Das Ende und der Anfang

Es ist schon 2014! Wie die Zeit vergeht! Mein Blog ist ja schon beinahe 2 Jahre alt….und ich vernachlässige ihn gerade mehr als schändlich! Ich bitte um Vergebung, es wird sich bald ändern….sobald das Leben zu zweit alltäglicher geworden ist und ich vielleicht nicht mehr 40+ Std. die Woche arbeite (a dream might come true in 2014!)

Aber werfen wir erst einmal einen Blick zurück auf 2013 – das völlig kontroverse 2013!

2013 war das Jahr meines kaputten Knies, des geheilten Herzens, der gefundenen Liebe und verlorenen Freunde. Es war das Jahr der Reisen (Jordanien, Israel, Palästina, Belgien) und das Jahr des Betthütens, des halb-erzwungenen Abschieds von der alten, nicht mehr geliebten Arbeit und der direkte Wechsel in die neue, niemals geliebte Arbeit.

Ja, 2013 war viel, aufregend, langweilig, herzerwärmend und wutschnaubend. Ich habe selten ein solches Jahr gehabt. Das wundervolle ist die Liebe die ich in diesem Jahr finden durfte und die ich festhalten möchte und die mich umhüllt und mir Kraft gibt. Das traurige? Das Zerbrechen und Auflösen von Freundschaften.

Vielleicht sind große Einschnitte im Leben der richtige Moment, um sich zu verabschieden und zu beenden, was vielleicht schon länger zu Ende war?

Das würde passen, passen zu der Tatsache, das passend zum Jahresabschluß Freundin Nr. 3 mit androht die Freundschaft zu beenden. (Freundin Nr. 3 ist hier im Blog schon öfter aufgetaucht, z.B. hier und hier ). Es müsste mich traurig machen, nein falsch, es macht mich traurig, aber eigentlich müsste es mich mehr traurig machen. Sie war mir immer der vertrauteste Mensch auf der Welt. Und nun? Nun ist sie wütend auf mich. Ich habe meine Freundschaftspflicht vernachlässigt, hatte seit 3 Monaten (seit Amin da ist) keine Zeit für sie (keine physische zumindest, per whatsapp und Telefon mindestens alle 2 Tage Mehrstündig) und alle anderen sind bessere Freunde als ich.

Zwischen dem Bombardement ihrer Nachrichten versuchte ich sie mehrfach anzurufen, ich empfand Schreiben als zu unpersönlich – sie drückte mich weg. Das ist mir zu blöd.

Wenige Tage später frage ich sie, ob wir uns sehen können, reden können unsere Freundschaft kitten können. Sie wiegelt ab, keine Zeit, viel zu tun. Fast Schmunzle ich, war sie doch sooo verletzt und traurig, weil sie ja sooo an unserer Freundschaft hängt im Gegensatz zu mir und nun…. Nein, ich schmunzle nicht, ich sagte ja, fast. Denn ich bin ja tatsächlich weniger da, habe sie eher ausgeschlossen als mit einbezogen. Falsch war das allemal. Nur eine Rechtfertigung ist es nicht….vielleicht eher ein Zeichen?

Jetzt ist 2014, ich habe das Rauchen aufgegeben (ja immer noch!) und vielleicht muss ich auch noch ein paar mehr Dinge aufgeben, nicht weil ich bescheidener, gesünder oder vorbildhafter sein will, sondern einfach um das Leben mehr genießen zu können. Das wollen wir doch alle – das Leben genießen können – dafür ist es da oder nicht?

2014….ich bin gespannt!

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Bewährungszeit

Es war 2 Wochen nach meiner Rückkehr aus Jordanien. 2 Wochen war sie nicht zu mir gekommen. Schwindeln ist nicht ihre Art, selbst dann nicht, wenn es angebracht wäre. Darum sagt sie frei heraus: “ Ich mag jetzt nicht kommen und dich sehen. Sorry, aber das ist mir gerade zu viel.“ Und so warte ich, sage nichts dazu, lasse sie. Auch wenn es mich verletzt. Denn nicht ich als Person bin ihr zu viel, sondern mein „glücklich sein“. Dabei, so glaube ich, bin ich doch sehr darum bemüht es nicht ständig raushängen zu lassen, was für ein Glück ich tatsächlich gerade in der Liebe habe.

