Und am Ende schweigen wir

…“I dont hate u, I never did. And it´s not the question if I hate, but why do u shit on me that hard? Warum diese Gleichgültigkeit?! – „What? Ninjaan, I never shitted on you! Never…“ – „U did, so hard. How? I have just this one question, I will answer any of urs, just tell me HOW?“ – “ I never did Ninjaan. If u, ur friendship weren´t important to me, why should I call u? I would never do it, if it weren´t important! I am sorry, I never wanted u to feel like this, but what did I do?“ – „U forgot me. Simply, as if it was that easy. How could it be so easy?“

Seine Stimme zittert noch immer. Er beginnt Sätze und vollendet sie nicht, ich wünschte ich könnte behaupten, dass ich mich an alles was er sagte erinnern oder wenigstens an alles was ich sagte. Aber das kann ich nicht. Er redete über seine Art, darüber, dass er niemals Menschen nicht antwortet, um sie zu verletzen. Aber er sei so, warum ich das nicht verstehe? Warum Menschen von ihm immer erwarteten er müsse anders sein. Sein Cousin, sagte er, würde seit 2 Jahren wohl auf ihn warten, ob ich glaube sein Cousin wäre ihm egal. Er könne einfach nicht, sein Leben und überhaupt alles, es wäre nicht seine Art Menschen damit zu belasten. Ich schwieg, noch immer verwirrt von seinem Stimmungswandel. Dann bricht seine Stimme erneut.

„Why u? Why did u tell me things like this? Why u? I cant understand it…I dont want to. I wished it wasnt u.“

Ich spüre wie mir Tränen in die Augen schießen, sich ein Kloß in meinem Hals breit macht, den ich nicht einfach hinunterschlucken kann, so wie ich es gerne würde. Erneut, diesmal jedoch ruhiger, fast verzweifelt und nicht mehr wütend, fragt er mich nach dem Warum. Warum ich ihm all diese Dinge sagte, warum ich das tat. Ich hätte ihm die Wahrheit sagen können. Aber da ist dieser Kloß in meinem Hals, der mir die Worte erstickt, jedenfalls die, die ich sagen sollte. Und so schließe ich einen Kompromiss mit mir und setze an, etwas wahres zu sagen, ohne dabei alles auszusprechen.

„I did it because…I want u to…I want u to …“ – „U want me to…what? Say it, come on…“ – “ I…I …please Yaya, u know what I want to say..“ – „No! I dont know nothing anymore! Say it!“ – „I…want u to see it!! To see!“ – „To see what?“ – „That I´m…!“ – „U are..?“ – „Hurt.“ – „U want me to see u are hurt while writing me things like this? Is it so hard to just tell me?“ – „It is. And u were gone.“

Es entfacht eine Diskussion darüber, wer von uns beiden ging.

„U, Ninjaan, u went away! I thought u wanted it! I thought u are happy and u go on with ur life!“ – „Of course I did!“ – „So? I wrote u sms! U! Aha! U unfriended me in facebook! Why? Because u thought I dont want this asshole anymore in my life or list!“ – „No! Its not like that!“ – „It doesnt matter! And I just saw it because I searched for a link, okay?“ – „Okay…“ – Just because of this!“- „Okay…“ – „Because I wanted to show a friend this one song, I searched for ur page, checked ur wall and realized u are not my friend anymore!“ – “ Yes, but it was…sth totally different…“ – „It doesnt matter…“

Diesen Link, der befand sich in unseren Nachrichten, nicht auf meiner Pinnwand.

Wir reden noch ein wenig hin und her, darüber wer ging, gehen wollte, wer begann und wer nicht. Kindisch. Wir schweigen, ich lausche seinem Atem und mir wird bewusst wie sehr ich seine Stimme vermisst habe, es vermisst habe mit ihm zu reden. Und während ich beginne in Erinnerungen zu schwelgen, scheint er zu begreifen, plötzlich.

„Ninjaan. U have to tell me. U have to. Please. Tell me, there is something else but…“

Wie erstarrt starre ich auf das Display. Der Kloß in meinem Hals wird zu seinem großen Stein. Ich weiss was er meint, wir beide wissen es. Warum soll ich es jetzt sagen? Meine Gedanken fahren Achterbahn. Soll ich es sagen? Soll ich schweigen? Am anderen Ende des Telefons spricht er weiter auf mich ein. Wiederholt immer und immer wieder diese Sätze. Fast flehend.

