Die Zeit für Freundschaft

Es gibt Menschen, deren einmalige Berührung mit uns für immer den Stachel in uns zurücklässt, ihrer Achtung und Freundschaft wert zu bleiben.
Christian Morgenstern

Sie scheint angebrochen zu sein, nach 2 Jahren Gefühlschaos, intensiver Nähe und, scheinbar, unüberbrückbarer Distanz, nach gemeinsamen Leidenschaften und gegenseitig zugefügtem Leid, nach Hoffnung und Enttäuschung, ist sie da, die Zeit für Freundschaft. Rational, von Aussen betrachtet, mag es unverständlich sein, nicht nachvollziehbar. Wie sollte es auch, wo es doch keine rationale Erklärung dafür geben kann. Ebenso, wie in dem Zitat von Christian Morgenstern ganz treffend beschrieben, ist es kein rationaler Grund ( wie: Treue, unerschütterliche Loyalität etc.), sondern einzig und allein der Moment, der Augenblick einer „einmaligen Berührung“, der dieses Verlangen nach Kontakt, Freundschaft, einer Verbindung, nährt und am Leben erhält.

Vielleicht ist Verbindung auch ein wesentlich besseres Wort in diesem Zusammenhang?

Das Verlangen eine Verbindung, trotz aller Umstände, Geschehnisse aufrecht zu erhalten. Nicht aus einer ungestillten Hoffnung heraus oder gar Liebe. Sondern einzig von dem Gefühle geleitet, dass diese Verbindung bestehen MUSS, es sollte, weil alles andere falsch wäre, sich falsch anfühlen würde.

Und ja, das tat es, es fühlte sich falsch an. Nicht nur, weil ich die ersten Wochen noch „gefühlt unsäglichen“ Liebeskummer hatte, sondern weil etwas fehlte. Nichts elementares, aber doch etwas, das in den letzten Monaten, Jahren, zu einem Bestandteil meines Lebens gehörte. Das mich extremen Empfindungen aussetzte, mich bereicherte und inspirierte und nicht selten an  meine Grenzen  brachte.

Als ich mich Anfang des Jahres neu verliebte, so schnell, so heftig, so intensiv, da verschwand der Liebeskummer, weil jemand mein Herz im Sturm erobert hatte. Aber, dennoch blieb da dieses Gefühl, wie Morgenstern es so schön beschreibt, dieser Stachel, der mich drückte, mich immer wieder daran erinnerte, dass etwas nicht stimmt.

Es fehlte die Achtung, die „Freundschaft“ von Yaya.

Nun kommt sie zurück, leise, langsam und war  ich nach dem ersten Gespräch, in dem wir beide unser Bedauern über unser Verhalten, unser „Ende“ ausdrückten, noch sehr skeptisch, empfand ich Erleichterung und Hoffnung. Hoffnung auf jene Verbindung, deren Nicht-Existenz mich bis zuletzt geplagt hatte.

Gestern dann hatten wir unser erstes, intensives Gespräch (Chat). Und da war es, das was gefehlt hatte. Vertrautheit, Gedankenaustausch, der Austausch von Musik, Filmen, Kunst – das Interesse an der anderen Person, der Kontakt. Über Stunden erzählten wir, lachten, meckerten, bombadierten uns regelrecht mit „Fundstücken“. Es hatte mir gefehlt, es hatte ihm gefehlt.

Es scheint gegenseitiger Natur zu sein, das Verlangen eine Verbindung aufrecht zu erhalten, trotz allem was geschehen ist, vielleicht auch gerade deswegen? Aus unerklärbaren Gründen bedürfen wir beide der Achtung und Freundschaft des Anderen. Und weil es gegenseitig ist, ist es gut so. Wir ziehen uns den Stachel, der drückte und manchmal sogar schmerzte und leben unser Leben, jeder das seine, mit dem erleichterndem Gefühl , das es gut ist, genau so wie es jetzt ist.

Manchmal kehrt, im Verhältnis von uns zu einem anderen Menschen, das rechte Gleichgewicht der Freundschaft zurück, wenn wir in unsere eigne Waagschale einige Gran Unrecht legen.
Friedrich Nietzsche, Werke I – Menschliches, Allzumenschliches

 

 

TO DO Liste – Reisecheck

In weniger als zwei Wochen geht es endlich los, meine Reise zu Amin! Wir können es beide kaum abwarten und obwohl es erst einen Monat her ist, dass er zurück gegangen ist, sind wir uns einig, dass diese 4 Wochen schon viiiiiel zu lang waren. Einen Monat werde ich dort verbringen und nur für wenige Tage kurz „rüber“ nach Jerusalem huschen, um Freunde zu besuchen. Ich stecke im Grunde mitten in den Vorbereitungen und habe noch so einiges zu erledigen, bevor es dann am 8. endlich von Hannover aus Richtung Amman geht.