Nach 2 Wochen sitzt sie endlich vor mir. Sie ist gestresst und müde von der Arbeit. Sie sieht schlecht aus. Und so höre ich zu und frage nach und erzähle nichts. Ich gehe nicht ans Telefon als Amin anruft und schreibe ihm nur kurz, dass ich ihn später zurückrufe. Ich will ja rücksichtsvoll sein. Mit jeder Minute die verstreicht und in der sie mich nicht einmal fragt wie es mir so erging, wie es mir geht und was es Neues gibt, wächst die Enttäuschung. Aber ich schweige.

Nach geschlagenen 2 Stunden fragt sie, nach einer kurzen, wirklich unangenehmen Stille, endlich: “ Und, was ist jetzt bei euch so?“ Ich antworte, kurz und knapp in einem Satz. Sie sieht mich an, Tränen steigen ihr in die Augen. Sie wendet den Blick ab und sagt leise, aber doch in einem verächtlichen Ton: “ Ihr seid doch irre!“

Das war es. Kein Wort mehr. Wenige Minuten später erhebt sie sich und geht. Und ich bleibe zurück. Wütend und enttäuscht. Ich hätte etwas sagen sollen. Aber ich kenne sie, seit 14 Jahren. Ich weiß wie sie tickt und das es jetzt nichts bringt.

Ich erinnere mich an eine Nachricht, die sie mir während meines Urlaubs schickte.

„Tut mir leid. Aber ich will gerade nicht so mit dir reden. Ich habe alles so satt. Wenn ich dich ansehe ist es, als würde mir das Schicksal ins Gesicht spucken. Du wolltest nicht mal eine Beziehung! Und jetzt hast du alles was ich nicht habe! Ich gönns dir ja, so ist es nicht. Aber es macht es mir noch schwerer.“

Das hatte gesessen. Ich antwortete nicht darauf, ignorierte es. So mache ich das eigentlich immer. Wahrscheinlich ein großer Fehler von mir. Ich schweige und ignoriere es, sitze aus. Jedesmal wieder.

3 Tage nach unserem Treffen, ich hatte gerade beschlossen den Kontakt mit ihr auf Eis zu legen und ihr nichts, aber auch gar nichts privates mehr zu erzählen, als sie mich anruft. Ich will nicht rangehen, aber beim 3. Versuch ihrerseits tue ich es doch. Vielleicht ist etwas passiert? Sie schluchzt mir ins Telefon, dass ihr Leben zu Ende sei. Sie nicht zur Abschlußprüfung zugelassen werden würde, so durcheinander ist und nicht weiter weiß. Ich biete ihr meine Hilfe an. Was sollte ich auch sonst tun?

Schneller als sonst ist sie hier. Ich sortiere ihre Unterlagen, helfe ihr beim Ausfüllen, erstelle eine „To do Liste“ und muntere auf. 3 Stunden ist sie bei mir. Als sie geht dreht sie sich um, ich hoffe auf etwas, irgendetwas, am Besten etwas Reue. Aber sie hebt nur die Hand und geht.

Das Thema ist für sie durch. Für mich nicht. Ich kann über eine solche Mißgunst von einer meiner ältesten Freundinnen nicht hinwegsehen. Aber mich damit auseinandersetzen will ich auch nicht. Nicht, solange sie nicht von sich aus das Thema anspricht.

Sie bombardierte mich mit Nachrichten hier und da. Ich antwortete knapp, manchmal gar nicht. Vielleicht falsch von mir, es nicht deutlich genug zu machen. Aber ich will mich jetzt freuen, an dem was ich habe erfreuen. Ich habe lange genug selbst Liebeskummer und unerfüllte Träume gehabt. Ich weiß wie es sich anfühlt, aber ich weiß nicht, wie es sich anfühlt es meinen engsten Freunden nicht zu gönnen.

