Alltagsrassismus

„Schau mich an! Schau  mich an! Du musst runter kommen! Das ist es nicht wert!“ Mit beiden Händen sein Gesicht umfassend, schaue ich meinem Jugendlichen bei diesen Worte tief in die Augen. „Komm runter! Scheiß drauf, du weisst, das ist es nicht wert, bitte Sergio*!“ Ich sehe Tränen der Wut in seinen Augen aufblitzen, sein Körper ist angespannt, er steht unter Strom und versucht immer wieder seinen Kopf zu drehen, in die Richtung, in der dieser Mann verschwunden ist. (*Name geändert)

Ich habe nicht wirklich mitbekommen was passiert ist. Ich stand gerade mit dem Kazoospieler draussen, wir haben über die anstehende Veranstaltung gesprochen, als plötzlich ein großgewachsener Mann, etwa Ende 40, um die Ecke kam, gefolgt von Sergio. Der Mann drehte sich um und grinste schräg in Sergios Richtung. Dieser widerum schüttelte nur den Kopf und sagte genrvt so etwas wie: „Man, geh einfach weiter!“ Als er uns erblickte blieb er stehen. Noch hatte ich keine Ahnung was vorgefallen war und gerade als ich nachfragen wollte, drehte der Mann sich noch einmal abrupt um und sagte: „Und das muss ich mir von so einem in meinem Land gefallen lassen!“ Wie vom Blitz getroffen sieht Sergio zu dem Mann herüber und beginnt ihn wüst zu beschimpfen, der Mann lacht nur hämisch. Als hätte ich es geahnt springe ich auf Sergio zu und kann ihn gerade noch festhalten, als dieser nun fast blind vor Wut auf den Mann losgehen will.

Es kostete mich eine ganze Menge Kraft ihn zu mir ins Jugendzentrum zu ziehen, um ihn dort zu beruhigen. Nach einer Weile springt er auf und läuft weg, ich werfe ihm nur noch ein: „Mach bitte keinen Scheiß Sergio!“ hinter her. Erst vor 3 Wochen hatt er seinen Job verloren, weil ihn ein Kunde mit den Worten „Mit Ausländern mache ich keine  Geschäfte, sieh zu, dass du raus kommst!“ vor die Tür setzte – auch da konnte er nicht an sich halten – wer kann das schon?

Während ich mit dem Kazoospieler noch über das eben Geschehene spreche, steht plötzlich der kleine Jens neben uns. Warum der Sergio den Mann hauen wollte, fragt er. „Weil der Mann nichts besseres zu tun hatte, als sich als Oberdeutschen aufzuspielen“, antwortete der Kazoospieler grimmig. „Pfff“, Jens macht einen verächtlichen Gesichtsausdruck, “ was soll das denn sein, Oberdeutsch? Ich bin auch reinrassig Deutscher, ist das schlimm?“ Der Kazoospieler sieht ihn entgeistert an. „Das bist du wahrscheinlich eher nicht Jens. Erstens sind Menschen eigentlich keine verschiedenen Rassen und zweitens glaube ich kaum, das  ein Mensch überhaupt so etwas wie dieses „reinrassig“ sein kann, da wir das kaum zurückverfolgen können!“ antworte ich etwas entnervt. „Nein! Vielleicht bist du es nicht, aber ich bin 100% Deutscher und ganz rein!“ mault Jens. „Ne“, antworte ich nicht weniger maulig, „bin ich auch nicht und das ist auch in Ordnung so. Aber vergiß das Wort „rein“ oder „reinrassig“ mal lieber ganz schnell, das benutzen nämlich nur dumme Menschen und ich glaube zu denen willst du nicht gehören!“ Dann drehe ich mich um und lasse Jens beim Kazoospieler, ich habe keine Lust auf Missionarsarbeit  – was lernen die Kinder eigentlich heute in der Schule? Achja, Kurvendiskussionen…

Abends kommt Sergio noch einmal rein und stellt sich hinter mich an die Theke, einen Arm legt er um meine Schulter:“Du weisst Ninjaan, du weisst ich bin gar nicht so einer! Das weisst du doch, oder? Ich habe nicht angefangen? Er hat mich die ganze Zeit beleidigt und ich habe ihn noch gesiezt und…ich konnte einfach nicht mehr. Du darfst nicht denken, dass ich so einer bin!“ Ich lege ebenfalls einen Arm um ihn und versichere ihm, dass ich weiß, dass er so nicht ist und das ich seine Wut so gut verstehen kann. Aber er müsse auch mich verstehen, ich habe eingegriffen, um ihn selbst zu schützen, nicht den Mann. „Ich weiß doch Ninjaan…ich weiß doch.“  Wir sehen uns beide an, wissen was der Andere denkt und umarmen uns ganz fest. Mehr kann ich nicht tun…

