Von allem etwas

Huch, ich mache mich ja wirklich rar in letzter Zeit! Aber ich bin unschuldig, wirklich! Es ist gerade einfach ein totales drunter und drüber, stressiger Job, das „sich daran gewöhnen mit jemandem zusammen zu leben“ (natürlich + es gibt, gerade in der Anfangszeit einfach nichts schöneres!) und meine alljährliche „ich brauche im Winter 10 Stunden Schlaf“ Angewohnheit haben es soweit kommen lassen. Es ist noch kein wirkliches Ende in Sicht, aber der Blog hier bedeutet mir zu viel, als das ich ihn gänzlich auf Eis legen möchte, selbst wenn es nur ein Beitrag pro Monat wird!

Da ich nicht weiß, wann ich das nächste Mal zum Schreiben komme, gibt es jetzt einfach mal alles was mir gerade so einfällt:

15.02.2014 Heute ist der internationale Angelman day! 

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Ich selbst habe erst vor wenigen Wochen auf der Arbeit überhaupt davon gehört. Für weitere Infos:

 http://www.angelman.org

Neue Leidenschaften! 

Amin und ich ergänzen uns blendend: Er ist der Bäcker und ich die Köchin!

Wenn er gerade nicht für seine Sprachprüfung büffelt (ohne die keine Berufserlaubnis 😦 ) dann steht er in der Küche und backt. Für meine Figur ist das selten zuträglich (schon gar nicht seit ich nicht mehr rauche! Übrigens bald schon 3 Monate nicht mehr!!!) aber köstlich ist es allemal!

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Rechts oben ist Manakish: Selbstgemachtes Brot mit Za´ater (Mein absolutes Highlight!!!), daneben haben wir einen Apfel-Zimt Kuchen von Amins neuem Back-Guru: Martha Stewart, darunter haben wir eine einfache selbstgemachte Pizza und gleich daneben Borak, gefüllt mit Käse.  Auf der Arbeit war ich für einen Tag nicht nur ein Ninja, ich war ein Super-Hero-Ninja.

Für mich ist Backen ja so gar nichts, der klebrige Teig, das genaue Abmessen von Zutaten… furchtbar. Ich koche viel lieber! Und am Liebsten natürlich …..

Persisch! Es gibt für mich keine bessere Küche auf dieser Welt! Ich mag zwar allgemein das Essen aus dieser Region und auch afrikanisch oder Thai lassen mein Herz (oder besser meinen Magen) hüpfen, aber nichts so sehr wie das Persische!

In der letzten Zeit koche ich alles was ich so kann rauf und runter und versuche Amin nach und nach für alles zu begeistern. Verschiedene Polo-Gerichte (Reis) wie Tahchin Polo, Kalam Polo oder Adas Polo oder Ghormeh Sabzi … was auch immer es ist, bis jetzt liebt er zum Glück alles.

Besonders schmeckte ihm mein kürzlich zubereitetes Khoreshte Kaddu:

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Eine Art „Eintopf“ (khoreshte) mit Zucchini und Rindfleisch, ich gebe gerne noch etwas Blumenkohl dazu. Der Reis im Hintergrund ist nicht gerade mein Glanzstück, er hätte noch länger im Reiskocher bleiben können, aber der Hunger übermannte uns 😉

Mein neustes (heute zubereitet):

1622756_650240765038009_378657367_nSelbstgemachtes Torshi oder (Mixxed Pickles)

Es wird noch etwa 2 Wochen dauern, bis ich weiß, ob es etwas geworden ist, da ich das Rezept aber von meiner Lieblings-Kochseite Aashpazi.com habe (Super Seite für alle die auch mal etwas persisches kochen möchten!), kann eigentlich nichts schief gehen. Ich liebe die Seite übrigens so, weil es für jedes Rezept Videos gibt und ich besser „lerne“ wenn ich etwas sehe!

Bücher:

Diesen Monat wurde das neue Buch von Navid Kermani (einem meiner Lieblinge) veröffentlicht. Pünktlich zum Erscheinungstermin lag es auch schon bei uns im Briefkasten und mit einer Tasse warmen Cappuchino bewaffnet habe ich das neue „Meisterwerk“ genüsslich verschlungen. Ich kann es nur empfehlen!

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Musik:

Nächsten Monat ist es soweit! Ich kann es kaum noch abwarten! Nach 3 Jahren erscheint endlich Milow´s neues Album!!!!!

Silver Linings kommt im März raus und dann habe ich hoffentlich auch so ein „in den Händen halten“ Foto davon und bald auch eine Konzertkarte!!!!!!!!!!!!

