Als der Teufel mir die Geborgenheit nahm

Der Teufel hat mir die Geborgenheit genommen. Vor langer Zeit schon, aber auch nicht so langer Zeit, dass ich mich nicht daran erinnern könnte. Nicht so lange, dass ich nicht wüsste wie es war, bevor er kam und sie mir stahl.

Ich war schon kein Kind mehr. Aber was heisst das schon? Tief in uns, mögen wir uns noch sehr dagegen wehren, da ist doch immer noch dieses Kind. Das Kind das Angst hat vor der Dunkelheit, Monstern unter dem Bett, dem allein sein und dem Teufel. Also war ich eigentlich kein Kind mehr und war es doch.

Ich werde den Anblick des Teufels niemals vergessen, der kalte Blick aus den sonst so warmen, liebevollen Augen, wie ein kantiges Messer, dass dir die Seele zerschneidet, in winzig kleine Stücke. „Warum bist du gekommen?“ habe ich gefragt und erntete nur hämisches Lachen. Und mit jedem Wort und jedem Lachen wurde ich kleiner. Erst stand ich gerade, dann gebeugt und schließlich kniete ich, nicht wie eine Betende, sondern eine Bittende. Gefleht habe ich, er möge verschwinden, uns verschonen. Ich glaubte noch wo Liebe ist, sei kein Platz für ihn.

Ich irrte mich.

Nach einer Ewigkeit des Flehens, Worte umringt von Verzweiflung, und hämisch-grausamer Lache als Antwort, sprach der Teufel zu mir mit gelöster Zunge. Und seine Worte haben die Geborgenheit gestohlen. Ein einziger Schlag nur und alles war dahin.  „Warum nur Gott, habe ich mich gefragt, warum nur hast du die Zunge des Teufels nicht abgeschnürt und ins  Feuer geworfen? Ist seine stumme Anwesenheit nicht schon Qual genug?“ Aber Gottes Zunge ist nicht gelöst, so wie die des Teufels. Und als Antwort erhielt ich nur einen weiteren Schlag, der mir beinah auch die Liebe nahm.

Erst hielt ich es für einen Segen. “ Du hast mir die Geborgenheit genommen, aber nicht die Liebe! Siehst du Teufel? Du hast schon bei Hiob versagt!“ triumphierte ich, in meinem Leichtsinn. Aber heute weiß ich, ohne die Liebe, wäre mir die gestohlene Geborgenheit keine Qual.

Immer und immer wieder aufs neue führt er mir dies vor Augen.

Ich habe ihn unzählige Male gesehen und jedes Mal schneidet er meine Seele in kleine Stücke, entzieht mir die letzten Erinnerungen an die Geborgenheit, aber die Liebe, die nimmt er mir nicht, so sehr ich ihn auch darum bitte. Aber was bitte ich auch, der Teufel erhört das Flehen der Leidenden niemals, er hat nur Spott für sie.

Manchmal, wenn der Teufel nicht bei uns ist, wenn er schläft, oder gerade anderen die Geborgenheit stiehlt, dann will ich dich anschreien und dich schütteln, weil du ihm die Tür geöffnet hast, ihn herein gelassen hast in unseren innersten Kreis. Aber die Liebe hält mich zurück und die Angst, dass du ihn dann wieder herbei rufst, wie du es immer tust, wenn dir etwas zu viel wird.

Und jetzt leben wir mit dem Teufel, Tag ein und Tag aus. Und ich versuche ihn zu riechen, ihn zu hören, ohne das er spricht, damit ich davon laufen kann, aber es gelingt mir nicht. Wenn ich ihn rieche, ist es zu spät und wenn ich ihn höre, liege ich schon am Boden.

Der Teufel hat mit die Geborgenheit genommen, vor langer Zeit, und niemand bringt sie mir  zurück,…

…solange du ihn nicht fort schickst.

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Update

Nicht das hier der Eindruck entsteht, ich wäre die letzte Zeit völlig unproduktiv, da hier auf meinem Blog nicht allzu viel los ist!

