Wenn du denkst es geht nicht mehr…

kommt sicher jemand von irgendwoher und tritt noch einmal so richtig rein!

Unbekannte Nummer (nicht in meinem Handy gespeichert, noch nie gewählt):

„naaa?“

Ninjaan:

„naa?“

Unbekannte Nummer:

„was machst du?“

Ninjaan:

„Wer bist du?“

Unbekannte Nummer:

„Wer bist du?“

Ninjaan:

„Ehm…du hast mir doch geschrieben und nicht umgekehrt…?“

Unbekannte Nummer:

„Du hast mir auch vor ein paar Tagen geschrieben „

Ninjaan:

„Und was habe ich dir geschrieben? Ich kenne deine Nummer gar nicht?“

(Schon da dämmerte es mir…)

Unbekannte Nummer:

„Du hast gefragt, ob ich schon wach bin :D“

Ninjaan:

„Yaya? Was ist das für eine Nummer?“

Unbekannte Nummer:

„lol. lyca… und wer ist da?“

Ninjaan:

„Lyca?“

Unbekannte Nummer aka Yaya

„Ja, meine andere Nummer. Sag doch wer du bist? Ich habe ein neues Handy und meine Nummern sind alle weg…“

Ninjaan:

„Ich bins Ninjaan. Sorry Yaya, ich hatte nen Unfall an dem Morgen in Hxxxx und konnte nicht mehr laufen und war allein und ich wusste nicht was ich machen sollte und dann hab ich dir geschrieben und dachte wenn du wach bist könnte ich dich um Hilfe bitten….ich war danach im Krankenhaus und hab vergessen dir zu sagen, dass nur ich es war.“

Unbekannte Nummer aka Yaya:

“ Ah baby! Wie geht es dir jetzt? Wo bist du?“

Ninjaan:

„Geht so, mein Knie ist kaputt kann nicht in den Urlaub fahren. Bin in XY, zuhause, musste nicht lange im KH bleiben. Wie gehts dir?“

Unbekannte Nummer aka Yaya:

„Gut…war bei der Arbeit als du mir geschrieben hast. Ich bin momentan in H. Kein Internet sonst hätte man schreiben können. Kiss

Ende der Konversation. Was sollte ich auch sagen? Mit einem Schlag wird es mir bewusst – da ist nichts, aber auch gar nichts mehr. Wir schreiben wie zwei Fremde. Baby? Sowas sagt er wohl zu Frauen die er nicht kennt, zu mir sagte er es nie. Ich weine. Römmel, die am Telefon ist versucht mich zu beruhigen. Aber ich habe endlich verstanden, endlich, nach all der Zeit. Da ist nichts mehr, keine Verbindung, kein Mitgefühl, kein Interesse. Ich werde die Nummer niemals speichern und er meine sicherlich auch nicht.

Vielleicht ist das, das einzig gute was mir dieses Jahr noch passieren konnte, dass ich es begreife, so schmerzvoll es auch ist. Das hier war das Ende. Und egal was mir jemals wieder geschehen würde, er wäre ab heute der letzte Mensch, der mir in den Sinn kommen würde.

 

 

 

Der lange Abschied Teil II

Vor zwei Wochen bin ich an einem Sonntag Morgen wieder in Köln gelandet.

Ich hatte vor noch einige Tage in der Nähe von Köln bei meinem Vater zu bleiben, ich war viel zu selten dort und ich spürte wie er sich freute. Schon am selben Nachmittag zeigte ich ihm alle meine Fotos (immerhin weit über 500 Stück), naja, fast alle. Die Fotos aus der Westbank befanden sich bei Yaya. Und weil ich eigentlich, abgesehen von meiner Sehnsucht nach Jerusalem, guter Dinge war, schrieb ich Yaya eine Sms. Wie es ihm gehe, ob er schon aus dem Süden zurück sei und das ich wieder im kalten Deutschland bin und mich freuen würde, wenn er die Fotos wieder in unseren Dropbox Ordner laden könne, sobald er Zeit dazu habe. Im Haus meines Vater habe ich kaum Empfang und so verschwand ich ständig auf die Terasse, um zu schauen, ob ich schon eine Antwort bekommen habe.

