Und ein Sozialarbeiter Herz weint leise

Yaya: Wir haben den Song fast fertig. Dein Jugendlicher hat auch schon die Lyrics!

Ninjaan: Ach ehrlich! Schick mir das Demo bitte!

Yaya: Ja, wenn wir seinen Part haben, aber das kann dauern.

Ninjaan: ?

Yaya: Das Studio ist ständig geschlossen, seit du die Jungs verlassen hast läuft da…

Ninjaan: Bitte sag das nicht… Ich hatte gar keine Wahl..

Yaya: Ich weiß, aber…

Das sitzt. Auf so etwas kommt Yaya nicht von alleine, dass muss ihm der entsprechende Jugendliche so gesagt haben, denn persönlich war Yaya seit damals nicht mehr im Studio. Es sitzt, weil ich all mein Herzblut in dieses Studioprojekt gesteckt habe. Ich habe es geplant, Gelder beantragt, Werbung gemacht, die Materialien besorgt und nächtelang mit Yaya versucht alles zum Laufen zu bringen. Seitdem sind was 2 Jahre vergangen. Viele Jugendliche haben riesen Fortschritte gemacht, haben eigene Musikvideos, schreiben ihre Lyrics mittlerweile ohne jede Hilfe.

Ich hatte schon oft die leise Befürchtung, dass es nun, da ich nicht mehr da bin, ständig dafür sorge, dass irgendjemand kommt und das Studio öffnet (also Fachleute/Musiker) oder dies auch mal selbst in die Hand nehme und am WE arbeite, etwas abflaut. Aber das es mittlerweile so schlimm ist, das ein Jugendlicher, wie eben dieser der mit Yaya nun einen Song macht, anmerkt, dass ohne mich nichts läuft, dass hätte ich nicht erwartet.

Das macht mich traurig, es ist ein gutes Projekt, eins in das man eben viel Arbeit stecken muss – aber das war es immer wert.

Vielleicht zeige ich euch irgendwann mal das tolle Lied, dass meine Kids gegen Rassismus aufgenommen haben… ich hoffe es war nicht das Letzte…

Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss ein wenig trauern – am Besten still und leise, ich habe da nämlich eh nichts mehr zu sagen… 😦

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Retrospektive Dezember 2011: Das letzte Treffen Teil II

„ Vaghty minevisam azam kam nemishe dard

…..

Vaghty minevisam raavi dardam

Vaghty minevisam fattehe donia ” 

(Wenn ich schreibe, vermag dies nicht meinen Schmerz zu lindern – … – Wenn ich schreibe, dann erzähle ich dir davon – Wenn ich schreibe, bin ich der König dieser Welt) Yaya´s Song

Dein Zug hatte Verspätung und ich somit mehr Zeit mich auf unser Zusammentreffen einzustellen. Noch einmal durchatmen, noch einmal die Mauer höher ziehen. Da kommst du schon…3 -2-1 Lächeln!

Ich öffne dir von innen die Türe, mit einem Satz lässt du dich neben mich fallen und umarmst mich überschwänglich. „Sorry, ninjaan! Vallah Sorry! Can u forgive me Topoli?“  Ein Kuss auf die Wange, der, hätte ich nicht meinen Kopf zur Seite gedreht, ein Kuss auf den Mund geworden wäre. Alles ist gut versichere ich dir und setze das Auto rückwärts aus der Parklücke. Du hebst skeptisch eine Augenbraue. Nichts ist ok, sagst du. Ich widerspreche dir, setze ein falsches Lächeln auf. Du siehst aus dem Fenster:“ Is it so hard, just to say it?” – “I don´t know what u are talking about! Everything is fine, we are going to record tonight. What´s your problem now?” Du schüttelst den Kopf und schweigst, die gesamte Autofahrt, ich rede, und rede, ununterbrochen, je mehr ich rede, desto mehr ich dir vorspiele wie egal es mir ist, dass du meinen Tag vergessen hast, umso verstimmter wirst du.