 

Jetzt gibts noch den 3. Teil von Pirates of the Carribean und dann hoffentlich früher ins Bett…ich brauche doch 10 Stunden Schlaf…

 

 

 

Und ein Sozialarbeiter Herz weint leise

Yaya: Wir haben den Song fast fertig. Dein Jugendlicher hat auch schon die Lyrics!

Ninjaan: Ach ehrlich! Schick mir das Demo bitte!

Yaya: Ja, wenn wir seinen Part haben, aber das kann dauern.

Ninjaan: ?

Yaya: Das Studio ist ständig geschlossen, seit du die Jungs verlassen hast läuft da…

Ninjaan: Bitte sag das nicht… Ich hatte gar keine Wahl..

Yaya: Ich weiß, aber…

Das sitzt. Auf so etwas kommt Yaya nicht von alleine, dass muss ihm der entsprechende Jugendliche so gesagt haben, denn persönlich war Yaya seit damals nicht mehr im Studio. Es sitzt, weil ich all mein Herzblut in dieses Studioprojekt gesteckt habe. Ich habe es geplant, Gelder beantragt, Werbung gemacht, die Materialien besorgt und nächtelang mit Yaya versucht alles zum Laufen zu bringen. Seitdem sind was 2 Jahre vergangen. Viele Jugendliche haben riesen Fortschritte gemacht, haben eigene Musikvideos, schreiben ihre Lyrics mittlerweile ohne jede Hilfe.

Ich hatte schon oft die leise Befürchtung, dass es nun, da ich nicht mehr da bin, ständig dafür sorge, dass irgendjemand kommt und das Studio öffnet (also Fachleute/Musiker) oder dies auch mal selbst in die Hand nehme und am WE arbeite, etwas abflaut. Aber das es mittlerweile so schlimm ist, das ein Jugendlicher, wie eben dieser der mit Yaya nun einen Song macht, anmerkt, dass ohne mich nichts läuft, dass hätte ich nicht erwartet.

Das macht mich traurig, es ist ein gutes Projekt, eins in das man eben viel Arbeit stecken muss – aber das war es immer wert.

Vielleicht zeige ich euch irgendwann mal das tolle Lied, dass meine Kids gegen Rassismus aufgenommen haben… ich hoffe es war nicht das Letzte…

Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss ein wenig trauern – am Besten still und leise, ich habe da nämlich eh nichts mehr zu sagen… 😦

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Ninjaan´s Song!

Jaaa! Ich habe einen Song, einen Ninja Song! Nein, den hat keiner für mich geschrieben – obwohl ich könnte Yaya ja mal drum bitten -.-  Aber das wäre ihm wahrscheinlich nicht „serious“ genug. Und weil, egal was er da schreiben und rappen würde, es eh nicht besser klingen könnte als dieser Song hier, bin ich auch so ganz zufrieden.

Hier ist mein Ninjaan Song:

Classified: Inner Ninja

Ein Bisschen von dir

Januar 2013

Amin: Where do u get all these songs from Ninjaan? I really cant believe it!! Awesome!

Ninjaan: Ha! I´m a music bomb! Whatever u like, any style, any language, doesnt matter!

Amin:  Haha music bomb! So show me please!

Ninjaan: I will! Promised!

März 2011

Yaya: What music do u prefer?

Ninjaan: Rap….classic.., good music?

Yaya: Aha! Good! Because, u should know that I am the music bomb! Whatever u like – I have it!

Ninjaan: Haha, music bomb!

Erst als Amin den Ausdruck „music bomb“ wiederholt und sich darüber amüsiert, erinnere ich mich. Ich habe den Ausdruck von dir, viel mehr aber noch die Tatsache, jetzt selbst eine „music bomb“ zu sein. Und wenn jemand da ist, so wie Amin, der genauso wie ich offen für alles ist (was Musik anbelangt), dann macht es Freude zu teilen. Dir konnte ich selten etwas Neues zeigen, du kanntest es doch eh schon, alles, jeden Film, jedes Lied – bei Amin kann ich mich austoben, kann auch ihn zu einer music bomb machen, wenn er denn möchte. Wenn er lange genug bleibt.

Ein bisschen, habe ich von dir mitgenommen. Es stürzt mich nicht in tiefe Trauer, sondern lässt mich lächeln,tumblr_m7yhj4dw7f1rri77io1_500 natürlich,  und etwas wehmütig, denke ich daran wie schön es wäre, dir davon erzählen zu können. Aber es geht auch so, muss so gehen.

Für den Fall, dass du jemals diesen Blog hier entdecken solltest möchte ich dir dennoch sagen: Danke Yaya, für all die Anregungen, das Schärfen meiner Sinne und das Erwecken verborgener Leidenschaften. Denn ein bisschen, habe ich das doch alles von dir.

