Ein schöner Tag

Mit dem besten Fund des Jahres:

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Instant Rosenwasser- Limo !!! Nicht so gut wie dieses Caprisonnen – Rosenlimo Getränk aus dem Iran, aber allemal eine Bereicherung und ein Grund zum freuen und genießen:

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Eine schöne Restwoche euch allen!!

Vom Einfluss des Krieges

Nicht, das dies falsch verstanden wird. Ich schreibe hier keinen politisch oder religiös motivierten Blog. Also hat alles was ich schreibe auch nicht den Anspruch, in irgendeiner Weise wahr oder valide zu sein. Es sind lediglich meine Gedanken, meine Empfindungen. Und ich schreibe das hier nur zu Beginn, um klar zu machen, dass ich keine politisch/religiöse Grundsatzdebatte führen möchte.

Zwei Tage ist es her.

Wir sitzen gemeinsam auf dem Sofa, du lernst und ich lese ein Buch. Der Fernseher läuft, Al Jazeera und Euronews im Wechsel. Du brauchst irgendwelche Hintergrundgeräusche beim Lernen. Ich bin da anders, mich lenkt es immer zu sehr ab. Ich kann die Worte nicht so ausblenden wie du und darum höre ich auch als Erste die Wortfetzen

Suicide bombing – Iranian embassy – Beirut

Das Buch rutscht mir aus der Hand. Ich berühre wortlos deine Schulter und dein Blick wandert erst zu mir und dann zum Bildschirm, wo die Bilder aus Beirut gezeigt werden. Du legst dein Buch zur Seite, nimmst meine Hand und verfolgst, ebenfalls wortlos, die Meldung.

Wer so oft Nachrichten sieht wie wir (eigentlich ist nur dafür der Fernseher an), der wird im Grunde den gesamten Tag mit Nachrichten über Krieg, Attentate und unzählige Tote, überall auf der Welt, konfrontiert. Wäre man jedesmal geschockt, würde man aus der Schockstarre kaum noch hinaus finden. Man ist abgehärtet.

Es geht nicht um die Anzahl der Toten bei dieser Meldung (23) und auch nicht darum, dass ich oder gar du ,uns der iranischen Regierung so verbunden fühlten (eher im Gegenteil). Es geht, und da sind wir uns schweigend einig, um das was ein solcher Anschlag aussagt.

Schon vor Monaten, damals saßen wir in einem Café in Amman, hatten wir eine Nachricht ähnlich schweigend, schockiert und ängstlich verfolgt. Damals ging es um die Auswirkung des Syrienkrieges auf den benachbarten Irak, die steigende Gewalt zwischen den beiden großen muslimischen Gruppen. Sunniten und Shiiten.

Immer deutlicher wird, für uns, was in einer Revolution gegen Diktatoren beginnen mag, scheint zwangsläufig int in einem Krieg um die islamische Deutungshoheit zu münden (jedenfalls in den Ländern, in denen die Religionszugehörigkeit so gemischt ist wie in Syrien, Irak, Afghanistan, Pakistan, Libanon…).

Wenn ein Anschlag auf die iranische Botschaft verübt wird, dann ist es in diesem Zusammenhang, eher weniger ein Anschlag auf ein Unrechts-Regime, sondern ein Anschlag auf das Land mit einer shiitischen Mehrheit – die an der „Macht“ ist und den Diktatoren Assad aus Syrien unterstützt.

Russland unterstützt Syriens Regime viel offensiver – niemand hat die russische Botschaft angegriffen.

Ich schnappe mir die Decke und gehe in die Küche. Du folgst mir und wir sitzen uns schweigend gegenüber.

Ich weine. Ich weine nicht um die Opfer des Anschlags, nicht weil sie es nicht verdient hätten, das man um sie weint, aber weil ich dann jeden Tag um all die Opfer von Krieg und Hass weinen müsste. Ich weine, weil es mir Angst macht.

Weil mir der Hass Angst macht.

Ich habe mich nicht vor vielen Jahren für eine andere Religion als das Christentum entschieden, weil ich eine Gemeinschaft suchte oder Zugehörigkeit brauchte. Ich habe mich dafür entschieden, weil die Lehre dieser Religion meine Seele berührte. Um die Menschen und ihre Taten habe ich mich anfangs wenig geschert.

