Happy Birthday Ich♥Dich!

Heute ein Geburtstagsgruß für meine liebe Freundin Ich♥Dich!

Ich wünsche dir nur das Allerbeste und ein wundervolles neues Lebensjahr! Ich bin so froh dich hier kennengelernt zu habe, alleine dafür hat sich dieser Blog schon gelohnt!

Von der Freundschaft

Euer Freund ist die Antwort auf eure Nöte
Er ist das Feld, das ihr mit Liebe besät
und mit Dankbarkeit erntet.
Und er ist euer Tisch und euer Herd
Denn ihr kommt zu ihm mit eurem Hunger,
und ihr sucht euren Frieden bei ihm.
Wenn euer Freund frei heraus spricht,
fürchtet ihr weder das „Nein“ in euren Gedanken,
noch haltet ihr mit dem „Ja“ zurück.
Und wenn er schweigt,
hört euer Herz nicht auf,
dem seinen zu lauschen;
Denn in der Freundschaft werden
alle Gedanken, alle Wünsche, alle Erwartungen
ohne Worte geboren und geteilt,
mit Freude, die keinen Beifall braucht.
Wenn ihr von eurem Freund weggeht, trauert ihr nicht:
Denn was ihr am meisten an ihm liebt,
ist vielleicht in seiner Abwesenheit klarer,
wie der Berg dem Bergsteiger von der Ebene aus klarer erscheint.
Und die Freundschaft soll kein anderen Zweck haben,
als den Geist zu vertiefen.
Und laßt euer Bestes für euren Freund sein.
Wenn er die Ebbe eurer Gezeiten kennen muß,
laßt ihn auch das Hochwasser kennen.
Denn was ist ein Freund, wenn ihr ihn nur aufsucht,
um die Stunden todzuschlagen?
Sucht ihn auf, um die Stunden mit ihm zu erleben.
Denn er ist da, eure Bedürfnisse zu befriedigen
nicht aber eure Leere auszufüllen.
Und in der Süße des Freundschaft laßt Lachen sein
und geteilte Freude.
Denn im Tau kleiner Dinge
findet das Herz seinen Morgen und wird erfrischt.
(Khalil Gibran)
Schön, das es dich gibt!
Advertisements

S – M – S : Save my soul!

Jemand, bitte, jetzt und wenn nicht jetzt, dann aber schnell, so bald wie möglich, am Besten allerdings sofort!

Der Kontakt mit Roro läuft ganz gut, er hat mich endlich gefragt, ob wir uns sehen können. Ich freue mich darüber, wirklich. Doch heute Morgen sehe ich ein Bild von Yaya…und alles kommt zurück und ich merke, dass ich noch weit davon entfernt bin, über ihn hinweg zu sein, meilenweit.

Bin ich überhaupt bereit jemanden anderen kennen zulernen? Jemand anderes in mein Leben zu lassen? Aber andererseits – wie sonst sollte ich es langsam mal überstehen? Wie sonst? Wenn nicht durch jemand anderes, der mir beweist, dass es mehr gibt als das, das auch jemand anderes wundervoll sein kann und faszinierend und wertvoll für mich?

S-O-S —-someone please save my soul…

Was ich erwarte

Nach einem langen Gespräch mit meiner besten Freundin gestern Abend, dem üblichen „Was wollen Männer eigentlich“ Palaver kamen wir zu dem Punkt an dem wir feststellten, dass es viel mehr darum gehen sollte was WIR eigentlich wollen. Was erwarten wir von einem Mann, mit dem WIR bereit sind unser Leben zu teilen?

Während ich gestern Abend vergeblich auf ein Lebenszeichen von Mr. Roro gewartet habe (das kam dann nachts um 2 Uhr – sorry, da schlafe ich!) hatte ich genügend Zeit mir darüber Gedanken zu machen, was ich eigentlich will und was genau ich von einem Mann erwarte.

