Die Wiedervereinigung

Oh du mein Liebstes! Wie lange haben wir uns nicht gesehen? Ich habe deinen Duft vermisst, so sehr!

Ich habe es vermisst es mir bei dir gemütlich zu machen, die unzähligen Knöpfe in deinem Innenraum, die mich so sehr an KIT von Knight Rider erinnern, zu bedienen und bei schönem Wetter „oben ohne“ mit dir zu verreisen. Ich habe den miserablen Sound deines Soundsystems vermisst, der so gar nicht zu deiner „schick/sportlichen“ Erscheinung passt.

Mein geliebtes Auto, 8 Monate sind es her, dass wir beide das letzte Mal gemeinsam „On the road“ waren . 8 Monate (!) bis heute! Wie hast du mir gefehlt, wie habe ich das Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit vermisst. Du, mit dem ich der Enge dieser Kleinstadt jeder Zeit entfliehen konnte…

Und alle haben sie geunkt, du hättest diese lange Trennung dort in der dunklen Höhle nicht überlebt, seist sicher völlig daneben – aber ich wusste sie haben nicht Recht. Ich wusste, in dem Moment in dem ich mich wieder in deine Sitze werfe und den Startknopf drücke wird alles wieder gut sein zwischen dir und mir! Und genau so war es auch! Ohne Mucken, ohne Fehlermeldung hast du mich quer durch die Stadt gebracht, warst geduldig mit meinem, immer noch, zaghaftem Fuß/Bein und hast nicht einmal aufgemuckt!

Und weil du so toll bist, möchte ich dir heute sagen, dass du, abgesehen von Amin, definitv die beste Entscheidung meines Lebens warst und ich dich niemals einfach weggeben werde, so wie die Anderen! Versprochen!

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Ninjaan is back

Genau genommen bin ich das schon seit Dienstag Morgen. Welcher Tag ist heute? Ach ja, Donnerstag…

Ich habe etwas das Gefühl für die Zeit verloren. Ein Monat Jordanien, von Jerash bis Aqaba alles gesehen, ein Kurztrip nach Israel/Palästina. So viele Eindrücke, neue Erkenntnisse, Wiedersehen mit alten Freunden, das Kennenlernen von Amins Familie und natürlich er, Amin, die Zeit mit ihm, jede Sekunde so kostbar bis zu dem Abschied. Dem grauenvollen Abschied, von dem ich nicht weiß, wie wir ihn überhaupt gemeistert haben. Den gesamten Dienstag wie in Trance, ohne das Bedürfnis mit jemandem zu sprechen, nur ganz viel Traurigkeit und vermissen.

Aber jetzt geht es langsam, ganz langsam, etwas besser. Muss besser sein, weil ich soviel zu tun habe und Montag schon meine OP ansteht.

Die nächsten Tage gibt es dann mal ein paar Berichte aus Jordanien – nur heute, da muss ich noch etwas für die Arbeit machen (die ich hoffentlich bald los bin 😦 ), weils natürlich wieder niemand anders hinkriegt…

Petra

Petra – Jordanien

Was wirklich noch geschah / I

Seit Ende September/Anfang Oktober, seit der „Katastrophe“, dem totalen Absturz, habe ich nicht geschrieben, nur wenig, nur zögerlich. Ich habe versucht meinen Gefühlen irgendwie Ausdruck zu verleihen, die Situation zu beschreiben, Gedankengänge festzuhalten. Meist bin ich gescheitert, nur hin und wieder gelang mir mal ein Post. Nicht nichtssagend, nicht unwichtig waren sie, nicht für mich jedenfalls, aber eben auch nicht befreiend und vor allem seit 3 Wochen auch nicht ganz ehrlich. Natürlich nicht gelogen, natürlich ist alles was ich sage/schreibe entweder so geschehen oder aber fühlt sich genauso an und doch habe ich etwas ausgelassen. Weil ich nicht darüber schreiben konnte, weil ich so unsicher war, es immer noch bin, vielleicht auch, weil ich keine Meinung hören wollte.

An einem Samstag Ende Oktober, mitten in der Nacht (nein, kein Telefonanruf!), schrieb Ninjaan eine Nachricht. Und sagte, was ihr auf der Seele lag. Ohne große Umschweife, ohne Frage, ohne Anklage, wenige Sätze, klar und deutlich.

Ninjaan ist ratlos, sie weiß nicht wie das alles geschehen konnte, sie mag die Situation nicht. Sie war betrunken, wie die meiste Zeit in den letzten Wochen und tat, was sie eben tat. Und alles was bleibt ist der fade Nachgeschmack der bleibt, die Situation die jetzt ist wie sie ist. Das sie nichts sagen kann, nichts teilen kann, nichts empfangen kann, von ihm, Yaya. Das wollte sie nicht. Ninjaan is missing a friend. *END*

Das ist die Wahrheit, das Loch ist so groß, kein Loch war jemals so groß. Mehr als das gebrochene Herz schmerzt der Verlust und der Gedanke, eben alles zu sein, nur keine schöne Erinnerung, ja der Schatten, der das alles überzog ist so groß so dunkel, dass ihre eigenen Erinnerungen dunkel wurden…ganz dunkel und schmerzhaft.