 

Von der „Eigentlichkeit“ der Dinge und anderen Dummheiten

Eigentlich, will ich nicht mehr davon erzählen. Und eigentlich komme ich mir so dumm, naiv dabei vor, schäme mich fast, überhaupt noch etwas dazu zu sagen. Und noch eigentlicher würde ich es gerne verdrängen, für mich behalten oder besser noch: einfach vergessen. Aber nur eigentlich.

Denn „Uneigentlich“ ist das gar nicht die Wahrheit. Die Wahrheit ist, dass ich es gar nicht vergessen möchte und es am liebsten in die Welt hinausschreien möchte. Dass ich ein Lied komponieren und darüber singen würde und wenn ich könnte würde ich gleich ein lebensgroßes Gemälde dazu malen oder zumindest ein Buch darüber schreiben, ein Denkmal setzen, ihm, nein ehrlicher gesagt meiner Liebe zu ihm.

Und weil das so ist und weil ich nicht vergesse, überzeugt davon bin, dass ich es gar nicht kann, jedenfalls nicht jetzt, und ich nur ein Opfer dessen bin, was mir wiederfährt, höre ich nicht auf. Und so oft ich auf diesem Blog schon gesagt habe, das wars, es ist vorbei (im wahren Leben sicher noch um einiges öfter so geschehen), so oft habe ich es revidiert. Mal kleinlaut, mal hoffnungsvoll, mal resignierend. Wann ist denn überhaupt etwas vorbei? Beziehungen sind vorbei, wenn einer (oder beide) sie beenden. Aber wann ist Liebe vorbei? Ich benutze das Wort gerade ziemlich inflationär, aber nur, weil ich es vorher nie tat. Wie lange habe ich mich gescheut, es nie benannt, mir nicht mal eingestanden. Aber ich kapituliere. Ich liebe jemanden, der mich nicht liebt und leider entscheidet nicht mein Verstand darüber, wen ich liebe, sondern mein Herz und das hört gerade nicht auf meinen Verstand. Und deswegen ist auch alles, was ich tue alles andere als rational oder vernünftig. Und ich will es auch nicht mehr schön reden, deshalb meine Kapitulation. Es ist, wie es ist und ich kann es erstmal nicht ändern – es geht schon vorbei, irgendwann. Nur, dass es jetzt vorbei ist, das war und ist eine Lüge…

Die fehlende Rationalität, der schwache Verstand, verleitete mich (erneut) zu einer Tat, die ich mir, wie mein Verstand leise flüstert, gut und gerne hätte sparen können. Tat ich aber nicht. Im Gegenteil, vor einer Woche „explodierte“ ich wieder einmal und verfasste eine Nachricht an ihn, in der ich meiner Wut freien Lauf ließ. Das kann ich ja bekanntlich am Besten.

Natürlich, was ich sagte war nicht ganz falsch, aber zu was für einem Zeitpunkt ich damit um die Ecke kam, war unpassend. Wozu sagte ich es überhaupt? Ich weiss es, jetzt, im Nachhinein, dann ist man immer schlauer. Ich schrieb ihm, wusste,dass er online war. Schrieb es und ging offline.

Ich möchte ungerne sagen was genau ich schrieb. Aber es war nicht nett, zum Teil auch unfair und vor allem sagte ich etwas, von dem ich wusste, dass es ihn treffen würde. Ich telefonierte nebenbei mit einer Freundin. Ich sah die Email Benachrichtigung, dass er mir geantwortet hatte, ignorierte es aber. Ich ignorierte auch seinen Anruf, der überraschend kam, wann hatte er schon mal angerufen? Ebenfalls seine erste Sms, in der er mich aufforderte ihm zu sagen, was passiert sei. Er tobte, das war deutlich. Und ich, die innerlich selbst tobte, empfand einen Moment der Schadenfreude. Widerlich, das ist mir bewusst. Dann erhielt ich eine weitere Sms, wieder forderte er mich auf, dass ich ihn anrufen solle. 20 Minuten starrte ich auf den Display meines Handys und wählte dann seine Nummer.

Er hob nicht ab.

1:0 für ihn, wäre dies hier ein Spiel. Ist es gewissermaßen auch, aber mehr ein Trauerspiel, bei dem für gewöhnlich keine Punkte verteilt werden.

Erst machte sich Erleichterung breit, was hätte ich auch sagen sollen? Was will er überhaupt sagen? Was gibt es überhaupt zu bereden? Aber dieser Zustand hielt nur wenige Stunden an, dann kam die Wut zurück. Ich schickte eine Sms ab, in der ich mich spöttisch über das äußerte was letzte Nacht vorgefallen war.

Dann klingelte mein Handy…

 

 

Was wirklich noch geschah / VI

„Die Musik drückt aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ (Viktor Hugo)

Es ist ein neues Lied, FB zeigt es auf der Startseite an. Es ist nicht das erste Lied heute, nicht das Letzte. Kein Freund teilt es, sondern ein Internetradiosender.

