem Klientel.

Da sagt er allen Ernstes zu mir: „Neee, aber ich dachte du warst vielleicht meine Kindergärtnerin damals.“

BITTE WAS???? Junge, ich bin nicht mal 10 Jahre älter als du! Wie um alles in der Welt soll ich deine Kindergärtnerin gewesen sein????

Es folgte nur sinnloses Gestammel. Ist doch echt unfassbar! Vielleicht sehe ich nicht aus wie 20 – aber gleich als wäre ich jenseits der 40??? Ich glaube echt ich spinne – der kann jetzt erstmal die nächsten Wochen Toiletten bei uns putzen! (B. freut sich schon, der stand nämlich eigentlich oben auf der Liste für die Drecksarbeit.)

Liebe Grüße

Ninjaan die Oma 😉

Ninja Mood (Ein Beispiel)

Bekanntlich  leide ich ja unter einem leichten „Ninja Wahn“. Das hat nicht nur zur Folge, dass ich alles was mit Ninja´s zu tun hat toll finde, Ninja Bilder sammele, mir nichts sehnlicher als so eine kleine Ninja Puppe wünsche und mein Auto für ein Ninja Mobil halte, es geht sogar so weit, dass ich zeitweise in einen „ninja mood“ umschalte, sprich, ich habe einen Kampf Modus. Das führt hin und wieder zu kleinen Auseinandersetzungen mit den Menschen in meinem Umfeld (vornehmlich mit Yaya), ist aber eigentlich nicht weiter dramatisch, da diese Menschen mich ja kennen (und Yaya einen eigenen Ninja mood hat!).

Überkommt mich  der Ninja mood allerdings einmal bei fremden Personen, können daraus aberwitzige und im Grunde fast peinliche Situationen entstehen – so wie letzte Nacht:

Phase 1 Ninja mood:

Römmel und ich kommen gerade aus einem Club, es ist kalt, wir werden von zwei Typen vollgequatscht, die glauben Bangladesch wäre die Hauptstadt von Indien (Merke: Männer aus Clubs sind meist wirklich nur interessant solange sie tanzen und dabei schön die Klappe halten…). Ich spüre den Ninja mood – die Typen nerven, ich friere und ich habe den Weg zu meinem Auto vergessen (andere Stadt)!  Es kribbelt in mir, meine Augen verkleinern sich – die Typen bemerken meine „Transformation“ anscheinend und verabschieden sich mit der Anmerkung „Wir nerven euch wohl!?“

Phase 2 Ninja mood:

Nach 15 Minuten durch das Rotlichtviertel irrend sehen wir endlich mein Auto, das Kribbeln hatte noch nicht nachgelassen, ich bin noch in Phase 1, glaube aber diese im warmen Auto gleich überwinden zu können  – weit gefehlt! Mein Auto! Ein Strafzettel und viel schlimmer: Mein Scheibenwischer steht schief vom Auto ab! Meine Augen sind nun nur noch kleine Schlitze, ich laufe zum Auto, das Kribbeln verwandelt sich in eine Lawine die meinen Körper durchströmt! Wütend lasse ich einige Schimpftiraden ab, beäuge jeden Passaten argwöhnisch und maule schließlich auch Römmel an. Die versucht mich zu beschwichtigen, ist aber relativ hilflos – sie kennt den Ninja mood nur zu gut.  Dann erblicke ich etwa 50 m von uns entfernt einen Polizeiwagen…

Phase 3 Ninja mood:

Mit dem Strafzettel bewaffnet stürme ich auf den Polizisten zu (junger Typ, höchstens 24), der gerade auf einen älteren Mann einredet. In Phase 3 des Ninja moods vergesse ich jede Höflichkeitsregel, was interessiert mich was der alte Mann angestellt hat? Mein Ninja Mobil ist beschädigt! Ich falle dem Polizisten ins Wort und fange gleich an wütend auf ihn einzureden:

Ninjaan: „Haben Sie mir diesen Strafzettel verpasst?“ Mein Auto! Mein Auto ist beschädigt!!!“ 