Nun ja, was soll ich sagen? Ich bekam keine. Obwohl Yaya einen Vertrag hat. Am späten Abend zeigte mir mein Dropbox Ordner an, dass Yaya alle Dateien hochgeladen hatte – ohne ein Wort. Zwei Tage später fuhr ich nach Hause zurück und entdeckte Abends, dass Yaya mir am Sonntag Abend bei Skype geschrieben hatte „Welcome to Iceland!“ – Keine Antwort auf meine Fragen, kein Erkundigen nach meinem Wohlbefinden. Das saß. Ich schwieg weiterhin, auch als er mir noch am selben Abend zwei Filme über Dropbox schickte – ich bin nicht wild darauf irgendwas zu bekommen, alles was ich will ist ein Gespräch, aber genau das bekomme ich nicht. Was für Freunde sind wir eigentlich?

Am nächsten Tag hat er mir immer noch nichts geschrieben und ich tue wieder das, was man in solchen Fällen nicht tun sollte, ich suche seine Seite bei Fb auf. Wir sind zwar keine Freunde mehr, aber einiges ist für mich dennoch sichtbar. Ich sehe, dass er den Song meiner Jugendlichen geteilt hat und freue mich. Hätte ich es nur dabei belassen! Ich jedoch scrolle etwas weiter hinunter und sehe, dass er 2 Tage zuvor, einen Song von Fettes Brot gepostet hat „Ich lass dich nicht los“, mit einem kurzen Kommentar, der zwar niemanden direkt anspricht, aber erkennen lässt, dass er diesen Song jemandem widmet. Der Song hat ein“ Gefällt mir“ und einen Kommentar – von IHR!

Ich würde gerne weinen, schreien, irgendwo gegen schlagen – aber nichts davon geht mehr. Es ist einfach zu viel. Wenn sie so wichtig ist, warum hast du mich dann in deinem Leben gehalten? Bin ich nichts anderes als dein blödes „rebound girl“?

Als Kurzschlußreaktion blocke ich ihn, bei FB und bei Skype. Ich will nichts mehr sehen und nichts mehr von ihm hören. Ein paar Tage scheint das zu reichen, ich fühle mich nicht wirklich besser, aber etwas stärker, nicht mehr ganz so hilflos.

Nach wenigen Tagen erhalte ich plötzlich eine Sms (!):

I am in Hamburg ninja, I stay here with my cousin. I dont have internet. Don´t get angry if I dont write! The video of ur kids is awesome! U did a great job!

Er hat also kein Internet, dabei könnte ich schwören sein „Dont get angry with me if I dont write“ ist das Resultat davon, dass er bemerkt hat, dass ich ihn geblockt habe. Das Video hat er vor Tagen gesehen, er hätte mir schon vorher etwas dazu schreiben können – als er noch Internet hatte! Warum also jetzt? Ich grübel lange nach und entschließe mich dann ihm zu antworten. Nicht weil ich mein Vorhaben, keinen Kontakt mehr mit ihm zu haben, brechen will, sondern weil ich der Meinung war, er würde mir wieder schreiben, sollte ich nicht antworten.

Everything is fine Yaya (Ich habe seinen richtigen Namen geschrieben, keinen Kosenamen, womit ich Distanz zeigen wollte…). I am glad to hear u liked the video. Enjoy Hamburg.

Kurz und höflich ohne eine Antwort zu erwarten. Ich hoffte das würde erst einmal reichen. Es reichte aber nicht, denn am nächsten Tag erhielt ich erneut eine Sms von ihm. Deren Inhalt  so bescheuert war, dass ich bis heute nicht weiß, was er sich dabei gedacht hat, aber seht selbst:

Yes it is a master piece! Ninjaan, I want to write a note to our neighbour, I want to use his internet for some time, can u write it for me pls?

Ich erhalte diese Sms 2 Stunden später, da mein Handy während eines Treffens mit der Volksbank ausgegangen war und starrte nun ungläubig auf seine Worte. Ich soll ihm einen Satz schreiben? Der Mann hat seine Masterarbeit auf Deutsch geschrieben und jetzt kann er nicht mehr so einen Satz schreiben? Ich hatte ihm schon einmal bei formellen Schreiben geholfen oder seine Bewerbung überarbeitet – aber so einen Satz? Für eine Sekunde bin ich versucht ihn anzurufen, um ihn zu fragen, ob das ein Witz sein soll. Ich tue es aber nicht und schreibe ihm irritiert einen Satz mit der Frage, ob er so etwas meinen würde?

