Augenblick ohne Nachgeschmack

Wir waren vollgegessen und eigentlich müde, irgendwie und irgendwann sind wir wohl alt geworden.

Vom Nachtleben in der Stadt haben wir keine Ahnung, nur schlechte Erinnerungen und an diese Plätze wollen wir nicht. Alternativ, ergo ruhig, soll es sein, da sind wir uns einig und ach Kat stimmt zu. Also machen wir uns auf den Weg. Die location nennt sich irreführender-Weise Café. Was uns erwartet ist kein Café sondern ein riesiges Gelände, in der keine Wand nackt daher kommt und der Platz an sich schon eine (Street-) Art Gallery sein könnte. Ganz hinten, versteckt ist der Eingang, etwas versifft, aber vielleicht gerade deshalb so entspannend?

Drinnen ist es nicht weniger versifft, aber alle sind friedlich. Nach 2 1/2 Stunden sind wir müde, so richtig müde, also Amin und ich, Kat eher nicht, sie könnte noch länger, aber leider ist sie mit alten Leuten unterwegs.

Wir verlassen das Café das kein Café ist, stehen draussen und warten auf Amin, der noch Fotos machen will, von den Graffitties und dem versifften Eingang. Ich sehe mich um, drüben, nur etwa 10 Meter von mir entfernt steigt grüner Rauch aus einer Flasche auf – komisch denke ich mir noch, ausgerechnet grün , als ich ihn sehe.

Aus dem grünen Rauch heraus sehe ich sein lachendes Gesicht, die Bierflasche in seiner Hand und den Blick ganz und gar auf seinen Gegenüber gerichtet, steht er da.

2 Jahre ist es her. 1 Jahr davon habe ich mir nichts mehr gewünscht als einen solchen Augenblick. Irgendwo, irgendwann, Rauch und PUFF ist er da. Jetzt stehe ich hier und starre nur und merke plötzlich, das er auch starrt. Naja, nicht starrt sondern schaut. Und ich, ich hole tief Luft, richte mich auf, sehe weg, suche Kat und Amin und sehe zu, dass wir fort kommen.

„Shit“! denke ich später im Auto. Normal geht eigentlich anders oder? Ich öffne Whatsapp und sehe, dass er vor 20 Minuten zuletzt online war.

Happy new year, Yaya .

– ist alles was mir einfällt.

Happy new year, Ninj.

– lautet seine Antwort 2 Tage später.

Normal wird es wohl nie – muss es aber auch nicht….

 

Advertisements

Ninja mood und seine Folgen

Mittwoch Abend, mitten in der Woche, ich sollte zuhause im Bett liegen, das Jahr ist wie verhext, alles geht daneben, mittlerweile sogar im Job. Tadel vom JA (tzzz) und geklautes Portemonai (auch unter den liebsten Jungs ist doch einer, der…). Ich liege aber nicht im Bett, sondern bin mit zwei ehemaligen Arbeitskolleginnen, wir trinken ein bisschen und hören Musik. Auf die Dauer wird das langweilig, in benebelten Köpfen entsteht die Idee ein Taxi zu rufen, ab in die nächste Großstadt, feiern gehen. Gut, es ist Mittwoch, aber was solls, das schaffen wir schon und wie vernünftig ist man schon nach ein paar Gläsern? Auf gehts, 80 Euro durch 3 geteilt, zu teuer, aber who cares?

Der Abend ist schön, wir tanzen, lachen haben Spass, alles ist gut, bis irgendwann, kurz vor Schluß die Katastrophe ihren Lauf nimmt. Eine meiner Arbeitskolleginnen, Nela, flirtet mit einem Mann, der aber wohl zuvor schon mit einer Anderen beschäftigt war. Diese tickt aus und geht auf Nela los, wir gehen dazwischen und werden prompt vor die Tür befördert, die Angreiferin hat einen Bruder der Türsteher ist – keine Chance für uns. 25 Minuten muss ich mich mit den Türstehern streiten bis mir der umkämpfte Mann von Nela meine Jacke holen darf.

