Ninjaan ist dann mal weg

Sooooo, in etwa 28 Stunden geht mein Flug nach Jordanien! Endlich!

Weil ich aber von Frankfurt aus fliege (der einzig bezahlbare Direktflug) gehts heute schon mit meinem Vater nach Köln. Für die nächsten 2 Wochen sind Amin und ich endlich wieder zusammen! Ich zähle schon die Minuten!

Ich wünsche euch allen einen tollen Juli!

Bis bald! ninja-love-1-jpg

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Sehnsucht

Amin ist nun seit 1 1/2 Wochen fort. Er fehlt mir unendlich. Zu unserem Glück gibt es Smartphones und Internettelefonie, damit halten wir uns über Wasser. Anders könnten wir unsere stundenlangen, internationalen Gespräche wohl nicht führen – so können wir unsere Sehnsucht wenigstens etwas stillen.

Aufgrund meiner verpatzten OP (werde ich noch drüber berichten), müssen nun  alle meine Pläne umgeworfen werden. Ich werde, wenn der Doc das ok gibt, schon in 4 Wochen zu ihm fliegen, um mich dann anschließend am Kreuzband operieren zu lassen. Eigentlich war ja Mai geplant, nach der OP (dieser hier) und bevor ich wieder arbeiten kann (natürlich habe ich genug Urlaub um überhaupt fliegen zu können.)

Nun sind es also  nur noch wenige Wochen, ich bin furchtbar aufgeregt! Ich werde seine Familie treffen, das erste mal in Jordanien sein. Es gibt soviel vorzubereiten und ich bin immer noch mehr oder weniger ans Haus gefesselt…

Aber wenigstens hat die Sehnsucht dann ein wenig Pause…

Retrospektive Oktober 2011

„I have never seen that dress you’re wearing
Or the highlights in your hair that catch your eyes I have been blind

Lady in red is dancing with me cheek to cheek
There’s nobody here, it’s just you and me, It’s where I wanna be
But I hardly know this beauty by my side
I’ll never forget, the way you look tonight“ (Lady in red, Chris deBurgh)

Du kommst zurück. Zurück zu mir. Du hast nie gesagt, dass du zurück kommen willst und ich habe niemals gesagt, dass du zurück kommen sollst. Nach unserer letzten Begegnung am Bahnhof sind wenige Wochen vergangen, ich hatte die Hoffnung aufgegeben, dass du und ich jemals wieder so sein könnten wie zuvor. Unser Kontakt brach trotz unseres katastrophalen letzten Treffens nicht ab. Du warst etwas reservierter als sonst, ich ebenfalls, doch wir konnten nicht ganz voneinander lassen.

Die Musik hat uns wieder zusammengebracht. Mein Projekt. Alles lief schief, nichts funktionierte wie es sollte, aber ich hätte dich niemals gebeten zu kommen, dafür war ich zu stolz. Also bist du über deinen Schatten gesprungen und hast mir angeboten alles zu installieren und anzuschließen – du könntest allerdings erst abends. Kein Problem, ich auch…

Und so stehe ich nun, wie so viele Male zuvor, um 21 Uhr am Bahnhof und warte auf dich. Ich versuche nicht nervös zu sein, ich bin über dich hinweg sage ich mir. Das war Einbildung, meine Gefühle niemals echt. Du und ich, wir passen gar nicht zusammen. Wie ein Mantra habe ich mir das alles, im Auto auf dich wartend, aufgesagt.

Deinen Weg vom Gleis bis zum Auto habe ich dich extra nicht angesehen, so getan als würde ich etwas im Auto suchen, nicht erinnern, nichts machen, dass Gefühle hervor ruft! Als du neben mir sitzt reichst du mir die Hand, Kumpels, dass sind wir jetzt. Auf der Fahrt siehst du mich an, wir reden wenig, es ist irgendwie noch komisch und vielleicht wartest du darauf, dass ich auf den Rücksitz greife und dir eine Cola reiche, wie so viele Male zuvor. Aber diesmal habe ich keine Cola für dich.