Nach der Nachricht klappte sie den Deckel des Laptops herunter – kein Öffnen, nicht vor dem Ablauf von 24 Stunden…

Antiproportionalität

Ich wollt´s lassen. Wirklich! Ganz ehrlich, ich habe mir vorgenommen es zulassen, nichts mehr zu tun. Ich bin wütend und verletzt und er hat nichts getan, ausser mich weiter zu verletzen, mit seinen unachtsamen Worten, die vielleicht nicht mal unachtsam waren.

Von was redet Ninjaan da eigentlich gerade?

Chaos Ninjaan sollte nämlich eigentlich zwei Dinge lassen!

Ding 1: Yaya!

Ding 2: B.

Ich versuche B. zu lassen, aber dann kann ich Yaya nicht lassen und umgekehrt verhält es sich genauso.  Ich glaube in der Mathematik nennt man so etwas eine umgekehrte Proportionalität oder Antiproportionalität. (Ich war schon immer eine Niete in Mathe, aber ich saß letztens daneben als unser Nachhilfelehrer das erklärt hat und nun schwirrte es mir hierzu gerade im Kopf herum…)

Das bedeutet also bei mir: b ~ 1/y oder aber y ~ 1/b

Zurzeit bin ich in der zweiten Phase. Ich lasse B. und der Kontakt mit Yaya wird wieder mehr. Hätte er sich nicht gemeldet, dann hätte ich mich vielleicht beherrschen können. Da das aber nicht der Fall war, schrieb ich Yaya Montag abend eine Sms. Ich hatte seit Sonntag keine Stimme mehr, hatte etwas Fieber und fühlte mich krank, ich war also nicht nur mental sondern auch physisch angeschlagen (als kleine Entschuldigung…).

Alles was ich schrieb war: „Shalgham“ – Das ist eine Art Rübe aus dem persischen Raum. Wenn einen die Stimme verlässt gibt es, meiner Meinung nach, nichts besseres als das! Einfach gekocht und mit etwas Salz serviert und zack, nach kurzer Zeit ist die Stimme wieder da!

2 Minuten später schrieb er mich bei Skype an (ich war „invisible“), ob ich krank sei und meine Stimme verloren hätte. Wir schrieben ein wenig, redeten über Filme und Musik, nichts besonderes – aber es tat gut, es tat mir sehr gut. Wir verloren kein Wort über unseren Streit, taten so, als wäre niemals etwas gewesen.

Am nächsten Tag schrieb er mich abends an, ob es mir besser gehe und wieder kamen wir auf Musik zu sprechen. Ich erwähnte beiläufig, dass nächsten Monat endlich das neue Album von NAS erscheinen würde, auf das ich schon so lange wartete.

Ninjaan: Nas has a new album in July –  I am dying to have it! forget Kanye or 50 cent
Yaya: nas has released a number from his new album. a single! do u wanna hear?
oh!  i put already in ur drop! how nice i am!
Ninjaan: u did? when?
Yaya: yes! 3 days ago!

Dropbox? Das hatte ich total vergessen! Mein Laptop ist ja seit geraumer Zeit hinüber und ich kann nur den PC meiner Mutter nutzen, hier habe ich mich nie dort eingeloggt. Das holte ich dann natürlich sofort nach! Er hatte mir nicht nur den Song von NAS hochgeladen, sondern noch einige andere Alben – und vor sieben Tagen ein Lied, mit dem Titel „Ich vermisse dich“ (übersetzt).

Ich bedankte mich für die vielen Songs, er hatte sogar ein Album der Lieblingsband meiner Mutter hochgeladen… Seine Reaktion? Ich könne ruhig öfter mal meine Dropbox checken… Werde ich ab jetzt tun.

Umso mehr ich B. lasse, desto mehr hänge ich wieder an Yaya. Yaya wird übrigens wahrscheinlich in wenigen Wochen zurück kommen…sein Praktikum endet Ende Juli…ich bin dann erstmal im Urlaub…und danach? Jetzt gerade, wünsche ich mir nichts mehr, als das er zurück kommt. Ich hatte gehofft, ich hätte es geschafft. Aber wenn ich ehrlich bin, ganz ehrlich und mir selbst nichts vormache – dann wünsche ich es mir wirklich, dann fehlt er mir immer noch. Dann wünschte ich, alles der letzten Wochen wäre niemals geschehen – doch man kann Geschehenes nicht ungeschehen machen und Worte verletzen mehr als Taten…Aber manchmal nicht stark genug…

 

Retrospektive Mai 2011 (Sms)

Tag  nach dem letzten Treffen:

Yaya: Ninjaan joonam…(Ninjaan mein Liebling)

Ninjaan: Kojai jigaram? (Wo bist du „meine Leber“ ?) Man delam barat tang shode… (Ich vermisse dich)

Yaya: Haha 🙂 Internet nadaram (ich hab kein Internet) me2

Ninjaan: Cerra (warum)? I kill ur Internet!