Polizist: „Ihr was? Ja..nein…einen Moment bitte ich muss hier…“

Ninjaan: „Sie MÜSSEN jetzt erstmal mit zu meinem Auto kommen!“ 

Polizist: „Ja, gleich junge Frau, ich muss hier den Mann…

Ninjaan: „Dann schicken Sie mir gefälligst Ihren Kollegen! Mein Auto ist beschädigt worden und sie stehen hier einfach rum!“

Der Polizist starrt mich entgeistert an, bemerkt dann, dass der alte Mann versucht sich weg zu zuschleichen und läuft im hinter her, nicht ohne mir ein beschwichtigendes Handzeichen zu geben – in Phase 3 des Ninja moods hilft das aber nicht mehr wirklich.

Wütend drehe ich mich zu Römmel um, die sich gerade gemütlich eine Zigarette angezündet hat (sie kennt mich wie gesagt gut)  lasse noch einige Schimpftiraden auf die Polizei los und warte dann…(Warten ist allgemein böse…im Ninja mood allerdings fatal…)

Phase 4 Ninja mood:

Mit jeder Minute die mich der junge Polizist warten lässt, steigert sich meine Wut, aus der Lawine ist ein wahrer Tornado geworden, der jetzt in mir wütet. Als nach einer gefühlten Ewigkeit der Polizist zu mir zurückkommt, bin ich kurz vor der Explosion.

Ninjaan: „Na endlich! 

Polizist: „Ja, was ist denn passiert?“

Ninjaan:“ Was passiert ist? Sie geben mir einen Strafzettel, ok! Aber mein Auto ist jetzt beschädigt und SIE waren offensichtlich an meinem Auto!!!“

Polizist (geschockt):“ Ja, aber wir haben doch nicht ihr Auto kaputt gemacht….“

Ninjaan: „Ach nein? Das würde ich jetzt auch sagen! Wie kann dann sowas passieren? 50 m entfernt steht ihr rum und irgendjemand vergreift sich seelenruhig an meinem Auto? Das ich im Halteverbot stehe habt ihr ja komischerweise auch gesehen!!!!“ 

Polizist: „Aber ich bitte Sie! Wir haben doch nicht…. Zeigen sie mir erstmal was passiert ist.“

Wir gehen zu meinem Auto und ich deute wütend auf den abstehenden Scheibenwischer.

Polizist: “ Wo war denn der Strafzettel?“

Ninjaan: „An meinem Auto! Wo sonst? Oder denken sie ich suche mir jetzt noch extra einen Strafzettel von nem anderen Auto??“

Polizist: „Nein, aber sie stehen im Halteverbot…“

Ninjaan: „Muss man deswegen mein Auto beschädigen???“

Polizist: „Wir waren das  nicht! Sie sind hier am XY! Schauen sie sich mal um! Hier passiert sowas ständig!“

Ninjaan: “ Und WOFÜR bitte seid ihr dann da?

Polizist: „Wir können ja unsere Augen nicht überall haben… Sie können das als Sachbeschädigung auf der Wache hier vorne anzeigen…“

Ninjaan: “ Da soll ich jetzt auch noch hinlaufen oder wie? (an Römmel gewandt, die mit leicht amüsiertem Grinsen neben uns steht): Wo ist die denn?“

Römmel: “ 5 Minuten von hier etwa!“

Während Römmel mir den Weg erklärt, wobe ich nicht wirklich zuhöre ergreift der Polizist plötzlich wieder das Wort.

Polizist:“ Was ist denn überhaupt mit dem Scheibenwischer? Haben sie den schon mal wieder runtergeklappt?“

Römmel und ich sehen uns an, sie ist es schließlich, die den Scheibenwischer runterklappt…ups!

Polizist: „Na sehen sie? Der war doch gar nicht kaputt! 

Ninjaan: Hm, hm.

Zurück in Phase 1 Ninja mood (gepaart mit einem Anflug von Scham)

Polizist: „Wer von Ihnen beiden wird denn jetzt noch fahren?“

Entgeistert sehen Römmel und ich ihn an.