Und dann? Dann bekomme ich keine Antwort mehr. Kein Danke, keine Erkärung, nichts. Nichts an diesem Tag und nichts am nächsten Tag. Und wieder sitze ich, immer ein Auge auf dem Handy da und warte und warte. Und ich hasse warten und mit jeder Stunde die ich auf eine Antwort warte, geht es mir mieser.

Letzten Donnerstag morgen fasse ich dann den etnscheidenden Entschluß, wenn ich ihn schon überall geblockt habe, dann sollte ich auch konsequent sein. Ich kann ihm schlecht verbieten mir Sms zu schreiben – aber ich kann es unmöglich machen. Ich rufe bei der O2 Servicehotline an und bitte um eine neue Nummer. Die Frau am anderen Ende ist nett und weil ich wahrscheinlich ziemlich erbärmlich klinge, fragt sie mich dreimal ob ich sicher bin, dass ich das tun möchte. Ich bejahe es jedesmal. Ja, ich möchte meine Nummer wechseln und ich weiss, dass das endgültig ist und das es schon innerhalb der nächsten 20 Minuten umgestellt wird.

20 Minuten später habe ich eine neue Nummer. Meine alte ist nicht mehr erreichbar. Ich bin nicht mehr erreichbar für Yaya.

Es geht mir nicht besser damit und ich fühle mich auch nicht stärker dadurch. Aber ich warte nicht mehr. Ich weiss, dass er mich nicht erreichen kann, egal wie. Manchmal frage ich mich, ob ich das überhaupt aushalte. Ob es ihm gut geht? Ob er vielleicht dringend etwas braucht und ich plötzlich nicht mehr antworte…aber dann denke ich an die 100mal in denen er einfach nicht geantwortet hat, obwohl ich die richtige Nummer habe, obwohl meine Nachrichten bei Fb gelesen und bei Skype übertragen wurden.

Ich wollte ihn in meinem Leben halten, als Freund, wenn schon nicht als Liebhaber. Aber es ist mir unmöglich, weil meine Gefühle zu stark sind und seine zu schwach – so kann man nicht befreundet sein, jedenfalls ich nicht…

Und jeden Tag hoffe ich doch insgeheim, dass er irgendetwas tut, irgendeinen Weg findet mich zu kontaktieren und das dann alles gut wird, wie im Märchen… Aber mir ist klar, dass das nicht passieren wird…

Retrospektive Dezember 2011: Das letzte Treffen Teil I

Der Tag beginnt um 00:01 Uhr, dieser eine Tag, mein Tag, der Tag meiner Geburt. Einige Stunden vor dem Beginn dieses Tages haben wir uns bei Skype geschrieben, unser Treffen für den Tag, nach meinem Tag geplant. Der Song ist fast fertig, ich liebe ihn, diesen Song. Deine Stimme ist so weich, so sanft, ich liebe deine Stimme und auch wenn ich nur die Hälfte von dem verstehe was du sagst, ist mir klar, dass du viel mehr in diesen Song gelegt hast, als in den Vorherigen.

An diesem Tag, wenige Stunden vor meinem Tag, sprechen wir über vieles, wir lachen, tauschen uns uns, planen, erinnern uns kurz an unser letztes Treffen zurück – alles ist gut, wir sind gut – zusammen sind wir besser als wir es uns je gedacht haben.

Ich feier nicht rein in meinen Tag, ich halte nicht viel davon, warum sollte ich feiern, dass ich älter werde? Wir alle werden das, es ist keine große Leistung alt zu werden.

Doch wie jedes Jahr gibt es an diesem Tag eine Familienfeier, Plitschi und Jackson sind auch gekommen, sie gehören irgendwie mit zur Familie, mit zu diesem Tag, den ich eigentlich nicht feiern will, der aber irgendwie doch mein Tag ist. Und eben weil es irgendwie doch mein Tag ist, sehe ich von Stunde zu Stunde ungeduldiger auf mein Handy, ich erhalte viele Sms, Anrufe, Glückwünsche, zu etwas für das ich nichts geleistet habe, nette Gesten, die mir eigentlich nichts bedeuten. Nur du, du bleibst stumm.