Was ich schon erledigt habe:

neuen Pass bestellt und erhalten (91 Euro Express Pass!!!! )

Pass + geforderte Unterlagen an die jordanische Botschaft geschickt.  (Double entry visa und so….)

Kopfhörer für die Reise bestellt. (Ohne Musik halte ich die 5 1/2 Std. Aufenthalt Istanbul airport nicht aus…)

Tablet PC bestellt. (Ich muss lesen, zwar erlaubt meine gewählte Airline mehr Gepäck als üblich…aber so spare ich einfach Platz)

Sommerkleider zum Schneider gebracht. (Jahaaaaaaa: SOMMER!)

Das Okay von der Physiotherapeutin und dem Arzt eingeholt.

Grenzübergänge Jordanien/Israel ausgiebig studiert (Bin noch nicht so ganz schlau draus geworden, steht dennoch schon auf dieser Liste)

Reisepläne und Unternehmungen gemeinsam mit Amin geplant (u.a. eine Kunstausstellung in Amman Thema: Die Werke von Mahmoud Darwish – YEAAAH!!!)

Was ich noch erledigen muss:

– Die ältere Dame anrufen, bei der ich zuletzt in Jerusalem gewohnt habe und meinen  Besuch ankündigen. (In der Hoffnung, dass sie mir Unterschlupf gewähren wird.

– Ein Geschenk für diese Dame besorgen. (Ein Foto von ihr, Plitschi und mir schick eingerahmt und nen Schnaps wäre wohl das Beste)

– Geschenkte für Amins Familie/Eltern (Am Besten wohl Schokolade und irgend eine nette Deko…? Für Ideen bin ich sehr dankbar!)

– Einen anderen Gang als den von Quasimodo erlernen, bitte bis zum 08.04…

– Adressen von Freunden aufschreiben, um Karten zu verschicken.

– Versuchen meine neuen Haarpflegeprodukte in kleinere Behälter umzufüllen – zu groooß!

– Mit einer Freundin aus Haifa absprechen, wann genau ich sie besuchen kann.

– Einen Freund aus Ramallah bitten, mich an der Grenze im Norden abzuholen, falls ich nicht über den Grenzübergang Allenbybridge kann.

– Süßigkeiten für Freunde aus Jerusalem mitbringen – sie sind verrückt nach dt. Schokolade

– Zum Frisör gehen und ins geliebte „Waxxhouse“ 😉

Und das Wichtigste:

Rausfinden, ob ich die mir überhaupt Urlaub geben, für diesen Zeitraum! – Ich hatte soviel Stress mit meinen jetzigen Arbeitgebern, dass es mir eigentlich auch egal ist, wenn sie sich quer stellen, fahre ich dennoch…

Ich glaube, dass wäre erstmal so das Wichtigste…wahrscheinlich fallen mir in der letzten Nacht aber noch 1000 andere Dinge ein, die ich hätte machen müssen o.O

Das erste Mal CO-Wash

Sooo, heute morgen sind dann auch endlich meine Produkte eingetrudelt (alle bis auf das Aubrey Organics Aloe Vera Gel…) und ich konnte nicht widerstehen es gleich auszuprobieren!

Hier mal meine heute verwendeten Produkte:

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Von links nach rechts:

-DevaCurl NoPoo Shampoo, ein Shampoo ohne Silikone oder ähnliche Schadstoffe, es wird empfohlen dies nur selten anzuwenden. Erhältlich bei amazon

– Alverde Feuchtigkeits Spülung Hibiskus/Aloe Vera als Leave in (Conditioner der ins nasse Haar eingearbeitet wird und nicht ausgewaschen wird) (DM Marke)

– DevaCurl Conditioner, zum täglichen (b.B.) Waschen (kann auch als Leave in genutzt werden) (Amazon)

– Alverde Hairbutter Shea – für die Spitzen (DM Marke)

Ob ich bei den Produkten genau so bleiben werde, ist jetzt so mal dahin gestellt, aus verschiedenen Foren entnehme ich, dass man doch relativ viel herumprobieren muss.