Back to Phase 4 Ninja mood:

Ninjaan: „Was soll das denn? Wir sind doch nicht betrunken!“

Römmel: „Wir trinken nicht!!!!!!

Ninjaan: „Soll ich jetzt pusten oder was???“

Polizist: „Nein..ehm…man wird ja wohl doch noch mal fragen dürfen…“

Ninjaan: „Aber nicht sowas! Als wenn wir betrunken wären!“ 

Der Polizist schüttelt verzweifelt den Kopf und geht.

Ich halte Römmel die Tür auf und lasse mich danach neben sie ins Auto fallen.

Ninja mood OFF

Römmel: „Meine Güte wie peinlich! Du machst voll die Randale hier!“ (lacht)

Ich krame mein Handy aus dem Seitenfach, zucke mit den Schultern.

Ninjaan: „Man, ich dachte wirklich mein Auto ist kaputt! Das sah doch so aus! 

Römmel: „Der arme Polizist!“ 

Ich erwidere nichts und öffne Whatsapp, ich habe 4 neue Nachrichten.

Ein Bekannter aus Hannover:

„Haha! Du hast nen Strafzettel!“

Entgeistert starre ich auf das Display und wähle dann seine Nummer. Verschlafen geht er ans Telefon.

NInjaan: „ Du Vogel! Hast du meinen Scheibenwischer hochgeklappt?“

Bekannter: „Haha, ja man! Warum?“

Ninjaan: „Bist du verrückt? Ich dachte der wäre kaputt!“

Bekannter: „Sorry, aber ich habe dein Auto gesehen und musste das einfach machen. Warum stehst du überhaupt im Halteverbot?“

Ninjaan: “ Vergiss das blöde Halteverbot! Ich habe die Polizei angemault wegen dir!!“ 

Bekannter: „Maaaaaan, Ninjaan, warum das? Haben die dich nicht mitgenommen? Also ich hole dich da nicht raus!“ 

Ninjaan: „Blödmann! Nein haben sie nicht!“

Bekannter:“ Na dann haste ja Glück gehabt! Dann ist doch alles cool.“ (Lacht)

Ninjaan: „Wenn ich dich erwische!“ 

Römmel fasst mir beruhigend auf die Schulter: „Genug ninja mood für heute!“. 

Ich glaube ich muss noch ein wenig an mir arbeiten – ein älterer Polizist hätte sicher nicht so mit sich reden lassen…

 

Rache ist süß…

…oder bitter, je nachdem aus wessen Perspektive man es betrachtet.

Ich bin eigentlich nicht so die Rächerin, ich halte nicht viel von dem „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ Prinzip. Wenn mich etwas stört explodiere ich, sage meine Meinung und belasse es dann dabei. Ich schmiede keine Pläne um jemandem etwas heimzuzahlen oder jemandem etwas im gleichen Maße zurückzuzahlen, das ist mir zu umständlich, zu falsch und vor allem bin ich einfach zu impulsiv dafür.

Ich bin eigentlich auch nie Opfer einer Rache geworden, wahrscheinlich nehme ich mit meiner impulsiven Art den Leuten die Lust daran oder aber besser, ich zwinge ihnen damit eine direkte Konfrontation auf. Nur einmal, da wollte mir eine, von mir fälschlicherweise als „Freundin“ bezeichnete, Bekannte, etwas heimzahlen (die Ungerechtigkeit fand allerdings nur in ihrem Kopf statt!!) und sie schaffte es meine 1. große Liebe ins Bett zu kriegen, als wir gerade 2 Wochen Funkstille hatten. Ich konfrontierte sie direkt und beließ es dann dabei, ebenso bei dem Mann um den sich alles drehte. Keinem der Beiden wollte ich etwas heimzahlen oder einen auswischen. Das wäre mir damals ein Leichtes gewesen, aber es war, ist einfach nicht meine Art so etwas zu tun – also ließ ich es.