1.) Ein gesundes Maß

Ein gesundes Maß ist für mich in allen Lebensbereichen wichtig, ich mag keine Extreme, in keiner Hinsicht. Das beginnt schon mit dem Kennenlernen. Ich erwarte weder den ganzen Tag mit Nachrichten und Telefonaten bombadiert zu werden, noch warte ich gerne 12 Stunden auf irgendeine Reaktion/Antwort. Das Eine erdrückt mich, das Andere vermittelt mir, ob nun gewollt oder nicht gewollt, Desinteresse und vorallem verhindert es, m.E. den Kontakt auf Augenhöhe. Ich antworte sobald ich kann, ich glaube ich habe noch niemals 12 Stunden gebraucht um zu antworten (12 Stunden sind hier nur ein Beispiel). Das gesunde Maß ist auch in einer Beziehung wichtig, ich möchte keinen Mann der sich für mich aufgibt, nur noch für diese Beziehung lebt, aber auch keinen Mann, für den die Beziehung zu mir eine Nebensächlichkeit darstellt. Ein gesundes Maß an Aufmerksamkeit und Interesse ist für mich unverzichtbar. (Im Übrigen halte ich mich natürlich selbst an diese Regeln, ich bombadiere niemanden mit Nachrichten, überschütte niemanden mit meinen Gedanken, zeige aber Interesse oder vermittele eben Desinteresse in einer angemessenen Form. Ebenso ist ein Partner für weder der einzige Lebensinhalt oder nur eine Randerscheinung, was ich mir wünsche bin ich auch bereit zu geben!)

2.) Lebenserfahrung

Dieser Punkt ist keinesfalls am Alter zu messen, sondern wirklich auf die Erfahrungen bezogen die ein Mensch im Laufe seines Lebens gemacht hat. Ich brauche einen Mann der mir durch seine Erfahrungen Neues vermitteln kann, weil ich Herausforderungen brauche, neugierig bin und man meine Bewunderung nicht durch materielles oder einen Status erweckt, sondern nur durch eine Persönlichkeit die an ihren Erfahrungen bereits gereift ist. (Ganz oberflächlich bevorzuge ich aber auch (vielleicht auch aufgrund eigener Erfahrungen?) Männer ab 30 aufwärts)

3.) Kreativität

Kreativität muss nicht allein auf den künstlerischen Bereich bezogen sein, wobei ich doch gestehen muss ein gewisses Faible dafür entwickelt zu haben. Kreativität bedeutet für mich auch einen wachen Geist zu haben, der in der Lage ist mit verschiedenen Situationen relativ schnell umgehen zu können. Kreativität weckt mein Interesse.

4.) Augenhöhe

Wie schon unter Punkt zwei angedeutet ist Augenhöhe etwas sehr wichtiges für mich. Ich will einen Mann auf Augenhöhe, einen Mann zu dem ich nicht wie ein Schäfchen aufblicken muss und keinen der mir , meinen Gedanken, Interessen und Lebensgewohnheiten nicht gewachsen ist. Ich möchte sehen, dass ein Mann von sich überzeugt ist von dem was er kann und weiß, ohne dabei in Arroganz zu versinken (<- gesundes Maß)

5.) Und zu guter letzt noch etwas Romantik

Ich erwarte Aufrichtigkeit. Ich bin nicht anfällig für vorschnelle Liebesschwüre, weil ich selbst nicht von dieser Sorte bin. Je aufrichtiger jemand ist, desto leichter fällt es auch mir, aufrichtig und offen über meine Gefühle zu sprechen, egal in welchem „Stadium“ einer Beziehung man sich gerade befindet.

Mal davon abgesehen, dass es ziemlich rational und unromantisch klingt, halte ich meine Erwartungen für „normal“ und durchaus „erwartbar“ – komischerweise sehe ich nur immer und immer wieder in meinem näheren Umfeld, dass es so nicht wirklich funktioniert – Ansprüche runtergerschraubt werden, Erwartungen aufgegeben werden zu Gunsten – zu Gunsten von? Ich weiß es nicht, einer Beziehung vielleicht?

Gerade die unter dem ersten Punkt angesprochene Kennenlernphase artet immer wieder in ein „Spiel“ aus, wer meldet sich zuerst, wer öfter, wer antwortet wann – ich muss gestehen, dieses Spiel bin ich leid, so leid. Ich bin da mit der Zeit ziemlich kompromisslos geworden – ich kämpfe nicht um etwas von dessen Wertigkeit man mich noch nicht überzeugt hat – vielleicht werde ich deswegen noch eine ganze Weile länger Single bleiben…?