Um 23:59 Uhr meines Tages sitze ich mit Plitschi, Jackson und meiner Mutter am Küchentisch, die Gäste sind alle gefahren, mein Tag ist ja auch immerhin fast vorbei und der neue Tag rückt unaufhaltsam näher – ein Tag ohne besondere Bedeutung, der aber doch einer unserer Tage werden sollte – und noch immer hast du dich nicht gemeldet. Ein letztes Mal stehe ich auf und öffne Skype – wenn keine Sms und kein Anruf, dann aber doch vielleicht dort eine Nachricht?

Um 00:01 Uhr ist mein Tag vorüber, ein Kloß hat sich in meinem Hals festgesetzt, weil du nichts gesagt hast, nichts zu meinem Tag, der mir eigentlich egal ist, aber eben nur eigentlich. Am Tisch warten sie auf mich, Plitschi, Jackson und Mama, sie sehen mich an, teils mitleidig, teils zornig. Ich solle dir absagen für diesen neuen Tag, der eigentlich unser Tag werden sollte, weil du meinen Tag vergessen hast. Trotzig, wie ein kleines Kind, dass statt eines Fahrrades nur ein Puzzle bekommen hat, nehme ich mein Handy in die Hand und schicke dir eine Nachricht:

„Happy Birthday!“

Da war es 00:10 Uhr, nicht einmal 5 Minuten später bekomme ich eine Antwort, und ich weiss nicht ob ich lachen oder weinen soll oder einfach mein Handy aus dem Fenster werfen soll, weil du doch so schnell antworten kannst:

„Yes I know I am sorry I worked last night and had a bad day today. Im at work again. I guess u forgive me do u want ur gift today?”

Deine Worte bringen mich fast zum überkochen, ja, ich sollte dir absagen, weil ich wütend und verletzt bin, weil du meinen Tag vergessen und weil du so selbstverständlich und arrogant davon ausgehst, dass ich dir dies verzeihe. Aber ich bringe es nicht über´s Herz, weil ich weiss, dass du den gesamten Januar arbeiten wirst und Ende Januar, da wirst du gehen, weit weg, weg von mir. Und ich kann dich nicht aufhalten, dir nicht mal sagen, dass ich wünschte du würdest nicht gehen. Und darum frage ich nur, ob unsere Verabredung noch steht. Deine Antwort lässt keine Reue erkennen, aber die hätte es in diesem Moment sowieso nicht besser gemacht. Du schickst mir noch ein lahmes „Boos“ (Küsschen), dann gehe ich schlafen und schalte mein Handy aus.

Den gesamten nächsten Tag habe ich damit verbracht meine Wut und meine Verletzung zu verarbeiten, aus Selbstschutz entscheide ich mich dafür, dich nicht damit zu konfrontieren. Ich bin schon verletzlich genug, ich werde es dir nicht auch noch auf einem Tablett servieren, wie sehr du mich damit getroffen hast. Und noch klingen mir deine Worte des letzten Treffens im Ohr „ U are such a runaway Ninjaan! Why do u always hide ur feelings?“

Am Abend bin ich gewappnet, ich habe eine hohe Mauer um mich gezogen, darin habe ich meine Wut, meine Verletzlichkeit und meine Enttäuschung versteckt, du wirst keine Chance haben sie einzureissen, da bin ich mir sicher!

Um Punkt 20:53 Uhr am Tag, nach meinem Tag, dem Tag der unserer sein sollte, unser Letzter, stehe ich am Bahnhof und warte auf dich…wie schon so oft zuvor….

Mittagspausen Sms

Ready for vacation bangal ninja?