Warum ich auf dieses Thema komme? Nun, B. ist gerade dabei mir mit aller Macht eins auswischen zu wollen – sei es sein Verhalten oder seine Worte, in den letzten Tagen ist er da recht kreativ gewesen, aber heute hat er eindeutig den Vogel abgeschossen und wahrscheinlich sitzt er jetzt zuhause, reibt sich die Hände und lässt sich den süßen Geschmack der Rache auf der Zunge zergehen, während ich hier sitze und versuche den bitteren Nachgeschmack mit Kaffee und Zigaretten los zuwerden.

Wir arbeiten ja nun wie gesagt eine zeitlang zusammen, deswegen sehen wir uns zwangsläufig so ziemlich jeden Tag, da ist es natürlich schwer auf Abstand zu gehen, um mein Vorhaben aber nicht zu vergessen, um ihn zu vergessen und das alles zwischen uns zu beenden, hatte ich ihm eine zeitlang von Yaya vorgeschwärmt, davon wie wundervoll er ist und wie sehr ich in ihn verliebt bin ( das ist nicht gelogen, nur etwas überzogen, aber taktvoll war es nicht – doch der Zweck heiligt schließlich die Mittel, jedenfalls meistens!). Ich tat dies solange, bis B. platzte und meinte, er würde mich nicht mehr wollen und er hätte verstanden – gut, dachte ich.

Gut war´s aber nicht, denn dann begann er seine Spielchen. Ein hin und her entstand, mal suchte er Nähe, so lange bis ich mich kaum noch dagegen sträuben konnte, nur um mich dann wieder von sich zu stossen.

Das geht seit Tagen, fast Wochen so. Ich bleibe ziemlich stark, treffe mich nicht mit ihm, rede ihm ins Gewissen… Aber leicht ist es nicht, wobei es eigentlich doch leichter wird, da er seine Arxxloch Rolle gerade perfektioniert.

Und um der Perfektions Willen, kündigte er mir heute an, dass seine Ex-Ex Freundin (also die vor mir) zu Besuch auf die Arbeit kommen würde, mit Sohn (seinem Sohn). Mir fiel fast die Kinnlade runter. Warum? Nun ja, dazu muss ich sagen, dass sie schon damals ein rotes Tuch für mich war. Sie war 4,5 Jahre seine Freundin, ist die Mutter seines Sohnes und beide waren nicht lange getrennt als wir uns kennenlernten. Es fiel mir immer schwer damit umzugehen, ich kam mir häufig wie die Nr. 2 vor (sollte eigentlich mein 2. Vorname werden…Ninjaan die ewige Nr.2). Und ausgerechnet sie sollte heute kommen…zu mir auf die Arbeit…an einen Ort, den ich nicht verlassen kann und ich ahnte schon, dass mich eine filmreife Show erwarten würde.

Die bekam ich tatsächlich!

Um kurz vor 20 Uhr fragte B. mich plötzlich ob wir noch bis 21 Uhr geöffnet haben würden oder jetzt schon dicht machen (es war ein Fußballspiel in der Stadt und das Jugendzentrum wie leer gefegt). Ich zuckte mit den Schultern und meinte, dass wir eigentlich schließen könnten. Er verschwand kurz mit dem Telefon und kam dann grinsend zurück:“ Das geht leider nicht, SIE kommt jetzt mit meinem Sohn! Sie ist schon unterwegs!“ BITTE? Ich muss also länger auf lassen??? 2 Minuten später betrat sie das Jugendzentrum, würdigte mich erstmal keines Blickes (ich weiss nicht, ob sie weiss wer ich eigentlich bin…aber ich kam mir schon etwas bescheuert vor!) und die Show á la „Eine himmlische Familie“ begann. Ich war dankbar einen Jugendlichen an meiner Seite zu haben, der mich unterhielt und mich davon abhielt die 3 entgeistert und verletzt zu beobachten. 25 Minuten ging das Schauspiel, dann wollten sie alle zu McD. und wie selbstverständlich begann B. das Jugendzentrum zu schließen!!! Neee, ist klar! Er entscheidet jetzt wann wir schließen!!!