Im Gegenteil, es ist so viel los, dass ich einfach nicht die Ruhe finde hier etwas zu schreiben.  Geschichten wären da eigentlich genug…  Der Job spannt mich total ein – und ich liebe es! Endlich fühle ich mich wieder gefordert, tue wieder etwas sinnvolles, habe eine Aufgabe. Meine Kollegen sind in Ordnung (naja, fast alle, aber das ist ja immer so 😉  ), die Arbeit macht mir Spass und sogar die „unmenschliche“ Aufstehzeit ist gar nicht mehr so furchtbar wie am Anfang. Aber es passiert zurzeit einfach so viel, dass es mir schwer fällt meine Gedanken wirklich zu ordnen.

Also nun mal ein kleines Update:

– Im neuen Job ist alles gut, auch wenn meine zuständigen Bereiche sich von 2 plötzlich auf 4 verdoppelt haben und ich in wenigen Wochen den ersten Ausschuss leiten muss (vor Externen!), wurschtel ich mich da irgendwie durch.

– Amin und ich arbeiten gerade angestrengt an seinem Visum. Eigentlich müsste alles ohne Probleme klappen, aber irgendwie sitzt einem die Angst im Nacken – irgendwann geht mal was schief, hier wäre es besonders fatal…

– Ich versuche gerade meine Krankenkasse zu wechseln, gar nicht so einfach, vor allem wenn die neue Krankenkasse einfach mal so die zugesendeten Unterlagen verliert, meine Arbeitszeit mit ihren kollidiert und ich a) keinen Handyempfang auf der Arbeit habe und b) eigentlich nicht vom Diensttelefon privat raustelefonieren darf…

– Meine Physiotherapie 2-3 mal die Woche nach der Arbeit (juhuu…so nach 8 Monaten kaum bewegen ist das natürlich keine leichte Überforderung 😉 ) läuft gut. Ich mache riesen Fortschritte, kann die Treppe mittlerweile normal hochgehen und runter sehe ich nur noch ein ganz kleines bisschen aus wie eine Ente… (NInja-Ente?) In 2 Monaten dürfte ich komplett fit sein.

– In 3 Wochen habe ich meine erste Klausur in Geschichte und ich bin so gut wie gar nicht vorbereitet! Ein Albtraum…ich muss endlich anfangen! Aber so sprunghaft wie ich bin denke ich gerade „Hach, warum nochmal wollteste nicht den M.A. in Politik machen…? -.-

– Ich muss mich noch aufraffen bei meiner alten Arbeit mal nachzufragen, was denn so mit meinem Arbeitszeugnis und der Auszahlung der Urlaubstage ist? Ich befürchte ja, die überraschen mich noch….

Das wars eigentlich auch schon, besonders viel ist es nicht…aber irgendwie doch zeitaufwendig.

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Quelle

Flüchtlingsgeschichte – Eine Erinnerung

Angeregt durch den Artikel von leiderdepro über die rassistischen Debatten in der Schweiz, wie man denn nun mit Asylbewerbern im alltäglichen Leben verfahren solle, erinnere ich mich zurück. Zurück an meine Zeit in der Flüchtlings- und Migrationsberatungsstelle in Berlin. Von 2009 bis 2010 habe ich dort mein Anerkennungsjahr als Sozialarbeiterin gemacht. Ich habe danach nicht wieder in diesem Bereich gearbeitet, nicht weil ich es nicht wollte, aber weil es viel zu wenige, bezahlte Stellen in diesem Bereich gibt und manchmal habe ich mich vielleicht auch nicht genug bemüht, weil ich weiß, dass dieser Job einen sehr oft nicht schlafen lässt. All das Leid, all die Geschichten die man dort tagtäglich zu hören bekommt , die Art und Weise wie unser Rechtsstaat mit diesen Menschen umgeht und was für elementare Dinge ihnen einfach verweigert werden – das nagt an dir, hinterlässt das Gefühl der Ohnmacht. Ich hatte unzählige Fälle, jeden Tag neue, aber ein Fall, der beschäftigt mich noch heute, vielleicht weil er am intensivsten oder am schrecklichsten von allen war?