Ich habe mir also zuerst mit dem NoPoo Shampoo die Haare gewaschen und danach den DevaCurl Conditioner eingearbeitet, dabei habe ich, wie empfohlen, mit meinen Fingern meine Haare entwirrt/gebürstet, damit später nichts verknotet und den Conditioner anschließend mit kaltem (!) Wasser ausgewaschen. Anschließend habe ich meine Haare mit einem Tshirt „geploppt“ (ich war dabei sicher ein Bild für die Götter, so ungeschickt wie ich mich angestellt habe…) und 25 Minuten gewartet.

Danach habe ich die Spülung von Alverde als leave in ins Haar gearbeitet und wohl einen „Anfängerfehler“ gemacht: VIEL ZU VIEL! Zum Schluß noch ein wenig Sheabutter in die Spitzen und dann Lufttrocknen lassen.

Ich bin ja der Meinung, dass man die erste Verbesserung schon sieht, aber am Ansatz…omg…das war die Spülung…Aber gut, beim nächsten Mal weiß ich es besser! Weniger leave in! damit mein Ansatz nicht so platt ist, habe ich mir jetzt noch ein paar Klemmen bestellt, die man ins nasse Haar (an den Ansatz) „klemmen“ (klingt komisch jetzt…) soll – mal sehen ob es helfen wird?!

So und nun hier das Ergebnis (den Ansatz habe ich wohlweißlich ausgelassen, is weniger schön!) und wenn man es mit den Bildern von gestern vergleicht finde ich, fällt auf, dass die Locken definierter sind und sie mehr glänzen, ausserdem weniger Frizz!

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Also, das Bild gestern hatte definitiv mehr Charme, aber das lag weniger an meinen Haaren als an den reflektierten Sonnenstrahlen…

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Und ja, ich hatte helle Strähnen im Haar, deswegen immer noch diese unregelmäßige Farbe…am Ansatz und unten (teilweise erkennbar) sind meine Haare eigentlich dunkler 😉

P.S: Meine Haare haben 3,5 Std. zum trocknen gebraucht…ich werde  mich mal schlau machen, wie das mit dem „Übernacht trocknen“ geht…ich bin doch so ein Morgenmuffel 😦

Curly Hair/Girl Methode: Der Anfang

Wie gestern angekündigt, habe ich mir abends ein letztes mal die Haare gewaschen, also mit normalem Shampoo 😉

Ein wenig wehmütig war ich schon, mein treuer John Frieda! Und dazu noch die gerade erst gekaufte Feuchtigkeitssprühkur…naja, IMG_20130318_101328also wenn jemand Interesse hat, die Sprühkur ist noch gut erhalten (habe auch noch eine extra für Locken!), dann einfach anschreiben, denn wegschmeißen bringe ich nicht übers Herz!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe auch extra noch Fotos von meinen Haaren gemacht, damit ich (hoffentlich) bald eine Veränderung erkennen kann! Meine Haarfarbe ist auf den Bilder nicht ganz authentisch, ich habe eigentlich keinen Rotstich, aber ich wollte das der Frizz (John Frieda is ja nu ein „Anti Frizz Shampoo“…ohne sehe ich aber noch schlimmer aus!) noch mal richtig zur Geltung kommt! o_O

Von hinten sehen meine Locken ganz schön ausgehangen und leblos aus, ich werde wohl auch noch einmal zum Friseur gehen müssen:

oiugiuggh

Hier ist ein Bild von der Seite, ich hoffe man sieht da etwas besser, wie meine Locken eigentlich insgesamt sein könnten (wenn man sich den Frizz mal wegdenkt), wenn sie wirklich gesund wären…

julouh

 

So, damit wäre mein Dilemma wohl echt ersichtlich… Hoffen wir mal, dass es helfen wird!

Lockenköpfe – Ninjaan goes curly hair/girl methode!