Vor der Tür wünschte ich allen ein schönes We, nun wand sie  sich doch an mich, lächelte und wünschte mir ebenfalls eines. Er warf mir einen, wie ich das hasse, MITLEIDIGEN Blick zu und sagte nur: „Schönes WE, ich melde mich dann!“

Mit quietschenden Reifen bin ich davon und ärgerte mich, über ihn, über mich selbst! Ich hatte meine Verletzung deutlich gezeigt! Ich hätte das überspielen müssen, aber ich kam mir so blöd vor. Der Mann ist verheiratet und schleppt nun seine Ex an, damit ich mich noch blöder fühle??? Ja, Ninjaan, du bist nicht mal Nr.2!!! Ich habs verstanden und ja B., du hast es geschafft, du hast mich getroffen, aber so richtig! Ich fühle mich vorgeführt, bescheuert.

Es geht hier nicht um Eifersucht, nicht um zurückgewiesene Liebe, er war mein Freund, mein toller, toller Exfreund, den ich so hochgelobt hatte. Ich war schwach geworden, ja, aber ich wollte nur das Beste für uns alle, als ich es auf eine „fragwürdige“ Weise zu einem Ende brachte – er will nur verletzen.

Wie viel noch? Ich habe den Schatten deiner „Super Exfreundin“ und Mutter deines 1. Sohnes „ertragen“ als wir ein Paar waren, ich habe dich gehen lassen, als du heiraten solltest und dir gezeigt wie viel du mir nach all den Jahren bedeutest, als du zurückgekommen bist – und das kriege ich jetzt dafür?

Ich bin so ungerne die Dumme…aber diesmal, ja diesmal Ninjaan, hast du dir das selbst eingebrockt! Was lasse ich auch solche Spielchen mit mir treiben! Nichts bleibt wie es war und er ist nicht mehr der, der er mal war, ich weiss das und wollte es doch weiter verdrängen und weiter in ihm etwas sehen, was nicht mehr existiert – dumme, dumme Ninjaan!

Aber weil ich keine Rächerin bin, schmeisse ich ihn nicht aus dieser Maßnahme, was ich locker, ohne Angabe von Gründen könnte – das würde ihm eine saftige Geldbuße einbringen – ich lasse ihn weiter machen. Denn etwas schmeckt noch besser als aktive Rache: Der Blick in den Spiegel, mit der Gewißheit, niemandem mit böser Absicht geschadet zu haben!

Retrospektive November 2011 Teil II

Der gesamte November war chaotisch, starke Erkältung mit Fieber, Hexenschuss, Umzug und dann noch du. Du, du, du, neben meinem Job gab es fast nur noch dich, tagsüber hier und da eine Sms, abends bei Skype und nachts in meinen Träumen. Meine Welt bestand aus dem neuen Job, den ich wirklich liebte (und mir immer gewünscht hatte!) und dir, Yaya, den ich mit aller Kraft versuchte nicht zu lieben.

