Was es in Jordanien nicht alles gibt…

Da bin ich wieder! Das klingt so fröhlich, nicht wahr? Bin ich eigentlich gar nicht. Wobei, doch, ich bin es! Ich bin glücklich wenn ich mich an die wundervolle Zeit erinnere. 12 Tage in denen wir jede Sekunde ausgekostet haben und manchmal erst dann schliefen, wenn wir uns vor Erschöpfung nicht mehr auf den Beinen halten konnten. Wir sind in den Süden ans Meer gereist, haben einen Ausflug in den Westen gemacht und Amman bei Nacht erkundet. Die Unbeschwertheit konnten wir uns bewahren, bis zur letzten Minute, als ich durch die Passkontrolle musste. Dann war es wieder um uns geschehen, der 3. Abschied – wir hoffen beide, dass es nun der Letzte war.  (Daumen drücken erwünscht! ^^)

Weil ich nicht besonders gut darin bin, ausführliche Reiseberichte zu schreiben, gibt es auch diesmal nur ein paar Bilder. Wer gerne mehr über Jordanien wissen möchte: Einfach fragen 😉

Beginnen wir mit etwas zum Schmunzeln: 

Wenn man nichtsahnend in Amman mal in eine Seitenstraße abbiegt – versperrt schon mal eine Ziegenherde den Weg. 

 

IMG-20130709-WA0003

 

In Aqaba machen Kamele ihre Mittagspause auf den kleinen Grünstreifen, zwischen den Straßen und Polizisten (hinten links) glauben du wärst ein ausländischer Spion, der sie fotografiert – weil sie das Kamel gaaar nicht gesehen haben vorher….ist ja so gut getarnt da… 😉 

DSCN2550

 

Amman hält den Weltrekord in „gigantisch große Falafel backen“

 

IMG-20130709-WA0000

 

Thrombosestrümpfe im roten Meer! 

 

DSCN2520

Advertisements

Ninjaan ist dann mal weg

Sooooo, in etwa 28 Stunden geht mein Flug nach Jordanien! Endlich!

Weil ich aber von Frankfurt aus fliege (der einzig bezahlbare Direktflug) gehts heute schon mit meinem Vater nach Köln. Für die nächsten 2 Wochen sind Amin und ich endlich wieder zusammen! Ich zähle schon die Minuten!

Ich wünsche euch allen einen tollen Juli!

Bis bald! ninja-love-1-jpg

Bilder Wadi Rum und Jerash!

So, und nun folgen die letzten Bilder von meiner Jordanien Reise! Nach Petra und besuchten wir nämlich noch Wadi Rum.

Weiterhin machten wir zum Ende meines Besuch noch einen Tagestrip nach Jerash unglaublich beeindruckend!

Wadi Rum

In unserem Camp (ich habe leider gerade den Namen vergessen…aber es war wirklich schön dort!) gab es Abends ein Buffet für alle Gäste – traditionell wird dort das Fleisch unter dem Sand ge….braten?  (Das Foto hat nicht die beste Qualität…ich bitte um Entschuldigung, aber meine kleine Nikon gab alles…es war nämlich stockdunkel!)

DSCN2099Vielleicht sieht es nicht so aus, aber es war wirklich köstlich! Ich habe schon vor neun Jahren etwa das erste Mal Lamm gegessen, dass damals in Jericho von Bauern unter der Erde zubereitet wurde – unglaublich gut!

Am nächsten Morgen haben Amin und ich an einer Jeep Tour durch die Wüste teilgenommen! Ich bin der Meinung, Fotos können die Faszination kaum wiedergeben (jedenfalls nicht meine) die einen überkommt, wenn man sich dor befindet! Aber mit etwas Vorstellungskraft gehts vielleicht doch:

DSCN2161

DSCN2159

DSCN2116

Wenn man zwischen so manche Felsspalten klettert…

DSCN2115

Lassen sich einige Schätze finden:

DSCN2113

So wie diese uralte „Karte“ auf der die „Wasserquellen“ für den Weg von Saudi Arabien bis Syrien gekennzeichnet sind!