Draussen auf der Straße wird weiter gepöbelt, Nela ist überfordert, ich bin durchgefroren und drehe durch. Ich wiederhole lieber nicht was ich sagte, aber schön war es nicht. Ein junger Mann der plötzlich auftauch hält mich zurück, will mich beruhigen, redet auf mich ein, ich bin schon fast blind vor Wut – ninja mood auf nahezu höchster Stufe. Aber ich beruhige mich, der ninja mood zeigt Wirkung und das Mädchen (Frau mag ich sie nicht nennen), wird ruhig und geht.

Ich will nachhause, glaube nicht, dass die Sache schon erledigt ist, ich kenne das zu gut. Aber auf mich hört keiner und so latschten wir zum nächsten Club, direkt auf die Tanzfläche. Der junge Mann ist noch an meiner Seite, ich habe keine Lust mich zu unterhalten, erst recht nicht, als ich bemerke, dass auch das Mädchen in diesem Club ist und Nela schon mit den Blicken anvisiert hat.

5 Minuten dauert es, vielleicht weniger, dann greift sie Nela ein zweites Mal an, diesmal gleich mit der Faust. Unsere andere Freundin hält Nela zurück, ich das Mädchen. Sie schlägt wild um sich – meine ninja mood Leuchte ist auf rot gestellt. Weil sie nicht aufhört und ich mich nicht mehr beherrschen kann, packe ich sie am Schopf und werfe sie gekonnt (nein, ich mache eigentlich Kampfsport, aber wir Sozialarbeiter haben so einiges drauf, wenns sein muss…) auf den Boden. Als ich mich aufrichte, sie loslasse sehe ich nur noch zwei Türsteher auf mich zukommen – eine Sekunde später werde ich mit voller Wucht weggestossen und liege auf dem Boden. Ich will aufstehen, aber ich kann es nicht mehr, mein Knie knickt weg.

Der junge Mann eilt zu mir, hilft mir auf. „Ich kann nicht mehr gehen!“ sage ich mit zitternder Stimme. „Ich bringe dich raus, bevor sie die Polizei rufen!“ beruhigt er mich. Meine Freundinnen sind weg, keine von ihnen geht ans Telefon, wir stehen draussen, naja ich stehe weniger und hänge eher an seinem Arm – der Schmerz treibt mir die Tränen in die Augen. Er wolle mich zum Bahnhof bringen, ich könne nicht hier bleiben, wir nehmen ein Taxi. Ich denke noch, wie anständig das von ihm ist, wo er mich doch gar nicht kennt. Am Bahnhof angekommen, versucht er mich zu küssen, fragt ob ich mit ihm in ein Hotel gehen will. Geschockt sehe ich ihn an, ich würde ihn gerne wegschlagen, aber dann könnte ich nicht mehr stehen, also weine ich. Ich weine bitterlich. Ich habe Angst, kann mich nicht wehren, wer weiß wie der Typ drauf ist?

Von meinen Tränen schockiert, stützt er mich bis zum Eingang vom Hauptbahnhof und dreht sich dann wortlos um und geht. Anständig sieht anders aus. Ich lehne an einer Wand, stehe auf einem Bein, der Schmerz wird immer stärker, die Tränen laufen mir über´s Gesicht.

Ich ziehe mein Handy aus der Tasche, wen soll ich anrufen? Das hier ist Yaya´s Stadt, soll ich ihn anrufen, in diesem Zustand? Aber wen sonst? Es ist halb acht Uhr morgens, ob er schläft? Ich traue mich nicht, beginne noch mehr zu weinen und wähle Plitschis Nummer, sie geht sofort ran. Vor Schluchzen versteht sie kaum ein Wort, sie hört mich nur immer „Sag mir, kann ich Yaya anrufen? Kann ich ihn anrufen? Kommt er um mir zu helfen?“ sagen. Nach und nach erkläre ich ihr die Situation, sie hat kein Auto, kann mich nicht holen. Ich solle ihn nicht anrufen, erstmal nur eine Sms…man weiss nie und würde er nein sagen? Dann würde ich, Ninjaan, doch total zusammenbrechen. Recht hat sie. Ich weine weiter, die Menschen am Bahnhof würdigen mich keines Blickes, nicht mal die Bahnhofsmission macht halt, um mir Hilfe anzubieten (Wofür genau sind sie nochmal da?)