„U want to keep this show for the rest of the evening?” 

Ich sehe dich verständnislos an und schließe das Studio auf, fahre den Pc hoch und rede weiter über die freien Tage, den Song meiner Jugendlichen, die Software irgendwann dann drehe ich mich doch zu dir um, weil ich deinen stechenden Blick spüre. Du sitzt auf dem Sessel gegenüber von mir und siehst mich an. Ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken, dein Blick ist so durchdringend, dass ich ihm kaum standhalten kann und automatisch meine imaginäre Wand noch ein wenig höher ziehe.

Ich lächel und frage dich, ob du den ganzen Abend so grummelig rumsitzen willst? Dein Blick verfinstert sich, du schüttelst den Kopf. „Are u happy like this? Does it feel good to keep everything inside? Can´t u just, one time in ur life, stop being a runaway?” Ich spüre die Wut in mir hochkochen, meine Mauer bekommt Risse. Demonstrativ ziehe ich mir einen Stuhl heran und setze mich dir gegenüber. Immer noch betont cool frage ich dich, was du genau von mir möchtest und worüber du reden möchtest und noch viel mehr will ich wissen, warum wir nicht einfach aufnehmen können, wie wir es geplant hatten?

Du wendest deinen Blick von mir ab, schüttelst den Kopf, ich erkenne darin eine Verächtlichkeit, die meine Mauer endgültig einstürzen lässt. Der Gefahr nicht gewahr, fragst du mich noch einmal, warum ich es nicht einfach aussprechen kann und warum ich glaube, er wäre so ignorant nun etwas aufzunehmen? Es explodiert in mir, wütend erhebe ich mich von dem Stuhl und sehe nun, mit einer ähnlichen Verachtung auf dich, im Sessel sitzend, herab.

 „U think u hurt me? U really think u are someone who is able to break my heart? Let me tell u something Yaya: U ARE NOT! I don´t care if u care or not. It was just impolite and wether do I need ur excuses nor ur explanations! I simply don´t care! I give a shit!”

Mit einem Ruck erhebst du dich aus dem Sessel und stehst für den Bruchteil einer Sekunde ganz nah vor mir, dann senkst du den Blick, nimmst dir eine Zigarette und gehst vor die Tür. Ich folge dir, versuche, selbst überrascht von meinem Gefühlsausbruch, der so nicht geplant war, so nun wirklich nicht, einzulenken. Ich bitte dich reinzukommen, mit mir den Song aufzunehmen, nicht zu streiten, weil es sowieso egal wäre, weil alles egal ist und wir uns nichts schulden. Wenige cm stehst du vor mir und siehst mich an, ich kann in deinen Augen nicht lesen was du denkst und so weiche ich deinem Blick aus.  Du schüttelst den Kopf, verziehst dein Gesicht zu einem Grinsen und setzt noch einmal an, diesmal schwingt eine ungeahnte Härte in deinen Worten mit, wie ich sie selten erlebt habe.  Ich würde das immer machen, weglaufen, vor mir selbst, meinen Gefühlen und ich würde denken, es würde niemanden interessieren, aber das Problem seien nicht die Anderen, sondern ich selbst, meine Art, mein Schweigen. Genervt wende ich mich von dir ab, noch während du all diese Worte zu mir sagst.

„I did it on purpose!“

Ein Blitz durchfährt meinen Körper und ich bleibe, mit dem Rücken zu dir in der Tür stehen. „I know Yaya, I knew it before…“  

Schweren Schrittes kehre ich zurück ins Studio und lasse mich auf den Sessel  fallen, weil ich Angst habe, die Beine könnten mir versagen, weil ich Angst habe, ich könnte einfach zusammenbrechen…

„Weil wir Freunde sind!“

Gestern war ein guter Tag, nicht weil irgendetwas großartiges, spektakuläres passiert wäre, er war einfach so gut. Ich hatte zwar wenig geschlafen, aber dennoch hatte ich gute Laune. Während alle um mich herum über Kopfweh oder sonstige Zipperlein aufgrund des Wetters klagten, hüpfte ich auf der Arbeit förmlich umher und alberte mit Kollegen und Jugendlichen herum.