Und doch, ist das Lied besonders für sie. Weil dieser Interpret besonders ist, weil der Song genau ihr Geschmack ist, ihr Geschmack und auch seiner, das hört sie schon nach den ersten Sekunden. Selten postet sie solche Songs, ihre Freunde kennen diese Musik nicht, hören sie nicht, verstehen sie nicht und vorallem, fühlen sie nicht. Ninjaan fühlt sie, Yaya hat ihr gezeigt wie man sie fühlt, Musik allgemein fühlt. Und sie liebt es Musik fühlen zu können.

Kurzerhand postet sie den Song auf ihrere Fb Seite, für Freunde natürlich nur. Niemand wird „gefällt mir“ drücken, weil niemand diese Musik hört und erst recht nicht fühlt und weil der Einzige der sie fühlt nicht sehen kann, dass Ninjaan es teilt – wobei, ja, wobei sie es doch so gerne mit ihm teilen würde.

 

Ein Abschiedsbrief (ohne Empfänger)

Vorab möchte ich dir sagen, dass ich gerne eine passende Anrede gefunden hätte, eine Perfekte, nicht schnulzig, aber eine die meinen Gefühlen dir gegenüber gerecht wäre. Doch ich finde sie nicht. Dir auf Deutsch zu schreiben, allein das ist ungewöhnlich. Nie habe ich dir Wichtiges auf Deutsch gesagt, nur in Wut, aus Verletzung und der Hilflosigkeit heraus habe ich zu dir in meiner Muttersprache gesprochen. Doch alles ändert sich und heute schreibe ich dir weder aus Wut, noch aus Verletzung oder Hilflosigkeit. Ich schreibe dir auf Deutsch, weil es die Sprache ist in der ich mich am Besten ausdrücken kann – weil es meine Sprache ist und die Zeiten, in denen es ein kleines „wir“ gab, vorbei sind – es gibt nur noch dich und mich …

Dies hier soll keine Anklage sein, sondern eine Feststellung, etwas, dass ich akzeptieren muss, weil ich nicht das Recht habe auf etwas anderes zu beharren. Ich schreibe dir heute, weil ich dir, mir selbst und der ganzen Welt sagen möchte, dass ich nicht im Zorn gegangen bin, nicht in Wut, dass ich dich nicht hasse und dich nicht für einen schlechten Menschen halte.

Ja, es wäre soviel leichter, würde ich mir das einreden. Dich hassen, dir die Schuld an allem geben. Doch ginge es hier um Schuld, wer trüge sie dann? Du, weil du dich nicht verliebt hast? Ich weil ich mich verliebt habe, obwohl du mir niemals etwas vorgemacht hast? Nein, das führt zu nichts und so betrachtet, muss ich mir eingestehen, trage ich selbst die Schuld. Ich wusste wer du bist, wie du bist, was du denkst, was du dir erträumst und ich habe es kommen sehen, meine Gefühle, doch ich habe sie unterschätzt, mich überschätzt. Und nun stehe ich hier, nach 1 1/2 Jahren und schreibe dir einen Brief, den ich niemals abschicken werde.

Warum ich ihn dir nicht schicke? Weil ich nicht will, dass du antwortest. Du würdest antworten, du würdest es niemals so stehen lassen, das ist nicht deine Art, wider deiner Natur. Dennoch, muss ich dir noch so viel sagen. Du warst immer eine Inspiration für mich. Niemals war ich so fasziniert, niemand hat mich so an meine Grenzen und darüber hinaus gebracht wie du. Ich liebe Herausforderungen, liebte sie immer, du bist die Krone der Herausforderungen.

Ich liebe deine diplomatische Art, wenn du über Politik gesprochen hast, die, dir vielleicht unbemerkte, Weisheit deiner Einschätzungen fand stets meine höchste Anerkennung, selbst wenn ich nicht deiner Meinung war. Deine Texte, deine Stimme, deine Art Musikinstrumente vorsichtig in die Hand zu nehmen, sie zu begutachten und sie nach kürzester Zeit zu beherrschen, als hättest du niemals etwas anderes gespielt – meine Bewunderung dafür kann ich nicht in Worte fassen.

Ich finde dich nicht nur faszinierend, sondern auch schön. Nicht attraktiv, oder anziehend, sondern schön, wie ein Kunstwerk. Schön ist sie, die Sehnsucht in deinen Augen, dein Lachen, dass du so spärlich sääst, als könntest du es abnutzen. Schön ist alles an dir, auch deine grauen Haare auf der Brust, die du so schockiert im letzten Winter entdecktest.