Aber irgendwann, selbst wenn du immer noch nicht das große Bedürfnis nach einer Gemeinschaft suchst, selbst wenn du entgegen vieler Meinungen, einen Mann geheiratet hast, der nicht deiner Gruppe angehört (und für dich ist es nicht anders, das weiß ich!) – weil dir die Gruppenzugehörigkeit nicht wichtig ist, selbst dann bist du nicht frei, von dem „Wir“ und „Ihr“ Denken. Es kommt manchmal einfach über dich.

Sie zerstören alles. Das wird alles zerstören!

Ich weiß…

Warum hören sie nicht auf? Wo sind all die Gelehrten, die angeblich den Glauben studiert haben?

Ich weiß es nicht, Ninjaan albi…

Ihr werdet gewinnen, diesen Krieg gewinnt ihr…

Und was wird dann? Dann gibt es keinen sicheren Ort mehr, dann ist alles verboten!

Das stimmt nicht! Sag das nicht! Es sind doch nicht alle so!

Wer garantiert, dass die die nicht so sind, entscheiden werden? Wer garantiert das? Die arabische Liga? Saudi Arabien? 

Ich dachte du meinst mit „sie zerstören alles“ alles. Aber du meinst alles was euch gehört.

Ich meine auch alles, alles und das. Und was uns gehört, gehört uns allen. Aber sie zerstören es doch, wann immer sie können!

Niemand wird davon etwas zerstören!

Nein? Sie haben auch die Gräber in Saudi Arabien zerstört. Einfach dem Erdboden gleich gemacht. Weil sie sagen es ist verboten! Alles ist immer verboten! Wir sind verboten! 

Sie haben…das wird nicht wieder passieren!

Nein? 

Nein!  Iran muss nur aufhören. 

Iran muss mit vielem aufhören, vieleeeeeem. Aber damit? 

Ja, damit auch.

Und dann? Dann ist Frieden? 

Ich glaube nicht…

Ich glaube auch nicht

Ich will nicht das es so ist, ich will nicht das es so weit kommt und ich habe Angst, dass es uns auch beeinflusst..

Das wird es nicht, niemals! 

Du hast recht…entschuldige

Du hast auch recht…es gibt kein unseres und euers und…

Für die vielleicht…aber für uns nicht!

Genau! 

Wir sitzen noch eine Weile schweigend da. Es tut mir leid, sagst du noch. Und ich bin nicht sicher was du meinst, aber ich wiederhole deine Worte, als Zustimmung.

Wir glauben das dieser gesamte Konflikt noch viel größere Kreise ziehen wird, wir befürchten es zumindest. Es erschreckt uns, bringt uns dazu wirre Gedanken zu haben und schnürt uns dann die Kehlen zu. Später liegen wir nebeneinander im Bett und halten unsere Hände.

Und unsere Kinder?

Die werden niemals, NIEMALS so sein!

Und was werden sie dann sein? 

Ich hoffe, klüger als wir alle…

 

Die arabische Leichtigkeit oder Abzocke leicht gemacht

Ich glaube selten war die Planung einer Reise so stressig für mich wie diese hier. Das mag zum Teil an meiner jetzigen, etwas unausgeglichenen, etwas eingeschränkten Situation liegen, aber ich könnte schwören, diesmal ist es auch einfach wie verhext! Und ich habe Jordanien innerlich schon gefühlte 100000mal mehr verflucht als alle anderen Länder in die ich bis jetzt gereist bin.

Ja, die Einreise nach Israel ist für mich immer eine Tortur, aber die Planung der Reise an sich ist kein Problem. Flug buchen, einen gültigen Pass besitzen (am Besten ohne irgendwelche Stempel arabischer Länder und auf gar keinen Fall einen aus dem Iran) und ab gehts. Visum gibts am Flughafen, für 0 Euro (solange man nicht die Stunden der Befragung und das langsame Abdriften in den Wahnsinn in Geld aufwiegt) – that´s it.

Iran war ähnlich unkompliziert für mich. Flug gebucht, 2. Pass beantragt, weil in meinem ersten schon ein Stempel aus Israel zu finden war, Termin mit der Botschaft gemacht und Visum erhalten, für den genauen Zeitraum meiner Reise (3.5 Wochen). Das Visum kostete mich etwa 26 Euro (soweit ich mich erinnern kann).