Als Frau D. im Sommer 2009 das erste Mal unser Büro betrat, hatte sie eine riesige Mappe mit mehreren hundert Seiten unter dem Arm und ein kleines 4jähriges Kind an der Hand, ihr Blick war gesenkt, ihre Stimme leise, ihre Bewegungen fast schwerfällig. Sie kommt aus Kinshasa, ist das 2. Mal hier in Deutschland, dieses Mal seit 2 Jahren. Vor 6 Jahren wurde sie abgeschoben, allein, ohne ihren Mann, der sich während ihrer Abwesenheit von ihr scheiden ließ, und ihren 1. Sohn, der an einer Intelligenzminderung leidet.

Beim ersten Mal wurde ihr Antrag auf Asyl aufgrund politischer Verfolgung und androhender Folter abgelehnt. Beim zweiten Mal, als sie mit einem Kind an ihrer Hand erscheint, dass keiner Ehe entsprungen ist (jeder kann sich wohl denken, was da geschehen ist…), wird ihr der Aufenthalt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bewilligt.

Frau D. lebt in Ostberlin in einer sogenannten Asylunterkunft, gemeinsam mit ihren Söhnen. Den ältesten hat der Vater „netterweise“ vor ihrer Tür abgesetzt und ist dann verschwunden. Für sich selbst und ihren Jüngsten bekommt sie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, allerdings bekommt sie kein Geld für die Versorgung ihres 1. Sohnes, der einen gesicherten Aufenthalt in DE hat. Sie darf nicht arbeiten, ihr Kind bekommt keinen Kindergartenplatz, sie darf nicht umziehen, hat kein Konto, darf Berlin nicht verlassen, sie darf an keinem Deutschkurs teilnehmen etc.

Ihr Fall ist eine Mammutaufgabe, besonders für mich, als Anfängerin. Aber ich beginne mich durch die unzähligen Seiten ihrer Mappe zu lesen, telefoniere kurz mit dem Anwalt, der sie während einer Beratungssitzung in ihrem „Heim“ zu uns geschickt hat. Es gibt Hoffnung für Frau D. , Hoffnung, weil die Ausländerbehörde sie, und anders kann man das nicht erklären, regelrecht beschissen hat. Frau D. hat nämlich ein Schreiben vom BAMF, dass sie einen gesicherten Aufenthalt hat, die Ausländerbehöre jedoch, hat ihr einen abweichenden Aufenthaltsstatus in ihre Papiere gestempelt, einen für Staatenlose (und somit hier DE nahezu rechtlose). Frau D. darf nämlich eigentlich all das, was ihr verwehrt wird, die Ausländerbehörde, die dem BAMF unterstellt ist, muss nur den richtigen Stempel in ihre Ausweispapiere packen.

Sie hat einen Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II, darf einen Deutschkurs machen, darf einen Kindergartenplatz für ihr Kind suchen, darf aus Berlin raus, darf aus dem Asylbewerberheim raus, ein Konto haben und in den Arbeitsmarkt integriert werden. Für 80% dieser Aufgabe haben wir, nach der Auseinandersetzung mit der Ausländerbehörde und dem richtigen Stempel, ein Jahr gebraucht. Wir haben es geschafft.

Das klingt wie eine Erfolgsgeschichte? Nein, das ist keine Erfolgsgeschichte.

Denn abgesehen von dem Behördenschmu, der einer alleinerziehenden Mutter von 2 Kindern, einer traumatisierten Frau, einem Kriegsflüchtling, das Leben unerträglich machen wollte, hat die Umgebung in der man sie zwang zu leben, ihr übrigens getan, diese Frau zu brechen. Ganz sicher, unbestreitbar sogar, litt diese Frau schon seit ihren Erlebnissen im Kongo unter PTBS , aber was sie und ihre Kinder hier in Deutschland, das Land in das sie flüchteten und auf Sicherheit hofften, erleiden mussten, hat definitiv sein Übriges getan.