Doch ich würde dich nicht lieben, hätte nicht so klammheimlich aus deinem Leben, deiner Reichweite verschwinden müssen, liebte ich nicht auch deine andere Seite, die, für andere oft schier Unerträgliche. Ich liebte dich auch, wenn du launisch warst und wie ein getretener Hund um dich gebissen hast. Ich liebte dich, wenn du vor Narzismus triefend, nicht gesehen hast, was um dich herum geschieht. Deine Diskussionswut, die mich manchmal an den Rand der Verzweiflung gebracht hat und mir so manch „Pseudo Migräne Attacke“ bescherte. Ich habe dich nie weniger geliebt, wenn du, stur wie ein kleines Kind, in der Ecke gesessen hast um zu schmollen oder mir das Leid, dein Leid dieser Welt, in die Schuhe schieben wolltest.

Nicht weil ich blind bin vor Liebe, aber weil du auch mich akzeptiert hast wie ich bin. Meine Macken, meine Launen hast du ertragen, besser als jeder andere zuvor – manch eine habe ich durch dich überwunden. Deine Geduld, warst du auch selbst ungeduldig, mit mir war grenzenlos.

Darum und weil ich dich liebe, wollte ich deine Freundin sein, deine Vertraute, von mir aus deine Schwester – was auch immer, ich glaubte ich sei  bereit dazu. Und solange du mir das Gefühl gabst, mich zu wollen, mich in deinem Leben zu wollen -bin ich geblieben. Aber wir beide wissen, du sicher schon länger als ich, dass es auch dafür nicht mehr reicht. Neun Monate, 100te von km später, sind wir nicht nur keine „Liebhaber“ mehr, wir sind uns so fern wie  zwei flüchtige Bekannte. Pflichtbewusst antwortet man auf die Fragen und bitten des Anderen – ja wir Fragten und Baten noch, aber warum? Weil wir es 1 1/2 Jahre so getan haben, auch das kann zur Gewohnheit werden.

Gewohnheit verbindet uns, nein, Gewohnheit bindet dich irgendwie noch immer an mich, aber ich wollte so viel mehr, will es doch immer noch.

Und darum bin ich nun gegangen, ohne Abschied, ohne Drama, ohne Diskussion, ohne Vorwürfe. Ich will dir lieber eine schöne Erinnerung sein, als eine lästige Bekannte. Ich hoffe du wirst das verstehen, ohne das ich es dir sage, ohne, dass du jemals diesen Brief hier lesen wirst. Bitte versteh es.

Soviel ich dir auch noch sagen will, so ungelesen diese Worte auch bleiben mögen, ich möchte dir noch danken. Für jeden Moment, den du lebenswerter für mich gemacht hast, jeden Augenblick den ich durch dich intensiver erleben konnte, jedes Lied, jeden Film, jedes Gemälde, alles was ich nicht kannte und durch dich erfahren habe. Und ich wünsche dir, mehr als  für mich selbst, die Erfüllung deiner Träume, die Großen und die Kleinen. Ich wünsche dir Kraft und Mut und Leidenschaft und vorallem Liebe – ich wünsche dir, dass du liebst und ebenfalls geliebt wirst.

Und ich verspreche dir, dass ich von heute an ein bisschen weniger „runaway“ bin und  offener zu meinen Gefühlen stehen werde und das ich mir vom heutigen Tage an, auch ohne deine Hilfe, die Mühe geben werde mehr gute als schlechte Musik zu hören und vor allem die eine von der anderen unterscheiden lerne.

Lebwohl.

„Weil wir Freunde sind!“

Gestern war ein guter Tag, nicht weil irgendetwas großartiges, spektakuläres passiert wäre, er war einfach so gut. Ich hatte zwar wenig geschlafen, aber dennoch hatte ich gute Laune. Während alle um mich herum über Kopfweh oder sonstige Zipperlein aufgrund des Wetters klagten, hüpfte ich auf der Arbeit förmlich umher und alberte mit Kollegen und Jugendlichen herum.

Naja, eine Kleinigkeit freute mich schon oder besser, hatte ich mir schon so einen kleinen Schub gegeben, den Tag besonders zu genießen: Ich hatte das neue, neuste, aller, allerneuste Album meines Lieblingsrappers in den Händen! Seit Wochen warte ich schon darauf und eigentlich hätte ich auch noch ein wenig länger warten müssen, da ich diesen Monat leicht ausgebrannt bin (so kurz vor dem Urlaub…). Das offizielle Veröffentlichungsdatum ist heute, 17.07.2012 und meine ganze Hoffnung lag nun bei Youtube….wenigstens mal in  die Lieder reinhören können, bevor ich dann nächsten Monat zuschlagen werde…