Jordanien sieht das alles etwas anders. Da kostet das Visum am Flughafen Geld. Und mein Plan nach Tel Aviv zu fliegen und dann über die Allenby bridge/King Hussein Bridge nach Jordanien einzureisen ist unmöglich, weil Jordanien an dieser Grenze keine Visa ausstellt! Die beiden anderen Grenzübergänge liegen ganz im Süden oder ganz im Norden, für mich (temporär mobil eingeschränkte) ist das nur schwer zu bewerkstelligen. Also muss der Flug nach Amman gehen.

Okay, der Flug kostet fast 200 Euro mehr und statt 4.5 Stunden werde ich, mit Zwischenhalt in Istanbul, 12 Stunden unterwegs sein (sag mal Janavar,  wenn du das hier liest: „Wie ist der Flughafen denn so?“ ). Okay, das werde ich überleben. Aber nun das eigentliche Problem. Ich muss das Visum hier beantragen, da ich ein sogenanntes „double entry visa“ brauche. Brauchen, weil ich für einige Tage nach Jerusalem rüberhuschen will, Freunde besuchen, die seit Monaten auf mich warten. Okay denke ich mir, kann ja nicht so schlimm sein.

Naja, schlimm nicht, aber gleich mal 20 Euro teurer. Auch das ist zu verschmerzen, nun soll ich aber meinen Pass zur Botschaft schicken (!) per Einschreiben und einem Umschlag (Einschreiben), damit sie es mir zurückschicken. Okay….mache ich. Ich bin schon etwas genervt, weil ich nicht verstehe, warum ich nicht zum nächstgelegenen Konsulat kann und warum das Schicken nicht wenigstens schon im Preis inbegriffen ist. Aber gut… man meckert ja nicht allzu sehr.

Ich tue also alles was man von mir verlangt und lege noch eine Zettel mit meinen Flugdaten bei, damit sie wissen für welchen Zeitraum ich das Visum brauche (genau 28 Tage, das ist die normale Dauer, sonst muss man es verlängern lassen und sich am Besten bei der Polizei melden und nen HIV Test machen lassen !!!!). Und dann bange und hoffe ich, dass sie es schnell bearbeiten, ich meinen Pass noch rechtzeitig zurück bekomme, und nicht am Ende mit meinem 2. Pass einreisen  muss, was bedeutet hätte, dass ich mir den Kurztrip nach Jerusalem von der Backe putzen könnte (iranischer Stempel und so…).

Und wow! Sie brauchen nicht mal 2 Wochen! Ich bin begeistert. Der Pass ist da, Visum drin, alles gut!

Dachte ich jedenfalls. Bis ich das „expire date“ meines Visums sehe: 01.05.2013. WTF? Mein Rückflug ist in der Nacht vom 6. auf den 7. !!! Das steht auch so in meinem Anschreiben, das steht auch bei meinen Flugdaten! Ich habe ein Visum für genau diesen Zeitraum beantragt! Verwirrt sehe ich, dass mein Visum schon seit dem 01.04. gilt. Wieso bitte?

Amin ist nicht zu erreichen, er hatte eine 24 Std. Schicht im Krankenhaus und schläft. Also rufe ich die jordanische Botschaft direkt an.

Ninjaan: Vielen Dank für die schnelle Beartbeitung, aber ich glaube ich habe da ein kleines Problem!

Fr. von der Botschaft: Gern geschehen! Was für ein Problem?

Ninjaan: Mein Visum gilt nur bis zum 01.05., mein Rückflug ist aber fast eine Woche später!

Fr. von der Botschaft: Aha…achso?

Ninjaan: Achso? Bin ich dann illegal im Land oder wie?

Fr. von der Botschaft: Ach neee, nein quatsch. Das macht nichts!

Ninjaan: Wie das macht nichts? Und warum haben sie mir das Visum schon zum 01.04 eingetragen, wenn ich erst 8 Tage später da bin?

Fr. von der Botschaft: Ja, weil wir es da ausgestellt haben.

Ninjaan: Aha, und wenn ich das Visum vor nem Monat für den selben Zeitraum beantragt hätte, wäre das jetzt vor meiner Reise abgelaufen oder wie?

