Von der Hitze betrunken…

wandele ich nun seit 2 1\2 Tagen durch Israel, das gelobte Land. Bis heute Mittag befand ich mich noch in Tel Aviv, nun sitze ich in einem kleinen gemuetlichen Hostel in Haifa. Meine Entscheidung nur 1 1\2 Naechte in Tel Aviv zu verbringen und nicht gleich 3 oder 4 bereue ich nicht. Im Gegenteil, ich war froh der unmenschlichen Hitze, dem wilden Getuemmel und den unzaehligen Hippies auf dem „Rooftop“ meines Hostels endlich zu entkommen. Nicht, dass ich speziell etwas gegen Hippies haette, nicht mal dann, wenn es wie in diesem Falle „Pseudo Hippies“ waren (Investment Baenker, angehende Juristen etc.), ich merke aber doch, dass ich nicht mehr so sehr der Hostel -Typ bin. Ob das am Alter liegt? Nun ja, mit 25+ fuehle ich mich nun eigentlich nicht zuu alt und bin auch sicherlich nicht die Aelteste hier, aber es hat seinen Reiz verloren und, wahrscheinlich ist auch dies ein schwerwiegender Punkt, ich bin das erste Mal in Hostels auf der israelischen Seite, dazu muss man einfach sagen, dass viele hier aus ganz anderen Gruenden gekommen sind, als die Leute die in der Westbank oder Ostjerusalem leben. Das macht insofern einen Unterschied, als dass man hier ganz andere Gespraechsthemen hat – als ich gestern Abend in Tel Aviv nach meiner Reiseroute befragt wurde und die Westbank erwaehnte herrschte betretenes Schweigen – ganz so weltoffen sind die Hippies naemlich dann doch nicht.

Nun bin ich also in Haifa, hier ist alles ein wenig entspannter, lockerer, durchmischter. Die Stadt ist wunderschoen, das Klima doch etwas angenehmer und das Essen hervorragend. Was ich noch schoen finde ist die gute Durchmischung israelischer und arabischer Bewohner Haifas, alles scheint wunderbar nebeneinander zu harmonieren, ergaenzt sich. Man hoert an jeder Strassenecke ein munteres Gemurmel in hebraeisch oder arabisch, der Gebetsruf schwingt andaechtig von den Minaretten und orthodxe Juden sind auf dem Weg zur Synagoge, scheinen sich im Rythmus des Muezzin fortzubewegen – wunderschoene Momente, die man kaum mit einer Kamera einfangen koennte.

Zum Trost aber noch ein Bild von dem vorzueglichen arabisch\israelischem Essen, dass ich heute zu mir genommen habe:

Hummus mit Hackfleisch, Tabouleh, frischem Brot und eingeletem Gemuese mhhmmmm

 

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Kleiner Rückblick

Wie man merkt habe ich zurzeit eine leichte Schreibblockade. Ich setze mich hin, habe eine Idee und starre dann auf das weiße Textfeld und schreibe nicht ein Wort, nicht mal einen kleinen Entwurf. Ich schiebe das einfach mal auf das Wetter, mir ist es zu schwül, viel zu schwül. Ich bevorzuge die heiße, trockene Luft der Wüste, aber das hier? Nein, das ist wirklich nichts für mich.

Aber nun genug der Jammerei, nun kommt ein kleiner Rückblick der letzten Tage.

Mittwoch, 4.Juli

B. beginnt seine Arbeitstunden bei uns (ich weiss, ganz blöde Idee…), er renoviert den alten Kinderbereich, aus dem nun ein Medienraum gemacht werden soll. Der Kazoospieler hat sich wieder eingekriegt, ist bester Laune (vielleicht auch weil Donnerstag sein erstes, eigenes Album erscheint?) – das Klima auf der Arbeit ist angenehm. Da ich aber die einzige pädagogische Fachkraft an dem Tag bin (ein Kollege hat Urlaub und der andere ein Vorstellungsgespräch), schließe ich etwas früher. Großes Gemaule bei den Jugendlichen, das Wetter macht anscheinend auch ihnen zu schaffen, sie sind unausstehlich! – Egal, ich muss noch zu meiner anderen Arbeit, ein Junge, mein ehemaliges „Bezugskind“, feiert heute Abschied – er darf wieder nachhause!

Highlight des Tages: Auf der alten Arbeit bequatschen mich meine Kollegen, ich solle die Leitung übernehmen, der neue Chef „bringts nicht“, sie wollen mit den Chefs sprechen. (Wäre eine nette Alternative, da ich in 3 Monaten wahrscheinlich arbeitslos bin….)

Patzer des Tages: Ich bin kurzfristig bei B. schwach geworden, ein kleiner Kuss im Abstellraum und beinahe hätte uns der Kazoospieler entdeckt. (Zum Glück lebt der in seiner eigenen Welt!)