Naja, eine Kleinigkeit freute mich schon oder besser, hatte ich mir schon so einen kleinen Schub gegeben, den Tag besonders zu genießen: Ich hatte das neue, neuste, aller, allerneuste Album meines Lieblingsrappers in den Händen! Seit Wochen warte ich schon darauf und eigentlich hätte ich auch noch ein wenig länger warten müssen, da ich diesen Monat leicht ausgebrannt bin (so kurz vor dem Urlaub…). Das offizielle Veröffentlichungsdatum ist heute, 17.07.2012 und meine ganze Hoffnung lag nun bei Youtube….wenigstens mal in  die Lieder reinhören können, bevor ich dann nächsten Monat zuschlagen werde…

Aber so lange musste ich gar nicht warten! Sonntag Abend, als ich gerade mit meinem Vater über der Abrechnung hockte hörte ich mehrfach den Nachrichtenton von Skype, ich wäre gerne aufgesprungen und hätte nachgesehen, aber da mein Vater mir dann wahrscheinlich den Hals umgedreht hätte (;)), wartete ich lieber, bis wir mit der Abrechnung fertig waren. Als ich mich dann endlich an den Rechner setzen konnte las ich folgende Nachrichten:

Yaya: ninja? i have a surprise for u! u are not there!?  u can guess what ur surprise is i guess 😉

Verwundert starrte ich das kleine Skypefenster an…weiter stand da nichts. Was meinte er? Bevor ich ihm ein Fragezeichen schickte, kam ich auf die Idee noch einmal meine Dropbox zuchecken – und? Da war es! Das komplette Album!!!! (Ich weiss…das macht man nicht, schon gar nicht bei Lieblingskünstlern, aber ich werde mir das Album noch kaufen, vorallem, weil ich die Special Edition unbedingt haben will!) 

Ninjaan: XY? aaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhh!!!!!!! I love u Yayaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!! u make me sooo happyyyyyyyyyyy

Ich war völlig aufgedreht, das Album ist der Wahnsinn! Glücklich und zufrieden fuhr ich am nächsten Tag, das Album in der Handtasche, zur Arbeit. Der Einzige, der außer mir, solche Musik wirklich hört, ist der Kazoospieler, und weil wir uns halbwegs wieder eingekriegt haben, stürmte ich zu ihm ins Studio und bat ihn, die Cd einzulegen (ohne ihm vorher zu sagen, welches Album es ist). Etwas irritiert sah er mich an und stellte dann die Boxen auf laut. Nach wenigen Sekunden blickte er ungläubig zu mir: „XY? Du hast das neue Album von ihm??? Das kommt doch morgen erst raus! Wo um alles in der Welt hast du das her???“

Daraufhin entstand folgendes Gespräch:

Ich grinste breit:“ Haaaa, super oder? Das Album ist der absolute Wahnsinn! Hör es dir an!“ – „Mache ich, aber von wem hast du das?“ – „Von Yaya.“ – „Aha…wo um alles in der Welt hat er das her?“ – „Keine Ahnung…?“ – „Und wie kommt er darauf?“ – „Worauf? Na, er wusste, dass ich es mir wünsche, weil ich seit Wochen davon spreche und ich ihm immer gesagt habe, seine Lieblingsrapper können einpacken, wenn XY ´s neues Album erscheint!“ – „Er schickt es dir, weil du es dir gewünscht hast?“ – „Ehm…ja? Als Überraschung?“ – „Aha, und was ist mit ihm?“ – „Wie was ist mit ihm? Was soll mit ihm sein?“ – „Er wäre doch was! Immerhin schickt er dir sowas als Überraschung!“ – „Er wäre doch was? Was…? Er schickt mir das, weil wir Freunde sind! Das ist doch normal!“ – „Ich mache sowas nicht!“ – „Tzzz, glaube ich dir…“ 