Ganz so ready bin ich nicht, es sind ja immerhin noch 27 Tage, aber dennoch: schön, dass du an mich denkst yaya, wenn auch nur manchmal, dann aber doch in deiner Mittagspause. Und das sollte doch was heissen oder? Nichts großes natürlich, dass ist keine Liebeserklärung. Nein, dass sicher nicht! Doch ich wage zu hoffen, anzunehmen, dass ich doch nicht niemand für dich bin, dass du mich auch ohne körperlichen Kontakt in deinem Leben willst, nicht aufgrund romantischer Gefühle, sondern weil du mich doch zu schätzen weisst. Weil deine bösen Nachrichten tatsächlich nur kamen, weil du „on fire“ warst und nicht, weil du es wirklich so meinst. Das macht sie nicht besser, deine Worte nicht weniger schlimm, aber es zerstört uns auch nicht.
Dich in meinem Leben, als Freund, Vertrauten, das erscheint mir viel und zugleich so wenig, gemessen an meinen Gefühlen. Aber es gibt noch so viele Gedanken, so viele Themen, so viel, dass ich von dir lernen möchte – ich lasse mich gerne darauf ein – und irgendwann, bald vielleicht, sehe ich auch nicht mehr, mehr in dir, als du zu geben bereit bist.

Retrospektive August 2011

Ich sagte dir, dass wir uns nicht sehen können, den ganzen Monat nicht. Als Vorwand benenne ich das Fasten im August – ich brauche Zeit, Zeit um dieses Gefühl abzustellen. Du warst verwirrt, deine Reaktion darauf war fast schon süß:

„Dear , is it forbidden to meet in ramazan even if we promise to avoid SIN?”

Ich gehe nicht darauf ein, bei deinen Worten hat sich das komische Gefühl bemerkbar gemacht, ein Ziehen in meinem Brustkorb. Du wolltest mich sehen – so ganz ohne alles? Du hast Respekt davor das ich faste, du hättest nichts versucht, da bin ich sicher. Aber es geht gar nicht darum, wir sind ja im Grunde „abgesichert“ – ich will dich einfach nicht sehen, nein das ist gelogen, ich will, aber ich darf nicht.

Da ich nicht regiert habe, bleibst auch du still, du fragst nicht mehr nach einem Treffen, aber du bist präsenter als jemals zuvor. Jeden Tag schreiben wir Sms oder skypen. Du hast immer etwas zu erzählen, als würdest du meinen Distanzierungsversuch doch wahrnehmen, als würdest du ahnen, dass dieser Monat nur eine Ausrede ist, kommst du mir immer näher und näher, auch ohne in meiner Nähe zu sein.

Du hängst dich rein, bist bemüht, aufmerksam und manchmal sogar ein kleiner Schmeichler. In dieser Zeit entstand auch mein Name „Ninjaan“ , nur einer von vielen Kosenamen, die du mir in dieser Zeit gabst. Ich bin beeindruckt, will mich zurückziehen, aber das Gefühl lässt mich nicht, es lässt mich kaum atmen, die Sehnsucht nach dir ist so groß, aber ich frage dich nicht, ich bleibe stur.

Manchmal ist mir deine liebevolle Art, deine Aufmerksamkeit fast zu viel, dann werde ich launisch und abweisend, aber du lässt dich nicht aus der Ruhe bringen. Bei einer kleinen Auseinandersetzung in Skype gehe ich unvermittelt offline, ich bin so emotional bei dir, im positiven ebenso wie im negativen Sinne. Deine Antwort darauf:

„Did u sleep? I was kissing u…“

Mein Herz zieht sich zusammen, ich musste lächeln und  bin mit dem Handy in der Hand eingeschlafen, weil ich nicht aufhören konnte deine Worte zu lesen.

Wenige Tage später sitze ich mit SK nachts bei Burger King, das erste Mal erzähle ich ihm von dir, von uns, von dem was wir haben. Ich bemühte mich betont cool zu wirken „nur Spass“ ist es und dann noch besonders „perfekter Spass“ und wir mögen uns – Ende der Geschichte. Schon damals hat SK mich müde belächelt – perfekt ist es nur, wenn da mehr ist, lautet seine These. Während ich mich dagegen wehre, ihm erzähle, dass weder ich noch du eine Beziehung wollen, bekomme ich plötzlich eine Sms von dir.

„Arent u there? U slept? I have just arrived from work…”

SK riss mir das Handy aus der Hand, grinste breit und sagte nur:” Ja KLAR! Ihr habt nur Spass – warum schreibt er dir dann mitten in der Nacht wo du bist? Will er sich treffen? Wenn nicht, dann ist das hier nicht nur „Spass“! “ Ich nahm ihm das Handy weg und schüttelte beleidigt den Kopf, der hat doch keine Ahnung!