Sie fährt ins Ausland. Ich vergesse ihren Abflug nicht und wünsche ihr dennoch eine gute Reise, auch wenn sie meine OP , kurz zuvor, vergessen hat. Ich will nicht nach einer so langen Zeit die Freundschaft einfach wortlos abbrechen. Bin bereit ihr eine Tür offen zu halten. Sie müsste einfach nur durchgehen. Aber vielleicht ist das auch mein Fehler, weil sie keinen Grund hat eine offene Tür einzurennen?

Seit einer Woche haben wir keinen Kontakt. Ich schreibe nicht von mir aus. Sie weiß, dass bald ein besonderer Tag für mich ist. Nicht von mir, aber von einem gemeinsamen Freund.

Ich hoffe noch darauf, dass sie etwas sagen wird. Irgendwas, dass meine Enttäuschung mildert und unserer Freundschaft eine Chance gibt. Eine letzte Chance. Denn in all den Jahren, habe ich zu oft geschwiegen, zu oft nur an das Gute gedacht und versucht es mit dem Schlechten aufzuwiegen. Diesmal ist es mir zuviel. Ich bin glücklich, ich muss es nicht ständig erwähnen und in die Welt hinausrufen, aber ich muss mich auch sicher nicht dafür schämen.

Ich habe Fehler gemacht, sicherlich und sie ebenso, vielleicht waren es einfach zu viele? Vielleicht können wir es noch einmal retten. Bald wird es sich zeigen…

oniholihn

(Sommer 2007)

Ich muss an diesen Spruch denken: Lachen kann man mit jedem, weinen nur mit wahren Freunden. Das mag wahr sein, aber was ist ein wahrer Freund wert, der nicht mehr mit dir gemeinsamen Lachen kann?

Wenn du denkst es geht nicht mehr…

kommt sicher jemand von irgendwoher und tritt noch einmal so richtig rein!

Unbekannte Nummer (nicht in meinem Handy gespeichert, noch nie gewählt):

„naaa?“

Ninjaan:

„naa?“

Unbekannte Nummer:

„was machst du?“

Ninjaan:

„Wer bist du?“

Unbekannte Nummer:

„Wer bist du?“

Ninjaan:

„Ehm…du hast mir doch geschrieben und nicht umgekehrt…?“

Unbekannte Nummer:

„Du hast mir auch vor ein paar Tagen geschrieben „

Ninjaan:

„Und was habe ich dir geschrieben? Ich kenne deine Nummer gar nicht?“

(Schon da dämmerte es mir…)

Unbekannte Nummer:

„Du hast gefragt, ob ich schon wach bin :D“

Ninjaan:

„Yaya? Was ist das für eine Nummer?“

Unbekannte Nummer:

„lol. lyca… und wer ist da?“

Ninjaan:

„Lyca?“

Unbekannte Nummer aka Yaya

„Ja, meine andere Nummer. Sag doch wer du bist? Ich habe ein neues Handy und meine Nummern sind alle weg…“

Ninjaan:

„Ich bins Ninjaan. Sorry Yaya, ich hatte nen Unfall an dem Morgen in Hxxxx und konnte nicht mehr laufen und war allein und ich wusste nicht was ich machen sollte und dann hab ich dir geschrieben und dachte wenn du wach bist könnte ich dich um Hilfe bitten….ich war danach im Krankenhaus und hab vergessen dir zu sagen, dass nur ich es war.“

Unbekannte Nummer aka Yaya:

“ Ah baby! Wie geht es dir jetzt? Wo bist du?“

Ninjaan:

„Geht so, mein Knie ist kaputt kann nicht in den Urlaub fahren. Bin in XY, zuhause, musste nicht lange im KH bleiben. Wie gehts dir?“

Unbekannte Nummer aka Yaya:

„Gut…war bei der Arbeit als du mir geschrieben hast. Ich bin momentan in H. Kein Internet sonst hätte man schreiben können. Kiss

Ende der Konversation. Was sollte ich auch sagen? Mit einem Schlag wird es mir bewusst – da ist nichts, aber auch gar nichts mehr. Wir schreiben wie zwei Fremde. Baby? Sowas sagt er wohl zu Frauen die er nicht kennt, zu mir sagte er es nie. Ich weine. Römmel, die am Telefon ist versucht mich zu beruhigen. Aber ich habe endlich verstanden, endlich, nach all der Zeit. Da ist nichts mehr, keine Verbindung, kein Mitgefühl, kein Interesse. Ich werde die Nummer niemals speichern und er meine sicherlich auch nicht.