Aber so lange musste ich gar nicht warten! Sonntag Abend, als ich gerade mit meinem Vater über der Abrechnung hockte hörte ich mehrfach den Nachrichtenton von Skype, ich wäre gerne aufgesprungen und hätte nachgesehen, aber da mein Vater mir dann wahrscheinlich den Hals umgedreht hätte (;)), wartete ich lieber, bis wir mit der Abrechnung fertig waren. Als ich mich dann endlich an den Rechner setzen konnte las ich folgende Nachrichten:

Yaya: ninja? i have a surprise for u! u are not there!?  u can guess what ur surprise is i guess 😉

Verwundert starrte ich das kleine Skypefenster an…weiter stand da nichts. Was meinte er? Bevor ich ihm ein Fragezeichen schickte, kam ich auf die Idee noch einmal meine Dropbox zuchecken – und? Da war es! Das komplette Album!!!! (Ich weiss…das macht man nicht, schon gar nicht bei Lieblingskünstlern, aber ich werde mir das Album noch kaufen, vorallem, weil ich die Special Edition unbedingt haben will!) 

Ninjaan: XY? aaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhh!!!!!!! I love u Yayaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!! u make me sooo happyyyyyyyyyyy

Ich war völlig aufgedreht, das Album ist der Wahnsinn! Glücklich und zufrieden fuhr ich am nächsten Tag, das Album in der Handtasche, zur Arbeit. Der Einzige, der außer mir, solche Musik wirklich hört, ist der Kazoospieler, und weil wir uns halbwegs wieder eingekriegt haben, stürmte ich zu ihm ins Studio und bat ihn, die Cd einzulegen (ohne ihm vorher zu sagen, welches Album es ist). Etwas irritiert sah er mich an und stellte dann die Boxen auf laut. Nach wenigen Sekunden blickte er ungläubig zu mir: „XY? Du hast das neue Album von ihm??? Das kommt doch morgen erst raus! Wo um alles in der Welt hast du das her???“

Daraufhin entstand folgendes Gespräch:

Ich grinste breit:“ Haaaa, super oder? Das Album ist der absolute Wahnsinn! Hör es dir an!“ – „Mache ich, aber von wem hast du das?“ – „Von Yaya.“ – „Aha…wo um alles in der Welt hat er das her?“ – „Keine Ahnung…?“ – „Und wie kommt er darauf?“ – „Worauf? Na, er wusste, dass ich es mir wünsche, weil ich seit Wochen davon spreche und ich ihm immer gesagt habe, seine Lieblingsrapper können einpacken, wenn XY ´s neues Album erscheint!“ – „Er schickt es dir, weil du es dir gewünscht hast?“ – „Ehm…ja? Als Überraschung?“ – „Aha, und was ist mit ihm?“ – „Wie was ist mit ihm? Was soll mit ihm sein?“ – „Er wäre doch was! Immerhin schickt er dir sowas als Überraschung!“ – „Er wäre doch was? Was…? Er schickt mir das, weil wir Freunde sind! Das ist doch normal!“ – „Ich mache sowas nicht!“ – „Tzzz, glaube ich dir…“ 

Das Besondere an dieser Unterhaltung? Ich habe es wirklich so gemeint! Vor wenigen Wochen, hätte meine Phantasie nach solchen Anspielungen noch Purzelbäume geschlagen, ich hätte mich gefragt, ob der Kazoospieler Recht hat und mehr dahinter steckt. Meine Antwort wäre auch wahrscheinlich eher ein Gestammel gewesen, als so eine klare Aussage „…weil wir Freunde sind!“

Ich bin auf einem guten Weg, dahin zu kommen, wo ich gerne hin möchte, an den Punkt, an dem ich eine Freundschaft akzeptieren kann, wirklich voll und ganz, ohne hinter allem und jedem mehr zu sehen. Wenn Yaya es dann auch noch schafft, sich immer wie ein Freund zu benehmen, könnte es eine gute Freundschaft sein, eine gute Verbindung. – Das war ein guter Tag.

 

Retrospektive November 2011 Teil I

Facebook Nachricht:

„Ninja, I really liked ur burned sausage, will I get some next time? :D“

„ I can burn ur sausage next time, if u don´t stop complaining about my food, Yaya!”

Ich bin ganz cool, ich bin wirklich von mir selbst beeindruckt wie cool ich bin. Ich würde mich die „queen of coolness“ nennen, wenn ich nicht selbst, tief in mir, schon daran gezweifelt hätte, dass es wirklich Coolness ist und nicht einfach die Tatsache, dass ich die Meisterin der „Verdrängung“ bin. Nach unserem Treffen vor wenigen Tagen,  ist der Kontakt zwischen uns wieder sehr intensiv. Wir schreiben jeden Tag, du rufst mich sogar wieder über Skype an, so wie in unserer Kennenlernphase. Das alles lässt mich augenscheinlich jedoch kalt, ich bin locker, lässig, manchmal fast schon desinteressiert, du bist ebenfalls locker, aber bemüht, alles ist gut. Wir verabreden uns, du würdest gerne einen Song aufnehmen, alle deine Sachen sind bei uns im Studio, natürlich lade ich dich ein!