Einen Tag später schreibst du mir bei Skype, ob du mir etwas sagen dürftest, auch wenn es jetzt, in diesem Monat etwas unangebracht wäre.

Ninjaan: hö? About what did you think?

Yaya:  haha

Ninjaan:  yalla tell me

Yaya:  i dont know if talking about sex is also haram in ramazan 😀

Ninjaan: I will survive. You  thought about sex? And what exactly?

Yaya:  that u are too good…

Ninjaan:  thanks… I dont know if thats what should be said…but sounds like a compliment somehow..

Yaya: of course it is

SK´s Worte kommen zurück in meinen Kopf „etwas Perfektes ist niemals nur Spass“….VERDAMMT! Das muss aufhören – warum hörte es denn nicht einfach auf, Yaya?

Yaya´s comeback?

Dienstag Abend, 22:11 Uhr – Skype:

Yaya:               pray to god
that ukraine scores
and wins england
Ninjaan:         pourquoi?
Yaya:               ha??
change the channel;
Ninjaan:         why?
Yaya:              cause i want it
Ninjaan:        (Smiley der sich verbeugt)

Ninjaan geht offline

Mittwoch Morgen, 10:22 Uhr, Sms:

Yaya:           Each person has his own behaviour. How is it said in German, ninja pls!

Ninjaan:     Jede Person hat ihre eigene Art/Verhalten

Yaya:          Tnx….how is ur job? Happy from ur comeback?

Ok…was ist das jetzt? Vor allem diese Sms! Schon bei unserer letzten Unterhaltung bei Skype hat er mich nach einem Satz gefragt, der irgendwie danach klingt, als müsste er sich mit irgendeiner Frau auf Deutsch auseinander setzen, dieser Satz passt zu dem, was ich ihm vorher übersetzte. Warum fragt er mich nach solchen Sätzen? Will er mich noch mehr quälen? Jetzt schreibt er mir deswegen schon morgens von der Arbeit aus?

Und, highlight des Monats: Er fragt mich tatsächlich nach etwas privatem, etwas aus meinem Leben! WoW! Versteht jemand diesen Mann?

Wenn ich so blöde, so schlecht bin. Warum lässt er mich dann nicht einfach? Es ist leicht mich loszuwerden – er sollte das ausnutzen…

 

Vergeudetes Wochenende

Es ist schon wieder Montag – mein erstes richtiges (freies) Wochenende ist um und ich frage mich, was genau ich eigentlich gemacht habe? Genießen ist definitiv was anderes, so viel kann ich sagen. Ich fasse mal zusammen:

Samstag morgen um kurz vor 8 stand ich vor der Bahnhofsapotheke in der Hoffnung, dass sie mir gleich Wundermittel verabreichen können, weil ich kurz vor einem Allergieschock stand. Seit Jahren hatte ich nicht solche Probleme mit dem Heuschnupfen!

– Samstag kurz nach 8, voll beladen mit Medikamenten (Augentropfen haben sie mir gleich da verabreicht, sonst hätte ich kaum noch fahren können…) und dem Hinweis mir einen neuen Hausarzt zu suchen, da meiner mir (wörtlich) „nur Scheisse verschreibt“, fahre ich zurück nach Hause.

– Samstag kurz nach 13 Uhr klingelt mein Handy, ich liege eigentlich im Schlafkoma, die Tabletten in Verbindung mit dem Schlafmangel der vorherigen Nacht haben mich umgehauen, es ist der Kazoospieler (Kollege). Wo der Schlüssel für´s Studio ist, er muss da jetzt rein, ob ich nicht kommen kann? Im Halbschlaf sage ich zu.

– Samstag, 20 Minuten später kommen ich, immer noch vom Heuschnupfen verrotzt und noch nicht ganz wach, auf der Arbeit an und kriege in diesem Moment eine Sms „Wir sind Pommes essen, leg den Schlüssel einfach irgendwo ab.“ –

– Samstag 21 Minuten später: Wutattacke! Da beeile ich mich, weil Mr Kazoo meint er bräuchte den Schlüssel SOFORT und dann geht der weg! Und „Bitte“ und „Danke“ sind ihm anscheinend auch fremd! – Es folgt eine Sms von mir mit der Anmerkung, ob er sonst noch Wünsche habe? Ich schmeisse den Schlüssel durch den Briefkastenschlitz und fahre nach Hause.