Kommen wir nun nach Jerash

DSCN2260

DSCN2285

DSCN2280

DSCN2305

Die Konflikte um uns

Wir sitzen im Cafe Costa, ganz oben in der City Mall, mit einem eher mäßig beeindruckenden Blick auf Amman. Im Hintergrund laufen die Nachrichten in Dauerschleife. Syrien und immer wieder Syrien. In Gedanken versunken rührt Amin in seinem Kaffee, schwarz ohne Zucker. Schwarz, ohne Zucker, so könnte man auch unsere Gedanken beschreiben, als der Journalist im Fernsehen beginnt über den Iraq zu sprechen, über Moscheen die in die Luft fliegen, über tote Kinder und Frauen berichtet und dann eine Verbindung zu Syrien schlägt.

Die Verbindung liegt in dem steigenden Hass der beiden  größten muslimischen Gruppen. Sunniten und Shiiten. Amin ist
Sunni, ich bin Shia. In Syrien geht es nicht mehr nur noch um Regierung gegen Opposition, geschickt, ebenso wie im Irak,
werden die Gruppen gegen einander aufgehetzt. Bashar Al Assad, der eigentlich Alawi ist, wird nicht selten als Shiit bezeichnet, und wenn nicht das, dann wird zumindest betont wie nah die Alawis den Shiiten sind. Die einzige Verbindung die ich als Shiitin jedoch sehe, ist das Assad aus politischen Gründen zum Iran hält, der, ungeachtet der Bevölkerungsstrukturen anderer Länder, als hochburg der Shia gilt.

Ich spüre es, auch hier in Jordanien, die aufkeimende  Abneigung gegen meine Entscheidung für die Shia. Amin geht dazwischen wo er kann, verteidigt mich und ermutigt mich, nichts zu verheimlichen, nur um Anderen zu gefallen.

“ Ich glaube es wird schlimmer werden, Ninjaan. Vielleicht wird es sogar ein Grenzenübergreifender Krieg!“ Ich nicke und schaue von meinem Kaffee auf, direkt in seine warmen, braunen Augen, die mich besorgt ansehen. “ Es ist schon längst Krieg, Amin. Schon lange. Sieh dir den Irak und Pakistan an.“ Amin wendet seinen Blick ab, direkt zum großen Flatscreen an der Wand. Wieder Tote, irgendwo. “ Ich meine größer als das jetzt Ninjaan, viel größer.“ Ich nehme seine Hand und drücke sie fest, vielleicht etwas zu fest und schweige. Schweige, weil ich glaube er könnte Recht haben. Und ich lächel, ein wenig zumindest, uns soll dieser Konflikt nichts anhaben können, niemals.  Denn Liebe kennt solchen blinden Hass nicht.

Nachtrag:

Eine Woche später geschah dies:

http://en.ammonnews.net/article.aspx?articleno=20876#.UY-BZUpc2Y0

Jordanien: Reiseroute

So, wie versprochen werde ich nun etwas von meiner Reise berichten. Da alles auf einmal den Rahmen eines Artikels absolut sprengen würde, beginne ich einfach mal mit einer kurzen Zusammenfassung.

Hier erstmal eine Karte von Jordanien (und Israel/Palästina) damit ihr euch ungefähr vorstellen könnt, wie die Route aussah:

detailed_administrative_and_political_map_of_jordanEntschuldigt bitte die eher „stümpherhafte“ Einzeichnung meiner Reiseroute, aber ich bin einfach nicht so gut mit diesen Programmen (und mir fehlt auch irgendwie die Geduld dazu) – aber ich hoffe man kann es dennoch ganz gut erkennen.

Gelandet bin ich Montag Nacht in Amman auf dem gerade neu eröffneten Queen Aliyah Flughafen. Auf dem ich geschockt feststellen musste, dass er zwar schön ist, aber man wohl das Einbauen von Laufbändern (wie in allen größeren Flughäfen vorhanden) für überflüssig hielt. Was für viele vielleicht nicht so das Problem ist, war für mich nach einer 12 stündigen Reise mit meinem Kreuzbandriss doch ziemlich…“bescheiden“. Es waren auch weit und breit kein Flughafenpersonal zu finden und so humpelte ich (wobei humpeln eigentlich noch zu gut klingt) die langen Wege durch den Flughafen bis hin zum Ausgang. Wenigstens wurde ich hier nicht, wie sonst am Ben Gurion Flughafen, auch noch stundenlang aufgehalten!