Das Besondere an dieser Unterhaltung? Ich habe es wirklich so gemeint! Vor wenigen Wochen, hätte meine Phantasie nach solchen Anspielungen noch Purzelbäume geschlagen, ich hätte mich gefragt, ob der Kazoospieler Recht hat und mehr dahinter steckt. Meine Antwort wäre auch wahrscheinlich eher ein Gestammel gewesen, als so eine klare Aussage „…weil wir Freunde sind!“

Ich bin auf einem guten Weg, dahin zu kommen, wo ich gerne hin möchte, an den Punkt, an dem ich eine Freundschaft akzeptieren kann, wirklich voll und ganz, ohne hinter allem und jedem mehr zu sehen. Wenn Yaya es dann auch noch schafft, sich immer wie ein Freund zu benehmen, könnte es eine gute Freundschaft sein, eine gute Verbindung. – Das war ein guter Tag.

 

Retrospektive November 2011 Teil I

Facebook Nachricht:

„Ninja, I really liked ur burned sausage, will I get some next time? :D“

„ I can burn ur sausage next time, if u don´t stop complaining about my food, Yaya!”

Ich bin ganz cool, ich bin wirklich von mir selbst beeindruckt wie cool ich bin. Ich würde mich die „queen of coolness“ nennen, wenn ich nicht selbst, tief in mir, schon daran gezweifelt hätte, dass es wirklich Coolness ist und nicht einfach die Tatsache, dass ich die Meisterin der „Verdrängung“ bin. Nach unserem Treffen vor wenigen Tagen,  ist der Kontakt zwischen uns wieder sehr intensiv. Wir schreiben jeden Tag, du rufst mich sogar wieder über Skype an, so wie in unserer Kennenlernphase. Das alles lässt mich augenscheinlich jedoch kalt, ich bin locker, lässig, manchmal fast schon desinteressiert, du bist ebenfalls locker, aber bemüht, alles ist gut. Wir verabreden uns, du würdest gerne einen Song aufnehmen, alle deine Sachen sind bei uns im Studio, natürlich lade ich dich ein!

Wir treffen uns Samstag Abend am Bahnhof, so wie immer, gleiche Uhrzeit, gleicher Ort, same procedure. Ich bin nervös, diesmal nicht wegen deiner Erscheinung, sondern weil ich dich „aufnehmen“ soll und weil ich sowas noch nie gemacht habe und weil ich weiss, dass du die Ungeduld in Person bist. Aber eigentlich klappt es ganz gut, nach 3 Stunden fängt der Beat langsam an mich zu nerven, es ist irgendwie eher Reggae und nur ein Feature, sonst würdest du nie so einen Song machen  und dein Perfektionismus ist etwas anstrengend, für genau 40 Sekunden Aufnahme brauchen wir am Ende 4 Stunden! Du bist unzufrieden mit deinem Text, willst ihn noch mal umschreiben, vor Müdigkeit fällt mir fast der Kopf auf die Tastatur, du schüttelst nur den Kopf. „Pfff u don´t feel it ninja, ha?“ Ich bin zu müde heute und streite nicht mit dir, aber am liebsten würde ich erwidern, dass du den Rhythmus heute wohl auch nicht wirklich fühlst oder warum brauchen wir sonst so lange?

Bei mir zuhause klettern wir über Kartons, ich ziehe in wenigen Tagen um, zurück in das Haus meiner Eltern, in eine eigene kleine Wohnung. Übermüdet stelle ich mich noch in die Küche und brate Würstchen und Ei für dich, wie immer schawenzelst du um mich herum. Dabei habe ich dir bestimmt schon 100mal gesagt, dass ich einen (Besserwisser-) Mann in der Küche wirklich nicht ertrage! Als mir das Würstchen anzubrennen droht, schiebe ich dich zurück in den Wohnraum und mache dir eine Musik DVD von meinem liebsten, indischen Schauspieler an, der hat zufällig auch ein persisches Lied. Jetzt biste erstmal beschäftigt.