Vielleicht ist das, das einzig gute was mir dieses Jahr noch passieren konnte, dass ich es begreife, so schmerzvoll es auch ist. Das hier war das Ende. Und egal was mir jemals wieder geschehen würde, er wäre ab heute der letzte Mensch, der mir in den Sinn kommen würde.

 

 

 

Vom Ankommen

„Dieses ewige Hin und Her nervt mich Ninjaan, ich will endlich ankommen!“

Ankommen.

Der Kazoospieler wünscht sich, beruflich und im Allgemeinen, endlich anzukommen. Ankommen. Für mich klingt dieser Wunsch  befremdlich. Ich würde gerne fragen, was denn nach dem Ankommen kommt? Ankommen klingt für mich nach einem Dauerzustand und diese schrecken mich bekanntlich ab.

Ich habe seine Worte gelesen und doch sind sie für mich so unverständlich, als hätte er sie in einer anderen Sprache geschrieben. Auch meine Freundin Jackson benutzte erst kürzlich diese Formulierung. Ankommen, endlich. Als würde ein unsichtbares Band die beiden Worte miteinander verbinden, als würde alles was wir tun nur ein Ziel haben: Ankommen.

Der Weg ist das Ziel.

Konfuzius soll das gesagt haben. Ohne mich jemals mit ihm oder diesem Zitat näher zu beschäftigen ist es doch mein stilles Mantra. Mein einziges Ziel ist der Weg. Nicht stehen bleiben, nicht ankommen – denn was sollte ich tun, wäre ich erst einmal angekommen? Was tut man dann im Allgemeinen? Ein Haus kaufen oder eine Eigentumswohnung? Heiraten und Kinder kriegen? Und dann? Verharren?

Nicht das ich den Wunsch nach diesen Dingen nicht nachvollziehen könnte, auch wenn es nicht meiner ist. In einer Partnerschaft zu leben, etwas ganz Eigenes wie ein Haus zu besitzen, Kinder zu bekommen – alles wunderschöne Dinge. Aber Ankommen? Ist Ankommen nicht das Erreichen des Ziel´s, das Ende des Weges? Wie geht es denn danach weiter? Hört man auf zu suchen? Verlässt man den Weg und kehrt ein, kommt an?

Betrachte ich die Menschen in meinem Umfeld, die ihr Ziel, das Ankommen, erreicht haben. So beneide ich, bei allem Respekt, nicht einen von ihnen. Ich spreche ihnen nicht das Glücklichsein ab, sollten sie es denn sein, aber ich möchte nicht mit ihnen tauschen und meine Abneigung dem Ankommen gegenüber verstärkt sich bei genauerer Betrachtung.

Der Gedanke an das Ankommen schnürt mir die Kehle zu, ich habe Pläne, Träume, aber ihre Verwirklichung ist nicht Ankommen, sondern nur ein  weiterer Schritt auf meinem Weg. Spreche ich dies aus, sehe ich das Unverständnis in den Augen meiner Gesprächspartner aufblitzen, jenes befremdliche Gefühl scheint sie zu befallen, dass mich überkommt sobald jemand vom Ankommen spricht. Und manchmal erscheint mir dieses gegenseitige Unverständnis zwischen mir und den Anderen wie eine unsichtbare Mauer.

Ein wenig wehmütig denke ich an den Menschen zurück, der mich ohne große Worte verstand, der, ebenso wie ich, den Weg, die Reise bevorzugte.

Und ich wollte nicht ankommen mit dir, bei dir, durch dich – sondern mit dir weiterziehen, reisen und suchen. Einen kleinen Abschnitt des langen Weges mit dir teilen, weil es schön war jemanden zu haben, der versteht.