Die ersten 3 Tage verbrachte ich dann mit Amin und seiner Familie in Amman. Wirklich viel sah ich nicht, da der Arme gleich an meinem 2. Tag eine 24 Stunden Schicht im Krankenhaus hatte und ich so (nicht ganz unglücklich darüber!), meinen 2. Tag im Hause seiner Großmutter, im schönen Stadtteil Shmeisani, auf dem Balkon verbrachte. (Ausruhen war angesagt!)

Dann machten wir uns, gemeinsam mit seiner Tante Hana (die ich in diesem Monat unglauchlich ins Herz schließen sollte – wie und warum werde ich später einmal berichten) auf den Süden des Landes zu erkunden. Sie war einmal Reiseführerin gewesen und war eigentlich die perfekte Begleitung. Eigentlich – weil wir ja nun lieber allein gewesen wären. Aber es war klar, dass daraus nicht viel werden würde…

Mit dem Mietwagen ging es auf nach Ash-Shawbak. Ein relativ kleiner Ort, nicht wirklich viel Tourismus, aber mit einem alten Schloß auf einem der schönen Hügel und einem Hotel, das „Höhlenzimmer“ verspricht! (Fotos gibts später gesondert!)

Nach einer Nacht mit Tante Hana im Höhlenzimmer und Amin nur 10 Meter von mir entfernt, aber in einem anderen Raum, machten wir uns am nächsten Tag nach Petra auf. Für Nicht Jordanier kostet der Eintritt 50 Dinar (1 Dinar = ca. 1,10) – ich war empört und wollte handeln – keine Chance… Trotz allem ist Petra eine der beeindruckendsten Plätze die ich jemals gesehen habe (nur Persepolis in Iran kann das noch toppen!) (Fotos…später 😉 )

Wir verbrachten den ganzen Tag in Petra, für die Übernachtung wollten wir allerdings nach Wadi Rum.

Dort gab es eine nette Feier, mitten im Wüstencamp, tolles Buffet und doch ziemlich komfortable Zelte mit Betten drin. Am nächsten Morgen um 8 Uhr machten Amin und ich uns allein auf, eine Jeeptour durch das Wadi zu machen – ATEMBERAUBEND!

Mittags machten wir uns erschöpft und hungrig auf nach Aqaba – nach der Wüste kommt das Meer! Und ich bin verliebt in Aqaba! Während die meisten Jordanier die ich traf, nicht so viel von der Stadt hielten, fand ich es toll! Bunt, grün nicht zu groß und wesentlich bessere Luft als in Amman! Einfach herrlich!

Am frühen Abend machten wir uns dann auf, zurück nach Amman – ich habe selten so viele schwere Unfälle gesehen wie auf diesem Weg…doch recht beängstigend. Aber Amin ist ein guter und vor allem besonnener Autofahrer. Uns ist nichts passiert!

Die nächste Woche verbrachte ich mit Amin in Amman und wir taten Dinge, die Paare halt so tun. Ins Cafe gehen, Fußball spiele zusammen sehen oder einfach gemütlich gemeinsam auf dem Balkon sitzen und einfach nur genießen.

Dann machte ich mich auf für meinen Kurztrip nach Israel Palästina (Amin flog in der Zwischenzeit mit seinen Cousins nach Dubai um einmal in seinem Leben seine Lieblingsband (Metallica) live sehen zu können).