Flirten 2.0 ? (Ob das gut gehen kann?)

Mein Blog mag irgendwie (abgesehen von der Begegnung mit dem Ex) suggerieren, es gäbe ausser Yaya weit und breit keinen Mann in meinem Leben und das in immerhin beinahe zwei Jahren (Kennenlernphase ohne Körperkontakt jetzt mal mit eingerechnet) und das entscheidende daran: ohne überhaupt in einer Beziehung mit ihm zu sein! Ich glaube damit hätte ich mir den „Monogamie Preis“ in der Kategorie „Freundschaft Plus/Affaire/Unerwiderte Liebe verdient, alternativ könnte man mir auch einfach eine Narrenkappe aufsetzen.

(„And the gilded duncecape goes to…)

Aber wie schon der meine Geschichte mit B zeigte, bin ich gerade so noch mit einer Nominierung davon gekommen. Und auch derer bin ich nur würdig, weil mein Blog (Ja, er hat ein Eigenleben auf das ich keinen Einfluß habe!) mich in dieses Licht gerückt hat! In Wirklichkeit ist alles viel spannender und ich habe UNzählige Verabredungen – gut, das ist auch gelogen. Ich hatte in diesem Jahr vielleicht zwei oder drei? Aus keinem ist etwas geworden, bei keinem hat sich irgendetwas wie ein Gefühl entwickelt und im Grunde war jedes dieser Dates nur ein verzweifelter Versuch Yaya zu vergessen und über ihn hinwegzukommen. (Womit natürlich jede Möglichkeit auf mehr von Vorneherein im Keim erstickt ist)

Womit wir beim eigentlichen Problem wären – keiner interessierte mich genug, niemand berührte mich genug, als das ich das Bedürfnis verspürt hätte darüber zu schreiben – mich überhaupt daran zu erinnern. Keines der Dates war irgendwie spektakulär oder aussergewöhnlich weder im guten noch im schlechten Sinne – vereinfacht gesagt: Sie waren schlicht und ergreifend unbedeutend.

Aber nun, und ich habe fast Angst darüber zu schreiben, ist da jemand, der mich interessiert. Nein, es gab noch kein Date, also eigentlich viiiiel zu früh um überhaupt darüber zu schreiben, es „öffentlich“ zu machen – aber ich bin jetzt einfach mal mutig. Es ist nicht so, dass ich jetzt schon total euphorisch über eine mögliche Beziehung  phantasiere (ok habe ich doch, aber hey, mal ehrlich, wer macht das nicht heimlich?) oder schon auf Wolke 7 schwebe, nein das nun wirklich nicht, aber ich bin – interessiert.

So, kommen wir nun mal zu ihm, darum schreibe ich das hier ja schließlich alles!

FB machts möglich, Flirten 2.0 so zusagen – seit Yaya habe ich darin zwar einige Erfahrungen gesammelt, aber ein wirklicher Fan bin ich davon immer noch nicht und so habe ich mir auch nicht wirklich was dabei gedacht, als ich plötzlich eine Nachricht von, nennen wir ihn: Roro erhielt. Aus einer Nachricht wurde schnell ein langes Gespräch/Chat. Freundschaftsanfrage wurde verschickt – Fb/Stalker Check durchgeführt (ja, auf seinen etwa 500 Fotos sieht er durchgehend ziemlich ansprechend aus und seine Musikvideos und Statements sind allesamt interessant/gut), beide Seiten schienen zu demselben Ergebnis gekommen zu sein und so schrieben wir uns auch am darauf folgenden Tag, mittlerweile bei Skype.

Nach 2 Tagen intensivem Geschreibe wurden Nummern ausgetauscht – wenn schon dieser 2.0 Mist, dann aber bitte mit Stimme! Auch das Telefonat verlief gut, es macht Spass sich mit ihm zu unterhalten, er ist lustig, vielseitig interessiert, seine Stimme hat einen schönen Klang und es gibt nicht diese „Was soll ich jetzt sagen?“ Momente.