Ich schreibe Yaya eine Sms „Bist du wach?“, mehr sage ich nicht, hoffe er antwortet schnell. Tut er aber nicht. Mein Akku ist fast alle. Plitschi ruft mich wieder an, sagt mir von welchem Gleis mein Zug fährt und wann, hat meine Mutter informiert, die  mich vom Bahnhof abholen wird. Ich brauche 20 Minuten bis zum Gleis, weil ich kaum laufen kann, zweimal beinahe vor Schmerzen zusammenbreche, niemand bietet mir Hilfe an, meine Tränen versiegen, ich muss hier weg, es ist kalt.

Ich erwische den Zug gerade noch, schlafe vor Erschöpfung ein und der Schaffner verschont mich, aus Mitleid, kurz vor meiner Haltestelle, 40 Euro Strafe für´s Schwarzfahren zubezahlen. Wenigstens ein netter Mensch. Mittlerweile habe ich Nachricht von meinen Freundinnen, sie seien noch in Hannover, hätte mich verloren, Nela sei ohnmächtig geworden, vor lauter Alkohol. Es hagelt Entschuldigungen, weil ich allein gelassen wurde, solange bis mein Handy ausgeht.

Ich verbringe den ganzen Tag in der Notaufnahme des KH, was mit meinem Knie ist wissen sie nicht, kein Bruch sagt das Röntgenbild. Ich bekomme eine Schiene und eine AU und eine Überweisung zum Orthopäden.

Abends erreicht mich eine Sms von Yaya, er sei wach und wer ich wäre. Ich antworte nicht, was sollte ich auch sagen?

4 Tage später bin ich beim Orthopäden, er punktiert mein Knie und zieht 8 Spritzen Blut heraus, er ist erschrocken. Er befürchtet etwas sei mit meinen Bändern nicht in Ordnung. Krankschreibung für 2 Wochen, Überweisung zum Radiologen und das Verbot am 17.12. zu fliegen – keine Chance. Wäre mein Neffe nicht mit mir in der Arztpraxis gewesen, hätte ich sicher wieder geweint – manchmal ist es einfach zuviel…

Und das alles, weil ich im Ninja mood einer Freundin geholfen habe…

Der totale Absturz

Uhrzeit: Irgendwann nach Mitternacht

Ort: Kat´s Küche, Hamburg, später Reeperbahn

Beteiligte Personen: Kat, Plitschi, Ninjaan

Umstände die zur Tat führten: Eine Flasche Ouzo, eine halbe Flasche Vodka und ein Handy

Wir saßen schon eine Weile zusammen in der Küche, die Gläser waren im Minuten Takt leer, glücklich sind wir gerade alle nicht wirklich, da geht das noch schneller. Um halb 1 beginnt die Diskussionsrunde „Darf Ninjaan Yaya in diesem Zustand anrufen?“ Es gibt Pro und Kontra. Der Haupt „Pro-Punkt“: Es gibt eh nichts mehr zu verlieren und wenn Ninjaan es sich so wünscht, warum nicht? Der stärkste „Kontra-Punkt“: Er könnte nicht rangehen, aus welchem Grund auch immer, und dann bist du noch trauriger.

In meinem Kopf dreht sich alles, ein klarer Gedanke war schwer zu fassen, der Ouzo knallt mehr als erwartet. Mit jedem Schluck steigt die Gleichgültigkeit und die Hemmschwelle sinkt. Was soll schon passieren? Ich rufe nur kurz an, nur ein kurzes Gespräch – warum sagt er nichts, via Email zum Beispiel – bin ich so schnell vergessen? Ich muss es hören, will es hören und irgendwo tief in mir spricht die dumpfe Stimme der Hoffnung zu mir…

Kat und Plitschi geben grünes Licht, sie sind selbst betrunken, traurig, Ninjaan soll nicht so traurig sein, was soll schon passieren?

Der letzte Anflug von Verstand lässt mich noch schnell meine Nummer unterdrücken – es hat mich immerhin 15 Euro gekostet!