Frau D. spricht nicht viel, nicht das sie es nicht kann, sie hat sich die deutsche Sprache selbst beigebracht, aber sie traut sich nicht, wenn sie spricht, dann verzieht sie ihr Gesicht, als würde es ihr Schmerzen bereiten. Sie ist ängstlich und mißtrauisch, es dauert Wochen ihr Vertrauen zu gewinnen. Zu oft wurde sie hier enttäuscht und verraten. Immer, wenn wir nach Lichtenberg fahren, zum Jobcenter, dann nimmt sie ängstlich meine Hand und drückt sie so fest, dass es wehtut, immer dann, wenn uns ein dt. Mann entgegen kommt. Sie zittert dann, und würde sie sich nicht an mir festhalten, würde sie wahrscheinlich davon laufen, irgendwo hin, nur nicht hier bleiben, wo dieser Mann ist, mit dem hellen Haar.

Ein einziges Mal berichtet sie mir etwas von sich aus, dass ein Deutscher in ihr Heim eingebrochen ist, in die Gemeinschaftsküche, wo sie und ein irakischer Kurde gerade Essen kochten, er hatte ein Messer, ging auf den Mann los und schrie immer wieder „Wir wollen euch hier nicht haben!“. Der Mann war stark genug ihn abzuwehren, Frau D. rief die Polizei. Die haben diesen Mann nicht mal mit auf die Polizeiwache genommen. Seitdem sagt sie, kocht sie auf zwei Platten in ihrem Zimmer. Die Küche ist im Erdgeschoss, da kann jeder rein.

Eine weitere, viel schockierendere Geschichte erfahre ich aus ihren Akten. Ich weiß noch, dass ich damals mitten im Büro angefangen habe zu weinen. Aber lest selbst:

Ihr kleiner 4jähriger Sohn war eines Tages verschwunden. Der Älteste war auch nicht aufzufinden. Sie hatte ihm verboten draußen zu spielen, das ist viel zu gefährlich. Aber jetzt ist er doch weg. Nach Stunden kommen beide zurück, beide weinen. Der Kleine ist nass, nicht nass, schmierig. Schmierig von einer Ladung Duschgel. Sie hatten draussen vor der Tür des Heimes gespielt, als eine Gruppe dt. junger Männer vorbei kam. Sie packten den Kleinen, der ältere 12Jahre, versuchte etwas dagegen zu unternehmen, konnte aber nichts ausrichten. Sie nahmen den Kleinen mit, nicht weit, um die Ecke in Büsche, zogen ihn aus und schmierten ihn mit dem Duschgel voll. „Du bist so dreckig, du musst weiß werden!“ sagten sie ihm. Er berichtete, sie haben sogar meinen Popo damit voll gemacht… Der Große weint, er habe ihn gesucht, habe ihn zurückgebracht. Er habe Angst gehabt, Ärger von der Mama zubekommen, wenn er zugibt den Kleinen verloren zu haben…

Ich habe das alles in einem Polizeiprotokoll gelesen – der Fall wurde nicht weiter verfolgt.

Ich lese das 1 Jahr nach dem Vorfall. Es fällt mir schwer, aber ich spreche sie darauf an, gehe nicht ins Detail, frage sie, ob wir da nicht etwas machen sollten. Sie sieht mich müde an „Er lebt, solange er lebt, tun sie nichts. Vielleicht nicht mal wenn er tot ist.“

Sie hat ihren Glauben, ihre Hoffnung, auf ein Land der Freiheit und Sicherheit verloren. Sie kam hier her, weil sie und ihr Sohn im Kongo gestorben wären. Sie träumte von Deutschland, als ein Land in dem sie und ihre Kinder in Sicherheit leben können. Sie wurde bitter enttäuscht. Könnte sie, vielleicht würde sie gehen, irgendwo hin, vielleicht gibt es noch irgendwo einen Platz auf der Welt, der Sicherheit und Freiheit bedeutet? Aber sie kann nicht, sie hat nur eine Aufenthaltsgenehmigung, sie muss sich arrangieren hier. Alles ist besser als zurück in den Kongo. Der Kongo bedeutet Tod und Folter für sie. Deutschland nur Unsicherheit, Demütigung, Retraumatisierung und manchmal Mißhandlung.