Die gesamte letzte Woche schreiben wir, telefonieren hin und wieder – ich freue mich über Nachrichten von ihm, werfe manchmal schon fast einen sehnsüchtigen Blick auf mein Handy. Es gefällt mir, er gefällt mir. Leider, leider wohnt er 200km entfernt – das ist kein Ausschlußkriterium für mich, im Gegenteil, ich halte die FernBeziehung für die, für mich einzig funktionierende Beziehungsart (Freiheitsdrang etc.), allerdings bin ich mir nicht sicher wie er das sieht. Wir flirten miteinander, das ist offensichtlich, doch wohin das führen soll (Verabredung ja oder nein?) ist mir nicht ganz klar, da er, ebenso wie, ich dazu neigt sich in Wortspielen und Wortwitz zu verlieren – ohne klare Aussagen zu treffen.

Für mich wäre es definitiv an der Zeit ihn zu treffen, auf einen Kaffee – weg von 2.0 -> back to the roots, dafür fahre ich auch mal 200km (da ich Freunde in seiner Stadt habe, würde sich das gut kombinieren lassen). Um mehr Interesse zu entwickeln, muss ich jetzt den gesamten Menschen sehen, seine Mimik und Gestik während er spricht, sehen ob wir uns „riechen“ können, das ist mir wichtig. Aber noch macht er keine Anstalten es auszusprechen. (?)

Wie bereits erwähnt, es ist eigentlich noch viel zu früh darüber zu schreiben und doch habe ich den Drang danach verspürt es niederzuschreiben. Ich war wirklich lange nicht so beeindruckt von jemandem. Sein bewegtes Leben (Leben auf mehreren Kontinenten in mehreren Ländern), sein Interesse an Literatur und Musik – das alles hat mich sehr neugierig gemacht – neugierig auf mehr. Dieses „mehr“ müsste dann allerdings fernab der „neuen Kommunikationsmedien“ ablaufen.

Gespannt warte ich also nun, auf das was kommen mag (oder auch nicht?) – das Interesse ist da, seit langem das erste Mal, vielleicht beruht es ja wirklich auf Gegenseitigkeit?

 

Khader – oder das kleine Wunder Jerusalems

Es war ein lauer Sommerabend, irgendwann im August, in Jerusalem, der Stadt der Extreme. Trotz Shabbat  war die Jaffa Street überfüllt, junge Menschen, Israelis, Palästinenser und eine Menge Touristen begannen ihre Streifzüge durch die Cafe´s und Kneipen.

Ich war mit Freunden unterwegs, wie immer landeten wir in unserer „Stammkneipe“, einem kleinen, eher alternativen Laden, in einer Seitengasse der Jaffa Street. Wie immer bleibt man nicht lange allein. Die Menschen sind offen und suchen Kontakt zu anderen, bald waren wir umgeben von einer Clique, junger, christlicher Palästinenser. Zwei von ihnen redeten ununterbrochen, waren in Flirtlaune. Nur einer von ihnen saß schweigend, etwas verschüchtert, neben uns. Er war vielleicht Anfang, höchstens Mitte 20. Hin und wieder lächelte ich ihm zu, er lächelte nur verschüchtert zurück, er erinnerte mich an meine Jugendlichen.

Als es meinen Freundinnen zuviel wurde, es sowieso schon viel zu spät war, machten wir uns, ohne die Gruppe auf den Weg zurück in die Altstadt, unser temporäres Zuhause. Am Jaffa Gate, am Eingang zur Altstadt legten meine Freundin und ich eine kurze Pause ein, ich war leicht „Geh-beeinträchtigt“ (verstauchter Fuß) und längere Strecken waren für mich nur mit kleinen Pausen zu bewältigen.