Fr. von der Botschaft: Hm…also machen sie sich keine Sorgen. Das is egal, wirklich.

Ninjaan: Egal…okay, ich sage denen dann, die sollen sie anrufen, sie hätten gesagt es ist egal. Ich bezahle nicht für noch ein Visum!

Fr. von der Botschaft: Ne, ne müssen sie nicht. Alles gut.

Ist egal? WTF? Das is doch nicht egal? Was ist das für eine Logik bitte? Ab Ausstellungsdatum? Das ergibt keinen Sinn! Was, wenn ich nun mein „double entry visa“ beantrag hätte, weil ich genau am 01.05. nach Jerusalem wollte? Ich wäre also am 4.05. nicht mehr reingekommen, weil mein Visum abgelaufen ist? Wofür habe ich es dann bezahlt?

Amin, den ich inzwischen mit whatsapp Nachrichten bombadiert hatte, ruft mich endlich an. Er winkt ab, sagt mir auch das es nicht so schlimm ist. Aber er fügt hinzu „Naja, dann muss man die halt etwas….“schmieren“. SCHMIEREN? Ich schmiere höchstens der Frau von der Botschaft eine! Die kriegen keinen Cent mehr von mir! Ich glaube es hackt!

Hach, so könnte ich mich den ganzen Tag aufregen und am Meisten hat wohl Amin drunter gelitten. Aber geduldig wie er ist, versichert er mir nur immer und immer wieder „Okay Ninjaani, du bezahlst gar nix mehr. Du beschwerst dich! Ja, genau! Alle böse! Wir geben denen keinen Cent.“ – Ich weiss, er sagt das nur um mich zu beruhigen und weil er meine Aussetzer noch immer für niedlich hält…aber ich sehe es jetzt schon kommen:

Ninja mood in Amman

Ich hoffe, dass ist nur die „arabische Leichtigkeit“ und keine Abzocke, denn wenn, dann sehe ich schwarz – FÜR DIE ANDEREN!

 

 

 

Tel Aviv Flughafen (Ankunft) – Welcome to Israel!

Jedesmal, wenn ich den langen Weg von meinem Gate zur Passkontrolle gehe (oder fahre…ich bin meist faul und nutze das „Laufband“) schlägt mein Herz unnormal schnell, dieses Jahr war es allerdings besonders schlimm. Nicht nur, dass ich zwei Pässe habe und erst vor 2 Jahren den Iran bereist habe, nein, dank der EU habe ich auch in beiden Pässen einen netten Fingerabdruck – mein Finger ist derselbe, sollten sie den hier am Ben Gurion airport checken, habe ich ein ernsthaftes Problem! Als würde das nicht reichen, war meine Tante im Jahr 2010 auf der Gaza Flotte, auf dem türkischen Schiff und hat nun lebenslanges Einreiseverbot und musste ein Jahr lang eine widerliche Hetzkampange gegen ihre Person über sich ergehen lassen (linke Antisemitin war da noch relativ harmlos) – sollten sie also eine Verbindung zwischen uns herstellen können – hätte ich ebenfalls ein großes Problem!

Bei der Passkontrolle angekommen, es ist mitten in der Nacht, entscheide ich mich noch einmal auf Toilette zu gehen, Zeit schinden, Antworten noch einmal durchgehen, alles ist vorbereitet, mein FB account ist jungfräulicher als Maria.

Ich stelle mich in die Schlange hinter eine christliche Reisegruppe – vielleicht könnte man denken ich gehöre dazu? Ich habe mich ebenfalls extra an einen Schalter gestellt, in dem ein Mann sitzt, meiner Erfahrung nach, sind die etwas umgänglicher…harmloser…

Der junge Mann, falls man ihn schon Mann nennen kann, beäugt meinen Pass und stellt mir die altbekannte Frage: „What is the purpose of ur visit?“ – Brav, mit unschuldigem Lächeln antworte ich ihm: „Holydays.“ – Er sieht wieder in meinen Pass: „Is it ur first time in Israel?“ – „No.“ – „Why did u choose Israel?“ – „Because I love it?“ Er nickt, steckt eine kleine Karte in meinen Pass und überreicht ihn mir. Wow! Normalerweise wird immer gleich jemand gerufen – habe ich diesmal Glück? Ich öffne meinen Pass und sehe mir das Kärtchen an. Es könnte eine 0 sein oder aber ein O. Eine Null? Bei meiner letzten Ausreise gabs noch Sticker auf jedes Gepäckstück, Sicherheitsstufen 1-6 – ich war eine 6…. Vielleicht ist die Null etwas Gutes?