Da ich ja nun so unglaublich viel Zeit habe, beschäftige ich mich auch mal mit Dingen, die bei mir sonst eher zu kurz kommen. Ganz voran „Styling“. Ich bin da ja eher nicht so versiert drin und meine Versuche mir vor 6 Wochen doch mal das richtige Schminken zu beizubringen sind nach 1 Woche, etlichen Youtube Videos und um 40 Euro ärmer, kläglich gescheitert. Das bin einfach nicht so ganz ich und mir fehlt auch die Geduld dazu. Meine Haare sind da schon eine andere Nummer, ich mag meine Haare eigentlich, auch wenn mich meine Naturlocken hin und wieder an den Rande der Verzweiflung bringen. Um meine Haare zu pflegen habe ich wirklich schon alle möglichen Shampoos und sonstige Pflegeutensilien ausprobiert. Von ganz günstig bis hin zu teuren Produkten, die es nur in Friseurshops gibt (natürlich alle SPEZIELL für Locken gedacht) war alles dabei. Föhnen immer nur mit Diffuser, nicht zu oft waschen usw. Aber im Grunde hat es alles nichts gebracht, meine Haare sind chronisch trocken, Frizz und kaputte Spitzen sind meine treuen Begleiter. Manchmal hängen meine Locken auch eher tot an meinem Kopf herum, als sich lebendig zu kringeln. Sehr frustrierend. Nen bad hair day habe ich ca. alle 3 Tage…

Das soll jetzt hoffentlich ein Ende haben, denn ich bin vor kurzem, des Nachts (Insomnia lässt grüßen), auf die „curly girl methode“ gestossen und nach etlichen Videos, Fotos und Erfahrungsberichten habe ich beschlossen: Ich mache mit!

Kurzerhand habe ich einige Produkte im Internet bestellt und den Rest bei einer allseits bekannten Drogerie gekauft und heute Abend geht es dann so zusagen los! Hier mal kurz die Basics der curly girl methode:

– Kein Shampoo! (Und wenn dann selten und auch nur ein mildes Shampoo ohne Silikone!)

Co-Wash: Haare werden nur mit Conditioner gewaschen (natürlich auch frei von allem Schädlichem (kann man oben genauer nachlesen)

– Kein Fönen! (Nur Lufttrocknen, mit „Ploppen“ nachhelfen.)

– Kein Kämmen oder Bürsten (Ist bei Locken im trocknen Zustand sowieso tödlich, aber als Teenie habe ich es tatsächlich gemacht!)

Es gibt auch ein Buch, dass sich ganz diesem Thema widmet und von der Erfinderin der Methode Lorraine Massey  verfasst wurde (hier), ich habe es mir bestellt, aber da es eigentlich genug Foren und Websites (auf Englisch und Deutsch gibt) die sich mit dem Thema beschäftigen ist dies eher nicht notwendig.

Heute Abend geht es los, ich werde ein letztes Mal meine Haare ganz normal waschen und trocknen lassen (wird empfohlen und muss auch sein, weil ich leichte Knoten im Haar habe, war etwas faul die letzten beiden Tage 😉 ) und dann werde ich ein Foto von meinen Locken vor der CGM posten und dann im Laufe der nächsten Wochen hier mal dokumentieren, ob es (für mich) funktioniert oder nicht.

Ninjaan goes curly girl methode – ich hoffe meine Locken werden davon genauso begeistert sein wie ich!

 

 

Schlüppi Mißgeschick

Ninjas stehen nicht so auf Unterwäsche. Wir sind quasi die Schotten aus Fernost.

Nu is es raus. Ich HASSE Unterwäsche!

Wirklich und ganz ehrlich! Nicht weil ich es irgendwie sexy finde, oder es für aufregend halte. Nein, ich fühle mich einfach total beengt dadurch. BH´s, egal wie weit, egal wie passend und Schlüppis, egal wie weit, egal wie passend? Nein, danke!

Aber natürlich trage ich welche, es gehört sich halt so. Nur, sobald ich zuhause bin – alles weg, so schnell wie möglich! Ich mags luftig. Für mich gibt es nichts schöneres als im Sommer ein langes Kleid oder einen langen Rock, völlig frei, tragen zu können. Mache ich natürlich selten und dann eher aufm Balkon oder im Garten (wenn eins von beidem vorhanden ist) und nicht wenn ich rausgehe (obwohl…manchmal schon, aber pssssssssst!). Herrlich! Ohne BH machen ja so einige im Sommer, da ich aber leider nicht zu den gesegneten A oder B Körbchen gehöre, quäle ich mich brav jeden Tag in irgendeinen BH… Schrecklich, aber muss wohl irgendwie sein. Weil, verstehen können es, aus meiner Erfahrung, die Wenigsten es kommt wohl irgendwie immer so verrucht rüber…?