Btw:

Sergio ist 20 Jahre alt und hat einen Abi Durchschnitt von 2,4 – nur einen guten Job, den bekommt er nirgendwo so leicht…

 

 

 

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„Weil wir Freunde sind!“

Gestern war ein guter Tag, nicht weil irgendetwas großartiges, spektakuläres passiert wäre, er war einfach so gut. Ich hatte zwar wenig geschlafen, aber dennoch hatte ich gute Laune. Während alle um mich herum über Kopfweh oder sonstige Zipperlein aufgrund des Wetters klagten, hüpfte ich auf der Arbeit förmlich umher und alberte mit Kollegen und Jugendlichen herum.

Naja, eine Kleinigkeit freute mich schon oder besser, hatte ich mir schon so einen kleinen Schub gegeben, den Tag besonders zu genießen: Ich hatte das neue, neuste, aller, allerneuste Album meines Lieblingsrappers in den Händen! Seit Wochen warte ich schon darauf und eigentlich hätte ich auch noch ein wenig länger warten müssen, da ich diesen Monat leicht ausgebrannt bin (so kurz vor dem Urlaub…). Das offizielle Veröffentlichungsdatum ist heute, 17.07.2012 und meine ganze Hoffnung lag nun bei Youtube….wenigstens mal in  die Lieder reinhören können, bevor ich dann nächsten Monat zuschlagen werde…

Aber so lange musste ich gar nicht warten! Sonntag Abend, als ich gerade mit meinem Vater über der Abrechnung hockte hörte ich mehrfach den Nachrichtenton von Skype, ich wäre gerne aufgesprungen und hätte nachgesehen, aber da mein Vater mir dann wahrscheinlich den Hals umgedreht hätte (;)), wartete ich lieber, bis wir mit der Abrechnung fertig waren. Als ich mich dann endlich an den Rechner setzen konnte las ich folgende Nachrichten:

Yaya: ninja? i have a surprise for u! u are not there!?  u can guess what ur surprise is i guess 😉

Verwundert starrte ich das kleine Skypefenster an…weiter stand da nichts. Was meinte er? Bevor ich ihm ein Fragezeichen schickte, kam ich auf die Idee noch einmal meine Dropbox zuchecken – und? Da war es! Das komplette Album!!!! (Ich weiss…das macht man nicht, schon gar nicht bei Lieblingskünstlern, aber ich werde mir das Album noch kaufen, vorallem, weil ich die Special Edition unbedingt haben will!) 

Ninjaan: XY? aaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhh!!!!!!! I love u Yayaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!! u make me sooo happyyyyyyyyyyy

Ich war völlig aufgedreht, das Album ist der Wahnsinn! Glücklich und zufrieden fuhr ich am nächsten Tag, das Album in der Handtasche, zur Arbeit. Der Einzige, der außer mir, solche Musik wirklich hört, ist der Kazoospieler, und weil wir uns halbwegs wieder eingekriegt haben, stürmte ich zu ihm ins Studio und bat ihn, die Cd einzulegen (ohne ihm vorher zu sagen, welches Album es ist). Etwas irritiert sah er mich an und stellte dann die Boxen auf laut. Nach wenigen Sekunden blickte er ungläubig zu mir: „XY? Du hast das neue Album von ihm??? Das kommt doch morgen erst raus! Wo um alles in der Welt hast du das her???“

Daraufhin entstand folgendes Gespräch:

Ich grinste breit:“ Haaaa, super oder? Das Album ist der absolute Wahnsinn! Hör es dir an!“ – „Mache ich, aber von wem hast du das?“ – „Von Yaya.“ – „Aha…wo um alles in der Welt hat er das her?“ – „Keine Ahnung…?“ – „Und wie kommt er darauf?“ – „Worauf? Na, er wusste, dass ich es mir wünsche, weil ich seit Wochen davon spreche und ich ihm immer gesagt habe, seine Lieblingsrapper können einpacken, wenn XY ´s neues Album erscheint!“ – „Er schickt es dir, weil du es dir gewünscht hast?“ – „Ehm…ja? Als Überraschung?“ – „Aha, und was ist mit ihm?“ – „Wie was ist mit ihm? Was soll mit ihm sein?“ – „Er wäre doch was! Immerhin schickt er dir sowas als Überraschung!“ – „Er wäre doch was? Was…? Er schickt mir das, weil wir Freunde sind! Das ist doch normal!“ – „Ich mache sowas nicht!“ – „Tzzz, glaube ich dir…“ 