Die nächste Kontrolle erfolgt gleich hinter den kleinen Schaltern und ich entdecke die Reisegruppe wieder, eine Frau kontrolliert die Pässe (Super!), neugierig sehe ich in die zum Teil geöffneten Pässe, um zu schauen ob alle anderen auch eine 0 (oder ein O) auf ihrem Kärtchen haben. Geschockt stelle ich fest – niemand hat es!

Als ich an der Reihe bin öffnet die Beamtin meinen Pass, sieht die Karte und sagt mit strengem Unterton „Stay here! Dont move“ Na Bravo! Warum eigentlich immer ich? Genervt seufzte ich auf, zwei Flughafen Beamte kommen auf mich zu und bitten mich ihnen zu folgen. Müde, ängstlich und mich immer wieder fragend, ob der Typ im Schalter jetzt meinen Fingerabdruck gecheckt hat oder nicht, folge ich den Beiden.

Am Ende sind es nur 1 1/2 Stunden geworden, das ist super – beim ersten Mal war es gleich 5 Stunden. Niemand hat meinen Fingerabdruck gecheckt und ich hatte wirklich Glück, dass mein Beamter ziemlich gute Laune hatte. Neben den regulären Fragen, wieso und warum ich hier bin, ob ich jemanden kenne, jemanden besuche (verneine ich natürlich alles!), macht er sich noch etwas lustig darüber, wie ich als Sozialarbeiterin mir einen Urlaub in Israel leisten könne. Als er mich nach meinem FB account frage bin ich recht keck und sage: „OK, lets check it, no problem!“ Er sieht mich kurz verduzt an und sagt dann grinsend: “ Are u prepared?“ – „Yap…I am…go and check it.“ Vielleicht sogar etwas beeindruckt von meiner frechen, ehrlichen Art schüttelt er sich vor Lachen, überreicht mir meinen Pass und sagt dann:“ Welcome to Israel!“  

Wundervoll!

Später erfahre ich, dass sie wohl noch keinen Fingerabdruck am Flughafen checken…ich hoffe, das bleibt noch lange so…so ausgereift war meine Geschichte, warum ich im Iran war nämlich noch nicht…

Shahin Najafi : Naghi – Ein Song und seine Folgen

Vor wenigen Tagen hatte der iranische Musiker Shahin Najafi, zusammen mit Majid Kazemi, den Song Naghi veröffentlicht. Der Titel des Liedes spielt auf den 10. Imam, Ali al Hadi al Naqi, des shiitischen Islams an. Das dieser Song für Aufregung und Groll seitens der iranischen Regierung sorgen würde, war abzusehen. Najafi ist nicht der erste iranische Musiker/Künstler der mit seiner Arbeit das Regime und die sozialen wie politischen Missstände im Iran anprangert. Aufgrund einer, erst vor wenigen Wochen, veröffentlichten Fatwa eines Gelehrten aus Qom/Iran (gilt als „die Stadt der Gelehrten im Iran, südlich von Tehran), wird Najafis Lied nun als „Blasphemie“ oder „Apostasie“ betrachtet – ein Grund über ihn ein Todesurteil zu verhängen…

Najafi der seit Jahren in Deutschland lebt, fühlt sich aufgrund eines ausgesetzten Kopfgeldes seines Lebens nicht mehr sicher.

Das ist ein weiteres Armutszeugnis für das iranische Regime und seine Anhänger.

Man mag Najafis Musik mögen oder nicht, seine Texte gut finden oder nicht – was sie aber, m.E. (als jemand die sich als gläubig bezeichnet), nicht sind: Gotteslästerung! Es ist eine Gotteslästerung Menschen aufgrund ihrer Worte, Kunst, Neigungen etc. töten zu wollen . und nichts anderes!

Wem der englische Untertitel zum Verständnis nicht reicht hier gibts eine ausführliche Erkärung:

http://www.iranian.com/main/blog/lover-iran/shahin-najafis-naghi-translation-and-discussion