Von der „Eigentlichkeit“ der Dinge und anderen Dummheiten

Eigentlich, will ich nicht mehr davon erzählen. Und eigentlich komme ich mir so dumm, naiv dabei vor, schäme mich fast, überhaupt noch etwas dazu zu sagen. Und noch eigentlicher würde ich es gerne verdrängen, für mich behalten oder besser noch: einfach vergessen. Aber nur eigentlich.

Denn „Uneigentlich“ ist das gar nicht die Wahrheit. Die Wahrheit ist, dass ich es gar nicht vergessen möchte und es am liebsten in die Welt hinausschreien möchte. Dass ich ein Lied komponieren und darüber singen würde und wenn ich könnte würde ich gleich ein lebensgroßes Gemälde dazu malen oder zumindest ein Buch darüber schreiben, ein Denkmal setzen, ihm, nein ehrlicher gesagt meiner Liebe zu ihm.

Und weil das so ist und weil ich nicht vergesse, überzeugt davon bin, dass ich es gar nicht kann, jedenfalls nicht jetzt, und ich nur ein Opfer dessen bin, was mir wiederfährt, höre ich nicht auf. Und so oft ich auf diesem Blog schon gesagt habe, das wars, es ist vorbei (im wahren Leben sicher noch um einiges öfter so geschehen), so oft habe ich es revidiert. Mal kleinlaut, mal hoffnungsvoll, mal resignierend. Wann ist denn überhaupt etwas vorbei? Beziehungen sind vorbei, wenn einer (oder beide) sie beenden. Aber wann ist Liebe vorbei? Ich benutze das Wort gerade ziemlich inflationär, aber nur, weil ich es vorher nie tat. Wie lange habe ich mich gescheut, es nie benannt, mir nicht mal eingestanden. Aber ich kapituliere. Ich liebe jemanden, der mich nicht liebt und leider entscheidet nicht mein Verstand darüber, wen ich liebe, sondern mein Herz und das hört gerade nicht auf meinen Verstand. Und deswegen ist auch alles, was ich tue alles andere als rational oder vernünftig. Und ich will es auch nicht mehr schön reden, deshalb meine Kapitulation. Es ist, wie es ist und ich kann es erstmal nicht ändern – es geht schon vorbei, irgendwann. Nur, dass es jetzt vorbei ist, das war und ist eine Lüge…

Die fehlende Rationalität, der schwache Verstand, verleitete mich (erneut) zu einer Tat, die ich mir, wie mein Verstand leise flüstert, gut und gerne hätte sparen können. Tat ich aber nicht. Im Gegenteil, vor einer Woche „explodierte“ ich wieder einmal und verfasste eine Nachricht an ihn, in der ich meiner Wut freien Lauf ließ. Das kann ich ja bekanntlich am Besten.

Natürlich, was ich sagte war nicht ganz falsch, aber zu was für einem Zeitpunkt ich damit um die Ecke kam, war unpassend. Wozu sagte ich es überhaupt? Ich weiss es, jetzt, im Nachhinein, dann ist man immer schlauer. Ich schrieb ihm, wusste,dass er online war. Schrieb es und ging offline.

Ich möchte ungerne sagen was genau ich schrieb. Aber es war nicht nett, zum Teil auch unfair und vor allem sagte ich etwas, von dem ich wusste, dass es ihn treffen würde. Ich telefonierte nebenbei mit einer Freundin. Ich sah die Email Benachrichtigung, dass er mir geantwortet hatte, ignorierte es aber. Ich ignorierte auch seinen Anruf, der überraschend kam, wann hatte er schon mal angerufen? Ebenfalls seine erste Sms, in der er mich aufforderte ihm zu sagen, was passiert sei. Er tobte, das war deutlich. Und ich, die innerlich selbst tobte, empfand einen Moment der Schadenfreude. Widerlich, das ist mir bewusst. Dann erhielt ich eine weitere Sms, wieder forderte er mich auf, dass ich ihn anrufen solle. 20 Minuten starrte ich auf den Display meines Handys und wählte dann seine Nummer.

Er hob nicht ab.

1:0 für ihn, wäre dies hier ein Spiel. Ist es gewissermaßen auch, aber mehr ein Trauerspiel, bei dem für gewöhnlich keine Punkte verteilt werden.

Erst machte sich Erleichterung breit, was hätte ich auch sagen sollen? Was will er überhaupt sagen? Was gibt es überhaupt zu bereden? Aber dieser Zustand hielt nur wenige Stunden an, dann kam die Wut zurück. Ich schickte eine Sms ab, in der ich mich spöttisch über das äußerte was letzte Nacht vorgefallen war.

Dann klingelte mein Handy…

 

 

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2 Kommentare

  1. mirrorjp · Dezember 20, 2012

    ich kenne das nur zu gut
    die welt und der verstand sagen dir, dass dieser mann nicht gut ist für dich und du de Finger von ihm lassen sollst
    das Herz … das sagt leider was anderes
    auch den anderen verletzen um aufmerksamkeit zu bekommen, kenn ich
    es hilft nur kurz und danach fühlt man sich nicht besser…
    Ninja, jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient, du kannst seine Gefühle zu Dir nicht ändern, nur er kann das.
    Wenn er dich nicht so liebt wie Du ihn, dann lass los.
    was sehr schwer ist und ich behaupte nicht, dass ich es kann
    ich sage mir immer wieder all die Dinge auf, die ich nicht an ihm mag, die Gründe, warum wir heute kein Paar mehr sind
    und die Unterschiede die wir haben. Es müssten VIELE Kompromisse geschlossen werden, damit wir wieder ein Paar wären, doch dazu sind wir beide nicht bereit – und das wars…
    belohne dich selber mit jd Tag, an dem Du dich nicht meldest und/oder auf diversen Seiten schaust, was er macht…

    ich glaube die Liebe hört nicht auf, aber sie wird weniger, verblasst und dann kommt HOFFENTLICH irgendwann ein anderer der die schlafende Flamme wieder voll entfacht

    • ninjaan · Dezember 21, 2012

      Das hast du sehr schön beschrieben und gewissermaßen ist es beruhigend zu lesen, dass auch andere Menschen zu einem solchen Verhalten neigen, nicht nur ich.
      Ich hoffe auch darauf, dass irgendwann ein andere kommt….denn die Flamme für ihn erlischt nur sehr langsam…wenn sie nicht gar nur hin und wieder flackert…

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