Das Besondere an dieser Unterhaltung? Ich habe es wirklich so gemeint! Vor wenigen Wochen, hätte meine Phantasie nach solchen Anspielungen noch Purzelbäume geschlagen, ich hätte mich gefragt, ob der Kazoospieler Recht hat und mehr dahinter steckt. Meine Antwort wäre auch wahrscheinlich eher ein Gestammel gewesen, als so eine klare Aussage „…weil wir Freunde sind!“

Ich bin auf einem guten Weg, dahin zu kommen, wo ich gerne hin möchte, an den Punkt, an dem ich eine Freundschaft akzeptieren kann, wirklich voll und ganz, ohne hinter allem und jedem mehr zu sehen. Wenn Yaya es dann auch noch schafft, sich immer wie ein Freund zu benehmen, könnte es eine gute Freundschaft sein, eine gute Verbindung. – Das war ein guter Tag.

 

Drei Geschichten

Ich mache heute etwas Überstunden frei, nach dem (kleinen) Eklat auf der Arbeit tut mir das ganz gut.

Drei Geschichten hätte ich dann heute noch zu erzählen:

1. Geschichte der Kazoospieler

Unfassbar für mich, was sich da heute zugetragen hat, unbegreiflich, ich frage mich ernsthaft, was bei ihm schief läuft mir so einen Unsinn an den Kopf zu werfen? Aber fangen wir mal von vorne an. Nach der Schlüsselgeschichte vom Wochenende war ich schon nicht sonderlich gut auf ihn zu sprechen, dann kam ich heute ins Studio (mein Ausweich Büro, da mein Büro PC vor 3 Wochen den Geist aufgegeben hat und ich darauf warte, dass er repariert wird) und wollte den Pc hochfahren, an dem ich nun immer alles schreibe, speichere und Emails checke. Aber, oh Wunder, er liess sich nicht hochfahren, genau wie mein Pc im Büro, ist die Festplatte plötzlich gecrasht, oder besser gesagt, irgendein Virus (oder was sonst) verhindert, dass es hochgefahren werden kann, es erscheint nur irgendeine Meldung auf dem Bildschirm, das wars. Das hat meine Laune natürlich nicht sonderlich gehoben, denn auch mein Büro PC ging kaputt, nachdem irgendwer aus dem Studio dran war und irgendwas runtergeladen hat! Es ist einfach unverschämt und gedankenlos mit den Materialien bei uns auf der Arbeit so umzugehen! Und am Ende will es immer niemand gewesen sein! Diesmal ist die Tatsache aber, dass Mr Kazoospieler zuletzt im Studio und an diesem Pc war. Das er davor funktioniert hat und nun nicht mehr. Ich bin ÄRGERLICH!

Als er kommt falle ich ihm also nicht glücklich um den Hals, sondern deute an, dass wir reden müssen. Ich folge ihm ins Studio und spreche ihn zuerst auf den kaputten PC an. Seine Reaktion? Entsetzen! Huch, wie kann denn sowas passieren?? Sorry, aber da platzt mir auch mal die Kragen, ich hasse diese „ich wars NIE“ Mentalität, jeder macht mal Mist, aber man kann auch einfach mal darüber nachdenken, dass man was verbockt hat! Ich frage ihn etwas ironisch, wer denn so die letzten Tage an diesem Pc war? Da platzt er, wirft mir Mobbing vor, will kündigen!Ich bin böse, gemein, nur zu ihm, er macht nie was! Ich stehe überrascht da, was für ein Gefühlsausbruch, die Situation kommt mir albern vor, ich muss lächeln, aber es ist eher ein verzweifeltes Lächeln. Da fühlt er sich noch mehr angegriffen, sagt er halte es nicht aus, das geht so nicht, er würde immer gehen, weil die Harmonie nicht stimmt, er wolle Anerkennung und und und … Ich komme mir vor wie bei Verstehen sie Spass! Sein Ton und seine Worte sind unangemessen, seine Selbstreflektion gleich null, er ist das Opfer ich die böse Chefin die ihn fertig machen will…er tue ja soooooooo viel (jo, für 8,50 die Stunde (ungelernt) und dem Plus das Studio jederzeit privat nutzen zu können!) und ich wisse das nicht zu schätzen, was er und alle tun! – Wenn alle soviel tun und ich nix, warum habe ich dann über 20 Überstunden und alle Minusstunden? Warum muss ich dann immer in letzter Sekunde alles retten? – Unfassbar, ich gehe irgendwann, das ist mir zu blöd, er sagt er kann damit nicht umgehen, wie ich ihn fertig mache  – lächerlich. Aber ich muss drüber schlafen, kündigen wäre schwer, die Kids mögen ihn, er ist gut mit ihnen, aber seine Zuverlässigkeit ist mies geworden, ebenso seine Organisation und schlimmer noch, die Unfähigkeit einfach mal etwas zu zugeben, etwas einzusehen. Andererseits hätte ihn wohl jeder andere Chef für seinen Ausbruch heute gefeuert – 8 Std. die Woche, und er hat Stress…ich sag ja, unfassbar!