Naja, also wie gesagt, ich hasse es, tue es aber trotzdem. (Und klar, habe ich ausser der, für mich halbwegs erträglichen, eher weniger schick anzuschauenden Unterwäsche, auch ein paar heiße Teile, die haben wenigstens irgend nen Sinn für mich, in gewissen Stunden  zumindest^^).  Und manchmal gehört es sich halt auch einfach so. So zum Beispiel, wenn man einen Termin für die Krankengymnastik hat…

Ja, genau, man kann es schon erahnen…

Letzte Nacht habe ich eine von diesen pflanzlichen Schlaftabletten genommen, weil ich seit Tagen einfach keine Ruhe finden konnte und körperlich wirklich schon abbaute. Eigentlich dachte ich, die würde nicht viel bewirken. Tat sie aber! Nicht nur, dass ich nachts auf dem Klo kurz weggenickt bin ( Kopf an harte Fliesen ist eine unfeine Art geweckt zu werden…), nein ich verschlief auch beinahe meinen Termin für die Krankengymnastik (Mittags um 2!). Nur durch mehmaliges Wecken meiner Mutter konnte ich mich irgendwann aufraffen. Völlig benebelt schlüpfte ich in meine Klamotten, die halt gerade so in der Nähe waren, bändigte meine Locken mit einer Mütze (gut, dass es noch Winter ist!) und humpelte runter zum Auto.

Mit 2 Minuten Verspätung erschien ich zum Termin und entgegen meiner Erwartung meine eigentliche PhysiotherapeutIN anzutreffen, wartete schon der Chef des Ladens auf mich. Den kenne ich noch von früher, er war auch der Physiotherapeut meiner Oma und ist seitdem ein guter Bekannter der Familie. Noch immer schläfrig folgte ich ihm in den Gymnastikraum und legte mich auf die Liege. Wir unterhielten uns kurz, dann holte er ein Handtuch und meinte „Ich gehe dann mal kurz raus, bitte Hose ausziehen.“ Jo, dachte ich, kein Thema. Weit gefehlt! Als ich nämlich, gemächlich meine Hose runterzog, bemerkte ich geschockt „ICH TRAGE GAR KEINEN SCHLÜPPI!“ Shit!

Ich setzte mich zurück auf die Liege und starrte auf meine halb heruntergezogene Hose, so blieb ich sitzen bis der Physiotherapeut zurück kam. „Alles in Ordnung Ninjaan?“ – Ob alles in Ordnung ist? Neeeee, ich habe keinen Schlüppi an und muss dir das jetzt irgendwie verklickern!

„Ehm also weisste Jo, ich, also ich…ich habe verschlafen und bin einfach in die Sachen und…“„Und?“ – „Ich habe was vergessen, kann ich die Hose vielleicht anlassen?“ – „Was vergessen? Was denn? Du musst die Ausziehen für die Übung, das weisst du doch!“ (AAAAAAAAAAAHHHHHHHHH!) – „Ich, naja…ich...“ Da lacht er plötzlich: „ Achsooo! Stichwort Unterwäsche, wa? Kein Problem, ich gebe dir ein zweites großes Handtuch!“

Nochmal: AAAAAAAAAHHHHHH! Oh Gott, wie unangenehm das war! Da komme ich da an ohne Schlüppi! Und bei jeder Bewegung hatte ich Angst, das mein  Handtuch verrutscht. Nicht weil ich dachte er würde schielen, aber weil ich mir vorkam, als würde ich ihn damit belästigen (Danke an #Aufschrei für diese Paranoia!).

Nun, was soll ich sagen, ich habe die 25 Minuten mit hochrotem Kopf überlebt. Mir einen Spruch meiner Mutter angehört, die mir schon am Gesicht ansah, dass irgendwas passiert ist und sitze nun hier und hoffe, dass am Montag wieder die Frau da ist (vor der es zwar ebenso peinlich ist, aber die ist vielleicht auch heimlich eine „UnterwäscheHasserin“?)

Mama´s Rat: Häng dir nen Zettel über´s Bett – Schlüppi nicht vergessen!

P.s.: Und ich gesteh mir ja nu ein, so unangenehm Unterwäsche auch ist, es gibt einfach unpassende Situationen keine zu tragen – absolut verständliche Situationen… So wie heute bei mir oder so wie hier:

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Eine Aussöhnung?