Ich nahm ein Taxi zur Allenby Bridge und wurde auf der jordanischen Seite wie eine Prinzessin behandelt und mit Kaffee, Gebäck und Zigaretten versorgt, bis es endlich rüber zu israelischen Seite ging. Dort war´s dann vorbei mit dem Prinzessinen Leben. Ich durfte mich, als einzige aus unseren „Schwung“ mit den Sicherheitskräften in die Kabine begeben und ausziehen. Was wäre auch eine Reise dorthin ohne mindestens einmal die Hüllen fallen zu lassen? Ich frage mich schon gar nicht mehr, warum gerade ich…so mit Krücke und lahmen Gang…und nicht einer der jungen Männer mit Kufiya (auch bekannt als Palästinenserschal)…

Ich verbrachte einen tollen Tag mit einem Freund in Jerusalem (sogar etwas action war dabei…dazu aber später mehr!) und fuhr anschließend mit dem Bus nach Haifa zu meiner Freundin. Dort verbachte ich 2 tolle Tage und traf viele ihrer Freunde. Haifa ist meine Lieblingsstadt in Israel – nirgendwo ist es so schön wie dort! Gemeinsam fuhren wir anschließend zurück nach Jerusalem, um weitere Freunde zu besuchen und von dort aus ging es für mich zurück zur Grenze.

Die Geschichte mit dem Grenzübergang:

Ich hatte ja nun ein Double entry Visa, von dem man aber nicht sicher sagen konnte, ob es überhaupt eins war (konnte keiner entziffern) und auch das Gültigkeitsdatum war äußerst fraglich. Ich blieb aber zuversichtlich und fuhr zurück zur Allenby/King Hussein Bridge und: hatte dort keine Probleme! Es wurde auch nichts gestempelt. Klartext: Es wird kein double entry Visa für diesen Grenzübergang benötigt! Wer einmal das Land hierüber verlässt kann, solange das Visa gültig ist, wieder darüber einreisen! Bedeutet: Die Jordanische Botschaft hat mir einach mal 20 Euro zuviel abgeluxt!!!

Bis zu meinem letzten Tag genossen wir die Zeit in Amman, ich wollte schließlich nicht nur reisen, sondern auch die Zeit mit Amin in Ruhe auskosten – einfach ein Paar sein können, was bei einer Entfernung von über 3124km nicht immer gerade einfach ist. Wir gingen gemeinsam ins Kino (Oblivion, würde ich jetzt nicht unbedingt weiterempfehlen…), gingen Essen, trafen Freunde usw.

An meinem letzten Tag dann, fuhren wir noch in die antike Stadt Jerash, nördlich von Amman. Sehr sehenswert!!!

So, das war nun eine kurze Zusammenfassung. Fotos und detaillierte Berichte gibts die nächsten Tage. Ach und als kurze Info: Meine OP wurde verschoben, weil mir DE eine kleine Bronchitis verpasst hat -DANKE! o.O

 

 

Ninjaan is back

Genau genommen bin ich das schon seit Dienstag Morgen. Welcher Tag ist heute? Ach ja, Donnerstag…

Ich habe etwas das Gefühl für die Zeit verloren. Ein Monat Jordanien, von Jerash bis Aqaba alles gesehen, ein Kurztrip nach Israel/Palästina. So viele Eindrücke, neue Erkenntnisse, Wiedersehen mit alten Freunden, das Kennenlernen von Amins Familie und natürlich er, Amin, die Zeit mit ihm, jede Sekunde so kostbar bis zu dem Abschied. Dem grauenvollen Abschied, von dem ich nicht weiß, wie wir ihn überhaupt gemeistert haben. Den gesamten Dienstag wie in Trance, ohne das Bedürfnis mit jemandem zu sprechen, nur ganz viel Traurigkeit und vermissen.

Aber jetzt geht es langsam, ganz langsam, etwas besser. Muss besser sein, weil ich soviel zu tun habe und Montag schon meine OP ansteht.

Die nächsten Tage gibt es dann mal ein paar Berichte aus Jordanien – nur heute, da muss ich noch etwas für die Arbeit machen (die ich hoffentlich bald los bin 😦 ), weils natürlich wieder niemand anders hinkriegt…

Petra

Petra – Jordanien

Die arabische Leichtigkeit oder Abzocke leicht gemacht

Ich glaube selten war die Planung einer Reise so stressig für mich wie diese hier. Das mag zum Teil an meiner jetzigen, etwas unausgeglichenen, etwas eingeschränkten Situation liegen, aber ich könnte schwören, diesmal ist es auch einfach wie verhext! Und ich habe Jordanien innerlich schon gefühlte 100000mal mehr verflucht als alle anderen Länder in die ich bis jetzt gereist bin.