– Samstag 15 Uhr, meine Freundin, der ich gerade wütend davon erzählt habe, mault mich an: “ Warum biste nicht einfach wieder gefahren, wenn er so unverschämt ist? Er weckt dich, bestellt dich dahin und haut ab? Der hat selber ein Auto! Warum holt er den Schlüssel nicht???“  – Jo, hat se irgendwie recht.

– Samstag 16 Uhr, eine Antwort Sms  vom Kazoospieler, er wollte nur höflich sein (HÖFLICH??) und die Wartezeit überbrücken (nicht mal ganze 20 Minuten???) – Ich antworte nicht mehr, der kriegt Montag einen drauf.

– Samstag 22 Uhr, ich habe bis jetzt geschlafen und werde von B. geweckt. Ob wir uns noch mal sehen können? Reden und so…, blöd wie Ninjaan ist sagt sie ja…

Sonntag 4 Uhr morgens kommt Ninjaan zuhause an, Heuschnupfen geplagt, weil hier überall Felder sind und wir nur im Auto saßen. – Egal, weiterschlafen!

Sonntag 14 Uhr mein Vater stürmt rein, mault rum, dass ich faul bin und die ganze Zeit nur schlafe (Ja Vater, ich schlafe nur, ich habe keine zwei Jobs, nicht zwei Wochen á 60 Std. hinter mir und auch keinen Heuschnupfen…)

– Sonntag 16 Uhr, Vater stürmt erneut rein, ich soll gefälligst aufstehen und ihm im Büro helfen. Ok, ok, ich gebe mich geschlagen.

– Sonntag 17 Uhr eine Sms vom schwulen Kumpel (SK), er holt mich in einer halben Stunde ab, wir gucken alle bei einer Freundin Fußball! Aha…wie verklicker ich das jetzt meinem Vater? Und warum um alles in der Welt muss ich Italien gegen Spanien überhaupt ansehen, wenn ich Samstag sogar Deutschland – Portugal (meine Lieblinge) verpasst habe? – Egal, besser als hier rumsitzen…

– Sonntag 18:30, SK (siehe oben) und ich gucken als einzige Fußball, die anderen führen Gespräche über Männer, draussen auf der Terasse. Würde ich auch gerne, aber auf der Terasse kriege ich sicher wieder nen Allergieschock, also gucken wir das langweilige Spiel, ärgern uns am Ende über das 1:1 und fahren danach noch bei BK was essen.

Highlights?

– Ein schwarzes Sommerkleid bei Zalando bestellt – Frustshoppen tut gut!

– SK hat seinen neuen quietschgelben Pullover ausgeführt und wurde den ganzen Tag von irgendwelchen Käfern belagert – wenn alles scheisse ist, lachts sich halt am Besten über das „Elend“ Anderer…

Retrospektive Mai 2011 (Sms)

Tag  nach dem letzten Treffen:

Yaya: Ninjaan joonam…(Ninjaan mein Liebling)

Ninjaan: Kojai jigaram? (Wo bist du „meine Leber“ ?) Man delam barat tang shode… (Ich vermisse dich)

Yaya: Haha 🙂 Internet nadaram (ich hab kein Internet) me2

Ninjaan: Cerra (warum)? I kill ur Internet!

Yaya: Kill me…

Ninjaan: Why?

Yaya: Why not? Kill me…

Ninjaan: But maybe I want u alive Yaya joon?

Yaya: 😀 Jedi (Echt)? Why are u far?

Ninjaan: Cruel destiny…

Yaya: U make me cry now… 😦

Ninjaan: Oh no, geriye nakon azizam ( weine nicht mein Schatz)! If u cry my heart is bleeding!^^ Why dont u have Internet? Are u at work?

Yaya: I´m at home, I guess I´m blocked. I´ll have tomorrow maybe. What are u doing?

Ninjaan: I´m at home too, watching a movie! I hope so, I miss u in skype!