Wir hatten bereits ein Treffen geplant, aber es ging mir schlecht, ich hatte Fieber, Bauchschmerzen und sah aus, als hätte mich ein LKW geküsst. Also bat ich dich einen Tag vorher, das Treffen verschieben zu können, da es mir schlecht ginge. Ich dachte du würdest das einfach abnicken und mir gute Besserung wünschen. Aber stattdessen schreibst du mir eine Sms, dass es dir leid tue und ob ich irgendetwas brauchen würde? Ich halte das noch immer für einen Scherz und sage dir, dass ich, hätte ich nicht solche Bauchschmerzen, Lust auf ein persisches 3 Gänge Menu hätte. Darauf bekomme ich keine Sms zurück, aber eine Nachricht bei Skype. Du fragst mich tatsächlich, ob du kommen sollst, weil du weisst, wie blöd es ist, krank und alleine zu sein und dass du mir wirklich etwas kochen könntest, allerdings kein persisches 3 Gänge Menu, weil du dafür keine Zutaten hast (es war schon spät Abends). Ich bin ziemlich überrascht und sage dir, dass ich eigentlich gerade bei meiner Mutter bin und auch dort schlafe. Deine Enttäuschung schwingt mit deinem „Aha…ok ninja. That´s good, stay with mami than…“ mit. Für einige Minuten sagen wir beide nichts, ich breche das Schweigen, versuche lustig zu sein und sage dir, dass ich sowieso furchtbar aussehe und du dich nur erschrecken würdest. „Since when am I that superficial ninjaan? U are sick, guess u look like u are, that´s normal!” Natürlich will ich dich auch sehen und natürlich weiss ich, dass du nicht oberflächlich bist, aber ich sehe wirklich schlimm aus! Du aber bleibst hartnäckig und so treffen wir uns mitten in der Nacht am Bahnhof, um zu mir nachhause zufahren.

Du bist ins Auto gestiegen, hast mir über´s Haar gestrichen und mir einen Kuss auf den Kopf gegeben. Zuhause hast du Rührei gemacht, mehr hatte ich nicht, und Tee. Wir haben auf dem Bett gelegen und gegessen, geredet, gelacht und irgendwann wolltest du mich küssen. „I am sick, u will get sick too Yaya!“ – „Don´t worry about me Ninjaan!“ 

Wieso schaffst du es, mir selbst in solchen Momenten das Gefühl zu geben schön zu sein, ohne etwas zu sagen? Komplimente sind nicht dein Ding, aber das machst du mit deinen Blicken, deiner Art mehr als wett. Es bleibt nicht bei einem Kuss und tatsächlich fühle ich mich in dieser Zeit, weder krank noch abscheulich – im Gegenteil, ich fühle mich schön, gesund und stark – wie immer mit dir.

Erschöpft liegen wir irgendwann nebeneinander, mein Kopf auf deiner Brust und sanft streichelst du mir durchs Haar. Wieder will ich aufstehen, um mich zu duschen, und wieder lässt du mich nicht. „Stay joonam, don´t get up now, everything is right the way it is!“ Erschöpft lasse ich mich wieder in deinen Arm fallen, gebe dir noch einen Kuss auf die Wange, sehe das Lächeln, das sich auf deinen Lippen abzeichnet und schlafe sofort ein. Wir erwachen am nächsten Morgen in der selben Position in der wir eingeschlafen sind, du hast dich nicht gerührt, den Arm nicht von mir genommen und jetzt als wir aufwachen drückst du mich als erste noch etwas fester an dich und fragst mich,  ob ich mich besser fühle. Ich nicke nur und denke darüber nach, dass du wohl die beste Medizin für mich bist, weil ich mich tatsächlich kaum noch krank fühle…

Es geht voran

Na bitte! Immerhin etwas! 🙂

Nachdem mein Versuch auszuwandern daran gescheitert ist, dass ich einfach keine Zusage bekommen habe (die sind alle blöd 😦 ) Versuche ich mein Glück nun hier. Neben zahlreicher (Job-) Bewerbungen bundesweit, versuche ich eine Zulassung zur Promotion zu bekommen, der Termin für das Vorgespräch ist am 01.08. (bitte alle Daumen drücken!). Zur Sicherheit habe ich mich allerdings noch um einen Masterstudienplatz beworben (mit FH Diplom ist es nicht so leicht zu promovieren, egal wie gut der Abschluß ist…) und tadaaa, ich habe ihn bekommen! Sollte mein Vorgespräch also schief laufen, die Professorin mich doof finden und mein Thema ebenfalls, habe ich noch die Hoffnung durch einen Master irgendwann mal zu einer Promotion zugelassen zu werden – ich gebe die Hoffnung nicht auf. Wenn ich jetzt noch einen guten Job finde (meine Vorgängerin wird tatsächlich zu 90% im Oktober zurückkommen wollen…) ist die Zukunft erstmal in trockenen Tüchern!