Wir saßen dort, tranken etwas von dem leckeren Minzwasser, das es an jeder Straßenecke zu kaufen gab und planten unseren nächsten Tag. Als plötzlich zwei der Palästinenser auftauchten, die wir zuvor in der Kneipe getroffen hatten. Einer redete irgendetwas wirres auf arabisch, der Andere, der Schüchterne, ging zitternd hinter ihm her und hielt sich eine Hand vor das Gesicht. Als sie uns erblickten stürmte der eine auf uns los. Redete, in wirklich schlechtem Englisch, auf meine Freundin ein. Alles was wir verstanden waren die Worte „Jewish guys – LOOK – hitting him – we lost George – FUCK – because of u!“

Ich stand auf und ging zu dem jüngeren, immer noch zitternden, von Beiden, reichte ihm mein Wasser und deutete ihm, sich doch zu setzen. Dankend setzte er sich neben mich und trank einen Schluck. Leise begann er zu erzählen, anders als sein Freund fluchte er nicht. Sie hätten die Bar verlassen, ebenso wie wir, ihr Freund George, der uns noch etwas auf Englisch hinterher gerufen hatte (nix böses) sei dann plötzlich, kaum waren wir um die Ecke verschwunden, von einer Gruppe betrunkener, jüdischer Jugendlicher angemacht worden. Es kam zu einem Streit, Beleidigungen. Die palästinensischen Jungs trugen Kreuze um den Hals, es folgten Beleidigungen der Religion.

“ They cursed Mother Mary…how could they? They can hate me, because I am palestinian, because I am arab, they can offend me, but not Mother Mary…not Jesus…its too much…I cant stand it…“

Mit seinen großen braunen, mit Tränen gefüllten Augen, sah er mich an, versuchte zu erklären, warum er auf sie losgegangen war. Es war zu einer Schlägerei gekommen, etwa 11 junge Israelis gegen die 3 Jungs. Sie hatten den dritten beim Weglaufen (jemand rief die Polizei) verloren…sie wissen nicht wo er ist.

Während der andere weiter aufgebracht und wütend auf meine Freundin einredete, sprach ich mit dem ruhigen, dessen Gesicht leicht angeschwollen war – sein Name war Khader. Ich sprach mit ihm, wie mit meinen Jugendlichen, legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter – ich hätte ihn am liebsten in den Arm genommen…

Sie begleiteten uns nach Hause, ins jüdische Viertel, vor unserer Tür sah Khader mich an und dankte mir, für´s Zuhören, für´s Verstehen, das Beruhigen und das Wasser, leise und beschämt und er bat mich, sich revanchieren zu dürfen, mit einem Drink morgen – weil ich mich so lieb um ihn gekümmert habe. Wer kann da schon nein sagen?

Bevor ich mich am nächsten Abend mit Khader treffen sollte, lasen meine Freundin und ich  die Haaretz – sie berichtete über den Zusammenstoß in der Jaffa Street – der Dritte von ihnen musste ins Krankenhaus gebracht werden – es war eskaliert.

Bedrückt saßen wir vor dem Rechner, bedrückt von dem was Jerusalem eben auch ist…Gewalt, alltägliche, nicht nur wegen Alkohol, wie überall, sondern weil der Hass die Menschen trennt, weil er so tief sitzt. Die quälende Frage, ob das alles passiert wäre, wenn wir wir noch etwas länger geblieben wären – nur ein bisschen…vielleicht hätte man als Tourist eingreifen können? ( http://www.haaretz.co.il/news/law/1.1803801 )

Am Abend trafen wir uns, mit einigen Freunden, Kahder ging es besser, er lächelte, sein Gesicht war immer noch leicht geschwollen. Er war höflich und zuvorkommend und wir redeten, sprachen die ganze Zeit. Über das, was geschehen war, über das Leben in Jerusalem, den Hass der Menschen, die Angst der einzelnen Gruppen. Manchmal hatte ich Tränen in den Augen, manchmal das pure Entsetzen, Khader sprach sich von der Seele, was er wohl eher selten tat. Er erzählte mir auch von seiner Liebe zu einem muslimischen Mädchen, die aber nicht sein durfte, weil weder ihre Eltern noch seine dies jemals erlauben würden – in Tel Aviv geht das vielleicht…aber nicht in Jerusalem, nicht hier, in der „heiligen“ Stadt.