Es klingelt, er ist in der selben Stadt wie ich, mein Herz rast, Kat und Plitschi starren gebannt auf das Handy in meiner Hand. – Niemand nimmt ab. So spät ist es nicht, ich schüttel die Zweifel ab und wähle noch einmal die Nummer. Es klingelt 3mal, dann hört das Klingeln auf. Stille. Kein Wort. Ich halte die Luft an und setze schließlich an, versuche nicht zu lallen: „Hey Yaya….hi!“

Stille. Dann ein Besetztzeichen. Er hat aufgelegt. das Dröhnen in meinem Kopf wird unerträglich laut. Kat und Plitschi sind geschockt, sagen nichts. Ich wähle erneut die Nummer, das muss ein Versehen gewesen sein, er legt doch nicht auf, wenn er meine Stimme hört. Es klingelt genau 3mal, dann ertönt das Besetztzeichen abermals.

Mit glasigen Augen sehe ich zu Plitschi, sie sitzt mir direkt gegenüber. Sie stammelt etwas, ich verstehe sie nicht, ich höre nur das Dröhnen in meinem Kopf und den Besetztton, als hätte ich noch nicht aufgelegt. Noch einmal nehme ich das Handy in die Hand. „Tu es nicht Ninjaan…bitte…“ Plitschi´s Stimme zittert. Ich schüttele nur den Kopf, mir ist schwindelig, das kann nicht sein. Ich wähle erneut. Nach 2 Mal klingeln der Besetztton.

Yaya hat aufgelegt, als er mich gehört hat und mich danach weggedrückt. Er hat nicht das Klingeln ignoriert, den Ton auf lautlos gestellt, sondern mich weggedrückt.

Ich stehe auf, mir ist so schwindelig, ich sehe schlecht, vielleicht liegt es am Alkohol, vielleicht an den Tränen in meinen Augen, aber ich kann nicht weinen. Ich will raus, raus und vergessen und mehr trinken, bis ich vergesse, was man nicht vergessen kann.

Ich schreibe noch eine Nachricht bei Skype, etwas über Respektlosigkeit, böse Worte, davon, dass ich eine Freundin war und ich verfluche ihn auf persisch.

Wir gehen aus, erst zu dritt, später nur Kat und ich. Ich trinke weiter. Wir sind auf der Reeperbahn in einem Club, Kat will mich vom Trinken abhalten, aber ich will nicht. Ich fühle mich betäubt, es gibt kein besseres Gefühl als das, nicht in diesem Moment. Ich streite mit ihr, tanze, rede, flirte, wirke wie leichte Beute für Männer. Mir ist alles egal, mein Kopf dröhnt noch immer, ich muss vergessen.

Ich tanze mit einem Typ, von dem ich nicht sagen kann, ob ich ihn attraktiv finde, weil es egal ist. Er kann tanzen, er lenkt mich ab. Irgendwann küssen wir uns, ich fühle sowieso nichts. Kat will mich nach Hause bringen, ich lehne ab…ich will nicht ins Bett, nicht nachdenken, ich will bleiben und feiern bis ich einfach umfalle. Irgendwann gibt sie auf, Ninjaan ist alt genug und bleibt bei dem Typ im Club.

Als er mich nach meinem Namen fragt sage ich ihm, dass es keine Rolle spielt, weil wir uns nicht wiedersehen werden und ich ihn morgen vergessen habe. Komischerweise ist dieser Aufreisser tatsächlich für einen Moment geschockt, er nennt mich abgebrüht. Nein, nicht abgebrüht, denke ich, nur tot, Gefühlstot.

Ich komme morgens um 10 Uhr in Kat´s Wohnung an. Ich rieche genauso wie die Küche, nach Alkohol und Zigaretten. Ich warte bis sie aufwachen, in meinem Kopf ist Leere.

Ich schlafe nicht, bis Sonntag Nacht bin ich auf den Beinen. Danach falle ich in einen komatösen Schlaf, auf der Couch meiner Mutter, da fühle ich mich nicht so allein. Nicht allein sein, nicht zuviel denken…das tut weh, im Kopf, im gesamten Körper.