Leider nicht für allzu lange, weil du vor dem Fernseher ein Foto von diesem Schauspieler entdeckst. Erst grummelst du irgendwas davon, dass ich sie nicht mehr alle habe, weil ich so verrückt nach ihm bin, dann kommst du mit dem Foto in die Küche und siehst abwechselnd von mir zu dem Foto. „Was?“ frage ich etwas genervt, weil ich gehofft hatte du wärst wenigstens 5 Minuten lang abgelenkt. „He looks like me?!“  Jetzt bin ich es, die abwechselnd von dem Foto zu dir schaut. “Tzzz, keep on dreaming!” ist mein einziger Kommentar dazu. In Wirklichkeit denke ich aber, dass du verdammt recht hast! Gerade heute, wo du dich nicht rasiert hast, siehst du ihm unglaublich ähnlich…das war mir noch nie vorher aufgefallen. Noch ein Grund mehr, meine Gefühle für dich mit einem müden Lächeln abzuwinken. Ich stehe vielleicht nur so auf dich, weil du ihm so ähnlich siehst? Alles halb so wild!

 

Ninjaan die Heulsuse

Ich bin schlecht, böse, keine gute Freundin – nicht wie seine anderen Freunde, unnormal! Ich glaube in meinem ganzen Leben musste ich mir nicht so einen Mist anhören! Was in ihn gefahren ist? Ich weiss nicht, anscheinend habe ich ihm den perfekten Anlass gegeben, seinen kompletten Frust, seine ganze Wut an mir auszulassen. Im Grunde könnte er also dankbar sein, dass ich mich so bereitwillig angeboten habe.

Das Gespräch am Sonntag war noch katastrophaler als unsere Mails. Ein Wort jagte das andere, irgendwann habe ich aufgegeben, es ist sinnlos mit jemandem zu diskutieren der „von Sinnen“ ist. Das ist er, absolut „out of mind“. Das Gespräch endete nach etwa einer Stunde, geschockt und völlig neben mir starrte ich auf den Laptop. Es ist unfassbar was er gesagt hat, es ist so kalt, so unfair.

Ich habe geweint wie ein kleines Kind, nicht weil ich alles Ernst nehme was er da gesagt hat. Das kann ich gar nicht, dafür war vieles zu lächerlich, aber weil er es schafft so hart mir gegenüber zu sein, weil es alles in Frage stellt, wenn nicht sogar zerstört, was zwischen uns war.

Ich bin ins Studio gefahren, die Tränen liefen mir unaufhörlich die Wangen hinunter, an der Ampel sieht ein älterer Herr erschrocken zu mir rüber und gibt mir irgendein Handzeichen, wahrscheinlich befürchtet er ich würde in den nächsten Minuten einen Unfall bauen. Ich ignoriere es. Im Studio laufe ich auf und ab, fahre den PC hoch, schlage gegen die Wand, gegen die Gesangskabine, die eigentlich mal seine war, Wut und Verzweiflung lösen sich im Minutentakt ab.

Dann setze ich mich vor den Pc, nehme die Kopfhörer und öffne seine Musikprojekte. Die Aufnahmen, die das Programm automatisch speichert. Ich höre sein Räuspern, seine Versuche im Takt zu bleiben, das Fußklopfen, dass ihn dabei unterstützen sollte. Ich höre seine Stimme, sein Lachen, sein „Ninjaaaaaaaaaan, shiiiiiiiiiiit, shiiiiiiiiiiiiiiit! Once again!“ Ich höre mich selbst, Lachen, Husten, 100mal „are u ready“ sagen.  Ich halte den Kopfhörer fest, als würde er mir vom Kopf rutschen können und ich weine und weine.