„Wie geht es dir Ninja, alles gut?“

Ich verlasse gerade die Arztpraxis, ich bin völlig übermüdet. Seit Amin fort ist schlafe ich schlecht. Dann vibriert mein Handy, ich hoffe auf eine Nachricht von Amin, wir schreiben uns immer  zwischendurch bei whatsapp. Aber es ist nicht Amin, es ist Yaya. Verdutzt starre ich auf mein Handy und werde erst von meinem Vater hochgeschreckt, der ungeduldig nach mir ruft.

Zuhause angekommen antworte ich ihm. Ich kann das, soweit ohne schlechtes Gewissen tun. Schon als Amin noch hier war, habe ich ihm von der Geschichte erzählt, auch davon, dass mich das „blöde“ Ende so sehr belastet, immer noch, irgendwie. Amin´s Reaktion war toll, weil er toll  ist. Er sagte mir, ich solle ihm doch noch mal schreiben, das klären. Das habe ich nicht getan, nun tut Yaya es selbst.

Ein beruhigendes Gefühl, etwas aufwühlend.

Wir schreiben ein wenig bei Fb. Zwischendurch bin ich unsicher, ob er nicht vielleicht high ist. Aber er fängt sich wieder, wir sprechen, ganz normal. Es tut gut und es tut noch mehr mit mir, als mir Erleichterung zu verschaffen – es bestätigt meine Gefühle zu Amin. Denn so sehr ich mich freue, dass Yaya und ich nach allem noch so schreiben können, scherzen können sogar, so sehr wird mir klar, dass es wirklich nur diese verpasste Chance war und keine unterdrückten Gefühle. Denn ich freue mich nur auf einen, auf Amin. Der Mann, der es geschafft hat, mich träumen zu lassen, von Dingen, von denen ich nicht mal wusste zu träumen.

Eine Aussöhnung ist also möglich, ob es eine Freundschaft auch ist, wird sich noch zeigen…

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Sehnsucht

Amin ist nun seit 1 1/2 Wochen fort. Er fehlt mir unendlich. Zu unserem Glück gibt es Smartphones und Internettelefonie, damit halten wir uns über Wasser. Anders könnten wir unsere stundenlangen, internationalen Gespräche wohl nicht führen – so können wir unsere Sehnsucht wenigstens etwas stillen.

Aufgrund meiner verpatzten OP (werde ich noch drüber berichten), müssen nun  alle meine Pläne umgeworfen werden. Ich werde, wenn der Doc das ok gibt, schon in 4 Wochen zu ihm fliegen, um mich dann anschließend am Kreuzband operieren zu lassen. Eigentlich war ja Mai geplant, nach der OP (dieser hier) und bevor ich wieder arbeiten kann (natürlich habe ich genug Urlaub um überhaupt fliegen zu können.)

Nun sind es also  nur noch wenige Wochen, ich bin furchtbar aufgeregt! Ich werde seine Familie treffen, das erste mal in Jordanien sein. Es gibt soviel vorzubereiten und ich bin immer noch mehr oder weniger ans Haus gefesselt…

Aber wenigstens hat die Sehnsucht dann ein wenig Pause…

Am Bahnhof

1249808265Für einen Moment wende ich den Blick von ihm ab. Neben mir steht ein älterer Herr, er zückt ein weißes Stofftuch aus seiner Jackentasche, wischt sich eine aufkommende Träne aus den Augen und richtet seinen Blick dann wieder, mühselig lächelnd, auf seine Frau, die direkt neben Amin im Zug steht. Sie. die Abreisenden, sehen auf uns, die Zurückbleibenden, hinunter, wehmütig. In dem Gesicht der Frau zeichnet sich ein Lächeln ab, als ihr Mann das weiße Tüchlein zart in der Luft schwenkt.

Die Türen schließen sich. Eine Druckwelle durchfährt meinen Körper, ich kann mich kaum auf den Beinen halten. Zum Glück habe ich Krücken. Die Tränen strömen mir über das Gesicht. Auch Amin zuckt zusammen, als der Zug sich in Bewegung setzt streicht er sich, ebenso verstohlen wie der alte Mann wenige Sekunden zuvor, Tränen aus den Augen.

Der Zug entfernt sich aus unserem Blickfeld. Ich weine, ungehemmt. Der alte Mann ist einige Meter, winkend, neben dem Zug hinter hergelaufen.

 

Nun dreht er sich zu mir um, sieht meine Tränen und kommt auf mich zu.

„Nicht weinen junge Frau, ihr Liebster kommt doch zu ihnen zurück!“