Retrospektive Dezember 2011: Das letzte Treffen Teil II

„ Vaghty minevisam azam kam nemishe dard

…..

Vaghty minevisam raavi dardam

Vaghty minevisam fattehe donia ” 

(Wenn ich schreibe, vermag dies nicht meinen Schmerz zu lindern – … – Wenn ich schreibe, dann erzähle ich dir davon – Wenn ich schreibe, bin ich der König dieser Welt) Yaya´s Song

Dein Zug hatte Verspätung und ich somit mehr Zeit mich auf unser Zusammentreffen einzustellen. Noch einmal durchatmen, noch einmal die Mauer höher ziehen. Da kommst du schon…3 -2-1 Lächeln!

Ich öffne dir von innen die Türe, mit einem Satz lässt du dich neben mich fallen und umarmst mich überschwänglich. „Sorry, ninjaan! Vallah Sorry! Can u forgive me Topoli?“  Ein Kuss auf die Wange, der, hätte ich nicht meinen Kopf zur Seite gedreht, ein Kuss auf den Mund geworden wäre. Alles ist gut versichere ich dir und setze das Auto rückwärts aus der Parklücke. Du hebst skeptisch eine Augenbraue. Nichts ist ok, sagst du. Ich widerspreche dir, setze ein falsches Lächeln auf. Du siehst aus dem Fenster:“ Is it so hard, just to say it?” – “I don´t know what u are talking about! Everything is fine, we are going to record tonight. What´s your problem now?” Du schüttelst den Kopf und schweigst, die gesamte Autofahrt, ich rede, und rede, ununterbrochen, je mehr ich rede, desto mehr ich dir vorspiele wie egal es mir ist, dass du meinen Tag vergessen hast, umso verstimmter wirst du.

„U want to keep this show for the rest of the evening?” 

Ich sehe dich verständnislos an und schließe das Studio auf, fahre den Pc hoch und rede weiter über die freien Tage, den Song meiner Jugendlichen, die Software irgendwann dann drehe ich mich doch zu dir um, weil ich deinen stechenden Blick spüre. Du sitzt auf dem Sessel gegenüber von mir und siehst mich an. Ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken, dein Blick ist so durchdringend, dass ich ihm kaum standhalten kann und automatisch meine imaginäre Wand noch ein wenig höher ziehe.

Ich lächel und frage dich, ob du den ganzen Abend so grummelig rumsitzen willst? Dein Blick verfinstert sich, du schüttelst den Kopf. „Are u happy like this? Does it feel good to keep everything inside? Can´t u just, one time in ur life, stop being a runaway?” Ich spüre die Wut in mir hochkochen, meine Mauer bekommt Risse. Demonstrativ ziehe ich mir einen Stuhl heran und setze mich dir gegenüber. Immer noch betont cool frage ich dich, was du genau von mir möchtest und worüber du reden möchtest und noch viel mehr will ich wissen, warum wir nicht einfach aufnehmen können, wie wir es geplant hatten?

Du wendest deinen Blick von mir ab, schüttelst den Kopf, ich erkenne darin eine Verächtlichkeit, die meine Mauer endgültig einstürzen lässt. Der Gefahr nicht gewahr, fragst du mich noch einmal, warum ich es nicht einfach aussprechen kann und warum ich glaube, er wäre so ignorant nun etwas aufzunehmen? Es explodiert in mir, wütend erhebe ich mich von dem Stuhl und sehe nun, mit einer ähnlichen Verachtung auf dich, im Sessel sitzend, herab.

 „U think u hurt me? U really think u are someone who is able to break my heart? Let me tell u something Yaya: U ARE NOT! I don´t care if u care or not. It was just impolite and wether do I need ur excuses nor ur explanations! I simply don´t care! I give a shit!”

Mit einem Ruck erhebst du dich aus dem Sessel und stehst für den Bruchteil einer Sekunde ganz nah vor mir, dann senkst du den Blick, nimmst dir eine Zigarette und gehst vor die Tür. Ich folge dir, versuche, selbst überrascht von meinem Gefühlsausbruch, der so nicht geplant war, so nun wirklich nicht, einzulenken. Ich bitte dich reinzukommen, mit mir den Song aufzunehmen, nicht zu streiten, weil es sowieso egal wäre, weil alles egal ist und wir uns nichts schulden. Wenige cm stehst du vor mir und siehst mich an, ich kann in deinen Augen nicht lesen was du denkst und so weiche ich deinem Blick aus.  Du schüttelst den Kopf, verziehst dein Gesicht zu einem Grinsen und setzt noch einmal an, diesmal schwingt eine ungeahnte Härte in deinen Worten mit, wie ich sie selten erlebt habe.  Ich würde das immer machen, weglaufen, vor mir selbst, meinen Gefühlen und ich würde denken, es würde niemanden interessieren, aber das Problem seien nicht die Anderen, sondern ich selbst, meine Art, mein Schweigen. Genervt wende ich mich von dir ab, noch während du all diese Worte zu mir sagst.

„I did it on purpose!“

Ein Blitz durchfährt meinen Körper und ich bleibe, mit dem Rücken zu dir in der Tür stehen. „I know Yaya, I knew it before…“  

Schweren Schrittes kehre ich zurück ins Studio und lasse mich auf den Sessel  fallen, weil ich Angst habe, die Beine könnten mir versagen, weil ich Angst habe, ich könnte einfach zusammenbrechen…

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Ein Kommentar

  1. Ich♥Dich · August 13, 2012

    Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, als wären bei euch die Rollen genau andersherum. Er hat so einen zickigen „Lass und reden“-Ton an sich und kam damit klischeehaft weiblich rüber. Mit deinem Verhalten hast du mich an einen typischen Mann erinnert. Nicht zeigen, was man denkt und fühlt, alles überspielen….
    Ich glaube, beide Seiten waren nicht wirklich kompromissbereit und so konnte es nur krachen.
    Andererseits hatte es auch so eine Filmatmosphäre. Im Hinterkopf war immer ein: Steht ganz nah beieinander, guckt euch tief in die Augen und dann küsst euch, obwohl ihr wütend seid!
    Ich bin wirklich so auf euer nächstes Treffen gespannt.

    Ich verstehe aber nicht, warum er dir mit Absicht nicht gratuliert hat? Warum war er so herzlos?

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