Ja, die Einreise nach Israel ist für mich immer eine Tortur, aber die Planung der Reise an sich ist kein Problem. Flug buchen, einen gültigen Pass besitzen (am Besten ohne irgendwelche Stempel arabischer Länder und auf gar keinen Fall einen aus dem Iran) und ab gehts. Visum gibts am Flughafen, für 0 Euro (solange man nicht die Stunden der Befragung und das langsame Abdriften in den Wahnsinn in Geld aufwiegt) – that´s it.

Iran war ähnlich unkompliziert für mich. Flug gebucht, 2. Pass beantragt, weil in meinem ersten schon ein Stempel aus Israel zu finden war, Termin mit der Botschaft gemacht und Visum erhalten, für den genauen Zeitraum meiner Reise (3.5 Wochen). Das Visum kostete mich etwa 26 Euro (soweit ich mich erinnern kann).

Jordanien sieht das alles etwas anders. Da kostet das Visum am Flughafen Geld. Und mein Plan nach Tel Aviv zu fliegen und dann über die Allenby bridge/King Hussein Bridge nach Jordanien einzureisen ist unmöglich, weil Jordanien an dieser Grenze keine Visa ausstellt! Die beiden anderen Grenzübergänge liegen ganz im Süden oder ganz im Norden, für mich (temporär mobil eingeschränkte) ist das nur schwer zu bewerkstelligen. Also muss der Flug nach Amman gehen.

Okay, der Flug kostet fast 200 Euro mehr und statt 4.5 Stunden werde ich, mit Zwischenhalt in Istanbul, 12 Stunden unterwegs sein (sag mal Janavar,  wenn du das hier liest: „Wie ist der Flughafen denn so?“ ). Okay, das werde ich überleben. Aber nun das eigentliche Problem. Ich muss das Visum hier beantragen, da ich ein sogenanntes „double entry visa“ brauche. Brauchen, weil ich für einige Tage nach Jerusalem rüberhuschen will, Freunde besuchen, die seit Monaten auf mich warten. Okay denke ich mir, kann ja nicht so schlimm sein.

Naja, schlimm nicht, aber gleich mal 20 Euro teurer. Auch das ist zu verschmerzen, nun soll ich aber meinen Pass zur Botschaft schicken (!) per Einschreiben und einem Umschlag (Einschreiben), damit sie es mir zurückschicken. Okay….mache ich. Ich bin schon etwas genervt, weil ich nicht verstehe, warum ich nicht zum nächstgelegenen Konsulat kann und warum das Schicken nicht wenigstens schon im Preis inbegriffen ist. Aber gut… man meckert ja nicht allzu sehr.

Ich tue also alles was man von mir verlangt und lege noch eine Zettel mit meinen Flugdaten bei, damit sie wissen für welchen Zeitraum ich das Visum brauche (genau 28 Tage, das ist die normale Dauer, sonst muss man es verlängern lassen und sich am Besten bei der Polizei melden und nen HIV Test machen lassen !!!!). Und dann bange und hoffe ich, dass sie es schnell bearbeiten, ich meinen Pass noch rechtzeitig zurück bekomme, und nicht am Ende mit meinem 2. Pass einreisen  muss, was bedeutet hätte, dass ich mir den Kurztrip nach Jerusalem von der Backe putzen könnte (iranischer Stempel und so…).

Und wow! Sie brauchen nicht mal 2 Wochen! Ich bin begeistert. Der Pass ist da, Visum drin, alles gut!