Khader erzählte und ich hörte zu, ich sagte nichts über meine Religion, er glaubte ich sei Christ, das gab ihm Sicherheit und die wollte ich ihm nicht nehmen, nicht jetzt – für mich macht es keinen Unterschied – aber ich bin auch nicht in Jerusalem aufgewachsen.

Wir saßen dort in einer Kneipe und sprachen und vergaßen beinahe die Welt um uns herum, wäre nicht ein junger Mann gekommen und hätte uns gestört. Er sprach Khader auf arabisch an, machte einen Witz, ob wir flirten würden und stellte sich als „MO“ vor. Kahder erwiderte kurz angebunden etwas und Mo verlor, wohl dadurch, das Interesse an uns.

Einen Tisch neben uns saß schon die ganze Zeit ein Pärchen, ein junger Israeli mit seiner asiatischen Freundin – sie wurden Mo´s nächstes Ziel.
Anders als bei Khader und mir aber, ließ er bei den beiden nicht locker, er sprach nun Hebräisch und begann nach wenigen Sekunden die beiden zu beleidigen und auf den jungen, ziemlich schmalen und kleinen Israeli, loszugehen.

Khader sprang auf und ging dazwischen, er switchte zwischen hebräisch und arabisch hin und her, hielt Mo fest, entschuldigte sich immer wieder bei der jungen Asiatin und dem Israeli. 20 Minuten war er damit beschäftigt die Situation zu entschärfen, dem Israeli, der körperlich keine Chance gegen Mo gehabt hätte, zu helfen, sogar Mo zu helfen indem er die Türsteher bat, nicht die Polizei zu rufen.

Mo ging, es kam keine Polizei, der Israeli ging zu Khader und umarmte ihn mit den Worten:

„Man, u saved me! This Muslim was about to hit me! Thank u!“

Khader, der gestern von 11 Israelis verprügelt wurde, dessen Freund deswegen im Krankenhaus liegt, hatte heute Abend einem Israeli geholfen und einem muslimischen Araber, der ohne Zweifel zwar den Kampf gegen den Israeli gewonnen – aber sicher keinen Spass mit der israelischen Polizei gehabt hätte.

Als er zurück zu mir an den Tisch kam, sah ich ihn lange an, nahm dann seine Hand und sagte:

„If only Khader, if only more people would be like u, brave as u, forgiving as u are – there would be peace in Jerusalem.“

Wenn es doch nur mehr Menschen wie ihn geben würde, wie schön und friedlich könnte diese Welt sein. Für mich ist Khader, eindeutig, ein kleines Wunder, ein wundervoller Mensch, so jung und doch so viel weiser in seinen Gedanken und Taten, als die meisten anderen Menschen!

 

Petition: Frieden für Israel und Gaza!

Die Meisten werden es schon auf den Nachrichten erfahren haben, der Konflikt zwischen Israel und der Hamas hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Ich möchte hier jetzt keine Einschätzung eingeben warum, wieso und weshalb, sondern einfach auf eine Online Petition aufmerksam machen, deren Formulierung ich toll finde, weil sie, entgegen der meisten Nachrichten (TV, Radio und Social Networks) nicht einseitig ist.

Hier ist der Petitionstext:

To: Israeli government, Hamas and Palestinian leaders, USA government, European leaders

„We, Israeli civilians living along the border with Gaza, civilians in Gaza and citizens from all around the world call to end the violence!
Every few weeks violence across the Gaza/Israel border surges. Israel air raids in Gaza, kill and injure innocent civilians, and rockets fired from Gaza into civilian populations in Israel, cause trauma, chaos and physical harm.

We have lived through this long enough, and will no longer sit by quietly.

We are people on both sides of the border who deserve the right to live normal lives. That’s it!

We call upon the Israeli and Hamas governments to end this violence once and for all. Find the ways to sit down and talk, end the attacks and the siege on Gaza, and stop playing with our lives.

Vielleicht mag ja der ein oder andere die Aktion mit einer Unterschrift unterstützen? Nein, Petitionen beenden keine Kriege und sind selten die Lösung des Problems, aber manchmal geht es einfach darum, im richtigen Moment, das richtige Zeichen zu setzen, die richtigen Ideen zu unterstützen.