Als wir im Jugendzentrum ankamen, war niemand mehr dort. Du hast darauf bestanden, dass ich dir alles zeige und  warst so begeistert. Alles war toll. „That´s an awesome place ninjaan! It´s sooo oldschool! I´d love to chill here! U did a great job!” Deine Worte erfüllten mich mit Stolz…in den wenigen Wochen hatten wir viel gearbeitet, viel geändert, dass es dir gefällt, macht alles noch schöner für mich. Bevor wir ins Tonstudio gehen, setze ich einen Kaffee auf und du hast mich zum Kicker gerufen. Du wolltest ein kleines Match. Ich habe gnadenlos verloren, ich bin eine Niete im Kickern. Aber es hat die Stimmung gelockert.

Im Tonstudio machst du dich gleich an die Arbeit. Ich habe gehofft, dass du es nicht schnell genug hinbekommst, ich wollte nicht, dass du wieder gehst. Du solltest bleiben Yaya. Ich bin doch über dich hinweg, wir können wieder so sein wie vorher.

Irgendwann hast du auf dem großen Sessel Platz genommen und ich habe mich neben dich gekniet. Du hast die Software auf dem Laptop installiert und mir dabei etwas erklärt. Aber alles woran ich denken konnte, war dein Duft. Du hast gerochen wie immer, nach dir, nach Leidenschaft. Du hast bemerkt, dass ich dir nicht wirklich folge und mir lächelnd über´s Haar gestrichen.

Nach Stunden ist endlich alles angeschlossen und installiert. Du hast die Hand nach mir ausgestreckt und mich zu dir gezogen. „U want me to stay?“ Ich lächelte:“ Let´s go home.”

Zuhause angekommen bist du schnell unter die Dusche gesprungen, du seist direkt von der Arbeit gekommen – ich hoffte nur, mein Duschgel würde deinen Duft nicht zu sehr übertönen.

Ich machte Pizza für uns und holte eine Flasche Cola aus dem Kühlschrank – Ja, ich hatte welche gekauft, als wenn ich es wirklich vergessen hätte, Yaya! Du hast dich aufs Bett geworfen und wir haben gemeinsam gegessen und uns dabei einen völlig bescheuerten Film angesehen. Es fühlte sich so gut an, so als wäre niemals etwas gewesen zwischen uns, als wären nicht Wochen seit unserem letzten Treffen vergangen, als hätte es den Tag am Bahnhof niemals gegeben.

Irgendwann drehst du dich auf den Rücken und siehst mich an, ich versuche es zu ignorieren und bekomme doch eine Gänsehaut. Sanft berührst du mein Gesicht und ziehst mich näher an dich heran. Eine kleine Ewigkeit schauen wir uns nur an, dann küssen wir uns, langsam, vorsichtig, als wäre es unser erster Kuss… Du riechst so gut, trotz des Duschgels rieche ich dich. „U smell so good!“ Verlegen schaust du zur Seite:“ Don´t say that…“ – „But it´s the truth.“ Du siehst mich an, du wirkst unsicher, fragend schüttele ich den Kopf. „Someone once told me, I smell too much…“ Ich bin erschrocken, wie konnte jemand so etwas sagen? Du riechst wundervoll, du bist der erste Mensch den ich überhaupt so intensive wahrnehme! Ich streichel vorsichtig über dein Gesicht, küsse dich. „I love it!“

Am nächsten Nachmittag, auf dem Weg zum Bahnhof, erscheint alles zwischen uns wieder wie vorher zu sein. Du sitzt entspannt neben mir und siehst aus dem Fenster. Dann beginnst du das Lied von Chris de Burgh zu singen. Wie immer bekomme ich eine Gänsehaut bei deiner Stimme. Du schaust zu mir rüber und lächelst. „I´ll record it for u one day.“