Wir treffen uns Samstag Abend am Bahnhof, so wie immer, gleiche Uhrzeit, gleicher Ort, same procedure. Ich bin nervös, diesmal nicht wegen deiner Erscheinung, sondern weil ich dich „aufnehmen“ soll und weil ich sowas noch nie gemacht habe und weil ich weiss, dass du die Ungeduld in Person bist. Aber eigentlich klappt es ganz gut, nach 3 Stunden fängt der Beat langsam an mich zu nerven, es ist irgendwie eher Reggae und nur ein Feature, sonst würdest du nie so einen Song machen  und dein Perfektionismus ist etwas anstrengend, für genau 40 Sekunden Aufnahme brauchen wir am Ende 4 Stunden! Du bist unzufrieden mit deinem Text, willst ihn noch mal umschreiben, vor Müdigkeit fällt mir fast der Kopf auf die Tastatur, du schüttelst nur den Kopf. „Pfff u don´t feel it ninja, ha?“ Ich bin zu müde heute und streite nicht mit dir, aber am liebsten würde ich erwidern, dass du den Rhythmus heute wohl auch nicht wirklich fühlst oder warum brauchen wir sonst so lange?

Bei mir zuhause klettern wir über Kartons, ich ziehe in wenigen Tagen um, zurück in das Haus meiner Eltern, in eine eigene kleine Wohnung. Übermüdet stelle ich mich noch in die Küche und brate Würstchen und Ei für dich, wie immer schawenzelst du um mich herum. Dabei habe ich dir bestimmt schon 100mal gesagt, dass ich einen (Besserwisser-) Mann in der Küche wirklich nicht ertrage! Als mir das Würstchen anzubrennen droht, schiebe ich dich zurück in den Wohnraum und mache dir eine Musik DVD von meinem liebsten, indischen Schauspieler an, der hat zufällig auch ein persisches Lied. Jetzt biste erstmal beschäftigt.

Leider nicht für allzu lange, weil du vor dem Fernseher ein Foto von diesem Schauspieler entdeckst. Erst grummelst du irgendwas davon, dass ich sie nicht mehr alle habe, weil ich so verrückt nach ihm bin, dann kommst du mit dem Foto in die Küche und siehst abwechselnd von mir zu dem Foto. „Was?“ frage ich etwas genervt, weil ich gehofft hatte du wärst wenigstens 5 Minuten lang abgelenkt. „He looks like me?!“  Jetzt bin ich es, die abwechselnd von dem Foto zu dir schaut. “Tzzz, keep on dreaming!” ist mein einziger Kommentar dazu. In Wirklichkeit denke ich aber, dass du verdammt recht hast! Gerade heute, wo du dich nicht rasiert hast, siehst du ihm unglaublich ähnlich…das war mir noch nie vorher aufgefallen. Noch ein Grund mehr, meine Gefühle für dich mit einem müden Lächeln abzuwinken. Ich stehe vielleicht nur so auf dich, weil du ihm so ähnlich siehst? Alles halb so wild!

 

Retrospektive Oktober 2011

„I have never seen that dress you’re wearing
Or the highlights in your hair that catch your eyes I have been blind

Lady in red is dancing with me cheek to cheek
There’s nobody here, it’s just you and me, It’s where I wanna be
But I hardly know this beauty by my side
I’ll never forget, the way you look tonight“ (Lady in red, Chris deBurgh)

Du kommst zurück. Zurück zu mir. Du hast nie gesagt, dass du zurück kommen willst und ich habe niemals gesagt, dass du zurück kommen sollst. Nach unserer letzten Begegnung am Bahnhof sind wenige Wochen vergangen, ich hatte die Hoffnung aufgegeben, dass du und ich jemals wieder so sein könnten wie zuvor. Unser Kontakt brach trotz unseres katastrophalen letzten Treffens nicht ab. Du warst etwas reservierter als sonst, ich ebenfalls, doch wir konnten nicht ganz voneinander lassen.

Die Musik hat uns wieder zusammengebracht. Mein Projekt. Alles lief schief, nichts funktionierte wie es sollte, aber ich hätte dich niemals gebeten zu kommen, dafür war ich zu stolz. Also bist du über deinen Schatten gesprungen und hast mir angeboten alles zu installieren und anzuschließen – du könntest allerdings erst abends. Kein Problem, ich auch…

Und so stehe ich nun, wie so viele Male zuvor, um 21 Uhr am Bahnhof und warte auf dich. Ich versuche nicht nervös zu sein, ich bin über dich hinweg sage ich mir. Das war Einbildung, meine Gefühle niemals echt. Du und ich, wir passen gar nicht zusammen. Wie ein Mantra habe ich mir das alles, im Auto auf dich wartend, aufgesagt.