Yaya: In skype? 😀

Ninjaan: U shark! Maybe not only there…

Yaya: Shark? Why shark? So its not just skype – here the same actually…

Sms von Ninjaan an Yaya

Ich höre/lese immer wieder, dass Leute es im Nachhinein bereuen, wenn sie an- oder betrunken Sms verschickt haben. Da ich nicht trinke kann ich das nur  bedingt nachvollziehen, ich würde diesen Satz/Weisheit aber gerne erweitern: An einem emotionalen Tiefpunkt sollte man auch keine Sms verschicken! Ganz, ganz blöde Idee! Auch dann ist man nämlich nicht wirklich zurechnungsfähig und eine, in diesem Moment harmlose wirkende, Sms könnte einem am nächsten Tag als das erscheinen was sie wirklich ist „emotional überbeladen“ und vor allem absolut unnötig!

Ninjaan an Yaya (irgendwann mitten in der Nacht)

Even though it feels like we´re becoming estranged way too fast for me, I want to congratulate u on the song, as I said before ur part is the best, keep it going. When I´m writing, my pain (sadness) doesn´t decrease*… 

(* Übersetzung und Satz aus seinem Lied, ich habe es nicht wie hier auf Englisch geschrieben.)

Yaya an Ninjaan (morgens)

What a sad sms! What´s going on ninja? We´ll talk 2day

Super! Ich habe sein Mitleid geweckt! Genau das war meine Intention als ich diese, für mich nun auch bescheuert klingende, Sms geschrieben habe!!!!

Das war natürlich nicht meine Absicht, jedenfalls nicht bewusst! Ich war unendlich traurig und wollte etwas sagen, irgendwas. Gemessen an meinem derzeitigen emotionalen Zustand klang die Sms für mich relativ „normal“ … Eine solche Reaktion wollte ich nicht hervor rufen, denn wenn ich eins nicht will dann ist das Mitleid!

Aber Yaya ist nun nicht dafür bekannt der empathischste Mann auf Erden zu sein und deswegen hat gestern kein Gespräch stattgefunden. Ob ich enttäuscht bin? Nicht mehr als vorher, eher erleichtert, was hätte ich auch sagen sollen? Das wäre nur nach hinten losgegangen (falls die Situation überhaupt noch erlaubt, dass irgendwas noch mehr nach hinten losgeht..) – ich bin nämlich immer nur dann emotional und in der Lage über so etwas zu reden oder zu schreiben, wenn derjenige, der diese Emotionalität auslöst nicht in der Nähe oder greifbar ist.

Ich hoffe, es war die letzte Sms die ich so verzweifelt abschicke – aber sicher kann man da nie sein.

Hoffnung – GEH WEG!

7:49 Uhr, ich bin von alleine aufgewacht. Viel länger hätte ich sowieso nicht schlafen können, da ich heute einen Termin bei der Stadt habe (wahrscheinlich kriege ich, stellvertretend für meinen Vorstand, der mal wieder im Urlaub ist, eine Abreibung…). Ich werfe einen Blick auf mein Handy, das mir auch als Wecker brave Dienste leistet (nein, eigentlich nur noch als Wecker, ansonsten stürzt es ständig ab und ist kaum noch zum Telefonieren zu gebrauchen!), eine Sms! Ich reibe mir die Augen und starre auf das kleine gelbe Zeichen, wirklich eine Sms!

Mein Handy ist unendlich langsam, es lädt ewig, bis es mal eine Nachricht anzeigt, ich sehe nicht von wem sie ist und was passiert? Genau, ich beginne zu hoffen! Yaya? Er schreibt mir, nach Streitereien, Kontaktpausen usw. häufig zu den unmöglichsten Zeiten eine Sms. Gebannt starre ich auf das Display “ Yaya, bitte lass sie von dir sein! Sag irgendwas, egal was, nur IRGENDWAS“.

Das Nachrichtenfenster öffnet sich, die Sms ist von Plitschi, sie entschuldigt sich, weil sie mich nicht angerufen hatte, sie sei eine blöde Freundin, ob ich ihr verzeihe? “ Ach, Plitschi, du doofe Kuh! Natürlich und ich war auch nicht wirklich böse!“ 

Hoffnung geplatzt – wie angenehm wäre der beschissene Tage heute geworden, hätte er nur ein simples „How are u ninji“ geschrieben…

Hoffnung: GEH WEG! DU NERVST!