Yaya: Kill me…

Ninjaan: Why?

Yaya: Why not? Kill me…

Ninjaan: But maybe I want u alive Yaya joon?

Yaya: 😀 Jedi (Echt)? Why are u far?

Ninjaan: Cruel destiny…

Yaya: U make me cry now… 😦

Ninjaan: Oh no, geriye nakon azizam ( weine nicht mein Schatz)! If u cry my heart is bleeding!^^ Why dont u have Internet? Are u at work?

Yaya: I´m at home, I guess I´m blocked. I´ll have tomorrow maybe. What are u doing?

Ninjaan: I´m at home too, watching a movie! I hope so, I miss u in skype!

Yaya: In skype? 😀

Ninjaan: U shark! Maybe not only there…

Yaya: Shark? Why shark? So its not just skype – here the same actually…

Auswandern…

…für einen bestimmten Zeitraum, zwei Jahre vielleicht, ist nicht gleich weglaufen! Doch, widerspricht mir meine alte Bekannte, die sich auf einen Kaffee in meiner „Nachmittagspause“ angekündigt hatte. „Doch, es ist weglaufen, weil du glaubst, wenn du wieder kommst wäre alles anders, das ist es aber nicht, weil es nur anders wird, wenn du es anders anstellst!“  Klingt das nicht herrlich einfach? Ist es sicher auch – für andere Menschen. Für mich nicht! Ich ändere gerne Dinge, ich bin unbeständig, ich lege mich nicht fest! Ich ändere alles, meine Geschmäcker, Zigarettenmarken, Musikgenre´s, Wohnungen, Städte, Jobs – aber ich kann nicht ändern, dass ich es immer ändern will! Denn wenn ich es könnte, dann würde ich es tun! Dann hätte ich schon längst meine Umzugskartons ausgepackt (seit 7 Monaten stehen sie im Hausflur), mich richtig eingerichtet, vielleicht würde ich auch mal streichen oder mir Möbel kaufen die nicht nach spätestens 2 Jahren auseinander fallen (aber kein Problem! jede Wohnung ist anders, da muss eh hin und wieder was Neues her!), vielleicht würde ich mir auch mal ein Auto kaufen anstatt zu leasen?

Wenn ich das ändern könnte, dann würde ich es ändern! Ich kann aber nicht, ich habe keine Ahnung wie das geht! Ich weiss nur, weggehen, umziehen, stetige Wechsel, vertreiben „böse Geister“ – alles ist ein Neuanfang, wer würde nicht gerne mal neu anfangen? Ich tue es ständig! Das einzig Beständige in meinem Leben, sind meine Freundschaften, darauf bin ich stolz, weil ich glaube, dass ist etwas, was viele heute verlernt haben. Das kann ich, Freundschaften erhalten, sie leben und geniessen. Meine Freundinnen, 25, 15, 10 Jahre verbinden uns, wundervolle Jahre und ich bin dankbar für jede von ihnen. Gute Freundschaften bleiben auch, wenn einer immer mal wieder geht – ich gehe, meine Freundschaften leben weiter. Was also hält mich?

Nichts! Und wie immer, wenn etwas in meinem Leben passiert, dass mich emotional sehr berührt, sei es der Tod eines geliebten Menschen, andere Schicksale oder eine unerfüllte Liebe – dann packe ich meine Sachen und gehe. Mal ist es nur ein Wohnungswechsel (wegen der „bösen Geister“), mal ein Städtewechel, mal nur ein anderer Job, irgendwas, dass mich ablenkt, mich “ neu anfangen“ lässt.

Jetzt ist es wieder soweit: Ich will gehen, die Wohnung wechseln wie erst vor 7 Monaten, oder den Job wie vor 8 Monaten, reicht nicht mehr – ich will raus,  meinen Kopf frei bekommen – ich gehe! Ich habe gestern Abend 6 verschiedene Bewerbungen verschickt, in 6 verschiedene Länder, nur eins davon in der EU. Es fühlt sich gut an, der Gedanke gehen zu können, weit weg von hier.

„Ein neuer Job, ein neues Land, ein neues Leben“, schreit mein Kopf und jubiliert (mein Kopf spielt mir bisweilen bösere Streiche als mein Herz)! – „Wenn du gehst, dann ist es vorbei“, schnieft mein Herz leise. -“ Gut so! Das ist es nämlich  sowieso schon“, sagt mein Kopf, „nur du hast es noch nicht verstanden!“

6 Bewerbungen, 3 Kontinente, 4 Sprachregionen – alles gut Ninjaan, einer wird dich übernehmen, dann wird alles gut, wie immer!

P.S.  Yaya دلم برات تنگ میشه