Dachte ich jedenfalls. Bis ich das „expire date“ meines Visums sehe: 01.05.2013. WTF? Mein Rückflug ist in der Nacht vom 6. auf den 7. !!! Das steht auch so in meinem Anschreiben, das steht auch bei meinen Flugdaten! Ich habe ein Visum für genau diesen Zeitraum beantragt! Verwirrt sehe ich, dass mein Visum schon seit dem 01.04. gilt. Wieso bitte?

Amin ist nicht zu erreichen, er hatte eine 24 Std. Schicht im Krankenhaus und schläft. Also rufe ich die jordanische Botschaft direkt an.

Ninjaan: Vielen Dank für die schnelle Beartbeitung, aber ich glaube ich habe da ein kleines Problem!

Fr. von der Botschaft: Gern geschehen! Was für ein Problem?

Ninjaan: Mein Visum gilt nur bis zum 01.05., mein Rückflug ist aber fast eine Woche später!

Fr. von der Botschaft: Aha…achso?

Ninjaan: Achso? Bin ich dann illegal im Land oder wie?

Fr. von der Botschaft: Ach neee, nein quatsch. Das macht nichts!

Ninjaan: Wie das macht nichts? Und warum haben sie mir das Visum schon zum 01.04 eingetragen, wenn ich erst 8 Tage später da bin?

Fr. von der Botschaft: Ja, weil wir es da ausgestellt haben.

Ninjaan: Aha, und wenn ich das Visum vor nem Monat für den selben Zeitraum beantragt hätte, wäre das jetzt vor meiner Reise abgelaufen oder wie?

Fr. von der Botschaft: Hm…also machen sie sich keine Sorgen. Das is egal, wirklich.

Ninjaan: Egal…okay, ich sage denen dann, die sollen sie anrufen, sie hätten gesagt es ist egal. Ich bezahle nicht für noch ein Visum!

Fr. von der Botschaft: Ne, ne müssen sie nicht. Alles gut.

Ist egal? WTF? Das is doch nicht egal? Was ist das für eine Logik bitte? Ab Ausstellungsdatum? Das ergibt keinen Sinn! Was, wenn ich nun mein „double entry visa“ beantrag hätte, weil ich genau am 01.05. nach Jerusalem wollte? Ich wäre also am 4.05. nicht mehr reingekommen, weil mein Visum abgelaufen ist? Wofür habe ich es dann bezahlt?

Amin, den ich inzwischen mit whatsapp Nachrichten bombadiert hatte, ruft mich endlich an. Er winkt ab, sagt mir auch das es nicht so schlimm ist. Aber er fügt hinzu „Naja, dann muss man die halt etwas….“schmieren“. SCHMIEREN? Ich schmiere höchstens der Frau von der Botschaft eine! Die kriegen keinen Cent mehr von mir! Ich glaube es hackt!

Hach, so könnte ich mich den ganzen Tag aufregen und am Meisten hat wohl Amin drunter gelitten. Aber geduldig wie er ist, versichert er mir nur immer und immer wieder „Okay Ninjaani, du bezahlst gar nix mehr. Du beschwerst dich! Ja, genau! Alle böse! Wir geben denen keinen Cent.“ – Ich weiss, er sagt das nur um mich zu beruhigen und weil er meine Aussetzer noch immer für niedlich hält…aber ich sehe es jetzt schon kommen:

Ninja mood in Amman

Ich hoffe, dass ist nur die „arabische Leichtigkeit“ und keine Abzocke, denn wenn, dann sehe ich schwarz – FÜR DIE ANDEREN!

 

 

 

TO DO Liste – Reisecheck

In weniger als zwei Wochen geht es endlich los, meine Reise zu Amin! Wir können es beide kaum abwarten und obwohl es erst einen Monat her ist, dass er zurück gegangen ist, sind wir uns einig, dass diese 4 Wochen schon viiiiiel zu lang waren. Einen Monat werde ich dort verbringen und nur für wenige Tage kurz „rüber“ nach Jerusalem huschen, um Freunde zu besuchen. Ich stecke im Grunde mitten in den Vorbereitungen und habe noch so einiges zu erledigen, bevor es dann am 8. endlich von Hannover aus Richtung Amman geht.