Kleiner Rückblick

Wie man merkt habe ich zurzeit eine leichte Schreibblockade. Ich setze mich hin, habe eine Idee und starre dann auf das weiße Textfeld und schreibe nicht ein Wort, nicht mal einen kleinen Entwurf. Ich schiebe das einfach mal auf das Wetter, mir ist es zu schwül, viel zu schwül. Ich bevorzuge die heiße, trockene Luft der Wüste, aber das hier? Nein, das ist wirklich nichts für mich.

Aber nun genug der Jammerei, nun kommt ein kleiner Rückblick der letzten Tage.

Mittwoch, 4.Juli

B. beginnt seine Arbeitstunden bei uns (ich weiss, ganz blöde Idee…), er renoviert den alten Kinderbereich, aus dem nun ein Medienraum gemacht werden soll. Der Kazoospieler hat sich wieder eingekriegt, ist bester Laune (vielleicht auch weil Donnerstag sein erstes, eigenes Album erscheint?) – das Klima auf der Arbeit ist angenehm. Da ich aber die einzige pädagogische Fachkraft an dem Tag bin (ein Kollege hat Urlaub und der andere ein Vorstellungsgespräch), schließe ich etwas früher. Großes Gemaule bei den Jugendlichen, das Wetter macht anscheinend auch ihnen zu schaffen, sie sind unausstehlich! – Egal, ich muss noch zu meiner anderen Arbeit, ein Junge, mein ehemaliges „Bezugskind“, feiert heute Abschied – er darf wieder nachhause!

Highlight des Tages: Auf der alten Arbeit bequatschen mich meine Kollegen, ich solle die Leitung übernehmen, der neue Chef „bringts nicht“, sie wollen mit den Chefs sprechen. (Wäre eine nette Alternative, da ich in 3 Monaten wahrscheinlich arbeitslos bin….)

Patzer des Tages: Ich bin kurzfristig bei B. schwach geworden, ein kleiner Kuss im Abstellraum und beinahe hätte uns der Kazoospieler entdeckt. (Zum Glück lebt der in seiner eigenen Welt!)

Donnerstag, 5. Juli

Es ist noch schwüler als die Tage zuvor, das Jugendzentrum hat geschlossen, ich wäre wieder die einzige Fachkraft und ausserdem ist „Ausmisten“ angesagt. Es ist viel zu heiß dafür. B. widmet sich heute den Türen, abschleifen und neu lackieren – sieht gut aus. Wir schließen früher (ich habe noch genug Überstunden), es ist zu heiß und ich mache mich auf den Weg zu einer Freundin (Arbeitskollegin des anderen Jobs). Sie wohnt 40km entfernt, Autofahren bei solch einer Hitze macht nicht wirklich Spass…

Highlight des Tages: 1. Mein Büro sieht endlich wieder aus wie ein Büro! 2. Der überbackene Döner den ich abends mit meiner Freundin verdrücke!

Patzer des Tages: Ausnahmsweise gab´s keinen!

Freitag, 6. Juli

Ich komme verspätet zur Arbeit, da ich bei meiner Freundin übernachtet habe. B. ist sauer, er hat lange vor der Tür gewartet. Hasan kommt zum Lernen, es ist so heiß, ich selber kann mich kaum konzentrieren und entlasse ihn nach 30 Minuten. Die Stimmung zwischen B. und mir ist angespannt, er hat ein Telefonat mitgehört. Erklärt mir dann, dass er auch nur mit mir befreundet sein will, weil er meine „Männerkontakte“ nicht „ertragen“ kann (siehe weiter unten, unter Patzer des Tages!). Als ich ihn später bitte einkaufen zu fahren weigert er sich, wir streiten (natürlich bekommt es niemand mit!). Ich bin wütend und enttäuscht. Er will mir einen reinwürgen. Bei einer späteren Wasserschlacht mit dem Jugendlichen entspannt sich die Situation zwar etwas, wird aber nicht wirklich besser. Durchnässt und beleidigt fahre ich Abends zu meiner besten Freundin Römmel (den Spitznamen hat sie, seit wir 15 sind 🙂 ) um mich zu beschweren. Und den morgigen Abend zu planen.

Highlight des Tages: Wasserschlacht mit den Jugendlichen – super Abkühlung!