Deinen Weg vom Gleis bis zum Auto habe ich dich extra nicht angesehen, so getan als würde ich etwas im Auto suchen, nicht erinnern, nichts machen, dass Gefühle hervor ruft! Als du neben mir sitzt reichst du mir die Hand, Kumpels, dass sind wir jetzt. Auf der Fahrt siehst du mich an, wir reden wenig, es ist irgendwie noch komisch und vielleicht wartest du darauf, dass ich auf den Rücksitz greife und dir eine Cola reiche, wie so viele Male zuvor. Aber diesmal habe ich keine Cola für dich.

Als wir im Jugendzentrum ankamen, war niemand mehr dort. Du hast darauf bestanden, dass ich dir alles zeige und  warst so begeistert. Alles war toll. „That´s an awesome place ninjaan! It´s sooo oldschool! I´d love to chill here! U did a great job!” Deine Worte erfüllten mich mit Stolz…in den wenigen Wochen hatten wir viel gearbeitet, viel geändert, dass es dir gefällt, macht alles noch schöner für mich. Bevor wir ins Tonstudio gehen, setze ich einen Kaffee auf und du hast mich zum Kicker gerufen. Du wolltest ein kleines Match. Ich habe gnadenlos verloren, ich bin eine Niete im Kickern. Aber es hat die Stimmung gelockert.

Im Tonstudio machst du dich gleich an die Arbeit. Ich habe gehofft, dass du es nicht schnell genug hinbekommst, ich wollte nicht, dass du wieder gehst. Du solltest bleiben Yaya. Ich bin doch über dich hinweg, wir können wieder so sein wie vorher.

Irgendwann hast du auf dem großen Sessel Platz genommen und ich habe mich neben dich gekniet. Du hast die Software auf dem Laptop installiert und mir dabei etwas erklärt. Aber alles woran ich denken konnte, war dein Duft. Du hast gerochen wie immer, nach dir, nach Leidenschaft. Du hast bemerkt, dass ich dir nicht wirklich folge und mir lächelnd über´s Haar gestrichen.

Nach Stunden ist endlich alles angeschlossen und installiert. Du hast die Hand nach mir ausgestreckt und mich zu dir gezogen. „U want me to stay?“ Ich lächelte:“ Let´s go home.”

Zuhause angekommen bist du schnell unter die Dusche gesprungen, du seist direkt von der Arbeit gekommen – ich hoffte nur, mein Duschgel würde deinen Duft nicht zu sehr übertönen.

Ich machte Pizza für uns und holte eine Flasche Cola aus dem Kühlschrank – Ja, ich hatte welche gekauft, als wenn ich es wirklich vergessen hätte, Yaya! Du hast dich aufs Bett geworfen und wir haben gemeinsam gegessen und uns dabei einen völlig bescheuerten Film angesehen. Es fühlte sich so gut an, so als wäre niemals etwas gewesen zwischen uns, als wären nicht Wochen seit unserem letzten Treffen vergangen, als hätte es den Tag am Bahnhof niemals gegeben.

Irgendwann drehst du dich auf den Rücken und siehst mich an, ich versuche es zu ignorieren und bekomme doch eine Gänsehaut. Sanft berührst du mein Gesicht und ziehst mich näher an dich heran. Eine kleine Ewigkeit schauen wir uns nur an, dann küssen wir uns, langsam, vorsichtig, als wäre es unser erster Kuss… Du riechst so gut, trotz des Duschgels rieche ich dich. „U smell so good!“ Verlegen schaust du zur Seite:“ Don´t say that…“ – „But it´s the truth.“ Du siehst mich an, du wirkst unsicher, fragend schüttele ich den Kopf. „Someone once told me, I smell too much…“ Ich bin erschrocken, wie konnte jemand so etwas sagen? Du riechst wundervoll, du bist der erste Mensch den ich überhaupt so intensive wahrnehme! Ich streichel vorsichtig über dein Gesicht, küsse dich. „I love it!“

Am nächsten Nachmittag, auf dem Weg zum Bahnhof, erscheint alles zwischen uns wieder wie vorher zu sein. Du sitzt entspannt neben mir und siehst aus dem Fenster. Dann beginnst du das Lied von Chris de Burgh zu singen. Wie immer bekomme ich eine Gänsehaut bei deiner Stimme. Du schaust zu mir rüber und lächelst. „I´ll record it for u one day.“