Was ich schon erledigt habe:

neuen Pass bestellt und erhalten (91 Euro Express Pass!!!! )

Pass + geforderte Unterlagen an die jordanische Botschaft geschickt.  (Double entry visa und so….)

Kopfhörer für die Reise bestellt. (Ohne Musik halte ich die 5 1/2 Std. Aufenthalt Istanbul airport nicht aus…)

Tablet PC bestellt. (Ich muss lesen, zwar erlaubt meine gewählte Airline mehr Gepäck als üblich…aber so spare ich einfach Platz)

Sommerkleider zum Schneider gebracht. (Jahaaaaaaa: SOMMER!)

Das Okay von der Physiotherapeutin und dem Arzt eingeholt.

Grenzübergänge Jordanien/Israel ausgiebig studiert (Bin noch nicht so ganz schlau draus geworden, steht dennoch schon auf dieser Liste)

Reisepläne und Unternehmungen gemeinsam mit Amin geplant (u.a. eine Kunstausstellung in Amman Thema: Die Werke von Mahmoud Darwish – YEAAAH!!!)

Was ich noch erledigen muss:

– Die ältere Dame anrufen, bei der ich zuletzt in Jerusalem gewohnt habe und meinen  Besuch ankündigen. (In der Hoffnung, dass sie mir Unterschlupf gewähren wird.

– Ein Geschenk für diese Dame besorgen. (Ein Foto von ihr, Plitschi und mir schick eingerahmt und nen Schnaps wäre wohl das Beste)

– Geschenkte für Amins Familie/Eltern (Am Besten wohl Schokolade und irgend eine nette Deko…? Für Ideen bin ich sehr dankbar!)

– Einen anderen Gang als den von Quasimodo erlernen, bitte bis zum 08.04…

– Adressen von Freunden aufschreiben, um Karten zu verschicken.

– Versuchen meine neuen Haarpflegeprodukte in kleinere Behälter umzufüllen – zu groooß!

– Mit einer Freundin aus Haifa absprechen, wann genau ich sie besuchen kann.

– Einen Freund aus Ramallah bitten, mich an der Grenze im Norden abzuholen, falls ich nicht über den Grenzübergang Allenbybridge kann.

– Süßigkeiten für Freunde aus Jerusalem mitbringen – sie sind verrückt nach dt. Schokolade

– Zum Frisör gehen und ins geliebte „Waxxhouse“ 😉

Und das Wichtigste:

Rausfinden, ob ich die mir überhaupt Urlaub geben, für diesen Zeitraum! – Ich hatte soviel Stress mit meinen jetzigen Arbeitgebern, dass es mir eigentlich auch egal ist, wenn sie sich quer stellen, fahre ich dennoch…

Ich glaube, dass wäre erstmal so das Wichtigste…wahrscheinlich fallen mir in der letzten Nacht aber noch 1000 andere Dinge ein, die ich hätte machen müssen o.O

Sehnsucht

Amin ist nun seit 1 1/2 Wochen fort. Er fehlt mir unendlich. Zu unserem Glück gibt es Smartphones und Internettelefonie, damit halten wir uns über Wasser. Anders könnten wir unsere stundenlangen, internationalen Gespräche wohl nicht führen – so können wir unsere Sehnsucht wenigstens etwas stillen.

Aufgrund meiner verpatzten OP (werde ich noch drüber berichten), müssen nun  alle meine Pläne umgeworfen werden. Ich werde, wenn der Doc das ok gibt, schon in 4 Wochen zu ihm fliegen, um mich dann anschließend am Kreuzband operieren zu lassen. Eigentlich war ja Mai geplant, nach der OP (dieser hier) und bevor ich wieder arbeiten kann (natürlich habe ich genug Urlaub um überhaupt fliegen zu können.)

Nun sind es also  nur noch wenige Wochen, ich bin furchtbar aufgeregt! Ich werde seine Familie treffen, das erste mal in Jordanien sein. Es gibt soviel vorzubereiten und ich bin immer noch mehr oder weniger ans Haus gefesselt…

Aber wenigstens hat die Sehnsucht dann ein wenig Pause…