2. Geschichte: Wie gehts weiter mit  B. ?

Wie es mit ihm weiterging? Nun ja, wir hatten uns noch einmal getroffen, geredet und geredet. Er ruft mich an, sagt all die Dinge, die ich so sehr jetzt brauche, das genaue Gegenteil von Yaya für den ich zur Zeit das personifizierte Böse bin, er (B.) war immer so…liebevoll, zuvorkommend… Ich muss mich losreissen..ich weiss. Es fällt mir schwer, da er hartnäckig ist, aber ich versuche ihn eher etwas von mir zustossen, erzähle ihm wie verliebt ich in Yaya bin (was ich auch bin – fragt sich allerdings wie lange noch…) und andere Dinge – bis jetzt ist er noch da, ruft an, erkundigt sich nach mir, meinem Wohlbefinden…vielleicht hört es auf. Ich hoffe es, denn ich kann mich kaum losreissen…er tut mir so gut…

Heute haben wir uns nur kurz gesehen, auf der Arbeit war er, da gab es keinen Moment zum sprechen, nur eine kurze Berührung in einem unbeobachtetem Moment – was jetzt kommt, weiss ich nicht… Ich bin schwach…ich weiss! Vor allem aber bin ich offen für Moralpredigten, da meine Freundinnen ihn alle so sehr lieben, dass sie all ihre Moral über Bord werfen und sagen: Erober ihn zurück!

3. Geschichte: Yaya

Heute pfefferte mir mein Vater meine Kontoauszüge (die ich zugegebenermaßen des längeren nicht abgeholt hatte) auf den Frühstückstisch, mit der Anmerkung: Herr Y. R. hat Ninja 50 Euro überwiesen… 

Verdutzt sah ich auf die Kontoauszüge und tatsächlich Yaya hatte mir schon am letzten Montag 50 Euro überwiesen, ich erinnerte mich daran ihm diese vor einiger Zeit geliehen zu haben ( er verdient noch nicht wirklich in seinem Praktikum und musste sein Studentenvisum erneuern). Er ist da zuverlässig, aber da es der Montag nach unserem großen Streit war, fragte ich mich, ob er das nun nur getan hatte, weil er sauer war und nicht weil er es nicht mehr brauchte? Also schrieb ich ihm eine offline Nachricht bei skype, dass ich das Geld erhalten habe und hoffe er würde es nicht benötigen und hätte es deshalb geschickt und nicht aus falschem Stolz.

Die Antwort kam nun während ich diesen Post schreibe, dass er es genau am Tag unseres Streits überwiesen hatte, weil da sein Gehalt kam. Mehr als ein aha ok brachte ich nicht raus. Nun schickt er mir ein Album über dropbox, ich würde es mögen und wir haben kurz über den Film gesprochen – er mag ihn aha aha…. Ich weiss nicht warum wir jetzt reden! Ich hätte lieber eine Entschuldigung, ich bin kurz angebunden…ich sollte gar nicht antworten…ich bin schwach…oh man bin ich schwach zur Zeit…

Vergeudetes Wochenende

Es ist schon wieder Montag – mein erstes richtiges (freies) Wochenende ist um und ich frage mich, was genau ich eigentlich gemacht habe? Genießen ist definitiv was anderes, so viel kann ich sagen. Ich fasse mal zusammen:

Samstag morgen um kurz vor 8 stand ich vor der Bahnhofsapotheke in der Hoffnung, dass sie mir gleich Wundermittel verabreichen können, weil ich kurz vor einem Allergieschock stand. Seit Jahren hatte ich nicht solche Probleme mit dem Heuschnupfen!