Ich hoffe, dass sie eine Therapie macht, ich habe es ihr so oft vorgeschlagen. Ich hoffe es geht ihr besser, ihren Kindern besser. Ich hoffe irgendwann kann sie sich doch etwas zuhause fühlen, hier, in diesem Land, unserem Land, dass doch immer so stolz ist, auf seine Demokratie, seinen Säkularismus, seine Freiheit und den Humanismus…

 

 

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Nähe Teil II – 1 Jahr später

Stück für Stück, leise, langsam, kommst du mir wieder näher.

Mit diesen Sätzen begann ich vor über einem Jahr einen Artikel, den ich für dich schrieb Yaya. Wir hatten einen riesen Streit hinter uns, erinnerst du dich noch? Wir waren so böse zueinander und keiner, nicht mal ich selbst hatte geglaubt, wir könnten das noch einmal hinbekommen. Aber irgendwie haben wir das, zumindest kurzfristig.

Ich schrieb:

Eine Nachricht hier, eine Nachricht da. Aus kurzen Mails werden Gespräche, aus einem Lächeln wird ein Lachen. Aus Unsicherheit …“

Weiter kann ich hier nicht zitieren (Original Text)  , weil es nicht wahr wäre. Richtig müsste es jetzt heissen: “ wird eine noch viel größere Unsicherheit.“. 

Schon im Frühjahr  hast du unser monatelanges Schweigen gebrochen, hast um eine Aussprache gebeten. In diesen Monaten hat sich mein gesamtes Leben verändert, du warst nicht dabei. Ich hatte einen Unfall, viel Zeit zum Nachdenken und, das Wichtigste von allem: Ich bin über dich hinweg und habe, Gott sei es gedankt, einen Menschen getroffen, der mein Herz komplett ausfüllt. Meine Obsession für dich, hat nach 2 langen Jahren endlich ein Ende gefunden. Und ich war erleichtert als du mir schriebst, ich wollte nicht, dass du wütend auf mich bist, wollte nie, dass die Sache zwischen dir und mir so böse endet.

Es war doch alles gut jetzt. Hin und wieder haben wir uns geschrieben, einen Song für den Anderen hinterlassen. Alles ist wieder gut zwischen uns – wir können eine lose Freundschaft haben – so wie es eigentlich immer hätte sein sollen.

Amin habe ich schon früh von dir erzählt, von dir und meinen Fehlern, deinen auch. Er hatte immer Verständnis, hat sich mit mir gefreut, als du die Aussprache mit mir gesucht hast, weil er wusste, wie schwer dies, trotz allem auf meinen Schultern lastete. Ist er nicht wundervoll?

Ach, was frage ich dich das. Du weisst es nicht. Du weisst, dass er existiert, siehst unsere Bilder bei Whatsapp und als du letztens (wie mir beschrieben) auf meiner FB Seite warst, hast du sicher noch viel mehr gesehen. Aber du schweigst dazu und ich? Ich schweige auch.

Aber ich bitte dich, eigentlich war das doch auch kein Thema, weil wir gar nicht so eng waren. Weil wir höchstens alle paar Wochen mal von dem anderen etwas hörten. Und wenn wir ehrlich sind, hast du mir geschrieben und nicht ich dir. Ich schreibe dir nicht, weil da jemand anderes in meinem Kopf und meinem Herzen ist und ich es manchmal schlicht vergesse. Es ist doch alles gut, warum sollte ich mir einen Kopf darum machen?