Hier gehts zum Link:

http://www.causes.com/actions/1695943?q=Gaza&rank=0&type=Activity&utm_campaign=search

 

 

Hilfe

Man Ninjaan willst du mich verarschen? was für alte menschen.. du gibst zu leicht auf .. du hast doch zu mir immer gesgat amch schule dies das du schaffst das ;) wieso gibst du auf? ich sag doch lass mich aml versuchen ? ja du denkst ich bin noch ein kleines kind .. ich will dir helfen und ich werde dir helfen auch wnen du nciht willst jz pscht und schick ..Ninjaan vallah dui hast so ein gutes herz.. versuchst jeden zu helfen.

Mein Jugendlicher, dem ich vor Monaten einmal, in einem schwachen Moment, etwas von dem Mann erzählte, den ich liebe, der nun weiss, weil er es sieht, dass ich unglücklich bin, zu seiner Idee, warum nicht er ihm schreiben kann?

Heute kam er extra zur Arbeit, wollte mich überzeugen, dass er mit ihm reden könnte, wie ein ganz Erwachsener natürlich, keinen Kinderkram. Und das „der“ (Yaya), ja nicht so blöd sein könnte, nicht zu sehen wie wundervoll ich bin, weil ich immer für alle da bin und sicher auch für ihn…und das man mich ja lieben müsste.

Auch wenn das niemals etwas helfen würde, alleine die Gedanken meines Jugendlichen lassen mich lächeln… Danke dafür!

Und die gerade Straße gibt es nicht

Jedenfalls nicht für mich.

Mein Leben, Gott (für Nichtgläubige vielleicht Schicksal oder Zufall), wie auch immer, scheint es für besonders wichtig zu halten, mir das immer wieder vor Augen zu führen. Mein Weg ist nicht gerade, nicht mal annähernd, nicht mal ein bisschen, er verläuft im Zickzack, mal dreht er eine Schleife, mal über Berge, mal durch Täler. Spanned? Klar, aber auch sehr nervenaufreibend.

Kleine Hindernisse gibt es immer, ich kann da hartnäckig sein, Widrigkeiten, kein Problem, ich habe meist auch noch einen Plan B, manchmal sogar Plan C. Aber manchmal, da sprengt das Leben, Gott etc., auch mal alle drei Pläne gleichzeitig und dann stehe ich da, wie ein begossener Pudel und starre auf den Haufen Scheiße vor mir. Im Grunde sollte ich schon längst darauf vorbereitet sein, weil es in einer Art Regelmäßigkeit geschieht, aber was sollte ich tun? Einen Plan D entwickeln oder gar einen Plan E? Würden die nicht genau so zerplatzen?

Ich kann mich also nur mental darauf vorbereiten und, gemäß des Spruchs „Hoffe das Beste und erwarte das Schlimmste“, abwarten. Warten, auf das was kommt, was als nächstes geschieht.

Was ist also geschehen? Abgesehen von meinem leidenden Herzchen? Nun beschreiben wir es mal kurz und knapp:

1.) Wie ich schon mal berichtet habe, begann ich im Oktober meinen MA in Sozialwissenschaften, neben meiner Berufstätigkeit. Dies alles geschah jedoch unter der Voraussetzung, dass ich ab Oktober nur noch eine TZ Stelle haben würde, weil die eigentliche Leitung aus der Elternzeit zurückkommen wollte.

2.) Mein Master sollte laut VVZ an 2 Tagen in der Woche stattfinden, dazu einige Blockseminare.

3.) Nach ausführlichen Gesprächen mit den Chefs und meiner Vorgängerin kam eine mündliche Vereinbarung zustande:

a) Aus Oktober wurde Mitte November.

b) Ab Mitte November werde ich 26 Std. die Woche, im Nachmittagsbereich, angepasst an meinen Stundenplan, in der Nachmittags/Abendzeit arbeiten.

c) Ab Oktober beginnt die (Wieder-)Einarbeitungsphase der Vorgängerin, eben an jenen Tagen, an denen ich zur Uni muss.

d) Ich melde mich bei der Arge ab, weil ich ja nun einen unbefristeten TZ Vertrag bekommen werde.