– Samstag kurz nach 8, voll beladen mit Medikamenten (Augentropfen haben sie mir gleich da verabreicht, sonst hätte ich kaum noch fahren können…) und dem Hinweis mir einen neuen Hausarzt zu suchen, da meiner mir (wörtlich) „nur Scheisse verschreibt“, fahre ich zurück nach Hause.

– Samstag kurz nach 13 Uhr klingelt mein Handy, ich liege eigentlich im Schlafkoma, die Tabletten in Verbindung mit dem Schlafmangel der vorherigen Nacht haben mich umgehauen, es ist der Kazoospieler (Kollege). Wo der Schlüssel für´s Studio ist, er muss da jetzt rein, ob ich nicht kommen kann? Im Halbschlaf sage ich zu.

– Samstag, 20 Minuten später kommen ich, immer noch vom Heuschnupfen verrotzt und noch nicht ganz wach, auf der Arbeit an und kriege in diesem Moment eine Sms „Wir sind Pommes essen, leg den Schlüssel einfach irgendwo ab.“ –

– Samstag 21 Minuten später: Wutattacke! Da beeile ich mich, weil Mr Kazoo meint er bräuchte den Schlüssel SOFORT und dann geht der weg! Und „Bitte“ und „Danke“ sind ihm anscheinend auch fremd! – Es folgt eine Sms von mir mit der Anmerkung, ob er sonst noch Wünsche habe? Ich schmeisse den Schlüssel durch den Briefkastenschlitz und fahre nach Hause.

– Samstag 15 Uhr, meine Freundin, der ich gerade wütend davon erzählt habe, mault mich an: “ Warum biste nicht einfach wieder gefahren, wenn er so unverschämt ist? Er weckt dich, bestellt dich dahin und haut ab? Der hat selber ein Auto! Warum holt er den Schlüssel nicht???“  – Jo, hat se irgendwie recht.

– Samstag 16 Uhr, eine Antwort Sms  vom Kazoospieler, er wollte nur höflich sein (HÖFLICH??) und die Wartezeit überbrücken (nicht mal ganze 20 Minuten???) – Ich antworte nicht mehr, der kriegt Montag einen drauf.

– Samstag 22 Uhr, ich habe bis jetzt geschlafen und werde von B. geweckt. Ob wir uns noch mal sehen können? Reden und so…, blöd wie Ninjaan ist sagt sie ja…

Sonntag 4 Uhr morgens kommt Ninjaan zuhause an, Heuschnupfen geplagt, weil hier überall Felder sind und wir nur im Auto saßen. – Egal, weiterschlafen!

Sonntag 14 Uhr mein Vater stürmt rein, mault rum, dass ich faul bin und die ganze Zeit nur schlafe (Ja Vater, ich schlafe nur, ich habe keine zwei Jobs, nicht zwei Wochen á 60 Std. hinter mir und auch keinen Heuschnupfen…)

– Sonntag 16 Uhr, Vater stürmt erneut rein, ich soll gefälligst aufstehen und ihm im Büro helfen. Ok, ok, ich gebe mich geschlagen.

– Sonntag 17 Uhr eine Sms vom schwulen Kumpel (SK), er holt mich in einer halben Stunde ab, wir gucken alle bei einer Freundin Fußball! Aha…wie verklicker ich das jetzt meinem Vater? Und warum um alles in der Welt muss ich Italien gegen Spanien überhaupt ansehen, wenn ich Samstag sogar Deutschland – Portugal (meine Lieblinge) verpasst habe? – Egal, besser als hier rumsitzen…

– Sonntag 18:30, SK (siehe oben) und ich gucken als einzige Fußball, die anderen führen Gespräche über Männer, draussen auf der Terasse. Würde ich auch gerne, aber auf der Terasse kriege ich sicher wieder nen Allergieschock, also gucken wir das langweilige Spiel, ärgern uns am Ende über das 1:1 und fahren danach noch bei BK was essen.

Highlights?

– Ein schwarzes Sommerkleid bei Zalando bestellt – Frustshoppen tut gut!

– SK hat seinen neuen quietschgelben Pullover ausgeführt und wurde den ganzen Tag von irgendwelchen Käfern belagert – wenn alles scheisse ist, lachts sich halt am Besten über das „Elend“ Anderer…