Ja Yaya, ich bin Nonor! Na und? Ich weine, ich leide, weil ich nicht so kalt bin wie du!

Danach schreibe ich einem Freund, ich will Eis essen bis ich daran ersticke. Innerhalb einer Minute ruft er mich zurück, fragt nicht viel nach und verabredet sich mit mir bei B.K. Wir reden über alles, nur nicht darüber, sobald er versucht nachzufragen schiessen mir die Tränen in die Augen – kein guter Moment, um darüber zu reden. Er nimmt nur stumm mein Handy und löscht Yaya´s Nr. Ich rufe ihn eh nicht an sage ich schwach.

Gestern Abend, schickt er mir dann einen Link, kommentarlos. Verdutzt öffne ich ihn, ein ausländischer Film. Tun wir jetzt so als wäre alles gut? Das ist mein erster Gedanke, aber er erscheint mir zu abwegig, er ist zu wütend, zu kalt, kann er sich jetzt so schnell beruhigt haben? Aus Neugier beginne ich den Film anzusehen, ich bin eigentlich müde und erschöpft, die Qualität ist schlecht, der Ton kaum hörbar und der Untertitel verschwommen, aber ich sehe ihn mir an, knapp 2 Stunden. Das Ergebnis?

Der Film handelt von einem Mann und einer Frau. Er ist ein armer Schlucker, aber so ziemlich der normalste in der gesamten Handlung. Sie ist eine Ausreisserin, die nichts über sich verrät, ständig ausrastet, weint, und davon träumt das Land zu verlassen. Er nimmt sich ihrer an, hält ihre Macken aus, versucht ihr näher zu kommen. – Sie ist die Wahnsinnige, er der Gute!

Na? Das klingt nicht wirklich nach einemFriedensangebot, sondern eher wie eine weitere Anklage!

 

Kazoo

Ich bin auf der Arbeit, stehe vor der Studiotür, eigentlich wollte ich nur ins Büro, da höre ich es. Jemand spielt kazoo. Kazoo, nichts lässt die Erinnerungen so hoch kommen wie das, oder sagen wir besser fast nichts. Ich öffne mit einem ruck die tür, mein Kollege steht vor mir, etwas erschrocken schaut er drein, sicher aber nur halb soviel wie ich. „Sorry! Bin ich zu laut?“ Ich schüttle den Kopf. „Kennst du das? Is ne kazoo! Ich nicke:“ ja, kenn ich.“ Ich schätze ich schaue ihn an wie ein wundes Reh, er plappert irgendwas, die situation wird leicht unangenehm. Ich glaube er denkt schon lange das ich heimlich auf ihn stehe – tu ich nicht, aber ständig sagt und tut er Dinge die mich so an yaya erinnern… Ich sollte das mal klären…bald. hoffentlich spielt er nicht noch mehr kazoo heute!

Wenn ich schreibe Teil II

Der Song ist jetzt raus. Ich sitze im Studio und schreibe gerade, mehr schlecht als Recht, an meinen Dokumentationen rum. Alles weg, alles weg und ich muss alles neu schreiben! Dann gibt mein Handy einen Laut von sich – wow bei dem neuen Handy funktioniert fb tatsächlich! Ein gemeinsamer Freund hat den Link gepostet – brand new! Schickes cover, ich gerate in Versuchung den pc neben mir, der nur für die Aufnahmen genutzt wird zu starten, nur kurz, nur nochmal reinhören in das Original…unsere Aufnahmen, sein Gefluche… Ich beherrsche mich, zuviel zu tun – keine Zeit für Erinnerungen, keine Zeit für liebeskummer, wo war ich stehen geblieben? Achja…Kostenaufstellung.
Wenn ich schreibe lasse ich mich zu leicht ablenken…

(ich würde den Link zu gern hier Posten, geht aber nicht, da ich wohl sonst seine Identität preisgeben würde – wie wärs mal mit nem Künstlernamen, Yaya?)