Donnerstag, 5. Juli

Es ist noch schwüler als die Tage zuvor, das Jugendzentrum hat geschlossen, ich wäre wieder die einzige Fachkraft und ausserdem ist „Ausmisten“ angesagt. Es ist viel zu heiß dafür. B. widmet sich heute den Türen, abschleifen und neu lackieren – sieht gut aus. Wir schließen früher (ich habe noch genug Überstunden), es ist zu heiß und ich mache mich auf den Weg zu einer Freundin (Arbeitskollegin des anderen Jobs). Sie wohnt 40km entfernt, Autofahren bei solch einer Hitze macht nicht wirklich Spass…

Highlight des Tages: 1. Mein Büro sieht endlich wieder aus wie ein Büro! 2. Der überbackene Döner den ich abends mit meiner Freundin verdrücke!

Patzer des Tages: Ausnahmsweise gab´s keinen!

Freitag, 6. Juli

Ich komme verspätet zur Arbeit, da ich bei meiner Freundin übernachtet habe. B. ist sauer, er hat lange vor der Tür gewartet. Hasan kommt zum Lernen, es ist so heiß, ich selber kann mich kaum konzentrieren und entlasse ihn nach 30 Minuten. Die Stimmung zwischen B. und mir ist angespannt, er hat ein Telefonat mitgehört. Erklärt mir dann, dass er auch nur mit mir befreundet sein will, weil er meine „Männerkontakte“ nicht „ertragen“ kann (siehe weiter unten, unter Patzer des Tages!). Als ich ihn später bitte einkaufen zu fahren weigert er sich, wir streiten (natürlich bekommt es niemand mit!). Ich bin wütend und enttäuscht. Er will mir einen reinwürgen. Bei einer späteren Wasserschlacht mit dem Jugendlichen entspannt sich die Situation zwar etwas, wird aber nicht wirklich besser. Durchnässt und beleidigt fahre ich Abends zu meiner besten Freundin Römmel (den Spitznamen hat sie, seit wir 15 sind 🙂 ) um mich zu beschweren. Und den morgigen Abend zu planen.

Highlight des Tages: Wasserschlacht mit den Jugendlichen – super Abkühlung!

Patzer des Tages: Ein Typ den ich vor Wochen mal in Hamburg kennengelernt habe ruft mich an. Ich hatte ihn nie erwähnt, weil er eigentlich unwichtig ist/war…Wir hatten ein Date, mehr nicht. Er schwafelt mich am Telefon voll, wie sehr ich ihm fehlen würde – B. stand daneben…

Samstag, 7. Juli

Früh aufstehen, endlich meine neue Kamera „Nikon Coolpix P510“ abholen, Kleid für den Abend gekauft und noch Kleinkram von Rossmann geholt – da findet man doch immer irgendetwas, das man dringend braucht! Ich merke übrigens, dass ich alt werde, meine Füße sind von der Hitze angeschwollen…ihgitt! Nachmittags lege ich mich etwas schlafen, Abends gehts mit Römmel in einen Club, da ich die 80km fahren muss, will ich ausgeruht sein. Ich wache erst um 20 Uhr wieder auf – viel zu spät! Ich wollte noch soviel machen! Alles im Schnelldurchgang: Duschen, Haare färben (super, dass es  diesen Färbeschaum gibt!), Kleid bügeln…. Um 21:30 merke ich, dass ich keine „saubere“ Leggins oder Strumpfhose habe, panisch fahre ich noch in den letzten geöffneten Supermarkt und werde zum Glück fündig. Beladen mit Kleidern, Schuhen und anderen Dingen lande ich um kurz nach 22 Uhr bei Römmel. Die ist, das erste Mal in unserem Leben, tatsächlich vor mir fertig! Ein Denkwürdiger Tag! Wegen mir, kommen wir viel zu spät los und dann ist noch die Autobahnauffahrt gesperrt! Dank Umweg landen wir erst um 1 Uhr nachts in dem Club! Und das Beste: Er war leer! Wir blieben bis 6 Uhr morgens, aber eine wirklich gute Stimmung trat nicht ein – wir waren zeitweise die Einzigen die tanzten und das dann nur am Rand. Als es schließlich eine Schlägerei gab, bei der Römmel das Blut eines Typen auf die Schuhe spritzte, hatten wir endgültig genug!