Ich kann nicht aufhören dich zu lieben und es tut so verdammt weh.

Das hätte ich sagen sollen, dieser Satz brannte sich in meinem Kopf ein. Doch ich tat es nicht. Denn plötzlich wird unser Gespräch unterbrochen. Er war mitten in einem Satz, ich in Gedanken. Da war es vorbei. 2 Stunden um? Hat o2 gerade gnadenlos zugeschlagen? Nein, erst eine Stunde. Was war geschehen? Ich wähle seine Nummer, sein Handy ist aus. Ist sein Akku alle gegangen? Ich schreibe eine Nachricht. Sie wird nicht übertragen. Ich bin völlig verwirrt. Was hat er zuletzt gesagt?

Nach 15 Minuten der Übertragungsbericht. Ich starre wie gebannt auf mein Handy. Eine Minute erscheint wie eine Ewigkeit. Ich wähle seine Nummer. Er hebt nicht ab. Ich warte, eine Stunde. Es kommt nichts. Ich schreibe erneut eine Sms, frage was geschehen ist und ob wir das Gespräch nicht beenden können… Keine Antwort. Bis heute nicht, eine Woche danach.

Denn auf meine Frage, was geschehen ist, kann ich mir selbst antworten. Er hat es begriffen. Mein Schweigen war die Antwort. Und das ist zuviel, das ist zu nah. Zu nah geht nicht. Ich bin ein runaway, aber er, er ist es noch viel mehr als ich.

Und wieder kann ich es nicht sagen.

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2 Kommentare

  1. Träumerin · Dezember 22, 2012

    Das tut echt beim lesen weh…..er will hören, dass du ihn liebst….hast du es ihm überhaupt schon einmal gesagt, also ausgesprochen? Wenn nicht, tu es!!! Was hast du noch zu verlieren? Ich glaube, zwischen euch sind so viele Missverständnisse, jeder verletzt den anderen und will es eigentlich gar nicht. Sag’s ihm, ein einziges Mal….Renn du dieses eine Mal nicht weg. Du mutmaßt schon wieder nur, warum er nicht antwortet. Vielleicht wollte er es aber auch wirklich hören und war verletzt, weil du es nicht gesagt hast? Sag’s ihm… Es kann nichts schlechter machen, finde ich. Aber dann hast du es wirkliche einmal ausgesprochen, dann gibt es keine Unklarheiten mehr…..und je nachdem, wie er dann reagiert, dann erst kannst du wirklich abschließen. Glaub’s mir…..so hängst du noch ewig in der Schwebe….

    • ninjaan · Dezember 22, 2012

      Ich hatte es einmal versucht, auf meine, ungeschickte, Art. Ich hatte ihm im April eine Nachricht geschrieben und gesagt, dass ich wohl mehr fühle als ich sollte, im gleichen Atemzug schwächte ich allerdings ab und bat ihn nicht zu reagieren (was er natürlich doch tat), weil ich keine Reaktion erwarten würde und es nur mal sagen wollte, einfach so. (So begann mein Blog). Aber von Liebe war nie die Rede. Am Telefon diesmal hatte ich es wirklich überlegt, ob ich es nicht sagen soll, endlich mal.
      Du hast Recht, schlechter machen kann es nichts und ich kann tatsächlich nur mutmaßen, was geschehen ist. Vielleicht ist es auch ganz anders und er ist einfach wütend, immer noch, wegen meiner verletzenden Nachricht die dem Telefonat voran ging?
      Ich weiss nur nicht, wirklich nicht, ob ich es kann. Das klingt sicher komisch, aber dieser Kloß im Hals, der Stein, den empfinde ich wirklich und er erstickt mir tatsächlich die Worte. Und dann, dann denke ich immer noch, dass ich ihm bei solchen Worten vielleicht in die Augen schauen sollte, weil es selbst am Telefon noch unpersönlich wäre. Aber wie sollte ich das bewerkstelligen?

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