Klingt doch gut, oder?

War auch gut, hat nur leider alles nicht funktioniert:

2.) Mein Master fand plötzlich an 4 Tagen in der Woche statt – keine Anwesenheitspflicht, aber dafür Referatsgruppen und Stundenprotokolle und Anmeldungen zu den Prüfungen bereits im November – nur mit Unterschrift der Dozenten.

3a) Aus Mitte November, wird nun niemals. Die Vorgängerin hat es sich in letzter Sekunde anders überlegt und einen neuen Job gefunden.

3b) Keine TZ Stelle für mich, entweder VZ oder ich bin raus!

3c) Sie ist nicht einmal gekommen, um mich zu entlasten, ergo konnnte ich zu selten zur Uni und viel zu viel ist auf der Arbeit liegen geblieben.

3d) Ja, ich bin abgemeldet, weswegen ich bei der Entweder – Oder Wahl (VZ oder Gehen) nun auch bei der Vz Stelle bleiben muss, weil ich sonst erstmal eine Sperre reingedrückt bekommen würde.

Jap, ich bin blöd! Ich hätte mir das schriftlich geben lassen müssen, einen Vertrag, hätte darauf bestehen müssen, dass Zusagen die mir gegenüber getroffen wurden auch eingehalten werden. Habe ich aber nicht und nun stehe ich da. Eine VZ Stelle, die ich behalten muss und ein Studium, dass ich nicht weiterführen kann, weil nicht mal die Möglichkeit besteht, auf ein TZ Studium zu wechseln.

2 Tage saß ich zuhause, Asthmagebeutelt und Kortison Überdosis intus, bis ich mich aufraffen konnte etwas zu tun. 2 Tage tat ich mir leid und habe ein wenig geweint. Weil ich doch so sehr studieren wollte, weil dieses Jahr einfach nichts klappt und weil ich nicht (Achtung großes Selbstmitleid) das Kind reicher Eltern sein kann, die mir alles abnehmen und alles finanzieren können…

Alle Einschreibungsphasen sind abgelaufen, die meisten Studiengängen die mit meinem Abschluß in Frage kommen, starten nur zum WS. Ich verliere ein JAHR!

Aber vielleicht gerade weil meine Straße niemals gerade war, mein Weg schon immer steinig, gebe ich nicht auf und recherchiere, im Internet, ganze Nächte durch. Und finde etwas, ein Fernstudium, an einer richtigen Universität, die Einschreibungsphase geht bis zum 15.11.2012! Haken an der Sache? Ganz klar, ich bin nicht ausreichend qualifiziert, mein Diplom ist nicht aus demselben Fachgebiet, der Master ist in Kulturwissenschaften (Geschichte und Literatur) – aber genau das, was ich immer heimlich erträumt habe.

Ich gehe zu ihrem Fachzentrum, von dem eines tatsächlich in meiner Stadt ist. Lasse mich beraten. Und nach einer Stunde bin ich drin, nicht im Master, aber im Bachelor, weil ich noch 2 Module dort abschließen muss um dann im Frühjahr, mit dem Master beginnen zu können!

Haken? Finanzielles? Nein, das ist ok, ist sogar günstiger als würde ich in einem Bundesland studieren, das noch Studiengebühren erhebt – aber Sprachnachweise! Ich muss jetzt nämlich zusätzlich zu Englisch C1 bis April in einer anderen Sprache ein Zertifikat A2 vorweisen. Ich lerne schnell Sprachen, aber eher unkoordiniert…Sprechen ist eine Sache…Schreiben eine andere. Aber gut, dass kriege ich schon hin, wäre doch gelacht!

Im März habe ich die Klausuren, ich muss nur bestehen und bis dahin ein Zertifikat A2 vorweisen, dann steht meinem Master nichts mehr im Wege (auch keine VZ Stelle!). Ok, ein halbes Jahr ist verloren, aber vielleicht nicht so ganz, weil es ein Master ist, von dem ich heimlich geträumt habe und der mir noch mehr gefällt, als die Sozialwissenschaften – vielleicht sind ungerade Straßen auch gut – manchmal jedenfalls!

Auf gehts ans Lernen!