Doch jetzt, jetzt fühlt es sich langsam kritisch an. Denn plötzlich geschieht genau das, was ich schon vor einem Jahr schrieb „Stück für Stück…“. Seit Tagen schreibst du mir täglich, manchmal auch mehrmals. Und ich? Ich gehe darauf ein, rede mit dir, lache mit dir. Und erst ist es schön, so vertraut und ich denke mir nichts dabei. Wir sprechen noch einmal über die Katastrophe und als du mir sagst, dass es so schön ist, dass wir uns kennen, streichelt das meine Seele. Ich habe zwar meine Liebe gefunden, aber in den letzten Wochen genau deshalb zwei Freunde verloren – diese Worte jetzt von dir zu hören, ausgerechnet von dir, tut unendlich gut.

Aber ist das jetzt gut so? Irgendwann telefoniere ich gerade mit Amin und du bombadierst mich  mit Nachrichten bei whatsapp. Auf seine Frage, wer mir da die ganze Zeit schreibt, antworte ich mit einem “ Schulterzucken über´s Telefon“. Da wird es mir klar. Ich glaube Yaya, das ist nicht so gut. Nicht so nah. Ich habe mich für jemanden entschieden, wie würde ich reagieren, wenn er den halben Tag damit beschäftigt wäre, mit einer seiner „Ex-Lieben“ zu sprechen?

Ich habs ihm gesagt, also nicht alles. Aber das wir ein längeres Gespräch hatten. Er hat betont cool reagiert. Ich kaufe ihm das nicht so ganz ab, ich kenne ihn, er hat immer Angst mich einzuengen, weil ich doch mal so ein runaway war. Du erinnerst dich, Mr. super-duper runaway, so hast du mich immer genannt?!

Einen ganzen Tag kommt nichts von dir, ich spüre wie sich die Erleichterung breit macht, so nah bist du doch gar nicht, sage ich mir. Falsch, mitten in der Nacht schickst du mir Bilder von Künstlern. Man Yaya, ich weiß, es ist meine Aufgabe dir das zu sagen, aber kannst du es nicht von selbst erahnen? Mitten in der Nacht… Du weisst doch, ich kann das nicht, über sowas reden – jedenfalls nicht mit dir. Zwischen uns ist immer noch diese Glaswand, wir erahnen, aber sprechen es nicht aus.

Kat, Rommel und Jackson sind sich einig, ich muss direkter werden, ich soll es dir sagen. Das du nicht so nah sein sollst. Wie soll ich dir DAS sagen? Bei unseren Aussprachen ist mir klar geworden, dass du viel länger, viel intensiver an Dingen zu knabbern hast, als ich es je für möglich gehalten habe. Wie sage ich es dir also, ohne dir auf die Füße zu treten, ohne zu streiten, ohne zu verletzen? Ich will niemanden verletzen, allen voran Amin nicht und deshalb muss ich irgendwas sagen.

Tu mir einen Gefallen, Yaya, diese eine Mal, versteh mich bitte richtig, lass mich bitte ausreden. Lass mich dir sagen, dass du bitte einen Schritt zurückgehen musst…

Jackson: Ich sage dir mal was Ninjaan! Du spielst mit dem Feuer, lass das! Amin sagt nur nichts, weil er dich liebt und dich nicht einengen will. Wenn Yaya dich so gern hat, dann soll er doch bitte darauf auch Rücksicht nehmen, findest du nicht?

Ninjaan: …

 

 

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Die Arbeit beginnt!

Heute ist es endlich soweit! Ab 7:45 Uhr werde ich im neuen Büro sitzen, bei der neuen Arbeit und hoffentlich einen guten 2. Eindruck hinterlassen! Endlich komme ich wieder raus, endlich wieder ein geregelter Tagesablauf! Ok, das frühe Aufstehen ist etwas mistig ( 6 Uhr !! Wozu habe ich eigentlich Sozialarbeit studiert? ^^), aber das kriege ich schon hin!

Alles ist gut, endlich! Und ich glaube mich zu erinnern, dass die liebe Soz-Patty heute auch ihren ersten Tag hat, deshalb:

Ein Hoch auf uns und das Ende des Lagakollas!

llkihlij