Patzer des Tages: Ein Typ den ich vor Wochen mal in Hamburg kennengelernt habe ruft mich an. Ich hatte ihn nie erwähnt, weil er eigentlich unwichtig ist/war…Wir hatten ein Date, mehr nicht. Er schwafelt mich am Telefon voll, wie sehr ich ihm fehlen würde – B. stand daneben…

Samstag, 7. Juli

Früh aufstehen, endlich meine neue Kamera „Nikon Coolpix P510“ abholen, Kleid für den Abend gekauft und noch Kleinkram von Rossmann geholt – da findet man doch immer irgendetwas, das man dringend braucht! Ich merke übrigens, dass ich alt werde, meine Füße sind von der Hitze angeschwollen…ihgitt! Nachmittags lege ich mich etwas schlafen, Abends gehts mit Römmel in einen Club, da ich die 80km fahren muss, will ich ausgeruht sein. Ich wache erst um 20 Uhr wieder auf – viel zu spät! Ich wollte noch soviel machen! Alles im Schnelldurchgang: Duschen, Haare färben (super, dass es  diesen Färbeschaum gibt!), Kleid bügeln…. Um 21:30 merke ich, dass ich keine „saubere“ Leggins oder Strumpfhose habe, panisch fahre ich noch in den letzten geöffneten Supermarkt und werde zum Glück fündig. Beladen mit Kleidern, Schuhen und anderen Dingen lande ich um kurz nach 22 Uhr bei Römmel. Die ist, das erste Mal in unserem Leben, tatsächlich vor mir fertig! Ein Denkwürdiger Tag! Wegen mir, kommen wir viel zu spät los und dann ist noch die Autobahnauffahrt gesperrt! Dank Umweg landen wir erst um 1 Uhr nachts in dem Club! Und das Beste: Er war leer! Wir blieben bis 6 Uhr morgens, aber eine wirklich gute Stimmung trat nicht ein – wir waren zeitweise die Einzigen die tanzten und das dann nur am Rand. Als es schließlich eine Schlägerei gab, bei der Römmel das Blut eines Typen auf die Schuhe spritzte, hatten wir endgültig genug!

Highlight des Tages: Bevor wir losfuhren brachten wir noch schnell meiner Mutter Zigaretten zur Arbeit, als sie uns sah kommentierte sie unsere Outfits etwa so: „Oh, also wenns nicht unfein wäre, würde ich sagen, ihr zwei seht aus wie schnieke Bordsteinschwalben!“ Die halbe Autofahrt lachten wir uns darüber kaputt – warum meine, und auch ihre Eltern nur so konservativ waren. Unsere Kleider gingen bis über die Knie, und wir hatten keinen Ausschnitte…aber beim Tanzen dachte ich doch das ein oder andere Mal an ihre Worte und zupfte an meinem Kleid herum…

Patzer des Tages: Als ich nicht wusste wen ich wegen der gesperrten Autobahnausfahrt anrufen sollte (es war nachts) rief ich B. an…blöde Idee, er sagte uns zwar den Weg, war aber mehr als ungehalten!

Sonntag, 8. Juli

Bis 15 Uhr geschlafen, nahezu komatöser Schlaf. Später war ich mit SK zum Essen im China Town verabredet. Ich stehe einfach nicht auf Chinesisch…das ist mir zu…fad! Thailändisch mag ich lieber, aber leider gibts in meinem Kaff keinen! Also, wie sagt man so schön? In der Not frisst der Teufel Fliegen. Später am Abend machten wir noch einen Spaziergang am Fluß, dass habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Abends war es angenehm warm, die Sonne schien und es war ziemlich leer, so konnten wir ungehindert meine neue Kamera ausprobieren.

Highlight des Tages: Ich habe viele Fotos von Sk geschossen und er war wirklich begeistert, sagte mir, noch nie hätte jemand so schöne Fotos von ihm gemacht. Ich werde jetzt Hobbyfotografin!!!

Patzer des Tages: Ich bin den ganzen Abend am Fluß mit vollgekleckertem Kleid rumgelaufen und SK hat´s mir nicht gesagt. DANKE!

Mit Yaya habe ich nicht geredet, ich war selten online und wenn doch, dann kam nichts. Er schickte mir nur ein Lied über Dropbox…