Highlight des Tages: Bevor wir losfuhren brachten wir noch schnell meiner Mutter Zigaretten zur Arbeit, als sie uns sah kommentierte sie unsere Outfits etwa so: „Oh, also wenns nicht unfein wäre, würde ich sagen, ihr zwei seht aus wie schnieke Bordsteinschwalben!“ Die halbe Autofahrt lachten wir uns darüber kaputt – warum meine, und auch ihre Eltern nur so konservativ waren. Unsere Kleider gingen bis über die Knie, und wir hatten keinen Ausschnitte…aber beim Tanzen dachte ich doch das ein oder andere Mal an ihre Worte und zupfte an meinem Kleid herum…

Patzer des Tages: Als ich nicht wusste wen ich wegen der gesperrten Autobahnausfahrt anrufen sollte (es war nachts) rief ich B. an…blöde Idee, er sagte uns zwar den Weg, war aber mehr als ungehalten!

Sonntag, 8. Juli

Bis 15 Uhr geschlafen, nahezu komatöser Schlaf. Später war ich mit SK zum Essen im China Town verabredet. Ich stehe einfach nicht auf Chinesisch…das ist mir zu…fad! Thailändisch mag ich lieber, aber leider gibts in meinem Kaff keinen! Also, wie sagt man so schön? In der Not frisst der Teufel Fliegen. Später am Abend machten wir noch einen Spaziergang am Fluß, dass habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Abends war es angenehm warm, die Sonne schien und es war ziemlich leer, so konnten wir ungehindert meine neue Kamera ausprobieren.

Highlight des Tages: Ich habe viele Fotos von Sk geschossen und er war wirklich begeistert, sagte mir, noch nie hätte jemand so schöne Fotos von ihm gemacht. Ich werde jetzt Hobbyfotografin!!!

Patzer des Tages: Ich bin den ganzen Abend am Fluß mit vollgekleckertem Kleid rumgelaufen und SK hat´s mir nicht gesagt. DANKE!

Mit Yaya habe ich nicht geredet, ich war selten online und wenn doch, dann kam nichts. Er schickte mir nur ein Lied über Dropbox…

Retrospektive Juli 2011

Trotz der aktuellen „Albtraumsituation“ schreibe ich an der Retrospektive weiter…

„And it’s breaking my heart, I know what I must do,
I hear my country call me, but I want to be with you,
I’m taking my side, one of us will lose,
Don’t let go, I want to know,
That you will wait for me until the day,
There’s no borderline, no borderline; Walking past the border guards…” (Chris de Burgh: Borderline)

Es ist so lange her, dass wir uns gesehen haben oder kommt es nur mir so vor? Die letzten Wochen hatte ich fast komplett durchgearbeitet, 2 Wochen lang Ferienfreizeit auf Rügen, danach Einspringen für „kranke“ Kollegen. Du fehlst mir, ich fehle dir. Es kommt immer etwas dazwischen, ich werde ungeduldig, warum macht es mir so viel aus, dass wir uns nicht sehen? 8o km erscheinen wie eine unüberbrückbare Distanz. Endlich schaffen wir es doch ein Treffen zu vereinbaren, du kommst direkt nach der Arbeit. Ich bin schon einige Zeit vorher am Bahnhof, ich bin aufgeregt – warum? Ich sehe dich auf mein Auto zukommen, du wirkst müde, die Mütze tief ins Gesicht gezogen, den Rucksack auf den Schultern und Kopfhörer auf den Ohren, ich musste lächeln. In diesem Moment hobst du den Kopf, hast mein Auto erblickt und ebenfalls gelächelt. Dein Lächeln ist so entwaffnend, vielleicht weil du es immer noch so selten tust? Du steigst ein, umarmst mich, ich rieche an dir und lächel. „I am so hungry topoljaan…“ Keine Sorge, ich habe an alles gedacht Yaya, es ist kaum was im Haus, ich bin pleite, aber für dich habe ich immer noch was übrig und natürlich Cola – wie könnte ich Cola vergessen? Ich ziehe sie vom Rücksitz hervor, du strahlst ein wenig mehr und nimmst einen Schluck. Dann stimmst du plötzlich das oben genannte Lied an. Deine Stimme verursacht Gänsehaut, ich bin davon überzeugt, dass das nicht nur bei mir so ist. „U know the song?“ Ich nicke und denke: „Hör jetzt nicht auf zu singen…“.

Es ist so unfassbar heiss, es ist Sommer, meine Wohnung gleicht einer Sauna, oben im Dachgeschoß angekommen, sind wir beide ganz schön ausser Atem, ich verkneife mir einen Spruch über dein Alter, an deinem skeptischen Blick erkenne ich, dass du genau das gerade erwartet hast. Ich setze Wasser auf, Tee, wie kannst du jetzt nur Tee trinken wollen? Mir läuft schon allein bei dem Gedanken an Tee der Schweiß herunter, es ist so unfassbar heiss…