Retrospektive September 2011 – Teil II

19 Uhr, ich war pünktlich am Bahnhof, das erste Wiedersehen nach 6 Wochen, mein Herz schlug mir bis zum Hals. Dieses Wiedersehen war keine Verabredung, du bist gekommen um mir etwas zu bringen, gekommen, um mich zu retten. Ich brauchte deine Hilfe, um mein geplantes HipHop Projekt starten zu können. Wir waren schon viel zu spät dran, die Zeit drängte und weder ich noch meine Kollegen hatten wirklich Ahnung davon. Du schon, das ist deine Leidenschaft, dein Leben. Vor einer Woche schon, hattest du mir den Schlüssel zu deiner Wohnung hinterlegt, damit wir die Gesangskabine, die du uns gespendet hattest, abholen konnten.

Da musstest du arbeiten, konntest nicht dabei sein, ich war erleichtert. Doch nun stand ich am Bahnhof und wartete auf deinen Zug, auf dich, darauf, dass du uns noch andere Sachen vorbei bringst, die wir dringend brauchten und du nicht mehr, jedenfalls zurzeit nicht.

Ich hatte meinen Führerschein abgeben müssen, du hattest das Treffen kurzfristig verschoben und so konnte mich niemand von dort abholen, niemand mich begleiten – ich stand allein dort.

Dein Zug fuhr ein, es war warm, ziemlich warm für einen September Abend. Ich sah dich nicht sofort, zu viele Menschen stiegen aus dem Zug. Erst als die Menschenmenge sich lichtete erkannte ich dich. Diesmal ohne Mütze, aber mit Rucksack wie immer, in der einen Hand eine Tüte in der anderen das Handy. Du hast telefoniert, gelacht  und wie immer senkst du deinen Blick dabei – nie schaust du geradeaus.

Ich sehe dich an und atme langsam ein und aus, locker bleiben! Das hier alles macht mir gar nichts! Du hast ein graues T-Shirt getragen, erst als du näher kommst erkenne ich die Aufschrift darauf „I´m ur personal Shopper“ – ich muss schmunzeln, seit wann trägst du so bescheuerte Shirts?

Endlich erblickst du auch mich, lächelst, beendest dein Telefonat und kommst auf mich zu. Je näher du kamst, desto nervöser wurde ich. Als du vor mir standst und deinen Arm ausgestreckt hast um mich zu umarmen, habe ich automatisch die Luft angehalten – nicht riechen, nicht einatmen jetzt!

Ein kurzer Smalltalk folgt, ich mache einen Witz über dein Shirt, bloß locker wirken – ICH BIN NICHT VERLIEBT (oder besser: Ich will es einfach nicht sein!). Du lächelst nur, so entwaffnend wie immer, mir wird heiß und kalt zur gleichen Zeit.  Und dann sage ich etwas total dummes: „Do u know when ur next train is coming?“ Du zuckst kurz zusammen, schüttelst den Kopf: “Ill go and check it, one moment!”  

Was habe ich da gesagt? Warum habe ich das gesagt? Weil du gehen sollst – weg von mir Yaya, weit weg! Ich halte das sonst nicht aus!

8 Minuten, dann fährt dein nächster Zug, du überreichst mir die Sachen und fragst mich, ob du mir Geld für ein Taxi geben sollst, weil ich ohne Auto bin. Nein, musst du nicht. Ich bringe dich zum Gleis, unten an der Treppe bleibe ich kurz stehen und sehe dir nach, dann drehe ich mich um.

„Ninjaan? Are u okay?“ Du bist auf der Treppe stehen geblieben und hast dich nochmal zu mir umgedreht. Ich nicke nur, schlucke die Tränen runter und gehe zum Bus. Ich kann die Tränen auf der Busfahrt nicht unterdrücken, ich habe mich ganz nach vorne gesetzt, wo es niemand sehen kann. Als ich sie mir aus dem Gesicht wische, bemerke ich plötzlich, dass meine Hand nach dir riecht, ich habe dich nur kurz berührt – ich schluchze hörbar auf.

Eine alte Frau die eben in den Bus eingestiegen ist, legt mir die Hand auf die Schulter: „Das wird schon wieder, Liebes.“