Plötzlich stehst du hinter mir, ich rieche dich, ich spüre deine Nähe. Ich kann nicht an mich halten, ich habe dich zu sehr vermisst. Ich spüre wie ich weiche Knie bekomme, ich drehe mich zu dir um und sehe dir direkt in die Augen. Dein Blick ist ebenso magisch wie deine Stimme, dieser sehnsüchtige Ausdruck in deinen Augen, als würdest du stetig nach etwas suchen – Such nach mir, würde ich gerne sagen, stattdessen berühre ich deine Wange und küsse dich, erst vorsichtig, dann leidenschaftlich. „I want u so badly“ – bei diesen Worten verwandelt sich die Sehnsucht in deinen Augen in ein Feuer. Vergessen ist der Tee, die Hitze –  nur du und ich. Wir stehen mitten in der Küche und können nicht voneinander lassen. Ich will alles von dir, du willst alles von mir. Ich lege jede Scham ab, es gibt keine Scham zwischen dir und mir, keine Grenze, es gibt nur dich und mich.

Vielleicht ist es die Hitze? Vielleicht aber auch nicht, als wir Ewigkeiten später auf meinem Bett landen, du über mir und ich dieses Gefühl kaum noch aushalte, dieses Gefühl, dass du in mir hervor rufst. „Are u afraid?“ flüsterst du mir leise ins Ohr „ Yes I am…“ – „Don´t be, I won´t hurt u. I will never hurt u.“ Dann lasse ich alles zu, alles von dem ich immer dachte, ich würde es niemals wollen. Mit dir will ich es, mit dir will ich es so sehr! Alles mit dir ist so perfekt, Leidenschaft? Ich wusste nicht was dieses Wort bedeutet bis ich dich traf. Mit dir ist alles neu, alles aufregend, ich lasse mich fallen. Irgendwann liegen wir erschöpft, halb auf- halb nebeneinander auf dem Bett, ich zittere, ich bin so überwältigt. Du streichelst sanft mein Haar, küsst meine Schulter. „I never…I mean I never..“ Du siehst mich an und lächelst: „ Me neither…“

Ich werfe dir einen mißtrauischen Blick zu, du bemerkst ihn und schüttelst den Kopf “No need for me to tell u a lie ninjaan!” Als ich versuche aufzustehen und ins Bad zu gehen, hälst du mich zurück, du willst nicht, dass ich aufstehe „I want u the way u are now!“ – ich lasse mich zurück in deinen Arm fallen. Das Zittern will nicht aufhören, du küsst mich und beginnst zu erzählen, irgendwas, ich höre nicht wirklich zu, ich sehe dich nur an. Was ist das? Was ist das für ein Gefühl? Es hört nicht mehr auf! Der Überwältigung folgt nun die Erkenntnis: Das ist keine Gefühlslosigkeit mehr! Du bist nicht irgendwer für mich, du bist viel mehr. Der Sex ist nicht so perfekt, weil er ohne Verpflichtung ist, er ist perfekt, weil er mit dir ist!

Ich spüre Angst in mir aufkommen, das soll nicht sein! Das darf gar nicht sein! So war das nicht geplant! Du bemerkst meine Blicke „ Are u okay? Are u listening to me?” Nichts ist ok möchte ich sagen, gar nichts ist ok Yaya, ich glaube ich verliebe mich gerade in dich! Stattdessen schüttele ich den Kopf, Wut kommt in mir auf, auf mich selbst, auf dich, auf alles. „Sorry, I am tired, what did u say?“  frage ich betont gelangweilt. Ich sehe dir die Verletzung an, du hast irgendwas Ernsthaftes erzählt, etwas wichtiges, etwas aus deiner Vergangenheit und ich habe nicht zugehört. Ich versuche das zu überspielen und beuge mich zu dir hinüber um dich zu küssen. „I am talking to u! U are not listening and now u want to kiss me?” Du wehrst meinen Versuch ab, meine Wut steigert sich, was soll das alles? Wir haben nur Spass zusammen! Ich sollte nichts fühlen und du? Du solltest dich nicht so anstellen!

Ich drehe mich weg, du schaltest das Licht aus. Es ist so heiss, wir können nicht schlafen, irgendwann spüre ich, wie du dein Bein zwischen meine schiebst, das machst du immer, zum Einschlafen sagst du.

Sei nicht so nah, du darfst nicht so nah sein Yaya. Das ist nicht gut, ich kann damit nicht umgehen. Ich bin am nächsten Morgen ganz kühl zu dir, du erträgst es schweigend. Am Bahnhof reiche ich dir die Hand, drehe mich weg, als du mich auf die Wange küssen willst. Wir lächeln gequält. Das wird zur Qual denke ich mir, keine Treffen, bis ich mich eingekriegt habe – ich kriege mich schon wieder ein.

Zwei Tage später bitte ich dich um Entschuldigung, du sagst, es gäbe keinen Grund sich zu entschuldigen, alles wäre gut – leider war von da an nichts mehr gut, nicht für mich, weil ich nicht lieben will…